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Ho Ho Ho Chi Minh!!
Pro Liebenswertes Chaos
Kontra Sozialismus als Kapitalismus
Auf dem Weg nach Kambodscha bot sich ein Zwischenstop in Ho Chi Minh-Stadt an, dem früheren Saigon. Also habe ich mir 3 Tage vorher einen Lonely Planet-Reiseführer gekauft, beschlossen, daß ich drei Tage in Saigon bleibe und mich in das Abenteuer gestürzt.
Im folgenden werden vier Abschnitte geboten:1. Allgemeines
a) Ankunft
Im Regelfall wirst Du, oh Reisender, Saigon am Flughafen erreichen (hierzu mehr, wenn die entsprechende Kategorie eröffnet ist). Von dort ist’s ein Stück Wegs in die Stadt, der am besten mit dem Taxi absolviert werden sollte.
Die lokale Währung, Dong, wir zwar akzeptiert, bessere Preise gibt es allerdings in USD. Davon sollte man/frau reichlich kleine Scheine dabei haben. Geld tauschen kann man übrigens genausogut am Flughafen, die Tarife sind nahezu dieselben. Bloß nicht zu viel tauschen, denn das Geld wird man außerhalb Vietnams nicht mehr los und muß es dann nur wieder zurücktauschen. Oder in Krimskrams investieren (siehe dazu unten Shopping).
Jedenfalls sollte die Fahrt vom Flughafen nicht mehr als 5 USD kosten. Die Taxifahrer versuchen - wie jeder andere Händler im Land auch - einen jedesmal übers Ohr zu hauen, also vorher verhandeln...
Ganz Wagemutige können sich auch auf einem Motorrad in die Stadt fahren lassen. Der Verkehr ist allerdings schon vom inneren eines Taxis aus beunruhigend genug.
c) Verkehr und sonstige Gefahren
Apropos: Wirklich, wirklich vorsichtig sein, denn Diebstahl ist hier wirklich ein sehr häufiges Delikt. Wie immer in solchen Gegenden Taschen immer auf der der Straße abgewandten Seite tragen und Geldbörsen o.ä. nicht in die Gesäßtasche stecken. Am besten Moneybelt o.ä. verwenden, sonst ist das Geld ganz schnell weg. Zur Sicherheit IMMER eine Kopie des Ausweises dabeihaben und das Original am besten im Quartier lassen.
d) Welchen Reiseführer?
Als Reiseführer empfehle ich uneingeschränkt den Lonely Planet Ho Chi Minh City (Saigon). Die Karten reichen für den Besuch in der Stadt aus, im übrigen gibt es überall umsonst City Maps. Der Reiseführer kann sehr günstig als Raubkopie in der Stadt erworben werden - hat natürlich den Nachteil, daß man ihn erst vor Ort lesen kann...
2. Sehenswürdigkeiten
Saigon hat viel, viel, viel zu bieten. Und gleichzeitig dann doch weniger als man denkt. Die Erwartungen sollten besser nicht zu hoch geschraubt werden, insbesondere die Museen sind doch eher kümmerlich. Trotzdem fand ich’s sehr interessant, weil’s einem doch so einen Einblick in die vietnamesische Seele und den amtierenden Sozialismus im Wandel gibt...
Die Öffnungszeiten sind sehr problematisch, da die meisten Sehenswürdigkeiten von 11.00 bis 13.30 (oder so ähnlich) Mittagspause machen (keine Ausnahmen möglich!). Es gilt also, früh aufzustehen und den Tag gut zu planen!
a) War Remnants Museum
Ankaufstelle Nr. 1 in Saigon für alle Touristen, sehr überlaufen. Trotzdem überraschend wenige Exponate. Beschreibt den Krieg USA-Vietnam, überwiegend mit Photos. Erschreckend, beeindruckend. Zeigt einem sehr deutlich, wie sinnlos dieser ganze Krieg war. Natürlich ist die Darstellung ideologisch sehr gefärbt, aber als einigermaßen gebildeter Europäer kann man da schon hindurchsehen. Etwas störend: Die amerikanischen Touristen, die sehr oft vor einem Bild stehen und „Now, THAT’S a fake. It never was like this. No American soldier would do that!“ sagen. Tut mir leid, liebe Amis, tun sie aber doch. Besonders makaber: Der Teil der Ausstellung über die Agent-Orange-Opfer.
Eintritt 15.000 Dong.
c) Unification Palace
Auf den ersten Blick ein etwas häßlicherer Palast der Republik (!). Mit Führung im Inneren auf Englisch aber wirklich ganz spannend. Mit der Erstürmung dieses Palastes, der mitten in der Stadt liegt, war der Krieg dann vorbei. Hier riecht es richtig nach Geschichte. Eintritt mit Führung: 15.000 Dong. Hier gibt es das zu sehen, was sich der sozialistische Herrscher vor drei Jahrzehnten als Luxus vorstellte, sowie Hubschrauberlandeplatz, Kriegsraum mit Karten, bombensicherer Keller etc. Dazu im Untergeschoß eine ebenfalls mitinbegriffene Filmvorführung.
e) Jade Emperor Pagoda
Auf dem offiziellen Plan nicht als Touristenattraktion eingezeichnet, dank Lonely Planet aber gut besucht. Und ein wenig ab vom Schuß. Hat mir trotzdem sehr gut gefallen, dieser wirklich überladene chinesische Tempel. Witzig auch der Schildkrötenpool vor dem Tempel.
g) Sonstiges
Für mehr hat bei mir leider die Zeit nicht gereicht, zumal ich mich auch ein wenig durch die Stadt hab’ treiben lassen, um das „Gefühl“ für die Stadt in mich aufzunehmen. Sehr viel werden Ausflüge von diversen Agenturen angeboten (bei den Hotels sehr teuer, in den Backpacker-Gegenden etwas billiger). Besonders beliebt wohl: Flußdelta und Vietcong-Tunnel. Habe ich mir beides für das nächste Mal auf die Liste gesetzt...
Und wenn Zeit bleibt: Von hier unbedingt ein mindestens dreitägiger Ausflug nach Angkor in Kambodscha... Nichts, was ich bisher gesehen habe, läßt sich mit den dortigen Tempeln vergleichen...
a) Allgemeines
Noch (?) sind nahezu alle Sachen, die das Shopper-Herz begehrt, in Saigon recht billig. T-Shirts (Klassiker: Rot mit gelbem Stern) sind für 1-2 USD überall zu erwerben, billige Raubkopien von Büchern, CD’s, DVD’s, Klamotten, Koffern - alles, alles zu haben.
Wie immer gilt es, kräftig und freundlich zu handeln. 50% des ursprünglich geforderten Preises sind meist noch zu viel, aber akzeptabel. Allerdings haben einige Dinge auch Festpreise (allerdings nicht die Raubkopien und Klamotten, dort bis zum Umfallen feilschen!), so daß man auf einigen Ärger stoßen kann, wenn man auf Teufel komm’ raus feilschen will.
Die Qualität der Waren entspricht aber leider allzuoft auch dem Preis. Wirklich immer alles genau prüfen (Nähte, Stoff, Färbung etc.). Die Größenangaben sind frei erfunden, immer Anprobieren. Und einige Kopien sind manchmal gnadenlos schlecht. So wird aus Reebok gerne einmal Recbok, aus Converse Convese etc. Also aufgepaßt.
b) Ben Thanh Market
Der alte Markt, ganz in der Nähe der Backpacker-Gegend. Eine Sehenswürdigkeit für sich. Hier gibt es ALLES - und man kann auch sehr gut und „local“ essen. Wirklich super. Allerdings sind die Verkäufer sehr aufdringlich, besonders bei dem Klamottenteil. Und: Taschendieb-Paradies!
d) Lemon Grass Restaurant
Wer’s etwas feiner liebt, wird hier einen schönen Abend verleben können. Das Essen ist sehr, sehr gut, im Vergleich aber nicht wirklich billig. Etwas versteckt in einer Seitenstraße (Nguyen Thiep), aber doch so beliebt, daß manchmal kein Tisch zu bekommen ist. Der Banana Cake als Nachtisch ist dringend zu empfehlen! Nettes, ruhiges Ambiente. Besser nicht in kurzen, dreckigen Hosen und ärmellosen T-Shirt kommen....
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