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Erfahrungsbericht

für Rumänien, Allgemeines
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4 Sterne Reise nach Siebenbürgen - oder: Schlaglöcher gab es viele... Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro sehr nette und gastfreundliche Menschen, interessante Landschaft

Kontra als ich dort war, gab es viele Schlaglöcher und keine Straßenbeleuchtung

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Sydneysider47 Seit 20 Feb 2005

Nach fast 4 Wo. im Krankenhaus und 2 OPs ist mein Mann wieder zu Hause. - Keine Leserunden! Kein... mehr

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Hallo,

heute erzähle ich von meiner
Rumänien-Reise.

Diese Reise war eine Kombination zwischen einer Erlebnis-Reise und einem Hilfstransport – insofern für mich doppelt interessant und natürlich einen Erfahrungsbericht wert - auch wenn diese Reise bereits 1992 stattfand.

Allen Leuten, die jetzt denken „Der Bericht ist aber ziemlich alt“ möchte ich sagen: „Beruhigt euch. Die Vergütung für diesen Bericht ist 0,00 Euro. Außerdem habe ich nirgendwo gelesen, dass man nicht Reise-Erfahrungen von 1992 einstellen darf.“
Also: einfach zurücklehnen, den Bericht lesen – und staunen darüber, was ich erlebt habe.

Aus aktuellem Anlass möchte ich hier betonen, dass es sich um Reiseerlebnisse handelt. Wer Informationen und/oder Reisetipps braucht, um eine eigene Reise zu planen, sollte hier nicht weiterlesen, sondern entsprechende Seiten im Internet mit Informationen für Touristen, die eine Rumänienreise planen, suchen.

Bevor ich mit dem Reise-/Erfahrungsbericht beginne, sollte ich ein Wort aus der Überschrift erklären:

Was sind Schlaglöcher? Schlaglöcher sind Löcher in den Straßen – die oft so groß sein können, dass sie das Autofahren behindern. Es empfiehlt sich, vor einem Schlagloch das Tempo zu drosseln und langsam durch- oder drüber zu fahren – um das Auto zu schonen.

Eigentlich sollte die Überschrift ursprünglich heißen: „Schlaglöcher gab es viele, und zappenduster war es oft“. Aber ich habe beschlossen, die Überschrift kurz zu halten.

„Zappenduster“ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, der unterdessen auch im Rechtschreib-Duden steht. Er bedeutet „stockdunkel“ oder auch „sehr dunkel“. Auch das habe ich in Rumänien erlebt.

Wie kam Siebenbürgen in Rumänien zu seinem deutschen Namen?

In Rumänien besuchte ich die Region Siebenbürgen – auch Transsilvanien genannt – und dort die Städte Alba Iulia (deutscher Name: Karlsburg), Sebes (deutscher Name: Mühlbach) und Cluj-Napoca (deutscher Name: Klausenburg).

Jetzt fragen sich sicherlich einige – wie ein großer Teil von Rumänien zum Namen „Siebenbürgen“ kam. Ich habe bei Wikipedia nachgeschaut. Siebenbürgen war ursprünglich römisch. Danach gab es viele Völkergruppen, die sich dort niederließen. Ab 895 kamen die Ungarn dorthin und nahmen das Land für sich in Besitz. Der Ungarnkönig Géza II., der von 1141 bis 1162 lebte, beschloss, deutsche Kolonisten ins Land zu lassen. Sie sollten unter anderem die Wirtschaft in Schwung bringen und die Landesgrenzen sichern.
Diese deutschen Kolonisten wurden als „Siebenbürger Sachsen“ bezeichnet – das aus dem lateinischen Wort „Saxones“ kommt. Es soll nicht aussagen, dass nur Leute aus der deutschen Region Sachsen sich dort ansiedelten – die deutschen Kolonisten kamen aus verschiedenen deutschen Gegenden.

Von der Idee zu den Reisevorbereitungen

Rumänien war einmal ein kommunistisches Land mit einem nicht allzu guten Ruf. Meine Mutter zum Beispiel meinte:
„Rumänien – dort gibt es doch Flöhe und Ungeziefer! Warum willst du dorthin reisen?“

Genauso negativ wie sie urteilten auch Freunde und Kollegen: „Rumänien? Dorthin würde es mich nie und nimmer ziehen!“ urteilten sie und schüttelten ihre Köpfe.

Die Idee, dass es doch mal interessant wäre, nach Rumänien zu reisen, kam mir 1990. Damals sah ich einen Film über ein armes Land und ein armes Volk, das vor wenigen Jahren den jahrelangen Diktator Nicolae Ceausescu losgeworden war (er war erschossen worden). Nach jahrelanger Misswirtschaft durch den Sozialismus/Kommunismus schien es, dass Rumänien endlich ein freies Land war – mit der Möglichkeit, den Anschluss an die westliche Welt zu finden, mit der Möglichkeit, ein wohlhabendes Land zu werden.

Als die Kirchengemeinde, die ich 1992 in Crailsheim besuchte, eine Reise nach Rumänien organisierte, trug ich mich in die Teilnehmerliste ein. In diese Gemeinde waren vor einiger Zeit acht so genannte „Rumäniendeutsche“ (Leute aus „Siebenbürgen“) als Mitglieder hinzugekommen, die begeistert von ihrer ehemaligen Gemeinde in Alba Iulia (Rumänien) berichteten. Diese Gemeinde wollten wir auch einmal kennen lernen und gleichzeitig Hilfsgüter, wie zum Beispiel Kleidung, Lebensmittel, Seife, Shampoo und andere sehr hilfreiche Dinge, mitnehmen. Ursprünglich sollte also ein Bus mit höchstens 35 Leuten und Hilfsgütern nach Rumänien fahren. Wir bekamen aber so viele Hilfsgüter – von Privatleuten – und auch Firmen stellten uns Waren zur Verfügung (ein Schuhgeschäft in Crailsheim schloss seine Pforten und stellte uns etliche Paare altmodischer Schuhe zur Verfügung – das war jedoch damals kein Problem für die Rumänen, denn Mode kannte man dort nicht) -, dass wir im letzten Moment beschlossen, diese Dinge separat in einem LKW zu transportieren. Das war eine gute Idee, wie sich später herausstellen sollte.

Kosten der Reise:

Wir hatten eine Einladung der Gemeinde von Alba Iulia, der wir Kleidung, Lebensmittel und andere nützliche Dinge bringen wollten. Diese Einladung war vor allem ein wichtiges Dokument für den Lastwagen, der die Hilfsgüter transportierte. Es musste an den Grenzen vorgezeigt werden.

Der Reisepreis für die gesamte Fahrt betrug pro Person, die mit dem Bus fuhr, 150 D-Mark (ca. 75 Euro) pro Person.

Es war geplant, dass wir kostenfrei bei Privatleuten unterkommen und dort übernachten dürfen.
Die Gemeinde in Alba Iulia wollte sich um unsere Verpflegung kümmern. Wir waren ihre Gäste.

Uns wurde geraten, als „Gastgeschenk“ nicht mehr als 20 D-Mark pro Person für unsere Gastfamilien mitzunehmen, da das schon sehr viel Geld für eine Familie dort war.

Weiterhin brauchten wir pro Person ein Visum nach Rumänien. Dafür wurden unsere Reisepässe eingesammelt und an die rumänische Botschaft in Deutschland geschickt.
Der Preis für ein Visum betrug 65 D-Mark (ca. 33 Euro).
Unsere Pässe bekamen wir vor Reiseantritt wieder und mussten sie bei uns führen.

Aktueller Hinweis: da seit Januar 2007 Rumänien Mitglied der EU (Europäischen Union) ist, braucht man kein Visum mehr, wenn man dort einreisen möchte.

Geld umtauschen mussten wir 1992 nicht.
Die Währung in Rumänien war damals und ist immer noch der „Leu“ (Ron). Wir haben entsprechende Geldscheine gesehen bei den Leuten, die uns ihre Städte gezeigt haben.
Selbst hatten wir „nur“ D-Mark dabei.

28.05.1992 – Von Deutschland nach Österreich und Ungarn – und schließlich Rumänien

Am 28.05.1992, um 2.30 Uhr in der Nacht, starteten Reisebus und LKW. Unser Reisebus kam aus Schwäbisch Hall, den Namen der Busfirma habe ich vergessen.

Drei Männer fuhren in dem LKW. Sie wollten sich beim Fahren abwechseln. Der LKW konnte nicht so schnell sein Ziel erreichen und kam viele Stunden später als der Bus an – dazu aber später.

Über Regensburg und Passau fuhren wir nach Österreich. Von dort aus ging es über Wien zur ungarischen Grenze. Die Zollbeamten an der Grenze waren freundlich und machten keine Schwierigkeiten. Sie sahen unsere Reisepässe an und versahen eine halbe Seite davon mit einem Einreisestempel.

Ungarn selbst gefiel uns allen ganz gut. Es wirkte sauber, die Straßen waren gut befahrbar – also der Straßenbelag war in Ordnung. Unsere Laune wurde auch noch positiv beeinflusst durch das Wetter. Es war schön warm (circa 23 bis 25 Grad) und sonnig. Wir sahen viele Wiesen voller Mohnblumen und Felder und gepflegte, vorwiegend quadratische, Häuschen mit Schieferdächern. Nur in den größeren Städten gab es Blocks mit Mietwohnungen, die renovierungsbedürftig aussahen. An den Straßen gab es Stände, wo man beispielsweise Kleidung, Obst, Salami, Tischdecken kaufen konnte.

Kurz nach der österreichisch-ungarischen Grenze kamen wir in zwei Staus und somit in Zeitschwierigkeiten. Die Ursache für die Staus kam übrigens nie zutage. Unser Bus stand in einer Stau-Schlange auf einer schnurgeraden Landstraße (in Ungarn gibt es immer noch viele Straßen, die schnurgerade durch das Land laufen – so, als habe man ein Lineal genommen, um ihren Verlauf aufzuzeichnen, bevor man diese Straßen baute). So erreichten wir Budapest erst nach 16 Uhr, die ungarisch-rumänische Grenze erst gegen 20.30 Uhr (dabei wollten wir schon um 18 Uhr in Alba Iulia sein!). Es war schon dunkel geworden.

Die rumänischen Zollbeamten waren sehr unfreundlich. Es schien, als hätten sie eine gute Stellung im Staat durch ihre Tätigkeit – sie ließen sich bestechen, sie verlangten bestimmte Dinge von den Reisenden, um sie über die Grenze zu lassen. Sie kamen dadurch an Lebensmittel und andere Dinge, die für das „gewöhnliche“ Volk meistens unerreichbar war.
Von den Hilfslieferungen nahmen sich die Zollbeamten, was sie gebrauchen konnten.

Unser LKW hatte extra für die Zollbeamten zwei „Bestechungspakete“ mit Schnaps, Kaffee und Lebensmitteln dabei. Nur so konnte man sich Schikanen an der Grenze ersparen, wenn man Hilfslieferungen für Rumänien hatte.

Unser Reisebus musste über eine Stunde warten, bis die Einreiseformalitäten erledigt waren. Einige der oben erwähnten Rumäniendeutschen (eben Leute, die in Siebenbürgen groß geworden waren, aber seit einigen Jahren in Crailsheim lebten) reisten mit uns, so klappte die Verständigung besser. Zum Beispiel musste jeder von uns ein Einreise-Formular ausfüllen. Das Formular war in rumänischer Sprache gehalten. Die Leute im Bus, die rumänisch sprachen, halfen uns beim Ausfüllen.

28./29.05.1992 – Unsere Odyssee durch Rumänien bis zum Bestimmungsort Alba Iulia

Um 21.45 Uhr durften wir endlich weiterfahren. Eigentlich hätten einige von uns im Bus schlafen wollen – aber daran war nicht zu denken. Viele Schlaglöcher auf den Straßen machten das Fahren sehr unbequem! Wir „hüpften“ fast schon auf unseren Sitzen, als unser Bus über etliche Schlaglöcher auf den Straßen „hoppelte“.
Es gab viele Hochhäuser mit Wohnungen in den Städten und Dörfern – es gab aber auch kleine Häuser, die ähnlich waren wie die in Ungarn – aber sie wirkten ungepflegt, teilweise verkommen.
Bei Nacht gab es keine Straßenbeleuchtung. Das einzige, was in einem Dorf oder in einer Stadt leuchtete, waren die Lichter in den Fenstern der bewohnten Häuser. Es war bei Nacht in Rumänien zappenduster – also stockdunkel!

Rumänen, die wir trafen, erzählten uns: „Die Regierung hat ein Interesse daran, diese kleinen Häuser so nach und nach abreißen zu lassen – und stattdessen große Wohnblöcke dorthin zu bauen.“
Das fanden wir schade, denn diese kleinen Häuser hatten einen gewissen Reiz – sie strahlten Gemütlichkeit aus, sie waren für uns Gäste aus Westdeutschland etwas Besonderes. Und jemand, der solch ein Häuschen sein Eigen nennen konnte, hatte noch einen Garten dabei. Der Garten würde wegfallen, wenn eine Person oder eine Familie in die Wohnung eines Wohnblocks ziehen würde.
Aber die Rumänen sagten uns auch: „Wenn jemand einen Garten hat in Rumänien, kann er meistens nichts darin ernten – noch bevor beispielsweise die Früchte von einem Apfelbaum richtig reif geworden sind, werden sie schon von anderen Leuten gestohlen.“

Von der ungarisch-rumänischen Grenze bis Alba Iulia sind es ungefähr 300 km. Leider waren die Kilometerangaben auf den Hinweisschildern nicht korrekt, so verirrten wir uns einige Male (ich selbst bekam nicht so viel davon mit, da ich – trotz Hoppelei im Bus - schlief, aber bei jedem größeren Schlagloch wieder wachgerüttelt wurde). Wenn auf einem Hinweisschild zum Beispiel „14 km bis zu....“ stand, so waren es in Wirklichkeit mindestens 20 Kilometer!

Der Bus irrte durch die Nacht, der Busfahrer fluchte. Straßenbeleuchtung gab es nicht, das einzige, das leuchtete, waren die Scheinwerfer des Busses. Die Strommasten in Rumänien waren aus Holz, die Stromleitungen hingen tief – und es konnte vorkommen, dass im Schein der Buslampen auf einmal einige Rumänen auftauchten, die mitten auf der Straße ein Fahrrad schoben oder einen Esel zogen oder einen Leiterwagen schoben. Wir sahen sie erst – als sie einige Meter vor unserem Bus auftauchten. Meistens drängten sich die Menschen dann auf die Seite – egal, ob rechts oder links, um den Bus vorbeizulassen. Ein Mann jedoch schrie unserem Busfahrer ein deutsches Schimpfwort zu. Zum Glück gab es A., unseren Reiseleiter, der es schaffte, den Busfahrer zu beruhigen, bevor dieser dem Rumänen an den Kragen gehen konnte....

29.05.1992 – Alba Iulia

Um 4.30 Uhr deutscher Zeit – das entspricht 5.30 Uhr rumänischer Zeit – erreichten wir im Reisebus Alba Iulia (die Zeitverschiebung kommt von einem Längengrad, um den man sich weiter östlich befindet).

Alba Iulia – der deutsche Name ist Karlsburg – befindet sich im Zentrum Rumäniens. Es liegt im Kreis Alba (deutsch: Weißenburg - diese Info habe ich aus Wikipedia).
Im Jahre 2002 hat die Stadt Alba Iulia – laut Wikipedia – 66.369 Einwohner.

Wir wurden in Gruppen in verschiedenen Familien untergebracht. Fünf Mädchen und ich wohnten bei einer Familie, die eine Wohnung in einem Hochhaus bewohnte. Diese Familie hatte sechs Kinder – die Mutter war gerade mit dem siebten Kind schwanger. Ihnen stand 80 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung. Um uns sechs Mädchen unterzubringen, hatte die Familie extra drei Betten geräumt. Die Kinder, die normalerweise in diesen Betten schliefen, schliefen jetzt auf dem Boden. Und wir Besucherinnen schliefen zu zweit in einem Bett.

Die Wohnungen in Rumänien, die wir sahen, waren sauber und ordentlich. Die Möbel waren ziemlich altmodisch – im Stil der 50er- und 60er-Jahre – aber die Rumänen waren froh über diese Möbel, sie konnten sich meistens keine anderen leisten – und so pflegten sie ihre Sachen, um lange Freude daran zu haben.

Die Rumänen – so lernten wir bald – waren (und sind sicherlich noch) sehr gastfreundlich. Sie bemühten sich sehr um ihre Gäste. Wir hatten den Eindruck: die Rumänen geben für den Gast „ihr letztes Hemd“, wenn es sein muss.

Die Mutter „unserer“ Familie hatte für uns ein Frühstück hergerichtet mit Weißbrot, Tomaten und wunderbarem Schafskäse, dazu süßem Tee. Wir mussten uns nach der Ankunft also erst einmal hinsetzen und etwas essen und trinken, um nicht unhöflich zu sein. Ein Mädchen aus unserer Reisegruppe sprach auch rumänisch und übersetzte für uns. Von der rumänischen Familie sprach niemand deutsch.

Nach dem Frühstück holten wir versäumten Schlaf nach, denn wir waren sehr müde. Wir schliefen sechs Stunden.

Am frühen Nachmittag dann trafen wir uns mit den anderen Personen unserer Reisegruppe. Zu Fuß gingen wir in ein Gebäude, in dem Frauen mit Kopftüchern standen und für uns kochten. Wir bekamen viel Fleischgerichte. Zum Trinken gab es Kaffee, Wasser und Cola, das wie „eingeschlafene Füße“ schmeckte – also so, als habe man es zu lange offen stehen lassen, so dass die Kohlensäure so nach und nach entwichen war. So genossen wir ein leckeres Essen mit unserer Gruppe. Interessant ist auch der „rumänische Kaffee“, den wir probierten. Er wird in Tassen, die so klein sind wie Espresso-Tassen serviert. Er enthält sehr viel Zucker und ist stark und schwarz – und vor allem: er enthält viel Kaffeesatz.

Nach dem Essen machten wir einen Ausflug in die Innenstadt von Alba Iulia.

In Rumänien habe ich mir das Cola-Trinken abgewöhnt. Ich fand das Cola dort so schrecklich, dass ich in Deutschland lange Jahre keines mehr trinken wollte. Es schmeckte wie abgestandenes Wasser mit Cola-Geschmack.
Seit meinem zweiten China-Besuch im März 2009 trinke ich wieder ab und zu Cola.

In Rumänien haben wir einige Leute gesehen mit Silberzähnen. Da viele Rumänen ihre Nahrung sehr zuckerten (ob sie das jetzt noch machen, weiß ich nicht), bekamen viele von ihnen kaputte Zähne, die ersetzt werden mussten. Als Ersatz bekamen viele von ihnen Silberzähne. Wir sahen viele Leute, die mindestens einen silberfarbenen Schneidezahn hatten. Ich habe in keinem anderen Land mehr Leute mit silberfarbenen Schneidezähnen gesehen (und ich habe schon einige Länder bereist!).

Aber nun zurück zu unserem Aufenthalt in Alba Iulia. Wenn wir nach diversen Ausflügen zurückkamen zu „unserer“ Familie, wurden wir da auch noch bewirtet. An Abnehmen war also nicht zu denken. Man musste überall etwas essen, um die Leute nicht zu beleidigen. Die rumänische Küche ist gut – nicht zu scharf. Wie die Gerichte genau heißen, habe ich vergessen.

Unser LKW kam ungefähr 14 Stunden nach unserem Bus in Alba Iulia an. An der ungarisch-rumänischen Grenze hatte man das Einladungsschreiben des Gemeindepastors von Alba Iulia nicht anerkannt. Seit zwei Tagen gab es eine neue Regelung: das Einladungsschreiben musste von der rumänischen Botschaft in Budapest abgestempelt sein. Was blieb dem LKW anderes übrig, als nach Budapest (circa drei bis vier Stunden Fahrtzeit) zurückzufahren und sich diesen erforderlichen Stempel bei der Botschaft zu holen ...
Abends um 20 Uhr, als wir in der Gruppe mit dem rumänischen Pastor und anderen Rumänen in einem großen Saal zusammen saßen, stießen die drei Männer, die abwechselnd den LKW gelenkt hatten, erschöpft und verschwitzt, aber glücklich zu uns.

So erwies es sich nachträglich als sehr gute Idee, dass wir die Hilfsgüter nicht im Reisebus mitgenommen hatten! Sonst hätte unser Bus nochmals nach Budapest zurückfahren müssen – dabei hatten wir schon genug Probleme mit Stau in Ungarn, Schlaglöchern in Rumänien und zappendusteren Straßen!

Die Schlaglöcher gab es übrigens nicht nur auf den Straßen – nein, auf den Gehsteigen waren sie genauso vorhanden. Das war natürlich besonders gefährlich bei Nacht. Wir hätten Taschenlampen mitnehmen sollen! Aber wer hatte daran gedacht – bzw. wer hatte uns geraten, welche mitzunehmen! Die Schlaglöcher boten eine besondere Gefahr für Personen mit Stöckelschuhen – aber von uns trug zum Glück niemand welche. Wir liefen alle in bequemen Schuhen herum und passten natürlich auf – bei Nacht besonders.

Die Rumänen sagten uns: „Die Straßen und Gehsteige sind schon oft repariert worden – trotzdem gibt es immer wieder Löcher...“
Vielleicht verwendeten sie das falsche Produkt, um die Straßen und Gehsteige zu reparieren?

Einmal hatten wir kurz Zeit, uns bei unserer Gastfamilie die Haare zu waschen. Aber das musste sehr flott gehen! Man sollte nicht vergessen: Wir waren die Gäste aus Deutschland, also etwas Besonderes für die Rumänen, die sich um uns kümmerten – und uns sollte es gut gehen, wir sollten so viel wie möglich von der Gegend sehen, wir sollten so viel wie möglich mitbekommen. Wir waren immer mit Rumänen zusammen, die sich um uns kümmerten und darauf achteten, dass es uns an nichts fehlte. Kurz gesagt: wir hatten volles Programm!

Abends ab 21.30 Uhr gab es kein fließendes Wasser mehr! Die Klospülung funktionierte nicht mehr, und auch die Wasserhähne. Da musste man das Wasser verwenden, das die Familie vorsorglich schon für diese Zwecke bereitgestellt hatte – oder eben nachts nicht aufs Klo „müssen“.

29.05.1992 - nachmittags – Wir lernten Alba Iulia kennen

Nach zweimaligem Frühstück – es war Pflicht, bei unserer Gastfamilie ein paar Bissen zu nehmen und dazu süßen Tee zu trinken, anschließend wurden wir mit dem Bus in einen großen Raum gebracht, wo wir nochmals ein Frühstück mit den Teilnehmern unserer Reisegruppe hatten – fuhren wir in die Innenstadt von Alba Iulia. Der Pastor begleitete uns. Es war gut, dass er uns führte. Es war auch gut, in der Gruppe zusammenzubleiben. Wir fielen auf – als Leute aus einem wohlhabenden Land – und immer wieder während unserer Reise gab es Kinder, die uns um Kugelschreiber und um Schokolade anbettelten sowie Zigeuner. Die Kinder bekamen immer etwas – hier hatte man uns schon „vorgewarnt“, und so hatten einige nach Rumänien Kugelschreiber, Kaugummis, Luftballons, Schokolade und andere kleine Geschenke mitgenommen, die man Kindern in Rumänien geben konnte.
Die Zigeuner jedoch wurden immer von den Rumänen, die sich um uns kümmerten, verjagt – wir merkten: auch die Rumänen mochten keine Zigeuner. Bei den Rumänen herrschte die Meinung vor, die Zigeuner seien keine nützlichen Mitglieder der Gesellschaft, da sie nicht arbeiten wollten.

Die Zigeuner – so sagte man uns – seien Mitglieder der Volksgruppe der Sinti und Roma. Genaues über diese Volksgruppe weiß ich nicht.

Wir bummelten durch die Stadt (auch hier waren Gehwege und Straßen schadhaft) – auf der Haupteinkaufsstraße sahen wir Leute, die vor einer Bäckerei um Brot Schlange standen. Wir sahen ein rumänisches Kaufhaus. Man soll das sich nicht so vorstellen wie ein deutsches Kaufhaus mit großen Räumen und mehreren Stockwerken. Nein, wir sahen einen Raum, der vielleicht zweimal so groß war wie ein deutsches Wohnzimmer. Es gab dort einige Waren zu kaufen – unter anderem Anoraks. Für uns günstig – pro Anorak hätte man umgerechnet 10 D-Mark zahlen müssen (ca. 5 Euro) – für die Rumänen war das jedoch ein Luxusgut.

Folgendes erzählte uns der Pastor:
„Die Läden in Rumänien haben von Montag bis Freitag geöffnet. Wenn man außerhalb dieser normalen Ladenöffnungszeiten etwas einkaufen will, kann man noch in diversen ‚privaten“ Läden und auf Märkten einkaufen.“

Allerdings hatten die rumänischen Waren nicht die Qualität wie zum Beispiel Waren aus Deutschland, Italien und anderen westlichen Ländern. Die Rumänen verdienten sehr wenig. Um sich eine Stange Salami kaufen zu können, musste ein Rumäne 1992 einen Monat arbeiten. Für eine Flasche (ein Liter) Cola arbeitete ein Rumäne einen Tag. Von einem Monatslohn konnte sich ein Rumäne nicht einmal ein Paar Schuhe kaufen!! Wenn ein Rumäne nur einen Monat in Deutschland arbeitete, so konnte er mit dem Gehalt, das er dort verdiente, acht Monate in Rumänien ganz gut leben. Wasser gab es nur zu bestimmten Tageszeiten (trotzdem konnten wir uns einmal die Haare waschen, zum Duschen fehlte uns sowieso die Zeit), dann konnte auch plötzlich einmal der Strom ausfallen.

Erstaunlich, dass die Rumänen folgendes Lebensmotto hatten: „Kein Problem!“ Diesen Satz hörten wir oft von den Rumänen, obwohl sie viele Probleme haben.

An diesem 30.05.1992 zeigte uns der Pastor die Festung, für die Alba Iulia bekannt ist. Obwohl er wenig Geld hatte, wollte er es sich nicht nehmen lassen, jedem von unserer Reisegruppe ein Eis zu spendieren. Oben an der Festung gab es einen Eisverkäufer, der Soft-Vanilleeis verkaufte. Also ein Eis, das aus einem Hahn kam und kunstvoll in eine kleine Waffel gefüllt wurde.

Die Waffel schmeckte nach gar nichts. Das Eis jedoch schmeckte grässlich. Ehrlich, ich habe noch nie solch ein schlechtes Vanilleeis gegessen! Es schmeckte irgendwie künstlich – wie Milch mit „irgendwas“ - mit einem Beigeschmack wie nach Putzmittel. Einige von unserer Gruppe warfen ihr Eis weg, so dass es der Pastor nicht sah. Zum Glück gab es ja einige öffentliche Abfalleimer. Andere aßen ihr Eis tapfer auf – so auch ich. Aber wir schworen uns alle: Nein, ein Eis während dieses Rumänien-Aufenthaltes wollten wir nicht mehr essen.

Zum Schluss unseres Stadtbummels durch Alba Iulia sahen wir die so genannte „Orthodoxe Kathedrale“. Diese wirkte wie ein Palast, verglichen mit vielen der restlichen Bauten, die wir in Rumänien sahen. Nicht nur von außen wirkte diese Kathedrale majestätisch, auch innen war sie prunkvoll. Wir durften innen nicht fotografieren.

Es gab fast in jedem Ort in Rumänien mindestens eine orthodoxe Kirche. Alle wirkten prachtvoll und waren wesentlich besser erhalten als die meist grauen oder braunen und ärmlichen der Bevölkerung.

Abends trafen wir uns nach einem gemeinsamen Abendessen wieder mit einigen Rumänen aus der Gemeinde des Pastors. Wir waren die deutschen Gäste und hatten volles Programm. Und wenn wir wieder bei unseren Gastfamilien waren, gab es reichlich zu essen. Bei der Gastfamilie, bei der ich war, gab es Schnitzel, Tomaten, Schafskäse und rumänisches Essen. Und wir aßen immer ein paar Bissen, um niemanden zu beleidigen.

Wir brachten viel – so dachten wir – nach Rumänien. Aber wir haben sehr, sehr viel von den Rumänen zurückbekommen.

30.05.1992 – Ausflug in die Karpaten

Nach einem reichlichen Frühstück – ein paar Bissen bei unserer Gastfamilie und ein paar Bissen zusammen mit der Gruppe – fuhren wir mit dem Bus nach Manastirea Rîmet, einem orthodoxen Frauenkloster in den Karpaten.

Die Fahrt übers Land war ein Erlebnis. Viele Leute liefen mitten auf der Straße und gingen zur Seite, um unseren Bus vorbeizulassen. Einige Leute fuhren auf Pferdewagen.

Wir wunderten uns über weite Felder mit schöner dicker schwarzer Erde, auf denen nichts – rein gar nichts – wuchs! Dabei war es schon Ende Mai! Warum wurden die Felder nicht bebaut? Wem gehörten diese Felder?
Ich kann es mir nur so erklären, dass sie zu Zeiten des Sozialismus/Kommunismus Volkseigentum waren. Und jetzt war der Sozialismus/Kommunismus vorbei – und niemand fühlte sich dafür zuständig, die Felder zu bebauen.

Das Kloster Manastirea Rîmet sah beeindruckend aus – und ich hoffe, dass das jetzt noch der Fall ist. Natürlich werde ich mindestens ein Foto davon einstellen.

Im Kloster fertigten die Nonnen Teppiche an, die über Rumänien hinaus berühmt geworden waren (ich hatte noch nicht davon gehört). Jeder Teppich war ein Unikat, jeder Faden wurde einzeln von Hand eingezogen. Die Arbeitszeit für einen Teppich betrug vier bis fünf Monate. Der Preis für einen Quadratmeter von solch einem Teppich betrug 130 D-Mark (ca. 65 Euro). Die Nonnen arbeiteten ohne Mustervorlagen. Sie entwarfen ihre Teppiche selbst.

Zeit war es geworden fürs Mittagessen, wir fuhren zurück. Anschließend sangen uns einige Rumänen Lieder in ihrer Sprache vor.

Und danach verteilten wir unsere Hilfsgüter. Wir taten dies in einem Hof zwischen zwei kleinen rumänischen Häusern. Jede rumänische Familie aus dieser Gemeinde bekam ein Paket mit Lebensmitteln. Die Lebensmittel waren alle in gleich großen Kartons verpackt worden, so dass jede Familie dasselbe bekam. Weiterhin gab es Kleidung in den benötigten Größen (viele Kleidungsstücke – besonders die Kinderkleidung – war vor Abfahrt nach Rumänien noch nach Größen sortiert worden), Schuhe und pro Familie eine Kinderbibel in Rumänisch. Damit alles richtig verteilt wurde, hakte jemand die Namen der Familien, die etwas bekommen hatten, auf einem Zettel ab. Besonders begehrt war Kinderkleidung.

In Sebes (deutsch: Mühlbach) sahen wir auch vorbei. Wir bewunderten eine christliche Kirche im Bau. Sie würde prächtig werden. Wie uns die Gemeinde dort erzählte, gab es Personen aus München, die immer wieder nach Sebes reisten, und Geld und Arbeitskraft investierten, um diese Kirche zu bauen.

Abends übergaben wir übrigens unseren Gastfamilien jeweils 20 D-Mark. Ich meine mich zu erinnern, dass man uns sagte, wenn jeder 10 D-Mark gäbe, sei das genug – aber da hätten die fünf Mädels und ich uns gegenüber unserer Großfamilie, die extra drei Betten für uns geräumt hatte, schäbig gefühlt. Wir dachten auch, „unsere“ Familie mit bald sieben Kindern konnte zusammengerechnet 120 D-Mark (ca. 60 Euro) bestimmt sehr gut gebrauchen – auch wenn das für sie im Moment eine Bescherung wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag gleichzeitig war.

Und auch sie hatten für uns Geschenke. Wir bekamen jeder ein Frühstücksmesser und rumänische Porzellanfiguren – ich habe diese Dinge heute noch.

31.05.1992 – Eine Erdbeertorte, Klausenburg – und Abschied von Alba Iulia

Am Morgen gab es wieder reichlich Frühstück – bei unserer Gastfamilie, die uns unbedingt eine Erdbeertorte servieren wollte. Aber wir waren satt und schüttelten den Kopf. Warum wollten sie nicht ihren Kindern diese Torte geben?
Vor allem Erdbeertorte! Waren Erdbeeren nicht Luxus in Rumänien – eine Frucht, die viel Geld auf Märkten kostete?

Nein, wir sollten die Erdbeertorte haben. Sie war aus Rührteig mit Sahne oben drauf – und dort steckten auch die Erdbeeren. Frisch und rot und lecker. Wir nahmen die Torte mit und verteilten sie später im Bus – das war schwierig, denn viele Mitreisende aus unserer Gruppe lehnten ab. Sie waren pappsatt – so wie ich auch.

Natürlich hatten wir auch wieder Frühstück in der Gruppe –wir versuchten alle, in Maßen zu essen – nur war das nicht immer möglich, ohne einige Rumänen zu beleidigen....
Anschließend nahmen wir an dem Sonntagsgottesdienst der Gemeinde teil, deren Gäste wir waren und denen wir Hilfsgüter gebracht hatten. Der Gottesdienst dauerte drei Stunden – das war sehr mühsam, auch wegen der Tatsache, dass es in der Kirche total kalt war und wir statt gemütlicher deutscher Kirchenbänke mit Rückenlehnen auf unbequemen Holzbänken ohne Lehne saßen (ähnlich den Holzbänken, die in Deutschland üblich sind, wenn man zum Beispiel in einem Festzelt sitzt).

Weiterhin mussten wir Frauen in Röcken erscheinen – das hatten wir gewusst und uns bereits aus Deutschland Röcke mitgebracht. Normalerweise hätten wir Frauen noch Kopftücher tragen müssen – aber das erließ man uns glücklicherweise.
Der Gottesdienst war schon so unbequem genug, zumal er sehr lange dauerte, wir wenig verstanden – außer dem, was uns übersetzt wurde. Da störte es wenig, dass alle Frauen links auf den Bänken saßen und alle Männer rechts – nein, die unbequemen Bänke waren das Problem und die Länge des Gottesdienstes.... Das ist ungewöhnlich für Deutsche.

Ich begann, mich auch unwohl zu fühlen. Das hatte schon beim Frühstück begonnen und setzte sich beim Mittagessen fort. Ich merkte, ich sollte gar nichts mehr essen und aß nur ein paar Bissen. Einige andere übrigens auch, wie ich später erfuhr. Es lag nicht an den netten Rumänen und ihrem Essen, sondern am Wasser in Osteuropa. Wir waren drauf und dran, ein Magen- und Darmproblem zu bekommen – und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann es mir richtig schlecht gehen würde.
Ein Jahr später besuchte ich St. Petersburg in Russland – auch da hatte ich anschließend eine Magen-Darmverstimmung wegen des Wassers.

Aber nun zurück zu unserer Reise nach Rumänien. Man hatte uns empfohlen, bereits am Sonntag, 31.05.1992, die Rückreise anzutreten, da man an einem Sonntagabend am schnellsten die rumänisch-ungarische Grenze passieren konnte. Ansonsten hätten wir erst am Montag die Rückreise angetreten.

Um 14 Uhr verließen wir Alba Iulia, denn wir wollten noch in Cluj-Napoca (deutscher Name: Klausenburg) eine Gemeinde besuchen. Wir sahen einiges von dieser schönen Stadt im Vorbeifahren – aber wir besuchten lediglich diese Gemeinde. Ich weiß nicht mehr genau, was da genau gemacht wurde, denn mir war schlecht ohne Ende. Und ich war heilfroh, als die Veranstaltung in Klausenburg endlich vorbei war und wir unsere Rückreise antreten konnten.

Die Heimreise verlief ohne größere Zwischenfälle – der Gang auf diverse Toiletten in Tankstellen half mir gegen die Übelkeit und einigen anderen auch. An der rumänisch-ungarischen Grenze verlangten die rumänischen Zollbeamten Schokolade im lilafarbenen Papier von uns und Kaugummi in grüner Verpackung. Alle kramten eifrig in den Rucksäcken.
Die Zöllner bekamen dann „Nippon“ (das sind Reiskekse in Schokoladenhülle), Kaugummi und zwei Coladosen (aus Deutschland) vom Fahrer. Und auch wenn diese Sachen nicht ganz den Sachen entsprachen, die die Zollbeamten wünschten, so akzeptierten sie diese doch – und ließen uns ohne Probleme und lange Wartezeiten die Grenzen passieren.

Oft schlief ich während der Heimfahrt, und ich war froh, als wir am Montagabend, 01.06.1992, endlich Crailsheim erreichten. Es war eine schöne, eine interessante Reise gewesen, und es hatte mich zum Nachdenken gebracht. Ich sah unseren Wohlstand in Deutschland auf einmal mit anderen Augen an – und merkte, wie viel wir eigentlich haben.
Jedoch – dieser Bericht stammt aus dem Jahre 1992 – und hätte ich damals nicht eifrig Tagebuch geführt, hätte ich jetzt nicht so viel über diese Reise schreiben können – nach 17 Jahren....

Es wurde wieder ein Hilfstransport durchgeführt. Allerdings fuhren diesmal weniger Leute nach Rumänien – und man brachte den Rumänen auch Elektrogeräte mit. Dieser neue Hilfstransport fand im Juni oder Juli statt – da gab es Temperaturen in Siebenbürgen von 40 Grad, und es gab viele Schnaken (das sind Mücken). Ich habe das gehört, denn ich war nicht mehr dabei.

Fazit:

Auch nach 17 Jahren denke ich noch viel über die Reise nach. Ich hatte das Glück, in Rumänien Leute zu treffen, die mir und einigen anderen Leuten ein Stück ihrer Heimat zeigten, Zeit für uns hatten, Geld für uns ausgaben – und so gastfreundlich waren, wie man es selten kennt oder sieht. Wir hatten dadurch auch das Glück und die Gelegenheit, Leben in Rumänien kennen zu lernen – auch wenn es nur für ein paar Tage war. Beeindruckt haben mich die Leute und ihr Optimismus – Leute, die Hoffnung hatten, dass sich die Situation in ihrem Land bessern würde, nachdem es durch den Kommunismus/Sozialismus eher zugrunde gerichtet worden war.

Ich hatte seitdem nicht mehr die Möglichkeit, nach Rumänien zu reisen. Es ist einfach zu weit von uns aus – und Busunternehmen hier in der Region bieten keine Rumänien-Reisen in ihren Katalogen an. Alleine würde ich dort nicht hinreisen – wegen der Sprachbarriere. Ich habe keine Rumänisch-Kenntnisse. Eine Gruppenreise ist für Rumänien-Touristen sicherlich sehr hilfreich.

Seit Januar 2007 gehört Rumänien zur EU – und ich hoffe, dass sich die Situation für Rumänien und die Rumänen verbessert hat. Man braucht natürlich kein Visum mehr, um nach Rumänien reisen zu können. Einige Leute haben mir erzählt, man könne jetzt auch viel mehr Waren in Rumänien kaufen. Ob jedoch die meisten Leute das Geld dafür haben – also sich deren Lebenssituation gebessert hat, verglichen mit 1992, als ich dort war – kann ich nicht beurteilen.

Ich möchte dieser Reise und dem Land, das ich 1992 kennen lernen durfte, vier Sterne geben:
- zwei Sterne für die wunderbaren Menschen, die wir treffen konnten, und ihre Gastfreundschaft,
- einen Stern für die schöne Landschaft
- einen Stern für die sehenswerten Städte

Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten!


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für Rumänien, Allgemeines
Bild 1 - Beladen des LKWs mit Hilfsgütern_bearbeit
Vor der nächtlichen Abfahrt wird unser LKW mit Hilfsgütern beladen
von Sydneysider47 Sydneysider47
Bild 1 - Beladen des LKWs mit Hilfsgütern_bearbeit

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  • Dana16w 17.01.2012 19:13
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • vredina 14.12.2011 19:15
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH, da ein toller Bericht

  • MarenF 28.06.2011 16:07
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Joe69 08.05.2011 22:29
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Klarer Fall, der Bericht ist bh...aber nach Rumänien zieht es mich absolut nicht...mir reicht es schon, wenn die Rumänen schräg unter mir rumänisch kochen und dann denn Kückengestank nicht zu ihrem Küchenfenster hinausziehen lassen, sondern die Eingangstüre öffnen, damit der Gestank schön das Treppenhaus hochziehen kann...Pfui Deibel !!! GLG von Joachim:-)

  • jockel32nrw 29.12.2010 19:39
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Zumindest in den großen Städten gibts mitlerweile ALLES und noch viel mehr zu kaufen, aber Leisten können es sich immernoch die wenigsten. Der viele Prüt im Kaffee kommt dadurch das auch heute noch in einer durchschnitts Familie der kaffee nicht gefiltert wird sondern Kaffepulver in Kanne kommt, Wasser drauf und das auf den Ofen. Danach vorsichtig abgekippt :-) Klasse Erlebnisbericht !! dafür nen BH

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