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Erfahrungsbericht

für Romantik-Hotel Restaurant L'Ami Fritz, Ottrott
5 Sterne Freund Fritz verwöhnt uns Bericht mit Bildern
47 von 47 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Sauber, gepflegt, vorzügliche Küche, moderate Preise

Kontra Gedränge beim Frühstück

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre
Sauberkeit
Behindertenfreundlichkeit

Der Autor

dickdonos Seit 6 Mai 2009

Wohne im Rhein-Main-Gebiet. Hobbys: Reisen, Essen, Lesen Übrigens: Den einen oder anderen Bericht... mehr

13 Mitglieder vertrauen mir

Am 17. August 2009 starten wir. Wir, das sind 7 Paare und ein männlicher Single aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Wir ignorieren alle Aufrufe zum Energiesparen oder Klimaschutz und fahren jeder mit seinem eigenen Auto. Denn nach unserem gemeinsamen Ausflug hat jeder noch etwas anderes vor: Hier ein Verwandtenbesuch, da eine Verlängerung des Aufenthalts, dort noch eine Einkaufstour.

Das Ziel: Elsass. Gemeinsamer Treffpunkt ist Obernai, südwestlich von Straßburg und am nördlichen Ende der elsässischen Weinstraße gelegen. Wie vereinbart - pünktlich um 13 Uhr - sind alle dort eingetroffen und haben einen Parkplatz gefunden (kostenlos übrigens!).

Nach der üblichen Begrüßungszeremonie mit Küsschen (nur bei den Damen, auch der Single liebt die Frauen), wird beratschlagt, was man denn an diesem Tag noch unternehmen könne. Neben einer ausgedehnten Stadtbesichtigung gelingt es uns, fünfzehn Plätze in einem Café oder besser gesagt: Einer Patisserie mit Salon de Thé, im wahrsten Sinne des Wortes durch Vertreiben anderer Gäste einzunehmen.

Gegen 16.00 Uhr erfolgt der Aufbruch zu unserem eigentlichen Ziel, das nur 12 Kilometer entfernt liegt, dem kleinen Ort Ottrott. Dort hatten wir schon vor Wochen Zimmer in einem Romantik-Hotel gebucht, das in Preis und Leistung ein besonderes Angebot gemacht hatte.

~~~Das Hotel~~~

Hotel Restaurant L'ami Fritz
ROMANTIK HOTEL - LOGIS DE FRANCE
8, rue des Châteaux
F-67 530 OTTROTT
www.amifritz.com
Tél. 03 88 95 80 81
Fax. 03 88 95 84 85

35 Zimmer, 3 Appartements, dazu eine getrennt geführte Dépendance.

~~~Das Angebot~~~

3 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Frühstück und Halbpension
Pauschalpreis Euro 319 bzw. Euro 324 je nach Lage und Größe des Zimmers
Darin enthalten:
Täglich Frühstücksbüffet
1 elsässisches Menu
1 Gourmetmenü
1 gastronomisches Diner
der Aperitif und der Kaffee danach
außerdem eine Weinprobe im benachbarten Weingut Fritz-Schmitt

~~~Die Rezeption~~~

Die Rezeption ist über eine kleine Treppe vom Parkplatz aus direkt zugänglich und besitzt eine für die Hotelgröße recht großzügige Lobby mit bequemen Sesseln und anderen Sitzgelegenheiten, sowie dazu passenden Tischen. Von hier aus geht es direkt zum Restaurant, zum Aufzug und zum Treppenhaus.

Eine sehr freundliche Dame empfängt uns auf Deutsch mit dem typischen Elsässer Akzent und fragt uns, welche Zimmerkategorie wir beziehen möchten. Wir entscheiden uns für ein sogenanntes Superior-Zimmer im ersten Stock, das etwas größer als die Zimmer im zweiten Stock ist. Dafür ist der Pauschalpreis geringfügig höher. Eintragen müssen wir uns nicht mehr, alle Namen und Anschriften hatten wir schon vorher dem Hotel über Internet mitgeteilt.

~~~Das Zimmer~~~

Beim Öffnen der Tür empfängt uns ein dunkler Flur. Natürlich, fällt mir ein, die dichten Vorhänge sind wegen der draußen herrschenden Hitze zugezogen. Doch mit einem Griff zum Lichtschalter erhellt sich das Ganze. Rechts gehen zwei Türen vom Flur ab, die erste zu Waschraum und Dusche, die zweite zur Toilette. Geradeaus erreichen wir das Schlafzimmer. Der Boden ist mit einem relativ neuen Teppichboden belegt. Die Betten stehen schräg im Zimmer, die Wände sind hell tapeziert. Im Bereich der Betten ist die Wand mit dunklem rötlichem Holz verkleidet. Gegenüber ein geräumiger Kleiderschrank, daneben eine Kofferablage. Zwei Fenster in Normalgröße lassen nach dem Öffnen der Vorhänge ausreichend Licht herein. Zwischen ihnen ein LCD-Fernseher, der auf einem kleinen Schrank - der Minibar - steht.

Wir freuen uns, dass nach französischer Sitte in angenehmen Hotels, die Toilette getrennt von Dusche oder Bad ist. Später erfahren wir, dass dies in den Zimmern im zweiten Stock nicht der Fall ist.

Bad und Toilette sind vom Boden bis zur Decke mit Natursteinen gefliest. Unterschiedliche Farben lockern den Anblick auf, auch wenn der Grundton Anthrazit ist. Die Waschgelegenheit besteht aus einer Marmorplatte von Wand zu Wand. Auf der Platte erhebt sich ein halbkugelförmiges Waschbecken mit einem hohen Wasserhahn, der seitlich davon aufsteigt. Der Spiegel reicht sehr hoch und geht ebenfalls von Wand zu Wand. Ein Föhn, mehrere Stücke Seife, Shampoo und Conditioner, sowie Duschhaube komplettieren die Ausstattung.

Besonders erwähnenswert finde ich, dass in diesem Bereich eine ganz normale Steckdose vorhanden ist. Meist sind diese in den Hotels nur für Rasierer geeignet und schalten sofort ab, wenn man ein Gerät einsteckt, das einen etwas höheren Anschlusswert hat.

Gegenüber dem Waschbereich, etwa drei Schritte entfernt, befindet sich die Dusche. Sie misst 1 x 1 Meter und ist durch eine Glastür verschlossen. Ein Spender für Duschgel befindet sich darin. Das Ganze - wie übrigens auch das Zimmer - war sehr sauber und gepflegt und blieb es auch während des ganzen Aufenthalts.

Hand- und Badetücher lagen bereit, weich, sauber und angenehm duftend. Wie wir Deutschen das gewöhnt sind, hängten wir sie nach Gebrauch wieder auf, um sie noch einmal zu benutzen. Aber vergeblich, am nächsten Tag gab es wieder neue, und das setzte sich so fort.

~~~Der Abend 1~~~

Nachdem wir das Zimmer in Besitz genommen hatten, holte uns der Durst ein. Immerhin hatten wir 37 °C im Schatten. Hinter dem Haus befindet sich eine Liegewiese. Mehrere Liegen sowie einige Tische und Stühle laden zum relaxen im Schatten von Platanen ein. Einige unserer Unentwegten und andere Hotelgäste hatten es sich bereits gemütlich gemacht. Es gab aber noch ausreichend Platz für uns. Die Versorgung mit Getränken wurde von der Dame an der Rezeption sichergestellt. Ehe wir uns festsitzen konnten berieten wir, was die beste Zeit zum Abendessen wäre. Wir einigten uns schließlich auf 19.15 Uhr.

19.15 Uhr
Im Restaurant hatte man für unsere Gruppe einen Tisch für 15 Personen mit Dekoration (Blumen und Kerzen) eingedeckt. Pünktlich, wie wir das gewöhnt sind, waren alle anwesend. Es gab einen kleinen Aufenthalt, weil ein paar von uns sich zunächst nicht einigen konnten, wer denn heute der Nachbar oder das Gegenüber sein sollte.

19.20 Uhr
Ein sehr freundlicher Ober in mittlerem Alter kommt an unseren Tisch und begrüßt uns in einwandfreiem Deutsch mit leichtem französischem Akzent. Während zwei junge Damen uns den Aperitif kredenzen erklärt er, dabei handele es sich um einen Vin Rouge d'Ottrott - einen speziellen Rotwein der Region - mit je einem Schuss Himbeer- und Holunderlikör. Die Stimmung am Tisch steigt. Danach erläutert der Ober uns die Speisenfolge des Abends.

19.25 Uhr
Die beiden Damen teilen Getränkekarten aus und geben Hinweise, welche Weine offen oder nur in Flaschen verfügbar sind. Relativ schnell haben wir alle unsere Wahl getroffen und geben die entsprechenden Bestellungen für Wein und - angesichts der Temperaturen - Wasser auf. Der Ober erscheint wieder mit mehreren Tabletts, auf denen sich als Gruß aus der Küche verschiedene kleine Häppchen befinden.

19.35 Uhr
Alle Getränke haben ihren Weg auf den Tisch gefunden. Flaschenweine werden vorschriftsmäßig präsentiert, geöffnet und verkostet. Der Aperitif hat bei den meisten bereits den Magen erreicht.
Brotkörbe mit hellem und dunklem Baguette werden verteilt.

19.45 Uhr
Der Patron und Maitre Cuisinier de France Patrick Fritz erscheint im Outfit des Küchenchefs am Tisch, befragt uns nach unserer Anreise und wünscht einen angenehmen Abend und weiteren Aufenthalt.

19.50 Uhr
In rascher Folge wird die Vorspeise serviert. Es gibt einen gemischten Vorspeisenteller, optisch sehr schön angerichtet, mit mehreren verschiedenen Salaten, garniert mit drei verschiedenen Pasteten.

20.05 Uhr
Nachdem der Letzte von uns endlich seinen Teller geleert hat, räumt die Servicemannschaft zügig den Tisch ab. Die Gespräche am Tisch werden lebhafter und lauter.

20.10 Uhr
Der nächste Gang rollt an. Wieder ist der Service fast zeitgleich. Es gibt geschmorte (wunderbar zarte) Schweinebäckchen in Rotweinsoße mit Knepfle. Knepfle sind eine elsässische Spezialität und aus Nudelteig gemacht. Man kann sie mit Miniatur-Tortellini ohne Füllung vergleichen. Oder auch mit etwas zu dick und zu kurz geratenen Spätzle.
Zum Aufnehmen der delikaten Soße wird Brot nachgereicht.

Eine kurze Verschnaufpause tritt ein bis
20.40 Uhr
Der Duft von Münsterkäse erfüllt den Raum. Auf einem Dessertteller wird jedem Gast ein mittelgroßes Dreieck dieser Spezialität serviert, begleitet von einem Päckchen Butter. Soweit notwendig, werden die Brotkörbe nachgefüllt.
Die ersten Weinflaschen oder -krüge sind leer und müssen nachgefüllt werden.

21.00 Uhr
Man befreit uns von der duftenden Hinterlassenschaft des Käses und entfernt die groben Brotkrümel, die wir auf der Tischdecke verstreut haben.

21.10 Uhr
Die Nachtischspezialität des Hauses wird serviert: Soufflée glacée à la vieille prune (Geeistes Soufflée mit altem Pflaumenschnaps). Sofort steigt die Stimmung weiter, denn dieser Nachtisch ist ausgezeichnet.

21.25 Uhr
Der Ober erscheint wieder am Tisch, befragt uns nach unserer Zufriedenheit und danach, welche Sorte Kaffee wir zum Abschluss wünschen. Zur Wahl stehen normaler Kaffee, Cappuccino oder Espresso. Eine der jungen Damen verteilt kleine Tabletts mit Petit Fours auf dem Tisch. Pastetchen und Gebäck mit viel Zucker, Nougat und Schokolade, bunt gemischt.

21.45 Uhr
Noch einmal erscheint der Küchenchef am Tisch und befragt uns, ob wir mit seiner Leistung zufrieden gewesen seien. Ihm folgt der Ober mit einer Liste, auf der die Getränke notiert und den einzelnen Zimmernummern zugeordnet werden.

22.00 Uhr
Die Ersten am Tisch brechen auf, nachdem die Gläser geleert sind. Dies führt zu einer allgemeinen Massenflucht, denn der Tag war lang und die Sonne hatte es gut gemeint. Vor dem Aufsuchen der Zimmer wird noch die Abfahrtszeit für den nächsten Morgen festgelegt: Treffen um 10.00 Uhr an der Rezeption.

~~~Die Nacht~~~

In dieser Nacht schliefen wir ausgezeichnet. Kein Flugzeug, kein Zug und kein Auto störten die Ruhe. Vielleicht war es aber auch die leichte Erschöpfung und der Alkohol, die dazu beigetragen haben. Am nächsten Morgen beschwerten sich sogar einige, dass sie schlecht geschlafen hätten, weil es zu ruhig war.

~~~Das Frühstück~~~

Das Frühstückszimmer befindet sich im Zwischengeschoss oberhalb der Rezeption. Es ist ansprechend eingerichtet in typisch ländlich französischem Stil. Eine Wandseite wird vom Buffet eingenommen. Für die Größe des Hotels erscheint es mit etwa 45 Plätzen ausreichend. Aber müssen denn alle Gäste zwischen 8.45 und 9.00 Uhr gleichzeitig frühstücken??? Zum Glück hatte uns die Hotelleitung einen reservierten langen Tisch vorbereitet, der allerdings etwas zu eng bestuhlt war. Einige unserer Männer sind nicht gerade von zarter Gestalt und brauchen daher etwas mehr Raum zur Entfaltung. Als ein Zweiertisch am Kopfende unserer Tafel frei wurde, zog ein Paar prompt dorthin um, dann war es auszuhalten.

Die Mitarbeiterin, die den Service wahrnahm, tat mir leid. Sie wurde zwar von der Kollegin an der Rezeption unterstützt, die ihrerseits aber laufend von abreisenden Gästen abgerufen wurde. Dazwischen war sie auf sich allein gestellt und musste ständig zwischen Küche und Frühstücksraum pendeln. Mal drohte die Milch auszugehen, mal wurde der Käse knapp, dann musste Kaffee aufgefüllt werden und dann fehlte es an Wurst oder Schinken.

Apropos Frühstück. Es ist alles vorhanden, was zu einem guten Frühstück gehört. Kaffee, Tee und Milch selbstverständlich. Orangen- und Grapefruitsaft. Verschiedene Cerealien, mehrere Sorten Käse (überwiegend französische Weichkäse), roher und gekochter Schinken, Salami, Butter und Margarine. Brot allerdings nur in Form von Baguettestücken, was aber in Frankreich Standard ist.
Mehrere Sorten Konfitüre, Brioches, Guglhupf, kleine Rosinenschnecken und Croissants, schön fett mit viel Butter oder mit Schokoladenstückchen vervollständigen das Sortiment.

Achtung: Es gibt auch Eier! Diese stehen in einem Körbchen auf dem Buffet und harren der Dinge, die da kommen sollen. Nämlich: Gekocht zu werden. Hierfür steht ein Wasserbecken, elektrisch beheizt, mit Einhängehaltern bereit. Dazu gibt es Kurzzeitmesser, so dass man den Härtegrad seiner Eier individuell bestimmen kann.

~~~Der zweite Tag~~~

Keine Wetteränderung.
Wir starten um 10.00 Uhr, wie geplant, und fahren in Richtung Süden. Natürlich nehmen wir nicht alle Autos, denn fünfzehn Personen können bequem auch in vier Kutschen untergebracht werden. Allerdings nehmen wir nur die mit Klimaanlage ausgestatteten fahrbaren Untersätze, weil wieder Tagestemperaturen zwischen 32 und 37 °C vorhergesagt sind.

Entlang der elsässischen Weinstraße geht es über Andlau, Dambach la Ville, Ribeauvillé nach Riquewihr, einem der meistbesuchten Orte dieser Gegend. Das kleine Städtchen mit seinen Fachwerkhäusern und verwinkelten Gassen muss man gesehen haben. Es ist Ziel jeder Busreise in dieser Gegend und dementsprechend von Touristen überlaufen.

Einen weiteren Ort hängen wir an die Ausflugsfahrt noch an: Kaysersberg, den Geburtsort Albert Schweitzers. Einige von uns nehmen die Gelegenheit wahr, das Geburtshaus - das gleichzeitig Museum ist - zu besichtigen.
Angesichts der Hitze sehen wir dann aber von weiteren Aktivitäten ab und treten die Rückfahrt nach Ottrott an.

Eilig verschwinden dort fast alle auf den Zimmern und erscheinen aber bereits nach wenigen Minuten wieder. Diesmal dirigiert uns die diensthabende Mitarbeiterin statt auf die Liegewiese auf die Außenterrasse, auf der unter riesigen alten Platanen, die vollen Schatten spenden, Tische und Stühle aufgestellt sind. Hier ist es auszuhalten. Mineralwasser, Bier, Elsässer Riesling und Rotwein fließen bis kurz nach sechs. Dann brechen die meisten auf in ihre Zimmer um sich frisch zu machen und auf das Abendessen vorzubereiten, das wieder um 19.15 Uhr stattfinden soll.

~~~Der Abend 2~~~

Ich verzichte auf eine Schilderung des Ambiente, des Services und der Tätigkeit der Mitarbeiter. Es entsprach alles den Gegebenheiten des ersten Abends. Bis auf die Speisenfolge und die folgt hier.

19.20 Uhr
Heute besteht der Apéritif aus einem Glas Crémant Rosé

19.30 Uhr
Der Gruß aus der Küche wird serviert, leicht abgewandelt gegenüber dem Vortag

19.40 Uhr
Die erste Vorspeise wird aufgetragen: Gebratene Entenstopfleber auf Blattspinat

19.55 Uhr
Die zweite Vorspeise folgt: Seeteufel und Zanderfilet auf der Haut gebraten auf Pfifferlingsrisotto.

20.15 Uhr
Als Zwischengang gibt es ein Zitronensorbet mit Marc der Gewürztraminer. An Alkohol wurde nicht gespart.

20.45 Uhr
Das Hauptgericht kommt: Lammcarrée mit Ratatouille.
Das Lamm wunderbar rosa gebraten und zart. Das Ratatouille nicht als Brei serviert, sondern als dekorativ aufeinander gesetzte Scheiben von Auberginen, Tomaten, Zucchini, dezent gewürzt mit Knoblauch.

Hier fand sich der einzige echte Beanstandungspunkt - außer Schwierigkeiten beim Frühstück - des ganzen Aufenthalts:
Es dauerte eine halbe Stunde, bis der Hauptgang aufgetragen wurde. Was wir nicht wussten, später aber vom Ober erläutert bekamen: Die Außenterrasse war fast komplett besetzt mit Gästen, die zwar nicht im Hotel wohnten, aber zum Abendessen gekommen waren. Damit hatte die Küche nicht gerechnet.

21.10 Uhr
Es kommt der Käse. Ansehnliche Stücke von drei Sorten auf dem Teller dekoriert.

21.30 Uhr
Der Nachtisch: Gratinierte Pfirsiche

21.50 Uhr
Kaffee und Gebäck.

22.45 Uhr Die Getränke sind abgerechnet und die Letzten haben ihre Gläser oder Flaschen ausgetrunken.

~~~Der dritte Tag~~~

Das Frühstück verläuft ähnlich wie am zweiten Tag, nur dass anscheinend einige Gäste abgereist sind und die angereisten neuen Gäste den Frühstücksraum noch nicht gefunden haben. Dadurch haben wir heute nicht nur mehr Platz sondern das Personal auch weniger Stress.

Für heute haben wir uns als Rahmenprogramm eine Besichtigung des Mont St. Odile mit Führung vorgenommen. Da St. Odile nur 12 km entfernt liegt und die Führung für 11.00 Uhr angesetzt ist reicht es, wieder um 10.00 Uhr aufzubrechen.

Ein Bericht über die Führung erübrigt sich, da ich noch einen getrennten Bericht schreiben möchte. Nur so viel: Das Interesse war bei einigen so groß, dass aus der vereinbarten Stunde zu 80 Euro für die Gruppe eine dreiviertel Stunde mehr wurden. Deswegen konnte sich die Führerin auch nicht über mangelndes Trinkgeld beklagen.

Es war ein Uhr und trotz einzelner schattenspendender Bäume schlug die Mittagshitze wieder voll durch. Nach kurzer Beratung beschlossen wir, zusätzliche Aktivitäten in der näheren oder weiteren Umgebung abzublasen, einen Imbiss vor Ort einzunehmen und anschließend zum Hotel zurückzukehren.
Gesagt, getan. Um 15.00 Uhr trafen wir alle wieder in Ottrott ein, und kurze Zeit später saßen die meisten wieder bei einem Drink auf der Liegewiese.

~~~Der Abend 3~~~

Diesmal mussten wir etwas früher ran. Um 18.00 Uhr war die Weinprobe beim nahegelegenen Weingut angesagt.

Sieben Weine und einen Crémant gab es zur Probe. Für zwischendurch stand Knabberzeug auf dem Tisch. Die Reihenfolge war fachgerecht geplant - der trockenste Weiße zu Anfang, die Roten zum Abschluss, der Crémant irgendwo dazwischen. Dazu gab die Winzerin sachkundige Erläuterungen und beantwortete unsere mehr oder weniger von Weinwissen geprägten Fragen.

Um 19.45 Uhr mussten wir die Probe beenden, obwohl einige von uns schon die Schwelle zum Weitertrinken überschritten hatten. Ich machte darauf aufmerksam, dass dazu auch noch während des Abendessens Gelegenheit sei.

20.10 Uhr
Alle sitzen am Tisch und harren der Dinge, die da kommen sollen. Heute hat unser Ober anscheinend frei, dafür hat eine Bedienung in mittlerem Alter das Regime übernommen. Auch sie sehr freundlich und ausgezeichnet Deutsch sprechend.

Wieder verzichte ich auf eine Beschreibung des Ablaufs - obwohl der Abend etwas lustiger war - und beschränke mich auf die Speisenfolge. Bemerkenswert, dass diesmal der Küchenchef selbst die Speisenfolge ankündigte und gleichzeitig nach dem Ablauf der Weinprobe fragte.

20.25 Uhr
Als Aperitif wird ein Glas Muscat d'Alsace ausgeschenkt.

20.30 Uhr
Der Gruß der Küche, die Brotkörbchen und die Getränke stehen auf dem Tisch.

20.40 Uhr
Die Vorspeise wird serviert: Ein großes Stück Entenstopfleberpastete mit Feigenconfit und Gelee von Gewürztraminer. Dazu werden getoastete Briochescheiben gereicht.

21.00 Uhr
Das Hauptgericht folgt: Zwei große Stücke zartrosa gebratener Entenbrust mit verschiedenen Gemüsen.

21.30 Uhr
Der Nachtisch besteht aus einer Schale Crème Brûlée.

21.50 Uhr
Wie üblich wird Kaffee nach Wahl mit Petit Fours angeboten.

22.30 Uhr
Alle fallen erschöpft ins Bett.

~~~Der Abreisetag~~~

Wie schon erwähnt, reisten wir von hier aus zu den unterschiedlichsten Zielen. Als allgemeine Abfahrtszeit hatten wir 10.30 Uhr festgelegt, um uns in der Lobby tränenreich zu verabschieden.

Keine besonderen Vorkommnisse beim Frühstück und beim Räumen der Zimmer. Das Auschecken und die Begleichung der Rechnungen gingen an der Rezeption reibungslos über die Bühne. Niemand hatte Anlass zu Klagen, zum Beispiel weil die Abrechnungen der Getränke - dies galt sowohl für den Aufenthalt im Garten, als auch während der Mahlzeiten - nicht mit dem Verzehr übereinstimmten.

~~~Zusammenfassung~~~

Das Hotel ist privat geführt und insgesamt sehr sauber und gepflegt, und es entspricht dem gewohnten Standard von Romantikhotels. Das Personal ist sehr freundlich und darum bemüht, nicht nur die Wünsche der Gäste zu erfüllen, sondern dies auch in deutscher Sprache verständlich zu machen, selbst wenn die Kenntnisse bei Einzelnen lückenhaft sind.
Das Angebot beim Frühstück ist dem Standard der Hotelklasse mit drei Sternen angemessen.
Die Küche ist erstklassig, wie man es bei einem Maitre Cuisinier de France nicht anders erwarten sollte. Das Getränkeangebot, insbesondere die Weinkarte, enthält alles, was man erwarten kann, bis hin zu Spitzenweinen.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist auf jeden Fall angemessen.


Bilder

für Romantik-Hotel Restaurant L'Ami Fritz, Ottrott
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Liegewiese
von dickdonos dickdonos
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Kommentare

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  • Stephanos2 26.05.2010 20:52
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Zilina 16.01.2010 21:51
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Schon wieder alle bhs weg, mist, aber ein super Bericht. meín Respekt an Dich. LG Zilina

  • tapio-maunzi 27.10.2009 15:44
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • l.x.klar 26.09.2009 09:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Sydneysider47 23.09.2009 22:32
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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