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Eigentlich mochte ich nie den Karneval. Zwei Jahre habe ich mich davor gedrückt, ihn in Rio de Janeiro zu erleben, doch dann war es soweit.
Mit ein paar Freunden habe ich mir in einer Jugendherberge an der Copacabana ein Apartment gemietet und dann ging es los.
Erstmal mussten noch die Karten für das Sambodrom besorgt werden, die damals schon 220,- DM kosteten und dann die Kostüme an der Peripherie abgeholt werden. Mein Freund Marcelo und ich hatten uns eine liberalere Sambaschule zum Defilieren ausgesucht. Auch das Kostüm kostete einen stolzen Preis, doch einmal im Leben muss man mitmarschiert sein. Und viele Brasilianer sparen das ganze Jahr über, um sich diesen Spaß zu gönnen.
Für den Strassenkarnaval am Strand von Ipanema hatten Marcelo und ich uns ausgefallene Kostüme selbst gebastelt. Wir sahen aus, wie ein großes Bonbon, das es überall in Brasilien zu kaufen gibt. Er ging als Frau verkleidet mit Stöckelschuhe und rosa Federboa und ich als Mann im Anzug mit Zylinder.
Vor allem Schwule defilieren hier mit besonderer Vorliebe und schauen umgekehrt auch zu. Es wird zu Sambamusik durch die Strassen getanzt, nur langsam geht es um die Häuserblöcke. Erst am frühen Morgen ging es nach Hause.
Den nächsten Tag ging es ins berühmte Sambodrom. Der dortige Umzug der Sambaschulen von Rio de Janeiro ist das größte Spektakel der Welt und mit nichts zu vergleichen. Es ist einmalig und wunderschön. Der teure Eintritt zahlt sich in jedem Fall aus. Wir hatten Essen und Getränke für die ganze Nacht mitgebracht und tanzten und staunten zu den brasilianischen Rhythmen.
Eine Sambaschule war besser als die andere und es war schwer, einen Gewinner auszumachen. Natürlich wollten wir, dass „unsere“ Sambaschule gewinnt, die in der wir mitliefen. Zwischendurch sind immer wieder Pausen und so geht es bis zum frühen Morgen.
Am nächsten Tag waren wir dann dran. Wir zogen die gelb-goldenen Kostüme über und fuhren mit dem Taxi, aus dessen Fenster die Federn heraushingen zum Sambodrom. Es gab eine lange Schlange, an der sich die Sambaschulen versammelten. Ein Verantwortlicher führte uns ein und ermunterte uns, so wild wie möglich zu tanzen. Die Vorfreude und Spannung war groß. Wir konnten es gar nicht erwarten.
Endlich war es soweit und wir zogen ins Sambodrom ein. Wir tanzten, was das Zeug hielt, winkten den Zuschauern zu und fühlten uns wie die Größten. Leider dauerte der Auftritt nur 20 Minuten. Dann waren wir durch und alles war schlagartig vorbei. Im Fernsehen verfolgten wir die weiteren Auftritte und am nächsten Tag erfuhren wir dann, dass eine andere Schule gewonnen hatte.
Zum Ausklang verbrachten wir einen Abend am Strand der Copacabana, wo an der Promenade ebenfalls Musik zum Tanzen geboten wurde.
Fazit: unvergessliche Tage, die man sich, wenn sich die Gelegenheit bietet, gönnen sollte.
Gar nit schlecht für'n Anfang! Aber über eine sooo große Sache kann man doch bestimmt mehr berichten. Achja, noch ein Tip für zukünftige Berichte (hoffe ich!): Ein paar Sinnesabsätze und das ganze liest sich viel angenehmer, besonders bei längeren Texten! Gruß Dominik
23.12.2002 02:27
Es wäre schön gewesen mehr über Rio selber im Karneval zu erfahren. LG Heike
23.12.2002 01:14
Gar nit schlecht für'n Anfang! Aber über eine sooo große Sache kann man doch bestimmt mehr berichten. Achja, noch ein Tip für zukünftige Berichte (hoffe ich!): Ein paar Sinnesabsätze und das ganze liest sich viel angenehmer, besonders bei längeren Texten! Gruß Dominik