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Die Landwirtschaft Russlands
Pro Leute können sich immer selbst versorgen
Kontra sehr sehr niedriger Lebensstandart
Liebe Leserinnen und Leser!
Ich möchte Euch hier ein Bericht von mir vorstellen, der über die Lage der russischen Landwirtschaft berichtet und ich hoffe, dass einigen von Euch klar wird, wie gut es uns eigentlich geht und warum die Menschen in Russland in Armut leben!!Ein kurzer Einblick in die wirtschaftliche Lage Russlands:
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Der Agrar- und Ernährungsgüterhandel:
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Es gab 2 Arten der Landwirte:(in der früheren Sowjetunion GUS)
/_/_/Kolchosen:/_/_/
/_/_/Sowchosen:/_/_/
So nennt man die Arbeiter, die in einem wirtschaftlichen Großbetrieb arbeiteten, der unter staatlicher Leitung stand. Die Mitarbeiter waren staatlich Angestellt und rechtlich mit Fabrikarbeitern vergleichbar
Es gab in Russland zwei Arten der Landwirtschaft. Einmal die Planwirtschaft und die Marktwirtschaft. Die Planwirtschaft war zentral vom Staat, wogegen die Marktwirtschaft in jedem Betrieb sein konnte. Die Marktwirtschaft hatte die Vorteile, dass die Betriebe von privatem Eigentum waren, aber bei der Planwirtschaft oft dem Staat gehörten, teilweise aber auch Privat oder das Eigentum von Genossenschaften. Diese Betriebe mussten aber im Gegensatz zu der Marktwirtschaft, ein Plansoll erfüllen.
Die Preise, genau wie die Löhne, waren bei der Planwirtschaft vom Staat schon festgelegt, in einem marktwirtschaftlichen Betrieb, konnte dagegen der Chef die Preise selbst festlegen und der Arbeiter konnte sein Lohn mit dem Chef selbst festlegen.
In meinen Augen hat die Planwirtschaft zwei klare Vorteile gehabt, indem erstens die Arbeiter vom Staat angestellt waren und somit nicht so leicht ihren Arbeitsplatz verlieren konnten und zweitens war der Betrieb sicherer vor Schließungen. Der klare Nachteil war, dass man in der Planwirtschaft absolut nicht über die Länge des Urlaub oder Gehalt mitbestimmen konnte.
/_/_/Entwicklung:/_/_/
Planwirtschaft: Plansoll MUSS erfüllt werden
Marktwirtschaft: Gewinne erwirtschaften
/_/_/Löhne:/_/_/
Planwirtschaft: Vom Staat festgelegt
Marktwirtschaft: Werden in Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern u -nehmern vereinbart
/_/_/Vorteile der Sowchosen: /_/_/
Der Arbeitsplatz war durch die staatliche Anstellung sicherer vor Kündigungen (der Staat kann nicht so schnell bankrott gehen, als ein Privatmann)Die Sowchosen hatten geregelte Arbeitszeiten
/_/_/Nachteile Sowchosen:/_/_/
Sie bekamen ein festgelegtes Gehalt, der Urlaub war nicht absprechbar, die Arbeitszeiten waren nicht genau vorgegeben und es konnte sich noch kurzfristig entscheiden ob man am nächsten Tag morgens oder abends kommen muss
Man konnte die frühere Sowjetunion (GUS) in folgende landwirtschaftlichen Zonen einteilen:
Weizenzone; Ödland; Gemischter Ackerbau; Bewässerungsgebiete; Landwirtschaft in der Taiga; Weidewirtschaft; Extensive Viehwirtschaft
1990/1991 wurden über die Umgestaltung der Landwirtschaft in Russland neue Gesetze beschlossen. Diese Gesetze hatten das Ziel, die landwirtschaftliche Produktion möglichst schnell zu steigern und mehr Produkte für die Bevölkerung zu haben.
Das waren die Ziele der neuen Gesetze:Die Kolchosen und die Sowchosen werden aufgelöst und private Firmen daraus gemacht. Bauern erwerben Land, mit dem sie eine selbstständige Wirtschaft beginnen sich die Firmen „selbst übernehmen“ und damit sich selbst in allem zu richten (nach Ansprüchen des Marktes)
Die meisten haben sich dafür entschieden, sich aufzulösen und aus ihren Höfen etc. wurden Genossenschaften oder Aktiengesellschaften. Mit der Zeit hatten immer mehr Männer den Mut einen Betrieb alleine zu bewirtschaften.
/_/_/Hier ein kurzer Bericht über einen russischen Bürger, namens Pintschuk, der eins der schlechtesten Länder pachten musste:/_/_/
Einer der neuen Bauern ist Michail Pintschuk aus der Region Krasnodar. Um sich das Geld für einen alten Traktor, ein Pferd und einen Lastwagen mit Anhänger zu verschaffen, verkaufte er sein Auto und sammelte Altmetall. Auf dem Lastwagen steht nun in großen Buchstaben: "Es gibt kein Abbiegen und kein Zurück!"
Michail Pintschuk muss schwer arbeiten, viel schwerer als früher im Kolchos. Dessen Vorsitzender hat ihm das schlechteste Land verpachtet und erschwert ihm auch sonst das leben. So kam der kolchoseigene Mähdrescher nicht zum vereinbarten Termin, einige Tonnen Getreide gingen dadurch verloren. Michail und seine Frau füllten Zimmer und Garage mit dem Korn, um es vor Nässe und Ungeziefer zu schützen. Seine Ernte konnte Michail Pintschuk bisher gut verkaufen. Trotz aller Schwierigkeiten schaut er optimistisch in die Zukunft.
/_/_/Hier einige Daten zu der Bevölkerung in Russland:/_/_/
26% der russischen Bevölkerung lebt momentan am Existenzminimum (diese Zahl ist aber im Moment rückläufig)/_/_/Was meinte Putin mit „Rückbesinnung“?/_/_/
Er meinte keine Rückbesinnungen an Kriege oder anderen brutalen Dingen, Putin meinte eine geschichtliche Rückbesinnung, in der die russische Bevölkerung wieder sehen soll, dass sich ihre Vorfahren auch selbst versorgen konnten.(Solche Strukturen konnten sich aber mit dem Amtsantritt Putin`s erholen!!)
Die wichtigsten Eigenschaften Russlands zur Selbstversorgung:Die geographische Größe (und vor allem Weite) Russlands
Die Bodenschätze und die natürlichen Ressourcen Russlands
Seine historischen Wurzeln Russlands, die aus drei Kulturen stammen (Wikinger, Hunnen/Mongolen und den Byzantinern),d die sich auf slawischen Boden zu einer eigenen Kultur verbunden haben.
Die ethnische und die genetische Vielfalt des Landes
Die starken Bauernschaften im Land (Landwirte, die sich zusammengeschlossen haben)
Die historische Dynamik als „Integrationsknoten“ zwischen Europa und Asien.
Die besonders sozialen und Ökonomischen Strukturen im russischen Raum, die sich aus Wechselwirkungen folgender Elemente entwickeln:
Ende der 80er und Anfang der 90er wurden diese Vorraussetzungen missachtet. Sie vergeudeten ihre Reichtümer, reduzierten sie ganz ohne Geiz und zerstörten sie sogar. Unter B. Jelzin wurde zum wiederholten Mal eine „nachholende Imitation“ eingeleitet, indem er Russland nur mit den westlichen Ländern verglich und sich auch an diesen orientierte. Der Integrationsknoten wurde aufgegeben, die Ressourcen der privaten Ausbeutung (durch Steuern etc.) wurden übertrieben hoch und das Wichtigste ist, dass er die Lebens- und Arbeitsorganisation Russlands angriff und als rückschrittlich und uneffektiv bezeichnete und bis an die Grenze der Zerstörung der Produkte und den agrarischen Grundlagen desorganisiert. Danach begann eine Phase des Modernisierens, die immer mit den westlichen Ländern verglichen wurde. Trotz allem haben die Aussagen Putin`s auch eine menge Gutes an sich gehabt, denn Russland zeigte, dass es ein selbstständiges, selbstversorgendes und überlebendes Land sein kann.
/_/_/Die letzte und neueste Modernisierung Russlands/_/_/Die neueste Modernisierung liegt gerade mal 12 Jahre zurück. Die Modernisierung der Gesetze der Bauernhöfe. Die Sowchosen und die Kolchosen konnten sich in Aktiengesellschaften umwandeln, Privatleute konnten einen eigenen Betrieb eröffnen und das Volksvermögen (durch den Verkauf der Höfe) privatisiert, doch die Gesetze schossen genau in die falsche Richtung. Es gab keine – wie erhofft- „produzierende Mittelschicht“ (Normalvermögende sollten viel produzieren), sondern nur ein paar wenige Reiche, die sich jetzt nur noch reicher machten. So entstand eine unorganisierte und verarmte Bevölkerung. Im großen „Vorbild“ Westen, wo die Grundlagen zu Selbstversorgung durch Industrie zerstört wurden, wäre eine solche verarmte Bevölkerung nicht in der Lage sich noch selbst zu ernähren. In Russland konnten die Menschen in ihr Gärten gehen oder in ihre Datschen und sich selbst versorgen.
So überlebten die Menschen in Russland viele Krisen (wie die Hungernot Ende 80er und Mitte 90er Jahre) und so leben sie heute noch, weil sie, sich bei sehr niedrigen oder ausbleibenden Gehältern keine Sorgen um ihre Existenz machen brauchen.
Danke, dass ihr den langen Bericht so aufmerksam gelesen habt und Danke für alle Lesungen, Bewertungen und Kommentare!Euere Sisteeer Jasmin
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Teilsmit 26.01.2011 14:16
sisteeer 23.07.2010 02:52
Nein, ich musste den ganzen Kram aus dem Erdkundebuch zusammen sammeln. Dementsprechend dick war das Teil auch....
pueppchen90 01.06.2010 17:52
esposa1969 16.05.2010 18:21
Interessanter Bericht! Liebe Grüße, Aletheia