San Marino, Allgemeines

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Prämierter Erfahrungsbericht

die kleinste Republik der Welt

4  09.10.2003

Pro:
schöne Altstadt, grandiose Ausblicke

Kontra:
Bis 15 : 00 Uhr ziemlich überlaufen

Empfehlenswert: Ja 

lutz.maertens

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:278

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 144 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wer in Mittelitalien weilt, sollte einen Besuch in der kleinsten und ältesten Republik der Welt- San Marino nicht verpassen. Wo sonst kann man schon einen so kleinen Staat besuchen, der nur 61,2 Quadratkilometer groß ist? Immerhin 26.500 Einwohner hat dieser Staat und eine Einwohnerdichte von 413,2 Einwohnern auf den Quadratkilometer, in Vergleich dazu ist Deutschland mit 230 Einwohner/km² eher dünn besiedelt.

Geschichte:

Die Geschichte der Republik San Marino gründet auf einer Legende, derzufolge der heilige Marinus um 300 n.Chr. vor dem römischen Kaiser Diokletian flüchtete, welcher die Christen verfolgte. Er versteckte sich in einer Höhle am Monte Titano, welche auch heute noch zu besichtigen ist. Das Land am Monte Titano gehörte damals einer Patrizierin aus Rimini, welche zum christlichen Glauben konvertiert war, und dem heiligen Marinus den Berg aus Dankbarkeit für eine Wunderheilung ihrer Söhne schenkte. Selbiger erklärte darauf hin den Berg als frei und unabhängig, sowohl von Kaiser als auch vom Papst. Diese Unabhängigkeit wurde natürlich immer wieder Angriffen, vor allem des Kirchenstaates ausgesetzt. Die hervorragende strategische Lage der kleinen Republik verhinderte jedoch meistens, San Marino zu besetzen. Die demokratischen Anfänge der Republik sind bis in das Jahr 1263 zurückzuverfolgen, ein aus jener Zeit datiertes Dokument (Verfassung) bildet noch heute die rechtliche Grundlage für das demokratisch-republikanische Prinzip von San Marino.

Anreise:

San Marino liegt als kleine Enklave umgeben von Italien nahe Rimini, also im mittleren Osten der Apenninenhalbinsel. Die Landeshauptstadt gleichen Namens liegt hoch auf einem Bergrücken, dem Monte Titano, die Türme und Zinnen der Festung Rocca sind von weitem schon zu sehen. San Marino besitzt weder einen Bahnhof noch einen Flughafen. Es gibt lediglich eine Busverbindung von Rimini-Hauptbahnhof.

Zu empfehlen ist, die Anreise mit dem Auto nicht etwa über die vierspurige Schnellstraße von Rimini aus zu machen, sondern aus dem Hinterland über San Leo kommend zu fahren. Der Übergang von Italien zu San Marino ist eher gleitend. Keine Grenzkontrolle oder etwa riesige Grenzschilder machend den Reisenden darauf aufmerksam, eine Grenze zu überschreiten. Auch sieht es in San Marino nicht anders aus als Italien, die selben Verkehrszeichen, die gleichen Häuser, der Euro als Währung... einzig die vielen Autos mit dem Nationalitätenkennzeichen RSM (Republik San Marino) sprechen für ein anderes Land.
Damit entgeht man den großen Touristenströmen und kann ganz gemütlich mit einer Seilbahn auf den Felsen schweben. Am Fuße der Berges Nahe der Seilbahnstation gibt es genügend kostenlose Parkplätze und auch Toiletten.

San Marino:

Man kommt quasi direkt in der hochgelegenen Altstadt an und hat eine grandiosen Ausblick auf die tiefer gelegene Landschaft. mDass der Tourismus die Haupteinnahmequelle der Sanmarinesen darstellt, ist bei der Ankunft oben auf dem Plateau gleich zu merken. Über 3 Millionen Touristen besuchen jährlich den Zwergstaat. Auf dem Plätzen und in den Gassen sind daher auch allerhand Touristen unterwegs, meist Tagestouristen die mit Bussen hierher gekarrt werden und an frühen Nachmittag wieder verschwinden. Daher empfehle ich die Anreise erst nach 15 Uhr, dann hat man die Altstadt fast für sich alleine.
Ihr Geld machen die Einheimischen mit Souvenirverkauf, mit dem Druck und dem Verkauf von Briefmarken, mit dem Verkauf ihrer begehrten Landeswährung (welche allerdings nicht im Umlauf ist, keine Hoffnungen machen...), dem Euro von San Marino und dem Anbau und Verkauf von Wein und Olivenöl. Außerdem haben eine Vielzahl von Firmen ihren Scheinsitz im steuerlich günstigen Zwergstaat, außerdem leistet Italien Ausgleichszahlungen dafür, dass die Republik ihre Unabhängigkeit wirtschafts- und finanzpolitisch nicht zu sehr ausnutzt und so ihre Souveränität nicht zum Schaden Italiens benutzt.

Sehenswertes:

Es gibt eine Fülle von interessanten Gebäuden, Kirchen, Palästen, Plätzen und Burgen. Sehenswert sind auf alle Fälle die Basilika des Heiligen und kleine Kirche des Heiligen Petrus mit den Reliquien des Schutzheiligen Marinus, die Kirche San Francesco, der Palazzo del Governo sowie der Regierungspalast an der Piazza della Libertà. Sehenswert auch das Wachsfigurenkabinett, das Reptilarium – Aquarium, das Museum der Kuriositäten, die Universität, das Kloster der heiligen Chiara sowie Kirche und Pinakothek des heiligen Franziskus.
Von den drei Burgen hat man einen grandiosen Blick auf das italienische Nachbarland bis hin zur Adriaküste.
Für mich macht die Lage der Stadt auf dem Felsen sowie ihr mittelalterliches Gepräge und den engen Gassen den Reiz San Marinos aus.
Außerdem sehenswert und fernab jeglicher Touristenströme ist die Höhle des heiligen Marinus, welche sich in der südlichen Felswand unter der Altstadt befindet. Zu ihr gelangt man nur, wenn man den unteren Parkplatz unterhalb der Seilbahnstation benutzt und vom Parkplatz hinunterfährt. Man wird am Fuß des Felsplateaus herumgeführt und erblickt bald Treppen und Leitern, welche in schwindelerregende Höhe klettern bis zu besagter Höhle. Diese ist zwar klein, eher eine Felsnische, aber dennoch sehenswert.

Sonstiges:

Die Läden haben Italientypisch geöffnet, das heißt, es gibt keine einheitliche Öffnungszeit. Auf eine größere Mittagspause zwischen 12:30 Uhr und 15:00 sollte man sich aber in der Regel einstellen.
Eine Unterkunftsempfehlung kann ich hier nicht geben, da wir in San Marino nicht übernachtet haben. Jedoch sind mir sowohl bei der Autofahrt durch die Ortschaften San Marinos als auch in San Marino selbst etliche Hotels aufgefallen, so dass eine Unterkunft zu bekommen, nicht sonderlich schwer sein dürfte.
Geld: Geldautomaten gibt es fast an jeder Straßenecke, mit diversen Karten Geld zu bekommen ist keine Schwierigkeit. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, auch im kleinsten Lebensmittelladen.

Fazit:

Auf der Liste der Sehenswürdigkeiten, welche man in Mittelitalien (Emilia Romagna, Marken, Umbrien) besuchen will, sollte San Marino keinesfalls fehlen. Am besten am Nachmittag besuchen und die Altstadt in Ruhe erkunden. Dann bleibt einem der fahle Beigeschmack des Massentourismus erspart.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mjk25

mjk25

26.04.2004 17:28

sehr toller bericht und wohl verdient mit dem diamanten.aber ist nicht der vatikan die kleinste republik mit 44 qkm?oder habe ich das damals falsch in geo gelernt.grüße mario

Sarah_C_K_one

Sarah_C_K_one

20.01.2004 14:18

Ein wirklich schöner Bericht ... ich habe heute auch meinen ersten Diamanten bekommen! *SARAH*

Smurfelchen

Smurfelchen

29.11.2003 16:25

Glückwunsch zum verdienten Diamanten! LG Smurfelchen

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