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Reutlingen - Tor zur Schwäbischen Alb

4  08.08.2011

Pro:
Sehr gute Infrastuktur, Einkaufsmöglichkeiten, Anbindung an Großraum Stuttgart, Schwäbische Alb

Kontra:
Stark vom Durchgangsverkehr belastet, ÖPNV, Bürger und bestimmte Gruppen fühlen sich gefährdet

Empfehlenswert: Ja 

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Reutlingen liegt ca. 40 km südlich der Landeshauptstadt Stuttgart und hat 110.000 Einwohner. Es ist die Einkaufsstadt der Region Neckar-Alb und hält meisten Arbeitsplätze zwischen Stuttgart und dem Bodensee bereit. In der Fußgängerzone rund um die Wilhelmstraße und Katharinenstraße kann man herrlich bummeln, es steht ein breites Parkplatzangebot zur Verfügung. Nicht weit entfernt ist die Schwäbische Alb. Reutlingen geht auf eine alte alemannische Siedlung vermutlich aus dem fünften Jahrhundert nach Christus zurück, die sich beim Friedhof Unter den Linden und der Pfarrkirche St. Peter in den Weiden befand. Der Hausberg von Reutlingen ist die Achalm (707 m ü.NN.) mit einer wechselvollen Geschichte. 1030 wurde mit dem Bau der Burg Achalm durch Graf Egino begonnen. Von ihr sind heute noch Mauerreste vorhanden. Der Berg ist ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Region und weit darüber hinaus. An den Wochenenden sieht man viele Autos mit Nummernschildern aus dem Großraum Stuttgart.


Geschichtliches

1089 wurde Reutlingen erstmals im Bempflinger Vertrag erwähnt. Zwischen 1220 und 1240 wurde Reutlingen durch Friedrich II. zur Stadt erhoben und mit einer Befestigung ausgestattet, die heute nur noch am südlichen Ende der Wilhelmstraße und in Form des Tübinger Tors und Gartentors erhalten ist. Unter dem Einfluss des Predigers Matthäus Alber (1495-1570) griff in Reutlingen früh die Reformation um sich. Durch die Industrialisierung entstanden in Reutlingen viele große Fabriken, die Eisenbahnanbindung wurde durch den Ökonomen Friedrich List realisiert und Reutlingen war ab der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts als "Stadt der Millionäre" bekannt. Noch heute kann man in der Oststadt die langen, geraden Straßenzüge mit den Gründerzeitvillen sehen. Dieses Viertel war auch ein Standort vieler Fabriken. Einige wurden zwischenzeitlich abgerissen, andere umgebaut oder stehen leer. 1907 wurde Betzingen als erster Stadtteil eingemeindet, 1939 Sondelfingen. Schwer zerstört durch den Zweiten Weltkrieg, folgte kurz danach der Wiederaufbau, der sich teils originalgetreu, oft auch auf moderne Art gestaltete. Viele Flüchtlinge prägten Reutlingen in dieser Zeit, und Wohnraum musste geschaffen werden. 1949 kam mit Ohmenhausen ein dritter Stadtteil

Bilder von Reutlingen
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Reutlingen Reutlingen
Stadion an der Kreuzeiche
hinzu. Im Zuge des allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs nahm die Bevölkerung stetig zu, auch durch die Eingemeindung neun weiterer Orte in den Siebzigerjahren.


Reutlingen aus heutiger Sicht

1988 wurde die 100.000er Grenze zur Großstadt überschritten. Heute bietet Reutlingen über 50.000 Arbeitsplätze, täglich pendeln tausende Menschen aus dem Umland zur Arbeit in die Stadt oder in die Industriegebiete, namhafte Firmen wie Bosch stellen hier die Arbeitgeber. Als Einkaufsstadt hat Reutlingen überregionale Bedeutung. Kaufhäuser, Einzelhandelsgeschäfte und Discounter sind in Reutlingen zahlreich vertreten, aber auch Fachgeschäfte bekannter Marken für den Handwerker-, Gartenbau- und Spezialbedarf. Nicht zuletzt macht sich Reutlingen einen Namen als Möbelstadt, gibt es hier, gemessen an der Einwohnerzahl, doch überdurchschnittlich viele Möbelhäuser mit riesiger Auswahl. Viele Einkaufsmöglichkeiten mit Parkplatzangebot außerhalb der Stadt bietet das Industriegebiet Mark West, das auch von Tübingen aus gut zu erreichen ist. Es ist das Areal der Zukunft für Reutlingen, und wird stetig ausgebaut.


Sehenswürdigkeiten in Reutlingen

Reutlingen erlebt man am Besten mit einem ausführlichen Stadtrundgang. Was prägt die alte Reichsstadt mehr als ihre Wilhelmstraße ? Eine lange Straße mit vielen Geschäften, die als Fußgängerzone ausgewiesen ist. Vom unteren zum oberen Ende läuft man etwa 800 Meter. Dazwischen zweigen viele Nebenstraßen in den Rest der sehenswerten Altstadt ab. Die bekannteste von ihnen ist die Katharinenstraße, die zum Tübinger Tor führt, einem von 2 erhaltenen Toren der ehemaligen Stadtbefestigung.

Im oberen Teil der Wilhelmstraße zu finden ist die Marienkirche, neben der Achalm das Wahrzeichen der Stadt. Im unteren Teil steht die Nikolaikirche, inzwischen als Veranstaltungsort umgebaut. Im Heimatmuseum in einem ehemaligen Kloster wird man über Kultur und Brauchtum aus 1.000 Jahren informiert. Daneben zu finden ist das Spendhaus, größtes, mehrgeschossiges Fachwerkhaus und heute Kunstmuseum. Sehenswerte Stadtmaueranlagen befinden sich ebenso am oberen Ende der Altstadt (Südstadt) wie der Eisturm und die inzwischen schmalste Gasse der Welt, die Spreuerhofgasse. An der breitesten Stelle 40 cm breit, an der schmalsten jedoch nur 31 cm, kann sie nur von relativ schlanken Menschen durchwandert werden.

Geradewegs an der Stelle, an der man aus dieser Gasse heraus die Mauerstraße betritt, geht man ein paar Meter weiter und kommt in die Gartenstraße. Hier beginnt eine architektonische Sehenswürdigkeit für Freunde des Jugendstils. Die Oststadt entlang Garten-, Kaiser-, Bismarck- und Charlottenstraße wurde um 1900 planmäßig angelegt und bietet viele klassische Stadtvillen und grüne Ecken zum Erholen. Die Planie ist eine Allee, die zu dem 1902 angelegten Stadtgarten mit Ententeich führt. An der anderen Seite der Altstadt findet sich als Grünanlage der Volkspark mit Pomologie, wo einstmals die Landesgartenschau stattfand. Es gibt hier auch ein Exotarium mit Tierarten aus fremden Ländern.


Weiteres Sehenswertes innerhalb von Reutlingen

Über die Altstadt verteilt gibt es eine Anzahl von Brunnen. Um hier nur einige zu nennen, die ältesten sind hier der Lindenbrunnen, erbaut 1544 als Ziehbrunnen, der Kirchbrunnen von 1561 mit dem Denkmal des Stauferkaisers Friedrich II. und der Marktbrunnen von 1570 mit der Ritterskulptur Kaiser Maximilians II. Moderne Brunnen sind der Gerber- und Färberbrunnen von 1921, an dem die hiesigen Lehrlinge des Handwerks getauft werden, und der Gartentorbrunnen aus dem Jahre 1931 als Ersatz für den Vorgänger von 1590. Im Garten des Heimatmuseums finden sich historische Bildhauereien. Desweiteren lohnt sich der Besuch in der Städtischen Galerie, dem Kunstmuseum und dem Naturkundemuseum, die jeweils auf mehreren Stockwerken mit Preziosen aus unterschiedlicher Zeit aufwarten. Im Gmindersdorf an der Straße nach Betzingen kann man den historischen Baustil aus der Zeit der Jahrhundertwende wiedererleben. Und für Wanderfreunde empfiehlt sich ein Ausflug auf die 707 Meter hohe Achalm mit Höhenrestaurant und Burgruine oder den 602 Meter hohen Georgenberg mit Aussichtsplattform.


Tipps & Trends

Im Sommer eignet sich das Freibad Markwasen für eine nasse Abkühlung. Es verfügt über ein Becken für alle Schwimmarten, Wellenbad und Ausstattung bis hin zum 10-Meter-Sprungbrett. Zur kalten Saison bietet das Achalmbad ein großes Schwimmbecken, Kinderplanschbecken, eine finnische Sauna und ein römisches Dampfbad. Außerdem ist ein Bereich mit Fitnessgeräten vorhanden. In der Nachbarstadt Pfullingen gibt es einen ausgeschilderten Rundgang durch die Geschichte, der unter anderem zu Fachwerkhäusern, Kirchen und entlang des auch für Reutlingen wichtigen Flüsschen Echaz führt. In Metzingen befinden sich zahlreiche Factory Outlets, Fabrikverkäufe namhafter Markenhersteller und Designer. Auf die nahe gelegene Schwäbische Alb verlaufen von Reutlingen aus viele Verkehrsverbindungen. Die Busse fahren meist direkt dorthin oder sogar weiter bis nach Oberschwaben und ins Allgäu. Es gibt auch eine Direktverbindung ins Elsass nach Straßburg.


Übernachtungsmöglichkeiten

Das City Fortuna Hotel in Reutlingen ist gut geeignet für Geschäftsleute. Es liegt direkt im Herzen der Stadt und ist somit ein guter Ausgangspunkt für Beschäftigungen im Zentrum Reutlingens. Das Konferenzzentrum des Hotels ist mit allen modernen Techniken ausgestattet und lässt keine Wünsche offen. Zur Entspannung finden Gäste eine Sauna und ein Solarium. Für Reisende, die sowohl in Reutlingen als auch in Tübingen zu tun haben, empfiehlt sich das Hotel Fortuna an der Schnellstraße B 28. Es ist komfortabel ausgestattet und bietet Frühstücksangebote für Langschläfer. Wer es etwas ruhiger haben möchte, und trotzdem die Ansprüche der Innenstadt in Anspruch nehmen will, sollte das Hotel Fürstenhof in der Kaiserpassage wählen. Es liegt in einer reinen Fußgängerzone in der Oststadt, die Altstadt befindet sich trotzdem unmittelbar vor der Haustüre. Die Passage besteht aus neueren, architektonisch anspruchsvollen Gebäuden, in deren Erdgeschoss sich meist Geschäfte und Lokale befinden. Desweiteren gibt es einen Springbrunnen, der für Atmosphäre sorgt.

Kleinere Unterkünfte gibt es in Reutlingen-Sickenhausen mit dem Landgasthof Adler oder in Reutlingen-Mittelstadt mit dem Hotel Klostermühle. Weitere Möglichkeiten sind private Unterkünfte in der schönen Umgebung der Schwäbischen Alb sowie die Feriendörfer in Sonnenbühl Sonnenmatte, Hayingen und Gomadingen. Auch die Jugendherberge in Sonnenbühl-Erpfingen hat einen guten Ruf. Campingplätze befinden sich in nächster Nähe, in Tübingen das Neckarcamping, in Sonnenbühl oder Pfählhof in Bad Urach. Freundliche Privatanbieter haben auch im Internet Angebote eingestellt. Ein Blick lohnt sich, denn oft handelt es sich um komfortable Zimmer und die Preise sind angemessen bis günstig.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Quasseltante

Quasseltante

10.08.2011 21:38

sh + lg

AnnaHaeberle

AnnaHaeberle

08.08.2011 14:21

Und die Reutlinger Fasnet darfst Du nicht vergessen.

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