Sächsische Schweiz- Bastei

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Sandsteinfestival

5  16.05.2011

Pro:
Tolle Aussicht, gut begehbare Wege, Erholung pur

Kontra:
Es fehlen ein paar Ausruhmöglichkeiten

Empfehlenswert: Ja 

Turbinefan

Über sich:

Mitglied seit:19.04.2010

Erfahrungsberichte:47

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 86 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet

Vor einiger Zeit verbrachten wir ein paar erholsame Tage in Altendorf, einer kleinen Ortschaft etwa 3 km von Bad Schandau entfernt. Bad Schandau (Sachsen) ist ein anerkannter Kneipp-Kurort und liegt rechts der Elbe direkt am Nationalpark Sächsische Schweiz.
Von hieraus besteht die Möglichkeit herrliche Ausflüge zu unternehmen und somit das Elbsandsteingebirge und seine Umgebung kennen zu lernen.

Unser erstes Ausflugziel war die Bastei in der Sächsischen Schweiz! Von diesem Ausflug möchte ich nun berichten.

Allgemeines zur Sächsischen Schweiz

Die Sächsische Schweiz ist der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges und erstreckt sich vom Lausitzer Bergland im Osten bis zum Erzgebirge im Westen. Daran schließt die Böhmische Schweiz, der tschechische Teil des Elbsandsteingebirges.
Durch Sandsteinablagerungen des Kreidemeeres und durch die Elbe, nebst ihren Zuflüssen, entstanden im Laufe von einigen hundert Jahren Felsen, Schluchten und Riffe.
Um die Natur mit ihren einzigartigen Felsformationen zu erhalten und zu schützen wurde die Sächsische Schweiz 1990 zum Nationalpark erklärt. Zehn Jahre später folgte dann die Böhmische Schweiz und es entstand der „Europäische Nationalpark Sächsisch-Böhmische Schweiz“.

Allgemeines zur Bastei

Die Bastei ist der beliebteste und somit auch meistbesuchte Aussichtspunkt der Sächsischen Schweiz und befindet sich etwa 194 Meter oberhalb des Kurortes Rathen.
Auch wenn die komplette Felsformation mit Basteibrücke und Felsenburg als Bastei bezeichnet wird, stellt der am weitesten in Richtung Elbe hinausragende Felsvorsprung mit seiner Aussichtsplattform die eigentliche Bastei dar.
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Bastei zum Hauptausflugsziel der Sächsischen Schweiz. Durch den Tourismus angelockt und in der Hoffnung auf schnelles Geld siedelten sich schnell Gastronomen, Bäcker und Händler an.
Die Bastei kann täglich besucht werden und es fallen auch keine weiteren Kosten an. Nur für die Begehung der Felsenburg muss 1,50 bezahlt werden.

Wie komme ich zur Bastei?

Von Bad Schandau aus geht es mit dem Auto auf der B 172 Richtung Königstein, an der Festung rechts vorbei Richtung Thürmsdorf bis zum Kurort Rathen.
Wer aus Richtung Dresden kommt fährt auf der A17 Richtung Prag, verlässt diese in Pirna, biegt auf die B 172 Richtung Bad Schandau und fährt bis zum Kurort Rathen.

Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Anreise per S-Bahn, die alle 30 Minuten von Bad Schandau nach Rathen fährt. Die Fahrzeit beträgt nur 9 Minuten.
Ebenfalls im 30-Minutentakt fährt die S-Bahn von Dresden nach Rathen. Hier beträgt die Fahrzeit 33 Minuten.

Auch eine Anreise mit dem Dampfschiff ist möglich. Über Abfahrtzeiten sollte man sich aber vor Ort erkundigen, da es unterschiedliche und oft wechselnde Fahrpläne gibt. Fast jede Stadt verfügt über eine Schiffsanlegestelle.

In Rathen folgt man den Ausschilderungen und gelangt so an einen Parkplatz am Elbufer, an dem

Bilder von Sächsische Schweiz- Bastei
  • Sächsische Schweiz- Bastei Bild 1
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  • Sächsische Schweiz- Bastei Bild 3
  • Sächsische Schweiz- Bastei Bild 4
Sächsische Schweiz- Bastei Bild 1
Felsen im Wald
sich auch die Fährstation befindet. Die Benutzung des Parkplatzes ist natürlich kostenpflichtig. Eine kostenfreie Abstellmöglichkeit bietet sich nicht. Da der Ausflug einige Stunden in Anspruch nimmt, empfiehlt sich eine Tageskarte zum Preis von 4,50 Euro

Nun begeben wir uns zur Fährstation, lösen ein Fährticket (1,00 Euro), betreten die Fähre und lassen uns an das andere Elbufer bringen.
Die Fähre ist eine so genannte Gierseilfähre und funktioniert ohne Motorenantrieb.
Eine Drahtseilkonstruktion am Schiff und an den Ufern, sowie die Strömung der Elbe übernehmen den Antrieb.
Die Überfahrt dauert leider nur 10 Minuten, ist aber auf Grund dieser Technik etwas Besonderes.

Am anderen Elbufer angekommen laufen wir vorbei an Souvenirläden, Imbissständen und Gaststätten bis zum Basteiweg. Hier beginnt der Aufstieg und es gilt knapp 200 Höhenmeter zu überwinden.
Wer nicht so gut zu Fuß ist oder keine Lust zum Laufen hat, kann einen Bustransfer bis zur Aussichtsplattform nutzen (kostet 1 Euro pro Person).
Achtung: Hier unten besteht noch die Möglichkeit der WC-Benutzung (kostenpflichtig). Das nächste WC befindet sich erst am Ende des Aufstiegs.

Der Aufstieg

Unser Fußmarsch beginnt an einer verhältnismäßig flachen Treppe mit Stufen die sich alle in Höhe, Breite und Tiefe unterscheiden. Nach etwa 10 Minuten geht die Treppe in einen Waldweg über und dem Besucher tut sich eine weitläufige Waldlandschaft auf, die mit Felsen durchzogen ist.
Hier lohnt sich schon ein erster Stopp um dieses Bild aufzusaugen und eventuell mit der Kamera festzuhalten. Saftiges Grün und tolle kleine Felsformationen sind Vorboten eines Paradieses.

Weiter geht es über etwas felsige Waldwege immer weiter nach oben. Zwischendurch geben die Felsen und Bäume immer wieder den Blick frei auf die umliegende Landschaft und das Elbtal mit der scheinbar langsam dahin fließenden Elbe. Wer mit der Fähre gefahren ist, weiß wie stark die Strömung der Elbe wirklich ist.
Je höher man kommt, desto felsiger werden Wege und Umgebung.
Immer wieder lohnt es sich kurze Verschnaufpausen einzulegen, um die Schönheiten dieser bizarren Welt zu bestaunen.
Nach etwa 45 Minuten erreichen wir die Felsenburg Rathen, eine mittelalterliche Naturstein-Verteidigungsanlage.
Diese Felsenburg ist gegen Entrichtung eines Obolus von 1,50 Euro zu besichtigen.
Über kleine Brücken, Stege und Treppen gelangt der Besucher von Felsspitze zu Felsspitze und kann die komplette Verteidigungsanlage besichtigen. Neben den bizarren Felsen gehört eine Steinschleuder aus dem Mittelalter zu den Attraktionen dieser Anlage. Selbst die Munition, große Kugeln aus Stein, sind noch vorhanden.
Wer sich diese Anlage anschaut, sollte sich etwas Zeit für die umliegende Landschaft nehmen. Viele verschiedene kegelförmige Felsformationen ragen empor und zeichnen eine unwirklich-wirkliche Landschaft. Wer genauer hinsieht, kann Kletterkünstler bewundern, die sich waghalsig, nur mit ein paar Seilen gesichert, an den Felsen empor hangeln.

Mit diesen tollen Eindrücken im Gepäck geht es weiter zur Basteibrücke. Diese aus Sandstein bestehende Brücke überspannt mit sieben Bögen eine etwa 40 Meter tiefe Schlucht. Sie hat eine Länge von 76,5 Meter und ist mit einigen Ausbuchtungen versehen, sodass der Besucher in Ruhe die Umgebung genießen und Fotos schießen kann. Zu dem dient sie gleichzeitig als Verbindungsglied zwischen der Felsenburg und der eigentlichen Bastei.
Früher bestand die Basteibrücke aus einer Holzkonstruktion, die 1851 durch die jetzige Steinbrücke ersetzt wurde.

Nur wenige Meter hinter dieser Brücke befindet sich die eigentliche Bastei mit der Aussichtsplattform. Von hier aus hat man einen traumhaften Blick auf den Kurort Rathen, den Elbbogen, und auf die verschiedensten Berge und Steine der Sächsischen Schweiz. Einfach atemberaubend und wild romantisch. Viel Bizarres und doch wunderschönes zeigt sich dem Besucher. Wer genauer hinsieht wird nicht nur sehr viel totes Holz entdecken, sondern auch das frische Grün auf diesem Holz. Da wachsen neue Bäume auf Baumstümpfen und entwurzelten Bäumen, zartes Grün zeigt sich in Felsspalten und massenhaft Insekten und Kleintiere unterschiedlichster Art wuseln am Boden entlang.
Hier oben lohnt es wirklich etwas länger zu bleiben um die Eindrücke aufzusaugen. Einfach toll!

Bevor es wieder abwärts geht, besteht die Möglichkeit zur Einkehr. Auf einem Areal hinter der Bastei befindet sich ein Gaststätten- und Hotelkomplex in den unterschiedlichsten Preiskategorien. Hier sollte sich für jeden das Richtige finden lassen.
Das Angebot reicht vom einfachen Salat, über Wild und Fisch bis hin zu regional typischen Gerichten. Eis, alkoholfreie und alkoholische Getränke runden das Angebot ab.
Auf der Basteiterrasse des Panoramarestaurants lässt es sich sehr gut Kraft tanken und man kann die Aussicht in vollen Zügen genießen, vorausgesetzt das Wetter spielt mit.
Mir fiel noch etwas sehr angenehmes und nicht alltägliches auf. Sowie Familien mit Kindern die Lokalität betraten, kamen Servicekräfte auf die Kinder zu und machten Vorschläge zu Spiel und Spaß. So konnten sich die Kinder zwischen Brettspielen, Büchern, Puzzle oder Malutensilien entscheiden. Mit dieser Aktion soll den Kindern wohl die Wartezeit bis zum Servieren verkürzt werden. In meinen Augen eine prima Idee.

Mit tollen Eindrücken und frisch gestärkt machen wir uns auf den Rückweg, aber nicht ohne vorher noch die Möglichkeit der WC-Benutzung wahrzunehmen. Der Rückweg führt uns Richtung „Schwedenlöcher“, einer zerklüfteten Felslandschaft. Der Überlieferung nach, sollen hier die Bauern ihr Vieh vor der schwedischen Armee versteckt haben.
Über steile Treppen und unebenen Stufen geht es weiter hinunter zum Amselsee. Auch hier lohnt es sich einen Stopp einzulegen und die Umgebung etwas genauer zu betrachten, denn zu entdecken gibt es genug. Wer Lust und Laune verspürt, kann am Amselsee ein Ruderboot ausleihen und seine Armmuskeln während einer Fahrt auf dem See stärken.
Vom Amselsee geht es direkt weiter zur Anlegestelle der Fähre. Wieder muss ein Euro entrichtet werden und schon geht’s zurück.

Insgesamt waren wir etwa 5 Stunden unterwegs, Pausen und Rundgang Felsenburg mit eingerechnet.
Ich muss noch erwähnen, dass die Möglichkeit besteht schon während der ersten Überfahrt ein Rückticket zu lösen und so insgesamt nur 1,50 Euro statt 2 Euro zu bezahlen.


Meinung

Einen Besuch der Bastei kann ich wirklich jedem empfehlen. Bei „brauchbarem“ Wetter ist ein Aufstieg zu Fuß sehr zu empfehlen. Entlang der Wegstrecke gibt es so viel zu bestaunen und zu entdecken, dass man Schwierigkeiten bekommt alles aufzunehmen. Nur gut das die Kamera immer dabei war.

Die Wege sind größten Teils Naturbelassen, nur an einigen Stellen wurden Steintreppen eingearbeitet um den Aufstieg zu erleichtern. Da die Wege mit Wurzeln und Steinen durchzogen sind, sollte man nur mit festem Schuhwerk unterwegs sein. Sandalen oder Ballerinas sind absolut nicht empfehlenswert.

Am Anfang war ich etwas enttäuscht, weil mir als erstes diese unaufgeräumte Landschaft mit viel totem Holz auffiel. Dieser Eindruck war aber nur eine Momentaufnahme, denn bei genauerem Hinsehen zeigte sich doch viel neues Leben. Für mich ein Zeichen, dass hier die Natur zur Natur zurück kehren soll und kann.
Man kann nur hoffen, dass die vielen Touristen sehen, dass hier eine neue Landschaft entsteht, die ihr Leichentuch abgeworfen hat und neu erstrahlen möchte.

Positiv sind die kleinen Wegzeichen entlang des Wanderweges. Wer stets auf dem Weg bleibt der mit einem blauen waagerechten Strich in einem weißen Quadrat kennzeichnet ist, wird die Bastei nicht verfehlen und auch den Weg nach Hause finden.

Auf der Basteibrücke kann es mitunter sehr eng werden, da sich hier die meisten Touristen aufhalten. Empfehlenswert ist ein Aufstieg in den Vormittagsstunden, da die meisten Touristenbusse gegen Mittag oder zur Kaffeezeit eintreffen.

Die Aussicht ist einfach traumhaft. Die Elbe fließt so seicht und klein dahin, dass man kaum glauben kann, dass dieser Fluss auch gigantisch anschwellen und Unheil bringen kann.

Neben festem Schuhwerk empfehle ich noch die Mitnahme eines Rucksacks, gefüllt mit Getränken und einem Snack. So ein Aufstieg macht durstig und auch etwas hungrig. Möglichkeiten zur Rast gibt es viele, auch wenn die Sitzgelegenheiten fehlen, sprich Bänke zum Ausruhen findet man nur sehr selten. Es gibt aber genug Felsen und Baumstümpfe auf denen es sich gut sitzen lässt.

Auch Menschen mit einer Gehbehinderung oder gar einem Rollstuhl müssen nicht auf einen Basteibesuch verzichten. Für den Aufstieg gibt es den Bustransfer und die Aussichtsplattform sowie das komplette Gastronomieareal sind behindertengerecht ausgelegt.

Imposant sind die vielen einzelnen Felsen aus Sandstein, die wie auf dem Kopf stehende Bleistifte aussehen und in unterschiedlicher Größe emporragen. Tolle Formationen, die unterschiedlichsten Ausrichtungen und Gebilde, bizarr, schön, traurig und doch voller Leben, einfach atemberaubend.

Konditionell stellt ein Besuch der Bastei nur geringe Ansprüche. Wer also halbwegs fit ist und nicht eben mal 200 kg mit sich rumschleppt, wird keine Probleme bekommen. Wer unter Höhenangst leidet, dem rate ich nicht bis an das Geländer der Aussichtsplattform heranzutreten und von einem Besuch der Felsenburg Abstand zu nehmen. Teilweise geht es doch sehr steil hinunter.

Mit einem Zitat des Dichters Heinrich von Kleist möchte ich meinen Bericht beschließen.
„…gerade so, als hätten da die Engel im Sand gespielt.“


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Zatzeck

Zatzeck

02.10.2011 10:58

bh

Spohler

Spohler

07.07.2011 08:31

BH hier verdient.

calimero1111

calimero1111

15.06.2011 10:57

bh

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