Über sich:Nicht böse sein, dass ich zur Zeit nicht schreibe, aber ich lese regelmäßig Eure spannenden Berichte...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 126 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Durch die vielen lieben Hinweise und netten Kommentare möchte ich noch ein kleines Update mit den neuesten Einreisebestimmungen einfügen.
Einreisebestimmungen
Zur Einreise benötigt man einen mindestens drei Monate gültigen Reisepass und ein Visum, welches am besten frühzeitig vor dem geplantem Reisebeginn bei der russischen Botschaft beantragt werden sollte. Am besten man hat eine Einladung. Die Gebühren ändern sich oft, im Moment kostet
Ein sehr reizvoller Weg nach Jakutsk zu kommen, ist eine Schifffahrt auf der Lena. Aber der Reihe nach.
Ab Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn ******************************************** Wir sind mit der transsibischen Eisenbahn von Moskau aus gefahren. Es geht über Omsk und Novosibirsk bis Taischet. Dort verläßt der Zug die Hauptmagistrale der Transib und fährt weiter in Richtung Bratsk/Severobaikalsk. Eigentlich fährt unser Schiff in Ust-Kut an der Lena ab, da es in Ust-Kut keine Möglichkeit der Übernachtung gibt und wir noch 4 Tage bis zur Abfahrt überbrücken müssen, steigen wir bereits in Bratsk aus. Fast hätte ich, bevor wir aussteigen, vergessen, noch einige Eindrücke über das Treiben auf den Bahnsteigen der Bahnhofe der Transib zu schreiben. Jeder Bahnsteig ist für sich ein kleiner Markt. Junge Frauen und alte Mütterchen sitzen
vor ihren aufgebauten Ständen. Man kann alles bekommen, was die entsprechende Jahreszeit im Garten und auf dem Feld zu bieten hat, bis hin zu heißen frischen Bratkartoffeln und gebratenem Geflügel. Zum Handeln bleibt jedoch wenig Zeit, da der Zug immer weiter muß in Richtung Osten.
Bratsk ****** Kurz vor der von uns gewählten Endstation fährt der Zug noch über den Staudamm des Bratsker Wasserkraftwerkes, der zu den größten Staubauwerken der Welt gehört. Der Stausee, das Bratsker Meer, ist die angestaute Angara. Der Stausee selbst beginnt in Irkutsk, ca. 800 km südlich von Bratsk. Das Stauwerk von Bratsk hat eine Kronenlänge von insgesamt 5 km, davon ca. 920 m als Betonstaumauer, die wiederum 110 m hoch ist. Unterhalb dieser Betonmauer befindet sich das Kraftwerk mit seiner 120 m langen Maschinenhalle, in der 18 Turbinen arbeiten, Jede Turbine wird von 250 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bewegt, das durch Rohre von 116 m Länge und 7 m Durchmesser auf das Laufrad herabfällt. Das reicht an technischen Daten, denke ich und wer die Verhältnisse in Sibirien kennt, kann nur erahnen, unter welchen Mühen dieses imposante Bauwerk errichtet wurde. Ein Bad in dem Stausee darf natürlich auch nicht fehlen. Naja, das Wasser war ... kalt, ca. 10 Grad.
Abends sitzen wir gemütlich im Restaurant unseres Hotels „Baikal“, das ich empfehlen kann. Dann verlassen wir Bratsk und fahren mit der S-Bahn fast 10 Stunden (und das auf Holzbänken) bis Ust-Kut, wo wir am späten Nachmittag ankommen.
Fahrt mit dem Raddampfer auf der Lena nach Jakutsk ************************************************** Schiffskarten hatten wir vorbestellt. Die Besatzung bzw. die Kassiererin dort ermöglichte uns sogar, daß wir bereits am Abend vor der Abfahrt des Schiffes an Bord durften. Unser Schiff ist ein ca. 30 Jahre alter Raddampfer „Krasnojarsk“, der alle 4 Tage bis Jakutsk fährt. Die Reise dauert 5 Tage und erstreckt sich über 1998 km auf der Lena. In Ust-Kut ist die Lena nicht bereiter als die Elbe bei Dresden, in Jakutsk aber hat sie eine Breite, einschließlich Inseln und Nebenarmen, von ca. 20 km. Die wichtigsten Orte auf unserer Schiffsreise sind Kirensk, Witim, Lensk, Olegminsk und Pokrowsk. Zwischendurch noch unzählige kleine Haltestellen.
Wir genießen die 5 Tage Ruhe, die nur durch das Rauschen des Wassers und das gleichmäßige Stampfen der Schiffsmaschine unterbrochen wird. Wir fahren unter der Brücke durch, auf der die Baikal-Amur-Magistrale weiter in Richtung Osten - zum Baikalsee - führt. Rechts und links am Ufer - nur Wälder, ganz vereinzelt ein Dörfchen, mit Weiden und ein bißchen Acker. Der Fluß ist der einzige Verkehrsweg hier. Uns kommen häufig Lastkähne, beladen mit Holz und LKW’s oder Containern und sogar Tankschiffe entgegen.
Gleich am ersten Abend unserer Fahrt passiert unser Schiff die Lena-Kämme, eine Enge, wo sich der Fluß durch mehrere an beiden Ufern senkrecht aufragenden Felswänden hindurchwinden muß. Aufgrund der Dämmerung ein phantastisches Schauspiel.
Lena-Säulen *********** Am vierten Tag haben wir die Attraktion einer jeglichen Lena-Schiffsreise erreicht, die sogenannten Lenasäulen. Die Lenasäulen sind in Türme zerklüftete Kalksteinwände, die sich auf einer Länge von 300 km auf der einen Uferseite erstrecken. Sie sind bis zu 100 m hoch.
Jakutsk ******* Am fünften Tag kommen wir in Jakutsk an, der Hauptstadt der autonomen Jakutischen Republik, einem Gebiet, das flächenmäßig fast so groß ist wie Europa, wo Gold und Edelsteine gefördert werden, wo die schönsten Pelze gezüchtet und die wertvollsten Speisefische gefangen werden. Jakutsk ist völlig auf Dauerfrostboden gebaut, der im jakutischen Sommer nur 2-3 Meter tief auftaut. Darunter ist Dauerfrostboden bis in eine Tiefe von 300 m, stellenweise sogar bis zu 1200 m. Das sieht man an manchen Gebäuden am Stadtrand, die bereits bis zum Fenster im Morast des Dauerfrostbodens versunken sind. Unser Freund Sascha erzählt von den Schwierigkeiten der Wasserver- und -entsorgung dieser Häuser im Winter bei Frösten um -50 Grad. Für uns ist es einfach unvorstellbar, wie die Menschen dort leben.
Jakutsk ist die älteste russische Siedlung im fernen Osten, älter als Irkutsk. Hier nahmen viele Expeditionen ihren Anfang, um den fernen Osten bis hin nach Kamtschatka zu erkunden. Sehr interessant war für uns der Besuch des Institutes für Erforschung des Dauerfrostbodens. Man geht dort in einen ungefähr 10 m tiefen Keller. Die Wände sind aus Erdreich, das seit Jahrtausenden gefroren ist. In diesem „Keller“ sind ständig -8 Grad. Die legendären Mammutstoßzähne wurden auch in diesem Gebiet gefunden und werden immer noch gefunden. Man kann dort sehr schöne Schnitzereien aus diesem Material kaufen.
Nur Mut ******* Vielleicht hat jemand Lust bekommen, das ferne Sibirien zu erkunden, nur Mut, es ist ein sehr schönes Abenteuer und man lernt die Menschen besser kennen und verstehen.
Ein toller Bericht. Leider hatte ich bisher nur die Möglichkeit, Moskau zu erkunden (und darüber einen Bericht geschrieben). Weil ich Reiseberichte liebe, aktiviere ich für Dich mein CIS.
13.09.2002 09:54
Ein toller Bericht. Leider hatte ich bisher nur die Möglichkeit, Moskau zu erkunden (und darüber einen Bericht geschrieben). Weil ich Reiseberichte liebe, aktiviere ich für Dich mein CIS.
05.08.2002 21:03
So wunderschön beschrieben, daß man meint, dabei gewesen zu sein. Toll, wo Du schon überall gewesen bist. Liebe Grüße, Ede43
24.07.2002 13:03
Da würden wir auch gerne mal hin. Mein Mann ist in der Ehemaligen DDR aufgewachsen und hällt von daher viel von Russland. Gruß Steffi