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Erfahrungsbericht

für Royal Palms Beach Hotel, Kalutara
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4 Sterne Die ruhige Oase unter Palmen Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro schöne Architektur, toller Pool, hervorragender Service, empfehlenswertes Haus

Kontra ständig überbucht, keine Animation, fast zu ruhig

Der Autor

stefbl Seit 13 Mrz 2000

Kaum schreibt man mal wieder Berichte, schon sind sie wieder da: Die unsäglichen Anfragen für... mehr

226 Mitglieder vertrauen mir

Irgendwann im Sommer dieses Jahres haben wir damit angefangen, unseren diesjährigen Jahresurlaub zu planen. Dieser sollte drei Wochen dauern und auf jeden Fall im Oktober stattfinden, da ich vorher keinen Urlaub bekommen konnte. Da speziell die Karibik ja bekannt dafür ist, dass es dort im Herbst gerne mal etwas windiger zugeht, stand unsere Entscheidung ziemlich schnell fest: Wir würden nach Sri Lanka – also die komplett andere Richtung der Weltkugel - fliegen. So surfte ich eher planlos durchs Internet, um mal das eine oder andere Hotelangebot unter die Lupe zu nehmen – um ziemlich schnell beim „Royal Palms Beach“ in Kalutara hängenzubleiben. Die Bilder der Anlage sagen extrem gut aus – und die Bewertungen bei holidaycheck.de über dieses Hotel waren ebenfalls sehr in Ordnung. Also zögerten wir nicht mehr lange, sondern brachten sofort unsere Buchung an den Start – drei Wochen inklusive Direktflug von München mit der LTU und Halbpension für knapp 1.300 Euro pro Person. Eine perfekte Entscheidung, wie sich dann im Laufe unseres Urlaubs herausstellen sollte.

*** Das Hotel ***

Das erst 1996 eröffnete „Royal Palms Beach“ befindet sich im Ort Kalutara an der Westküste Sri Lankas, 70 Kilometer vom Airport in Colombo entfernt. Als ich im Reiseprospekt gelesen hatte, dass der Transfer dorthin tatsächlich volle drei Stunden dauern sollte, hielt ich das zunächst für einen Druckfehler – bis mich der Verkehr auf Sri Lanka eines besseren belehrte. Die Straßen sind oftmals schmal – und vor allem verstopft! Die Fahrweise der Sri Lankaner wäre fast sogar noch einen eigenen Bericht wert, denn nicht selten habe ich das eine oder andere Stoßgebet in den Himmel geschickt. Trotzdem kamen wir wohlbehalten in unserer Oase unter Palmen an – denn wenn ein Hotel schon „Royal Palms“ (Königspalmen) heißt, dann ist es nicht weiter verwunderlich, dass man vor Ort eine riesiege Menge davon vorfindet ...

Zu beachten ist, dass sich das Hotel nicht direkt in Kalutara befindet, sondern noch ca. drei Kilometer außerhalb. Will man in den Ortskern von Kalutara, kann man die Strecke mit einem Tuktuk (einem dreirädrigen Mofa) zurücklegen, was je nach Verhandlungsgeschick gegenüber dem Fahrer hin- und zurück um die 350 Rupien (etwas über drei Euro) kostet. Rund um das Hotel befinden sich noch einige Shops, so dass man zumindest mal ein paar Meter bummeln gehen kann. Direkt nebenan ist noch das Nachbarhotel „Tangerine Beach“, das den gleichen Besitzer wie das „Royal Palms Beach hat“.

In der Landeskategorie hat das „Royal Palms Beach“ stolze fünf Sterne – man darf hier allerdings auf keinen Fall den Luxus und Komfort erwarten, den man in einem Fünf-Sterne-Hotel in Deutschland bekommen würde. Bei den deutschen Reiseveranstaltern wird das Hotel als Vier-Sterne-Hotel bzw. Viereinhalb-Sterne-Hotel (je nach Veranstalter) verkauft – und meiner Meinung nach sind solide vier Sterne eine angemessene Bewertung. Warum, darauf komme ich später noch.

Schon auf den ersten Blick ist die Optik des Hotels als sehr gelungen einzustufen: 124 Zimmer werden hier vermietet (Familien mit Kind bekommen ein Beistellbett), diese Zimmer verteilen sich auf drei Etagen – und in dem langgestreckten Gebäude hat jedes Zimmer Meerblick. Das Hotel fügt sich sogar so gut in die Natur ein, dass man es beim Vorbeilaufen vom Strand kaum wahrnimmt – zumal es sich in einem üppig grünen Garten befindet. Hier wachsen vor allem die wunderschönen, langen, schlanken Königspalmen, die beim Sonnen wohltuenden Schatten spenden. Ich selbst konnte mich an manchen Tagen an diesen wunderschönen Palmen gar nicht satt sehen, so dass ich davon auch das eine oder andere Foto geschossen habe.

Nachdem man den Hoteleingang passiert hat, findet man sich gleich in einer sehr edlen Lobby wieder, um dort seinen Zimmerschlüssel in Empfang nehmen zu können. Etwas weiter unten befindet sich das Hauptrestaurant, in dem Frühstück und Abendessen eingenommen werden (bzw. auch das Mittagessen, wenn man denn AI gebucht hat), darüber hinaus gibt es noch die Monsoon-Terrasse, auf der Snacks serviert werden sowie das „Palmetto“ und das „Orient“ als Spezialitätenrestaurant. Die beiden letzteren haben wir allerdings nicht getestet. Die Lobby geht außerdem nahtlos in eine schöne Hotelbar mit Meerblick über – und wer es gerne nass mag, der kann sich im riesigen Pool auch noch an der Poolbar niederlassen. Auch auf den Pool werde ich später noch genauer eingehen – denn so einen riesigen Pool habe ich bisher in noch keinem Hotel gesehen.

*** Die Zimmer ***

Nachdem wir unseren Zimmerschlüssel bekommen hatten, wurden wir gleich von zwei Kofferträgern zu dem Raum geleitet, der fortan drei Wochen unser Zuhause sein sollte. Und ich muss sagen: Unsere Erwartungen wurden nicht getäuscht. Die Zimmer präsentierten sich als sehr groß (schätzungsweise 25 Quadratmeter) und geschmackvoll eingerichtet, darin befanden sich ein ausreichend großer Kleiderschrank mit (kostenlosem!) Hotel-Safe, eine Minibar, ein Kosmetiktisch, zwei Sessel, ein Tischchen, ein Wäschetrockner aus Holz und – das wichtigste – zwei Betten. Hier ist allerdings zu erwähnen, dass es sich leider nicht um ein Doppelbett, sondern um zwei Einzelbetten handelte, die durch einen Nachttisch voneinander getrennt waren und sich auch leider nicht zusammenschieben ließen. Doppelbetten gibt es nur in den Suiten – und davon hat das Hotel genau vier.

Vom Balkon aus hatten wir einen wunderschönen Blick aufs Meer, wenngleich ein Schild uns darauf aufmerksam machte, dass wir die Balkon-Tür doch immer geschlossen halten sollten – sonst würden sich Moskitos und Streifenhörnchen gerne mal ihren Weg in die Räumlichkeiten suchen. Gerade letztere – wirklich niedliche, putzige Gesellen – bevölkerten die Hotel-Anlage in riesiger Zahl und sorgten beim Sonnen und Faulenzen immer wieder für eine gelungene Abwechslung.

Schwachpunkt in den Hotelzimmern ist jedoch eindeutig das Bad. Zwar erfüllt es seinen Zweck, allerdings wäre hier eine Renovierung sicherlich keine schlechte Entscheidung. An der Decke machten sich Feuchtigkeitsflecken breit – und es gab manche Tage, an denen es aus dem Abfluss im Boden sehr unangenehm roch und unser Wasser in der als Dusche dienenden Badewanne nicht richtig abfließen wollte. Alles in allem konnte man sich für drei Wochen aber auch mit diesem Bad arrangieren – zumal wir eigentlich immer genügend warmes Wasser hatten und reichlich Stellfläche ebenfalls vorhanden war. Für weitere Herausforderungen sorgte da nur noch der hoteleigene Fön, der fest an der Wand befestigt war. Allerdings handelte es sich hier nicht um einen gewöhnlichen Haartrockner, sondern um einen viereckigen Automaten mit einer Art Staubsauger-Schlauch. Der Nachteil dieser Konstruktion war, dass die Hände beim Fönen schnell heiß wurden – und ich so meine Haare immer in Etappen trocknen musste. Aber auch das spielt im Urlaub wohl kaum eine Rolle.

Im Badezimmer fanden wir pro Person je zwei kleine und zwei große Handtücher sowie zwei Waschlappen vor, die auf Wunsch auch täglich gewechselt wurden. Darüber hinaus noch eine große Überraschung: Auch ein Strandhandtuch pro Person wurde uns zur Verfügung gestellt! Hätte ich das schon vor dem Urlaub gewusst, ich hätte wieder etwas Gepäck einsparen und zwei große Badetücher zuhause lassen können. Beim nächsten Mal bin ich schlauer!

Ein wesentlicher Nachteil der Zimmer war die Tatsache, dass sie mit viel dunklem Holz verkleidet waren. Das sieht zwar sehr edel aus – aber wenn man einen Moskito im Zimmer hat und diesen gerne finden möchte, ist das auf dunklem Holz ein fast aussichtsloses Unterfangen. Vielleicht liegt es daran, dass das Hotel zur Moskito-Bekämpfung noch selbst einen Beitrag geleistet hat: Zwischen unseren Betten befand sich ein elektrisches Gerät mit Papier-Blättchen, die wohl mit Teebaumöl getränkt waren – dieser Duftstoff verdampfte und sollte die Mücken fern halten. Das hat auch im großen und ganzen gut geklappt.

Auch die Klimaanlage leistete treu ihre Dienste. Zwar musste man im Hotelzimmer die Stromversorgung erst aktivieren, indem man seinen Schlüssel in eine Halterung an der Wand steckte – doch die Klimaanlage funktionierte auch ohne. Nach einigen Tagen haben wir unsere Klimaanlage tagsüber dann immer ausgeschaltet, weil es nicht gerade angenehm ist, erhitzt vom Strand in ein eiskaltes Zimmer zu kommen.

A propos eiskalt: Das Leitungswasser in Sri Lanka soll man weder trinken, noch zum Zähneputzen verwenden. Umso besser war es, dass wir jeden Tag eine Thermoskanne mit eiskaltem abgekochten Wasser aufs Zimmer gestellt bekamen, das wir genau für diesen Zweck benutzen konnten.

*** Die Verpflegung ***

Gleich vorweg sei gesagt: Zwar hätten auch wir die Möglichkeit gehabt, im „Royal Palms Beach“ all inclusive statt Halbpension zu buchen – doch wir waren froh, genau das nicht gemacht zu haben. Denn in Sri Lanka lohnt sich all inclusive generell nicht. Der Grund ist darin zu suchen, dass die Nebenkosten im Hotel im Allgemeinen so gering sind, dass man seine Mehrkosten nur in etwa dann herausbekommt, wenn man den ganzen Tag an der Poolbar hängt und nichts anderes macht, als dort zu trinken. Mittagessen und Kuchen am Nachmittag müssen bei den warmen Temperaturen auch nicht wirklich sein. Wir haben für einen dreiviertel Liter Wasser im Hotel 100 Rupien gezahlt, das sind umgerechnet in etwa 85 Cent. 0,75 Liter einheimisches Sri Lanka-Bier (Lion Beer, sehr empfehlenswert!) kosteteten im Hotel 230 Rupien, also etwas über zwei Euro, Cocktails um die 300 Rupien (also knapp drei Euro). Tagsüber haben wir unser Wasser vor dem Hotel gekauft und für 1,5 Liter 75 Rupien (ca. 60 Cent) bezahlt. All inclusive hätte aber rund 200 Euro pro Person mehr gekostet – und so viel kann kaum ein Mensch trinken.
Darüber hinaus ist uns aufgefallen, dass all inclusive auch nur für bestimmte Getränke galt. So war kein Wein im Angebot inbegriffen, und die Cocktailauswahl beim all inclusive beschränkte sich auch nicht auf die ganze Cocktailkarte, sondern auf fünf ausgewählte Sorten. So waren wir froh, nur Halbpension gebucht zu haben – und darauf beziehen sich auch die nachfolgenden Erfahrungen.

Schon das Frühstück hat all meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Es gab verschiedene Brotsorten, Kuchen, frisches Obst, Säfte, ein bisschen Käse, aber vor allem auch viele warme Sachen, Speck, Rührei etc. Sogar Fischcurry konnte man morgens schon bekommen, wobei ich mich ernsthaft frage, wem danach wohl zu dieser Tageszeit schon der Sinn steht ... Auch Omelettes und Spiegeleier konnte man sich frisch braten lassen. Unser Favorit war jedoch der Waffelmann. Bei ihm haben wir uns jeden Morgen eine warme Waffel backen lassen – und mit den verschiedensten Zutaten, die im Angebot waren, „verziert“ - Schokocreme, Puderzucker, Ahornsirup, frische Ananas, Rosinen ... Bei den Getränken standen Kaffee und Tee zur Auswahl, wobei ich – obwohl in Deutschland absoluter Koffein-Junkie – während des gesamten Urlaubs keinen einzigen Tropfen Kaffee, sondern immer nur den sehr wohlschmeckenden Tee getrunken habe. Frühstücken konnte man sowohl im klimatisierten Speisesaal als auch draußen auf der Terrasse.

An gleicher Ort und Stelle wurde auch das Abendessen serviert, wobei wir hier dem klimatisierten Speisesaal immer den Vorzug gaben. Dieser war nämlich nicht nur angenehm temperiert, es gab auch meistens immer musikalische Untermalung (z.B. leise Piano-Musik) und gespeist wurde bei romantischem Kerzenlicht. Das Abendessen wurde in Buffetform angeboten, wobei die Buffets täglich wechselten (mal einheimisch, mal mongolisch, mal Barbecue, mal „Pasta-Workshop“, mal „Indonesian Rice Table“) ... Es ist in einem Land wie Sri Lanka aber auch nicht weiter verwunderlich, dass asiatische Gewürze und speziell verschiedene Currys das Essen dominiert haben. In der ersten Woche fand ich dies sehr wohlschmeckend und lecker, in der zweiten Woche ließ unsere Begeisterung leicht nach. Jetzt, nach drei Wochen Urlaub, ist unser Bedarf an Curry und Reis aber erstmal für den Rest des Jahres gedeckt. Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde: Das Essen im Hotel war immer sehr, sehr lecker – allerdings wechselten die Themen der Buffets nicht zweiwöchentlich, sondern jede Woche. Hier hätte ich mich über ein wenig mehr Abwechslung gefreut.

Neben den warmen Gerichten gab es immer noch Suppe und Salat, verschiedene kalte Vorspeisen und ein exzellentes Nachtischbuffet mit frischen Früchten, leckeren Torten und phantastischen Cremes. Hätte ich mich hier nicht immer selbst gebremst, ich hätte wohl als Kugel nach dem Urlaub aus dem Hotel gerollt werden müssen.

Wenn man kein all inclusive hat, kann man Mittags auf der Monsoon Terrasse noch verschiedene kleine Snacks für akzeptable Preise bekommen (Burger, manchmal Pizza), aber auch davon haben wir nur ein einziges Mal Gebrauch gemacht und lieber abends um so mehr beim Essen zugeschlagen. Die Spezialitätenrestaurants, das Palmetto und das Orient, haben wir gar nicht getestet. Hier hätten wir extra zahlen müssen, waren mit dem normalen Abend-Buffet aber immer bestens versorgt. Denn auch, wenn man Curry-Gerichte nicht mehr sehen kann – irgend etwas findet man doch immer, was einem schmeckt.

Beim Abendessen haben mir besonders immer die Aktionskoch-Angebote gefallen. So konnte man sich zum Beispiel verschiedene rohe Fleischsorten und Gemüse auf einem Teller selbst zusammenstellen und dann auf dem Grill oder im Wok von den Köchen braten lassen. Sehr lecker!

Übrigens herrscht beim Abendessen Shorts-Verbot! Männer sollen also mindestens zwei lange Hosen im Gepäck haben, wir Frauen sind da ja eh mit diversen Röcken bestens ausgestattet, um gut angezogen zu sein.

*** Strand, Pool und Unterhaltung ***

Ganz offen gesprochen: Wer im Urlaub pausenlos Action haben möchte, der ist nicht nur auf Sri Lanka, sondern speziell im „Royal Palms Beach“ komplett fehl am Platz! Denn durch seine eher abgeschiedene Lage dominiert hier vor allem eins: Ruhe! Es gibt keinen Urlaub, in dem ich so viele Bücher gelesen habe wie dort – und das, obwohl wir natürlich nicht nur im Hotel waren, sondern auch das Landesinnere unter die Lupe genommen haben.

Das Hotel selbst ist nur durch einen Zaun vom Strand getrennt. Strände wie in der Karibik darf man in Sri Lanka nicht erwarten, sie sind nicht so schneeweiß, sondern eher dunkel – und durch die letzten Ausläufer des Monsuns, der im Sommer und frühen Herbst die Westküste Sri Lankas heimsucht, war das Meer auch noch entsprechend aufgewühlt. Am Strand liegen ist in Sri Lanka aber eh unüblich, statt dessen verbringt man seine Tage eher im Hotel und nutzt den Strand für ausgedehnte Spaziergänge am Meer entlang. Am Strand selbst sollte man seine europäischen Augen auch an manchen Stellen eher verschließen. Zwar ist der Strand wildromantisch von Königspalmen gesäumt, allerdings findet man auf dem Sand auch eine Menge Müll und Unrat. Strände sind in Sri Lanka öffentliches Gelände, also fühlt sich ein Hotel auch nicht dafür zuständig, hier Ordnung zu schaffen. Gestört hat mich dies allerdings kaum. Genügend Gäste von unserem Hotel haben das Meer auch für ein Bad besucht – trotz starker Strömungen und roter Fahne. Ich habe mal versucht, ein paar Schritte ins Meer zu gehen, aber nachdem es mir dort fast den Boden unter den Füßen weggezogen hätte, habe ich den Spaziergängen am Rand doch eher den Vorrang gegeben.

Wenn man neu ist, wird man am Strand auch gleich von verschiedenen fliegenden Händlern und den Beachboys heimgesucht, die Ausflüge verkaufen möchten. Sagt man einmal strikt „nein“, wird man aber auch in Ruhe gelassen. Wer viel vom Land sehen möchte, kann aber getrost bei den Beachboys Touren buchen, die nicht nur billiger als beim deutschen Reiseveranstalter sind, sondern in der Regel genauso gut. Wir haben eine dreitägige Rundreise bei der TUI gebucht, hätten am Strand aber bestimmt auch ein gutes Angebot bekommen. Und einen Tagesausflug in den Süden, den wir später unternommen haben, haben wir uns auch privat organisiert – bei Lalith, dessen Frau schräg gegenüber vom Hotel einen Laden hat. Wir haben zu zwei einen eigenen Fahrer und Reiseleiter gehabt – und für all das 50 Euro komplett bezahlt. Hätten wir den gleichen Ausflug bei der TUI gebucht, wäre dieser mit 49 Euro pro Person (!) zu Buche geschlagen.

Eine echte Augenweide im Hotel ist der Pool: Dieser ist nicht nur schlichtweg riesig groß, er hat auch eine Whirlpool- und eine Gegenstrom-Ecke. Beides kann man sich selbst einschalten. Auffällig war, dass der Pool immer tiptop in Ordnung war – er wurde jeden Abend akribisch gereinigt.

Im schönen Hotelgarten stehen reichlich Sonnenliegen zur Verfügung, die Auflagen dazu gibt es kostenlos. Trotzdem merkt man, wenn besonders viele deutsche Gäste im Hotel sind, denn es gibt immer wieder Experten, die meinen, im Morgengrauen ihre Liege mit Handtüchern reservieren zu müssen. Wir haben dies aus Prinzip nicht gemacht – und doch immer schöne, schattige Plätze gefunden. Ansonsten ist das Publikum im Hotel zwar deutschlastig und über alle Altersstufen verteilt, aber dennoch gemischt. Es gibt englische und französische Gäste, Österreicher und Schweizer. Sogar vereinzelt Einheimische haben hier ihre Ferien verbracht.

Um auf das Thema Unterhaltung zurückzukommen: Unterhalten muss man sich hier mehr oder weniger alleine. Animation gibt es nicht, es stehen aber ein Volleyballplatz und ein Badmintonplatz zur Verfügung – und einen Kraftraum gibt es auch.

Abends finden beizeiten Shows in der Hoteldisco statt (z.B. Snake-Show oder Sari-Show), angeschaut haben wir uns davon nichts. Nur einmal wollten wir dem Karaoke-Abend beiwohnen – um dann allerdings feststellen zu müssen, dass Karaoke hier nicht „selbst singen“ heißt – sondern anschauen eines Karaoke-Videos, bei dem sich der eingeblendete Text bunt verfärbt. Beim Thema der Gäste-Unterhaltung besteht im „Royal Palms Beach“ meiner Meinung nach der größte Nachholbedarf, ein minimales Animationsprogramm, ein bisschen Aerobic oder ein paar Poolspiele – und Langeweile würde auch hier nicht aufkommen.

*** Der Service ***

Was mich am meisten im „Royal Palms Beach“ beeindruckt hat, war der phantastische Service im Hotel! In noch keinem Urlaubsland habe ich Angestellte erlebt, die sich dermaßen ins Zeug gelegt haben wie dort. Sie waren nämlich nicht nur nett und freundlich, sie taten nahezu alles dafür, dass die Gäste zufrieden waren. So wurden die Zimmer nicht nur morgens geputzt, es erschien auch abends noch einmal zusätzlich der „Evening Service“, der noch einmal den Müll leerte, das Teebaum-Stächen im Mücken-Gerät tauschte und die Bettdecken aufklappte. Auch im Restaurant war der Service flink und sehr bemüht – man bekam sogar den Stuhl zurückgeschoben, wenn man sich setzen wollte und die Serviette auf den Schoß gelegt.

Gestört hat uns lediglich der Kofferträger, der sehr betont auf Trinkgeld aus war. Alle anderen Angestellten haben sich so viel Mühe gegeben, dass man sie gerne mit einem Trinkgeld belohnt hat. Absolut top!

*** Und die Gesamtmeinung? ***

Alles in allem waren wir mit dem „Royal Palms Beach“ in Kalutara sehr zufrieden. Das Hotel soll auch laut anderen Gästen wohl eines der schönsten auf Sri Lanka sein – so hat es u.a. diverse Auszeichnungen bekommen, taucht in der Liste der 100 besten TUI-Hotels auf etc. Allerdings darf man auch eine wesentliche Sache nicht verschweigen, die ich hier auf jeden Fall noch nennen möchte: Das Hotel ist IMMER überbucht. Ist man mit den großen Reiseveranstaltern unterwegs (also TUI, Neckermann o.ä.), ist die Chance recht gut, im Royal Palms Beach wirklich ein Zimmer zu bekommen (wir hatten gar kein Problem). Wir haben aber auch beobachtet, dass z.B. FTI-Gäste fast komplett ins Nachbarhotel abgeschoben wurden, das auf jeden Fall schlechter als das Royal Palms Beach ist. Auch wir wurden gefragt, ob wir gegen einen kostenlosen Ausflug unser Zimmer für einige Tage freigeben würden – entschieden uns aber dagegen, weil wir a) keine Lust hatten, unsere Sachen zusammenzupacken, noch b) vielleicht auch ins Tangerine abgeschoben zu werden. Entsprechend voll ist es z.B. auch im Speisesaal, da dort natürlich viel mehr Gäste Platz finden müssen, als das Hotel Zimmer hat.
Wer somit gerne das Royal Palms Beach buchen möchte, sollte sich nicht auf kleinere Reiseveranstalter einlassen, sondern lieber bei TUI und Co. bleiben. Hier zahlt es sich auf jeden Fall aus.

Wer einen ruhigen Urlaub verbringen möchte, abseits von jeder Art von Trubel, der ist mit dem Royal Palms Beach sowieso bestens bedient. Die Strände werden allerdings im Süden der Insel schöner (z.B. in Hiddaduwa), hier muss man in Kalutara Abstriche machen.

Verbesserungsbedarf besteht bei kleinen Details. Etwas Unterhaltungsprogramm würde dem Hotel nicht schaden – und wenn die Themen der Buffets nicht jede Woche, sondern nur alle zwei Wochen wechseln würden, wäre auch für mehr Abwechslung gesorgt. Doch damit kann man sich auf jeden Fall arrangieren. Alles in allem bewerte ich das „Royal Palms Beach“ deshalb mit soliden vier Sternen – und spreche für alle, die vielleicht eine Sri Lanka Reise planen und noch ein Hotel suchen, auf jeden Fall eine Empfehlung aus.

stefbl, 1. November 2004

*** AKTUELLER HINWEIS VOM 30. DEZEMBER 2004***
An alle Ciao-Mitglieder, die in diesen Tagen diesen Bericht lesen! Ich habe den Bericht über dieses Hotel Anfang November verfasst und veröffentlicht. Auf Sri Lanka habe ich im Oktober einen wunderbaren Urlaub verbracht - und wollte den Hoteltipp anderen Urlaubern natürlich nicht vorenthalten. Die Tatsache, dass Ciao ausgerechnet heute, ein paar Tage nach der schweren Flut, in seinem Newsletter an alle Mitglieder auf diesen Bericht verweist, ist mehr als unglücklich - und sicherlich auf einen technischen Fehler zurückzuführen. Ich habe bei ciao bereits nach einer Stellungnahme gefragt.
Bitte kreidet aber diesen technischen Fehler - wie bereits auch schon geschehen - nicht mir an. Es war sicherlich nicht in meinem Sinne, in diesen Tagen ausgerechnet mit diesem Bericht im Newsletter aufzutauchen - und ich wusste davon auch nichts bis zu dem Zeitpunkt, als ich den Newsletter selbst erhalten habe.

Wie der Zustand dieses Hotels nach der Welle ist, weiß ich noch nicht. Kalutara ist betroffen von dem Unglück - und das Nachbarhotel nach bisherigen Angaben zu 70 Prozent zerstört. Mein Mitgefühl gilt allen Menschen, die von der Katastrophe betroffen sind - nicht nur in Sri Lanka, sondern überall in Südasien.

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für Royal Palms Beach Hotel, Kalutara
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von stefbl stefbl

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Kommentare

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  • NiciW 07.02.2006 14:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • seacat 11.01.2005 01:03
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Sonja_Kunze 06.01.2005 14:11
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • dicki-maus 04.01.2005 13:36
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Sternengold73 03.01.2005 08:08
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    zur Westküste Sri Lankas: wie es im Palms Beach jetzt aussieht, keine Ahnung. Allerdings sind auch meine Frau und ich davon ausgegangen, dass die Ortschaften und Hotels an der Westküste weitgehend verschont blieben. Wir waren letztes Jahr im Hotel Triton in Ahungalla (ein Stückle weiter südlich als das Palms Beach). Es wurde von vier Wellen getroffen. Davon kam die zweite, als das Personal bereits anfing, den Poolbereich zu säubern. Anscheinend konnten sich aber alle Angestellte und Hotelgäste mit gegenseitiger Hilfe in die dritte Etage retten. Von Westküste verschont kann also leider keine Rede sein. Armes Sri Lanka.

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