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Höhlen und Fledermäuse

5  21.06.2003

Pro:
Natur pur, Ruhe und Abgeschiedenheit

Kontra:
kein Nachtleben, kein Shopping

Empfehlenswert: Ja 

babyjo

Über sich:

Mitglied seit:10.02.2000

Erfahrungsberichte:115

Vertrauende:18

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 68 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Zu Malaysia gehört u.a. auch die Insel Borneo. Hier liegen die malayischen Provinzen Sabah und Sarawak. Im Herzen des malaysichen Teils der Insel Borneo, in der Provinz Sabah liegt der Mulu-Nationalpark. Er sollte bei einer Reise nach Borneo unbedingt besucht werden.

Dort erlebt man, fernab vom Massentourismus eines der größten Höhlensysteme der Welt.

In den Park kann man als Tourist nur mit dem Flugzeug gelangen, da keine Straßen hinführen (nur ein paar Buckelpisten). Die 19-sitzigen Twin-Otters fliegen mehrmals am Tag von Miri aus nach Mulu. Bei guter Sicht dreht der Pilot schon mal ein paar Extra-Runden über dem Kaltsteinmassiv und man kann schon von oben die Schluchten bewundern.

Am Flugplatz wird man schon vom Guide erwartet. Ohne Führer geht auf Borneo gar nix und wenn man einen Ausflug in den Mulu Nationalpark bucht, ist der Guide schon inklusive. Im Jeep wird man ins Hotel gebracht (es gibt hier nur ein Hotel) und erhält schon mal die ersten Instruktionen über das weitere Programm.

Zu den Höhlen geht es in kleinen Gruppen bis zu 6 Personen mit eigenem Führer per Kanu und zu Fuß. Festes Schuhwerk und eine Taschenlampe und ein wenig Kondition sind erforderlich.

Am ersten Tag ging es am späten Nachmittag zu Fuß zur Fledermaushöhle. Ca. 6 km muß man durch den Dschungel wandern, ehe man endlich bei Anbruch der Dämmerung auf der Lichtung vor der Höhle ankommt. Man kommt genau zur rechten Zeit, um den allabendlichen Ausflug der ca. 3 Mio. Fledermäuse aus der Höhle zu erleben. Dies ist ein wirklich grandioses Schauspiel. Pünktlich zum Einbruch der Dämmerung setzt zunächst ein leisen Rauschen ein, wenn die ersten Fledermäuse die Höhle verlassen. Dies wird immer stärker und schließlich ergießt sich ein endloser Strom von Fledermäusen aus der Höhle. Wir haben ca. 1 Stunde diesem Spekakel zugesehen und der Ausflug war immer noch nicht beendet. Dann mussten wir uns allerdings auf den Heimweg machen. Der 1 stündige Marsch durch die Dunkelheit ist auch wieder ein Erlebnis für sich. Es ist unglaublich, welche Geräusche des Nachts aus dem Dschungel dringen.

Am nächsten Tag geht es per Boot weiter zu den nächsten Höhlen.
Die anderen Höhlen bieten eher Attraktionen wie Stalagtiten und Stalagmiten und beeindrucken durch ihre Größe und ihre Unerschlossenheit. Man wandert über schmale Holzstege und ohne Taschenlampe, kommt man nicht weit. Manchmal sind die Höhlen zumindest partiell beleuchtet. Dann muss der Guide am Höhleneingang erst mal den Generator einschalten. Eine Höhle wurde mit dem Boot durchfahren und am Höhlenausgang hatte man die Gelegenheit zum Baden. Das Wasser war unbeschreiblich klar und nach hunderten Kilometern, die der Fluß unterirdisch verlaufen war, auch recht kühl.

Alles ist noch recht ursprünglich: keine Zivilisation, kein Verkehr, keine Souvenirshops, nur ein paar Eingeborenendörfer. Die wenigen Touristen (vorzugsweise aus Deutschland oder Australien) stören die Natur kaum. Souvenir- und Imbissstände sucht man hier vergebens. Dies liegt vor allem daran, dass das Höhlengebiet von Mulu erst in den 80er Jahre des vorigen Jahrhundert entdeckt wurde. Weite Teile sind noch immer völlig unerschlossen. Da es sich um ein sehr lohnenswertes Ziel für Touristen handelt, wurde ein Hotel in den Urwald gebaut und ein kleiner Flugplatz angelegt. Mehr an Zivilisation gibt es allerdings nicht.

Auf der Bootstour zu den Höhlen erfolgt üblicherweise ein Halt auf einer Missionsstation. Hier bekommt man etwas über das Leben der Waldbewohner erzählt. Diese bieten dann auch einiges von ihren Handarbeiten an. Dies ist aber auch der einzige Anflug von Kommerz, den ich in der Gegend bemerkt habe.

Auf Komfort muß man in dieser Wildnis dennoch nicht verzichten, denn eigens für die Höhlenbesucher findet man in Mulu das Royal Mulu Ressort, eine wunderschöne und komfortable Hotelanlage mit Holzbungalows im asiatischen Stil. Die gesamte Anlage wurde auf Stelzen in den Urwald gebaut. Zwischen den Holzstegen ragen Urwaldriesen in die Höhe, flattern Papageien und Kolibris sowie riesige schillernde Schmetterlinge herum. Am Tag herrscht himmlische Ruhe aber Nachts, wenn der Dschungel erwacht, setzt ein unbeschreibliches Konzert aus Trompeten, Kreissägen, Babygeschrei, Trommelwirbel und anderen undefinierbaren Geräuschen ein. Dies ist allerdings die einzige Form von Nachtleben, die es hier gibt.

Als ich vor einiger Zeit dort war, waren wir fast die einzige Gäste im Hotel, was den ganzen Eindruck von Ruhe, Ursprünglichkeit und Natürlichkeit noch verstärkt hat. Heute im Zeitalter von SARS, Wirtschaftskrise und Terrorangst, dürften es nicht viel anders sein. Eigentlich ein guter Grund, ausgerechnet jetzt nach Mulu zu fliegen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Adelina3

Adelina3

25.10.2003 02:01

Schöner und interessanter BERICHT !!liebe Grüsse Adelina3

HIMSweety

HIMSweety

23.06.2003 12:04

Mensch, seit Ewigkeiten mal wieder ein Bericht von dir, welch Freude! Aber irgendwie kommt es so unpersönlich rüber. Erst im letzten Abschnitt wird deutlicher, dass du selbst dort warst. Eine bessere Einleitung hätte vielleicht auch geholfen...

130966

130966

22.06.2003 03:27

Ein interessanter Bericht...liebe Grüße von Manu

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