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Turin-Trilogie (3): Carne o pesce?
Pro Ausgezeichnete Qualität, gutes Preis-Leistungsverhältnis, familiäre Atmosphäre
Kontra zu weit weg von Berlin
Der Corso Belgio östlich des Zentrums von Turin ist nicht gerade eine der schönsten Straßen der sonst so imposanten Barockstadt. Aber die Tester des Guide Michelin sind schon dort gewesen und haben das Ristorantino Tèfy mit einer roten Empfehlung versehen.
Erst laufen wir vorbei, dann finden wir am Haus Nummer 26 eine Speisekarte und ein kleines Schild, dass hier umbrische Spezialitäten angeboten werden. Die Tür ist verschlossen, man muss einen Klingelzug ziehen. Wenn man dann aber eingelassen wird, dann ahnt man schon, dass einem hier etwas richtig Gutes widerfahren wird: Der Chef sieht aus, wie ein guter Koch aussehen muss: klein, rundlich, gelocktes Haar und im weißen Kochgewand, auf dem in Brusthöhe der Name „Fily“ eingestickt ist.Der Wirt spricht natürlich nur Italienisch, dafür hat er aber eine Aussprache wie der Philosoph Jürgen Habermas. Sprich: Er hat eine Hasenscharte. Offenbar deshalb gibt er sich besondere Mühe mit den Gästen aus Deutschland, so dass wir seine Generalfrage verstehen: „Carne o pesce?“ – Fleisch oder Fisch. Wir entscheiden uns alle vier für Fisch. Er empfiehlt uns einen passenden leichten Roten, einen Teroldego Rotaliano. Er kommt aus dem Trentino und eignet sich wirklich sehr gut. (Es muss eben nicht unbedingt Weißwein zum Fisch sein, Miss Sophie.)
Mit unserer Antwort „Pesce“ ist alles gesagt. Wir müssen unsere kargen Italienisch-Kenntnisse nicht weiter strapazieren, sondern können uns aufs Genießen konzentrieren. Es geht los mit einem Seefisch auf Tomatenscheiben und Ruccola, dazu eine Sauce mit Olivenöl und Kräutern. Wir sind allesamt begeistert.Aber Signor Fily weiß sich noch zu steigern. Er serviert als zweiten Gang einen hellen Fisch, der leider unidentifiziert bleibt, weil wir die Antwort des Maestros auf unsere Frage leider nicht verstehen. Zum Fisch gibt es eine Sauce mit Majonäse und Zitrone.
Als nächstes wandern Teller mit Bandnudeln mit jeweils zwei Flusskrebsen und einer köstlichen Tomatensauce auf unseren Tisch. Im Vergleich zum Geschmack der Sauce sind die Krebse nur Dekor. Ein Schälchen mit Wasser und Zitrone sorgt dafür, dass wir unsere Finger säubern können.Angesichts unserer mangelnden Kenntnisse der Meeresfauna präsentiert uns Habermas unseren nächsten Fisch vor der Zubereitung. Er schreibt auch den Namen auf: Branzino, also Wolfsbarsch mit Porcini (Steinpilzen), Knoblauch und Tomate – umwerfend. Dass es zu allem neben den Grissini auch frisches Brot gibt, muss ich wohl kaum noch erwähnen.
Als Dessert wird uns Kürbisflan mit Sirup serviert. Zur Illustration zeigt uns unser Kochkünstler einen ganzen Kürbis. O.k., wir haben verstanden. Dann kommt noch ein Sortiment Gebäck: Plätzchen mit Erdnüssen, Spritzgebäck, Kringel. Zum Abschluss schenkt Signor Fily uns zwei eckige Gläschen ein, ein sehr aromatischer süßer Wein, ein Vinsanto, und sehr starke Kaffeecreme. Beides soll gut für die Verdauung sein. Die Rechnung machte damals 340.900 Lire. Pro Nase waren das in Voreurozeiten 85 Mark – heute also etwa 43 Euro. Da kann man nicht meckern. Mille grazie, Signor Fily.Infos:
sonntags geschlossen,
www.ristoratori.it/tefy/
Corso Belgio,26
TORINO
Tel.: 011/837332
Fax: 011/837332
E-Mail: tefy@ristoratori.it
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Traumelfenkind 28.02.2008 22:05
Branne 07.03.2004 17:42
DaRaven82 14.02.2004 13:59
christianpirker 29.01.2004 15:40
Bei Fleisch oder Fisch müsste ich auch nicht lang überlegen, vor allem nicht in Italien. LG Claudia