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SEZ Sport- und Erholungszentrum, Berlin

Erfahrungsbericht

für SEZ Sport- und Erholungszentrum, Berlin
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4 Sterne Meterhohe , laut tosende Wellen !!!!
61 von 61 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro -sehr gute Mischung des Angebotes

Kontra -müsste renoviert werden

Der Autor

dakota104 Seit 29 Dez 2000

Ich wohne im Prenzlauer Berg,also dem Montmartre von Berlin und muss Euch unbedingt empfehlen den... mehr

69 Mitglieder vertrauen mir

Die damalige DDR Staatspartei SED belohnte sich anlässlich ihrer Parteitage stets mit einem großartigen Prestigeprojekt.
So wurden am jeweiligen Vorabend des Parteitages z.B. der Palast der Republik, ein Wohngebiet oder das Sport – und Erholungszentrum, kurz SEZ eröffnet.
Mitte der 80ziger Jahre feierte man sich nun mit der Eröffnung eben dieses Sport- und Erholungszentrums.

Dieser große Sportkomplex beherbergte ein großes Schwimmbad, eine Eisbahn, eine Sporthalle, Bowlinghalle, Krafträume und vieles mehr.

Ich möchte heute etwas über die Schwimmhalle im Sport – und Erholungszentrum berichten.
Wie gesagt die Eröffnung erfolgte mit viel Tamtam und in der DDR Zeit war das Bad sehr beliebt und nicht selten gab es extrem langeWarteschlangen.

In der Zwischenzeit hat sich die Lage am Sport – und Erholungszentrum etwas entspannt und ich will einmal berichten wie es heute dort so aussieht.
Erst kürzlich besuchte ich mit Freunden die Schwimmhalle des SEZ.

Zunächst dort angekommen gilt es eine Eintrittskarte zu lösen.
Der Eintrittspreis ist mit 3 – 5 Euro relativ human und die Badezeit beträgt 75- 150 Minuten.
Bei Kindern, Arbeitslosen und Rentnern verlangt man die Hälfte des regulären Eintrittspreises.
Wird die Badezeit überschritten gilt es eine Nachlösegebühr zu zahlen. Diese ist mit 1,50 Euro pro 40 Minuten scheinbar angemessen.
Heute beinahe selbstverständlich wird die Einhaltung der Badezeit mit modernster Computertechnik überwacht.

Hat man sein Ticket gelöst geht es zuerst durch ein Drehkreuz und dann in die Umkleideräume.
Hier angekommen stellt man fest dass das SEZ schon bessere Zeiten erlebt hat und so nagt an manchen orangefarbene und zugleich teilweise Metall beschichteten Umkleideschränken und Türen trotzig der Rost.
Auch das Innere mancher Umkleideschränke wirkt oftmals nicht besonders einladend.
Der Verschluss des Schließzylinders wird mit Münzen realisiert. Hier heißt es wieder genügend Euro Münzen einstecken zu haben.

Die Duschräume sind relativ sauber. Manche Duscharmaturen arbeiten nicht ordentlich und eine Vielzahl von Duschen liefert nur kühles Wasser.

Jetzt erwartet uns der Badebereich. Dieser überrascht den Besucher aufgrund der vielen verschiedenen Bademöglichkeiten.
Zunächst sieht man ein 25 Meter Becken mit ca.6 Bahnen. Dem schließt sich ein Sprungbecken mit einer kleinen Sprunganlage an.
Haben die Bademeister gute Laune öffnen sie die Sprunganlage und vornehmlich die jüngeren Besucher probieren einen Sprung vom 3 Meter oder von den zwei 1 Meter Sprungbrettern.

Schön in der Schwimmhalle ist auch das das SEZ über ein Außenbecken verfügt.
Dieses ist und war eigentlich fast immer während meines Besuches fast ungeheizt.
In der Folge tummeln sich in dem Außenbecken nur die unerschrockenen Schwimmer und Badenden.
Im Außenbereich hat man auch eine sehr kleine Rutsche installiert. Viel Freude bereitet diese Rutsche eigentlich nur kleineren Kindern.

Brrrr….da es draußen wieder mal ziemlich kalt ist geht es wieder zurück in das Innere des Schwimmbades.
Nach einem Durchschwimmen des 25 Meter Beckens gehe ich in das Kaskadenbecken.
Hier haben die Architekten den Unterschied zwischen den oberen Becken und den unteren Becken sehr gut gelöst und das Wasser der oberen Kaskadenbecken läuft über eine Art Treppe in den unteren Bereich.
Da die Kaskadenbecken relativ warm sind werden diese Becken stets relativ gut frequentiert.
Ich arbeitete mich nun von den unteren Becken zum oberen Becken empor und bin nach ein paar Minuten an einem 1,20 Meter tiefen Massagebecken angelangt.
Hier sind Massagedüsen und kleinere Wasserspiele installiert.

Da auch hier das Wasser angenehm ist kann man am Rand etwas ausruhen und man entdeckt nach kurzer Zeit das Herz des Schwimmbades im SEZ.
Seinerzeit eine wahnsinnige Attraktion: Das Wellenbecken.
Halbstündlich ertönt ein heller Glockenklang und die Bademeister rufen damit zu einem ca. 15 Minuten langen Wellenbecken.
Das Wellenbad hält was es verspricht. Mehrere Meterhohe Wellen sorgen für Spaß und gute Laune unter den Badegästen.

Liegemöglichkeiten gibt es in der gesamten Schwimmhalle leider nur vereinzelt.
Wer sich nach dem Schwimmen oder Baden ausruhen will sollte ein Sonnenbad in den von der Firma Solarent aufgestellten Solarium Kabinen nehmen.
Diese sind im SEZ sehr großzügig vorhanden und der Preis ist mit mindestens 1 Euro annehmbar.

Natürlich verfügt das Sport – und Erholungszentrum auch über eine kleine Sauna welche über einen Seiteneingang mit dem Schwimmbad verbunden ist.
Wer die Sauna in Verbindung mit dem Schwimmbad nutzen möchte muss seinen Eintritt jedoch an einem Nebeneingang zur Sauna zahlen.

Zum Schwimmbad gehört noch ein kleines Restaurant mit Eisbar.
Dieses Restaurant hatte auch schon bessere Zeiten gesehen und so ist es nicht großartig, vielleicht auch aufgrund der Preise, besucht.
Interessant jedoch der Blick vom Restaurant.
Hier sitzt man im Badehose oder Bikini beim Essen und blickt auf die nebenan befindliche Eisbahn. Ganz schön frostiger Ausblick!

Nach 2 Stunden geht dann auch der Besuch der Schwimmhalle zu Ende.
Nach Durchschreiten der etwas unerfreulichen Dusch- und Umkleideräume steht man fast im Ausgangsbereich.
Hier haben es sich die das Bad leitenden Berliner Bäderbetriebe es sich nicht nehmen lassen und verlangen für eine Fönbenutzung 10 Cent.

Insgesamt ist das SEZ ein sehr schönes Schwimm- und Badeland.
Schön deshalb weil man eine gute Mischung zwischen Schwimm- und Spaßanteilen gefunden hat.
Hier kann der Schwimmer relativ gut schwimmen und der Badende etwas im Wasser planschen und spielen.
Negativ muss aber angemerkt werden, dass das Bad in den letzten Jahren etwas heruntergekommen ist.
Der Berliner Senat versuchte bereits mehrfach dieses Sport- und Erholungszentrum aufgrund der hohen Unterhaltungskosten einen Investor zu übertragen.
So genannte Investoren gab es bereits viele. Begehrt war hier natürlich das schöne Filetgrundstück in einer guten Lage Berlins.
Die Nebenkosten und die vom Senat geforderten Eintrittspreise nach Rekonstruktion des Bades wollte natürlich kein Investor übernehmen.

So dümpelt nun schon mehr als 10 Jahre das SEZ ohne großartige Rekonstruktion umher.

Letzte Meldungen besagen das auch die diesjährige Ausschreibung für das SEZ erfolglos blieb.
Da der Berliner Senat kein Geld für die Unterhaltung mehr aufbringen kann und will ist nun zum 31.12.2002 eine Schließung des gesamten Komplexes geplant.

Schade wäre es ja und ich kann nur jedem Berliner und Berlin Touristen empfehlen ein (möglicherweise) Abschlussbad zu nehmen!


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Kommentare

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  • Julchen79 07.03.2004 11:57
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Janchen22 09.08.2003 11:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Sonne-in-der-Nacht 04.08.2003 19:50
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Pigor 02.12.2002 23:32
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • rikki.fee 22.11.2002 12:08
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Nun hat man ja wohl doch jeamden gefunden, der das SEZ übernimmt. Ich geh da auch sehr gerne hin. Abend kann man wunderbar alleine im Außenbecken seine Bahnen ziehen.Im spätsommer echt toll.

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