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Die Karibik Europas - Sardinien
Pro kurze Anreise, Vielseitigkeit, Kultur und Natur
Kontra "einseitige" italienische Küche :)
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
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| Anbindung | |
| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Die Karibik Europas – Sardinien
19. Oktober 2010 - Stephan Martens
Geschäftsführer napur tours - www.napurtours.de
Seit einer Woche bin ich nun zurück von meiner Erkundungstour und frage mich ersthaft: Warum war ich nicht schon eher da?– Sardinien. Eine tolle Insel!
Vor Jahren hatte ich mir mal einen Reiseführer Italien- Süd mit Sardinien gekauft. Und bin dann doch nach Sizilien gefahren. Fähre von Genua nach Palermo und mit dem Auto. Schweineheiß im August und rappelvoll.In diesem Jahr war das eigentlich gar nicht mehr geplant, aber da hatte meine Frau noch eine Woche Urlaub zu verbraten und ich im Betrieb auch nicht den großen Stress und so entschlossen wir uns zu dieser Erkundungstour. Eine Woche ist auch geeignet, um zumindest einen Teil der gar nicht so kleinen Insel zwischen Europa und Afrika kennen zu lernen. Und der Flug mit schlappen zwei Stunden ist auch erträglich. Alternativ kann man auch per Fähre und Bahn / Auto anreisen, z B über Livorno oder Genua. Dann sollte man aber mehr Zeit mitbringen.
Landung in Cagliari, in den Mietwagen ( ein hässlicher Fiat Panda ) und raus aus der Stadt. Nach wenigen Minuten Richtung Ostküste wird die Landschaft dünner besiedelt bis einsam, die Berge höher und die Vegetation dichter. Hier herrscht typische Mittelmeervegetation vor: Flaum-, Kork- und Steineichen in den Bergwäldern, Terpentinpistazien und Mastixstrauch neben Zistrosen und Baumheide in der Maccia, Oleander in den Flusstälern, Oliven, Feigen, Feigenkakteen auf und zwischen den Feldern. Jetzt im Oktober reichlich vertrocknet, aber nicht ohne Charme. Und dafür mit Früchten: Feigen, Erdbeerbaum und Kaktusfeige. An der Ostküste gibts den Nationalpark Golfo de Orosei. Mit Bergen, Schluchten und Steilküsten. Eine Tageswanderung von 700 m Meereshöhe bis in eine absolut malerische Bucht ( Cala Goloritze ) und wieder Retoure war unsere erste Aktion. Anstrengend! Ein “Ziegenpfad” führte uns über rund 2,5 Stunden immer bergab bis an den winzigen Strand. Das Wasser ist so blau wie auf dem Foto zu sehen ist; ohne weitere digitale Blaufärbung. Das Wasser hatte noch rund 24 Grad und so fiel es uns nicht schwer, hier ein ausgiebiges Päuschen einzulegen.Der nächste Trip in dieser Region war ebenfalls eine Tageswanderung in die bekannte Schlucht Gola su Gorrupu mit 400m Felswänden. Zum Glück ohne große Höhenunterschiede, denn die Vortagestour steckte noch in den Beinen. Aber auch nicht ganz ohne Klettereien, gerade in der Schlucht selbst. Eine beeindruckend schöne Streckenführung immer entlang eines Flusses. Allerdings muss man hier auf Sardinien überall ein wenig suchen. Die Wanderwege sind längst nicht so gut markiert, wie in Mitteleuropa. Dafür grüßt man eben auch nicht im Zehnminutentakt entgegenkommende Wandersleute. Im Ort Dorgali, rund 10 km von der Küste entfernt, schlugen wir in einem kleinen Stadthotel unser Nachtlager auf. Restaurants zu finden war ebenfalls nicht ganz so einfach: Einige hatten nur in der Hauptsaison ( Schulferien Italien ) geöffnet, Andere waren exklusiv teuer und wieder Andere boten zu meinem bedauern nur Pizza und Pasta. Das Problem scheint allerdings daran zu liegen, dass wir immer versuchten, im Zentrum was zu finden. Der gemeine Italiener ist aber ein Autofahrertier und so siedeln sich die Restaurants auch gerne an den Ein- und Ausfallstrassen an.
Nach zwei Wandertagen ließen wir nun den Schiffsdiesel arbeiten: Vom Badeort Cala Gonone aus bis zur Tropfsteingrotte Bue Marino und dann bis in die nächste Traumbucht Cala di Luna. Bei dem strahlenden Sonnenschein zwar schade, unter Tage zu gehen, aber die Höhle ist ein Muss.
Gegen späten Nachmittag wollten wir nun die Insel von Ost nach West durchqueren, denn für eine Woche ist sie doch zu groß. Die Fahrt beträgt über sehr gut ausgebaute Straßen rund zwei Stunden. Unterwegs besichtigten wir zwei Nuraghen. Zugegeben: Ich hatte vor unserer Tour noch nie davon gehört. Ich schäme mich! Da reise ich in Mittelamerika herum und studiere die Mayakultur und hier quasi vor der “Haustüre” gibts eine 3500 Jahre alte Hochkultur mit zigtausenden Türmen und Festungsanlagen allein auf dieser Insel Sardinien.Am Abend erreichten wir den schönen Küstenort Bosa. Wir wohnten ganz toll in einer kleinen Bed and Breakfast- Unterkunft und lernten gleichzeitig den netten Betreiber mit seiner Partnerin beim abendlichen Gläschen Wein und beim familiären Frühstück kennen: Er hatte als gebürtiger Franzose mal in Deutschland studiert und wohnt nun mit seiner sardischen Lebensgefährtin als Innenarchitekt in Bosa. Und das in einem kleinen, selbst gestalteten Altstadthäuschen mit Aussicht über die Mündung des Temo, den Hafen sowie das Meer.
Ein leichtes Ründchen über die Klippen hier an der etwas bewegteren Westküste war nun nach dem gestrigen Rotwein genau das richtige Vormittagsprogramm. Wir erkundeten das Capo Mannu. Überall Seevögel und zwischen den Sträuchern Tyrrenische Mauereidechsen. Eine Art, die es nur hier auf Sardinien und Korsika gibt. Anschließend ging es weiter südwärts; die Landschaft wurde flacher und die Fahrt ging vorbei an Kulturland, teilweise bewässert und saftig grün. Dann Lagunen, Sumpf und Salinen. Also mussten wir anhalten, um den Gewässerrand zu erkunden und nach Wassernattern zu suchen. Prompt wurden wir auch fündig und meine Frau entdeckte die erste Vipernatter.
Von dem Ort Cabras hatten wir gelesen und gehört, dass der Mensch hier gut Fisch essen kann. Deshalb wollten wir hier die Nacht verbringen. Allerdings mussten wir dann erfahren, dass es sich bei den Fischspezialitäten um Muccine handelt; also der Meeräsche, wie mir mein elektronisches Wörterbuch übersetzte. Zum Glück bestellten wir gleichzeitig auch Dorade und tauschten dann ein bischen hin und her, denn die Muccine ist ein Fisch der Lagunen , schlammigen Gewässer und Brackwasserbereiche. Geschmacklich nahe beim Rotauge, etwa seitlich des Karpfens mit einem Hauch Brachsen.Damit auch die Kultur und Geschichte nicht zu kurz kam, fuhren wir mit unserem Pandabären auf die Halbinsel Capo San Marco. Dort gibts aus römischer Zeit die Siedlung Tharros, direkt am Meer gelegen mit Thermen, Palästen und steinernen Straßen. Weiter die Straße südlich besuchten wir, diesmal im Bergland in den Wäldern der Costa Verde gelegen, die Tempel Antas. Und wer möchte, kann hier auch stundenlang wandern. Zum Übernachten holperten wir dann runter zur Küste nach Piscinas. Piscinas ist eine Bucht an der geschützen “Grünen Küste”, wo noch Wasserschildkröten ihre Eier am Strand ablegen. Entsprechend groß sind hier die Handtuchzwischenräume am Ufer: Mit dem Fernglas entdeckt man hier und da andere Menschen.
Meine Frau bestand darauf, dass wir uns auch noch die Hauptstadt ansehen müssten. Und das war gut so: Am letzten Tag war also “Stadt” angesagt. Cagliari ist auch in meinen Augen eine sehr angenehme Großstadt. Der Verkehr hält sich in Grenzen, gelegen direkt am Meer und verschiedenen ins Land eindringende Buchen und umgeben von einem Bergpanorama. Das alles unter südlicher Sonne und mit dem entsprechenden Angebot an Läden, Kneipen und Restaurants oder auch Burgen und Museen. Habe ich was vergessen? Ach ja: Altstadt und Hafen. Da war sogar ich als Landei begeistert.
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schreiblissl 14.08.2011 18:28
macfischkopp 08.06.2011 08:52
Da ich gerade erst von meinem ersten Sardinienurlaub zurück bin, kann ich mich sehr gut in deine Beschreibungen hineinversetzen. Ich finde, du hast in dieser 1 Woche ein Riesenpensum bewältigt, denn die Insel ist wirklich unheimlich groß.
silvernight-central 25.10.2010 11:42
smaragdxxl 22.10.2010 10:43
Schoki-Vanilla 21.10.2010 03:53