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Hölle oder Paradies

5  08.06.2000 (08.02.2001)

Pro:
Einfach paradiesisch .  .  .  .  .  .  .  .  .

Kontra:
.  .  .  .  .  .  .  . wenn da nicht diese Geiselnahme gewesen wäre

Empfehlenswert: Ja 

bonebendz

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Das aktuelle Zeitgeschehen lässt einen sehr bitteren Beigeschmack aufkommen, wenn man den Namen Sipadan liest. Nein, ich will auf keinen Fall in irgendeiner Form den Schrecken der gewaltsamen Entführung von 21 Tauchkamerden und malayischen und philippinischen Angestellten und Arbeitern hier kleinschreiben. Daß hier pseudoislamische Terroristen auf eine unsäglich grausame Art Menschen ihrer Freiheit beraubt haben und sie nun ihrer grausamen Willkür ausgesetzt sind und diese schreckliche Ungwissheit, ob und wie ihr Leben weitergeht, ertragen müssen, kann und darf nicht beschönigt werden.

Sipadan ist und bleibt dennoch ein marines Juwel. Das kleine Eiland hat lediglich einen Durchmesser von 400 Metern und liegt auf einem Riff von 1500 mal 1000 Metern, das auf der Spitze eines Felsstockes, der aus 600 bis 800 Metern Tiefe aufragt, aufsitzt. Die beträchtliche Entfernung von 25 Kilometern vom Inselsockel Borneos erklärt die Klarheit des Wassers und Sichtweiten von normalerweise 30 bis 50 Metern. Dramatische Drop-off's und eine hohe Artenvielfalt machen Sipadan zu einem der interessantesten Tauchgebiete der Welt, und nicht von ungefähr war selbst Jacques Cousteau nachhaltig beeindruckt von dem, was sich dem offenen Auge unter der Wasseroberfläche bietet: Schildkröten ( Bei jedem Tauchgang mindestens zehn, vertreten sind die Suppenschildkröte, die echte Karettschildkröte und für Glückspilze auch dann und wann eine Lederschildkröte.), ein Schwarm von ca. 50 Büffelkopfpapageienfischen, der regelmäßig die Korallen unmittelbar unter dem Drop Off Cafe abgrast, Schulen von Barrakudas, Hammerhaie, Leopardenhaie und und und....

Acht Tauchresorts teilen sich die achtzig Taucher, die gleichzeitig die Insel besuchen dürfen. Es war sicher vernünftig, die Zahl von 200 Tauchern , die bis 1996 auf die Insel durften, aus Naturschutzgründen drastisch zu reduzieren. Naturschutz wird tatsächlich groß geschrieben und konsequent praktiziert. So darf KEINER ohne Genehmigung des Wildlife Rangers, der seine Aufgabe ernst nimmt, nach Sonnenuntergang den Strand betreten. Schließlich vergeht kaum eine Nacht, an der nicht mindestens eine Schidkröte den Strand zur Eiablage aufsucht, und jede Störung würde das Tier mit sofortiger Flucht beantworten. Das Gelege wird übrigens am nächsten Morgen von dem Wildlife Ranger ausgegraben und zu einem abezäunten Strandabschnitt gebracht, um dort in Sicherheit von der Sonne ausgebrütet zu werden. Wer wie ich das Glück hat, in Begleitung des Wildlife Rangers den Strand nachts aufsuchen zu dürfen, kann mit Glück auch einen der Kokosräuberkrebse sehen, der mit 8o cm Armspannweite ein eindrucksvolles Schauspiel abgibt, wenn er eine der Kokospalmen hochklettert, eine Kokosnuss abschneidet, um wieder herunterzuklettern und die Kokosnuss dann mit seinen Beißwekzeugen zu öffnen und zu leeren. Dass sie leicht zu fangen sind und vorzüglich schmecken sollen, hat zur nahezu vollständigen Ausrottung dieses größten Krebstieres geführt, das man am Strand finden kann.

Besonderes Highlight ist die mit Süßwasser gefüllte Höhle, deren Eingang in unmittelbarer Nähe zum Drop Off vor dem Cafe liegt. Die ausgezeichneten Dive Masters von Borneo Divers führen den Tauchgang, und Erfahrung und gute Sicherheitstandards wie Reservetanks für jeden Taucher sind nötig, damit der verwinkelte Zugang zur Haupthöhle nicht zur Falle wird. Die Skelette eines Delphins und mehrerer Schildkröten, die den Rückweg nicht gefunden und in der Höhle erstickt sind, geben einem automatisch die Motivation, auf die eigene Sicherheit mehr als sonstwo anders zu achten.
Auch Umweltschutz wird konsequent bertrieben: Alle Abfälle werden von Sipadan nach Semporna transportiert und dort entsorgt.

Der Weg nach Sipadan ist nicht allzu kompliziert: Von Kota Kinabalu fliegen mehrere Jets täglich nach Tawau, von dort mit Bus oder Taxi nach Semporna, wo alle Tauchbasen Büros haben. Man kann also in Ruhe die Angebote auswählen. Speedboats bringen einen in einer knappen Stunde zur Insel. 3 Nächte/2 Tage kosten einschließlich Verpflegung, Unterkunft und 8 Tauchgängen ca. 1000.- Ringgit, also ca DM 600.-
Unter Seeleuten sind sowohl die Celebessee als auch die angrenzende Sulusee als piratenverseucht bekannt. Das täglich um Sipadan und die Nachbarinsel Mabul ( Phantastische Makrofauna!!) patroullierende, mit Kanonen bewaffnete Schnellboot der malayischen Marine und der bewaffnete Polizeiposten ( Ein lieber Mensch.....entsetzlich, dass auch er jetzt im Dschungel Jolos in der Gewalt der Terroristen ist ! ) haben das Geiseldrama leider nicht verhindern können. So sind meine Erinnerungen an eines der schönsten Tauchreviere, das ich je in meinem Leben besuchen durfte, durch die aktuellen Geschehnisse verdunkelt worden. Was Menschen Menschen antun, hat nichts damit zu tun, was Sipadan wirklich ist : Eine wahre Perle der Schöpfung.

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