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Pro Herrlich ruhig gelegene Ferienhäuser nahe des Mittelmeers
Kontra Pingelig kontrollierte Endreinigung
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
|---|---|
| Anbindung | |
| Service | |
| Essen & Trinken | |
| Atmosphäre | |
| Sauberkeit | |
| Behindertenfreundlichkeit |
Wenn sich der Sommer langsam dem Ende zuneigt und in den Urlaubsregionen rund um das Mittelmeer die Nachsaison eingeläutet wird, schlägt die große Stunde all derjenigen, die bei 40 Grad im Schatten keine Lust auf organisiertes Schwitzen am Hotelpool verspüren. Das Meer ist noch badefreundlich warm und die Sonne nicht länger ein Gesundheitsrisiko, sondern ein gern gesehener Verbündeter. Die Übernachtungspreise befinden sich allenthalben im Sturzflug und es gibt keinen Mangel an Parkplätzen selbst an den beliebtesten Stränden und Touristenattraktionen.
Kein Wunder also, dass just im Wonnemonat September alljährlich die Reiselust bei Mr. Andrew ausbricht und der Sommer eigenmächtig um 14 Tage verlängert wird. Genau wie im Jahr zuvor stand anno 2010 Korsika auf dem Plan (eine Seltenheit bei mir und daher ein echtes Ausrufungszeichen für die Eignung Korsikas als Urlaubsziel für Individualtouristen), eine Insel, die bislang vom ganz großen Massentourismus noch verschont geblieben ist, gleichwohl aber kein Geheimtipp mehr ist, zumal seit meiner letztjährigen, als Erfahrungsbericht über diese zauberhaften "Insel der Schönheit" getarnten Werbebotschaft. *lol*Hier und jetzt folgt dagegen gänzlich unpoetisch eine Beschreibung und Bewertung unseres Urlaubsdomizils auf Korsika. Dieses zu finden war übrigens gar nicht so leicht, denn das Angebot an bezahl- und überhaupt buchbaren Alternativen ist in deutschen Reisekatalogen und selbst in den Weiten des Internets recht dünn gesät.
Öffnungszeitraum: 20.03. - 30.10.
Mindestmiete 7 Tage
Anzahl Ferienhäuser: 6
Bis zum schönen und in der Nachsaison so gut wie menschenleeren Strand sind es zu Fuß keine 10 Minuten. Im Prospekt sind 400 Meter angegeben, es können aber auch gut ein paar mehr gewesen sein. Sei es drum, die versprochene strandnahe Lage ist in jedem Fall gegeben. Mit dem Auto benötigt man übrigens etwas länger, da man - sofern einem die "Gesundheit" des in der Regel gemieteten Vehikels am Herzen liegt einen Umweg von etwa 1 Kilometer in Kauf nehmen muss.
Nennenswerte Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Nähe nicht, weder Bäcker noch Tante Emma Laden locken. Allenfalls ein kleines, im Dunkeln schön illuminiertes Restaurant "Terra Cotta" mit gepfefferten Preisen, aber dafür mit leckeren Gerüchen und Blick aufs Meer verführt zum Geldausgeben.Bei diesem Punkt bin ich schnell fertig, denn die Bezeichnung Ferienanlage führt ganz klar in die Irre. Bei der Residence La Pinede handelt es sich lediglich um insgesamt drei versetzt angeordnete Reihenhäuser, die auf einem ziemlich großen Wiesengrundstück (ca. 2300 m²) Platz gefunden haben. Begrenzt wird dieses von ein paar alten Bäumen nebst Mauer auf der einen und von höheren Beerenhecken auf der anderen Seite.
Außer einem kleinen Waschhaus mit Münzwaschmaschine und einem separaten, herrlich schattigem Parkplatz gibt es nichts, was an eine "Ferienanlage" im eigentlichen Wortsinne denken lässt.Da aufgrund späten Fluges und mehr als zweieinhalbstündiger Anfahrt die Sonne schon lange abgedankt hatte, empfing uns - übrigens von unserem schon mehrfach lobend erwähnten Navi trefflich geleitet - zu später Stunde am in den Unterlagen genau bezeichneten Restaurant ein "Schlüsselhalter", der uns im PKW vorausfuhr und den Weg wies.
Am Objekt war aufgrund fehlender Straßenbeleuchtung in der Umgebung alles zappenduster, so dass der erste Eindruck bei Ankunft quasi nicht vorhanden war. Bei Tageslicht betrachtet, ergab sich ein ganz zufriedenstellender Eindruck: Eine ordentliche Wiese umschließt drei - wohlwollend formuliert - funktional gestaltete Doppelhäuser, die jeweils aus einem 2-Zimmer und einem 2 ½ - Zimmer-Ferienhaus bestehen.Die Ferienwohnung - in unserem Fall SAG171 laut Interchalet-Katalog - lag vom Niveau her spürbar über dem der Behausung IRU100 aus dem Vorjahr, welche nur wenig mehr als den Charme einer Jugendherberge versprühte.
Der Grundaufbau - Wohn-/Schlafraum mit zwei Einzelbetten und Kochnische, offene Galerie mit zwei weiteren Einzelbetten, Schlafzimmer mit französischem Bett, Badezimmer - war zwar ähnlich, aber 65 m² (statt 30 m²) zuzüglich ca. 15 m² Terrasse ergaben einfach mehr Raum und damit Platz zum Wohlfühlen.Die Möblierung ist einfach, aber völlig ausreichend: zwei großzügige in die Wand eingelassene Schiebeschränke, mehrere kleine Nachttischchen, ein großer Esstisch nebst 6 Stühlen aus Holz sowie ein kleiner Küchenblock (zwei Kochplatten, separater Grill, Mikrowelle, Kaffeemaschine und ausreichend dimensionierte Kühl-Gefrier-Kombi). Dafür muss zu Beginn eine Kaution von 150 Euro in Bar hinterlegt werden, aber das ist ja vorher bekannt und auch okay so.
Hinzu kommt ein wohl überall auf der Welt unvermeidlicher Minifernseher, der aufgrund von Satellitenanschluss sogar in der Lage war, ARD und ZDF auf die Mattscheibe zu bringen, so dass eine Grundversorgung wichtiger News aus der Heimat (Fußballergebnisse! *lol*) sichergestellt war.Was die Franzosen leider überhaupt nicht haben, ist auch nur der Hauch einer Ahnung wie man bequem schläft. Wieder einmal war das französische Bett (1,40 m breit = Kuschelalarm!, 1,90 m lang) eher für zierliche Franzosen, aber nicht für deutsche Recken ausgelegt. Bettwäsche ist selber mitzubringen, was das Gepäckaufkommen für den Urlaub doch ziemlich stark erhöht.
Ich kann dieser merkwürdigen Tradition so überhaupt nichts abgewinnen, die darauf basiert, dass es das Non-Plus-Ultra der Bettkultur ist, sich gemeinsam unter ein(!) Laken zu legen und darüber eine mehr oder weniger kratzige Tagesdecke zu breiten. Bei jeder Bewegung im Schlaf gerät diese Konstruktion unweigerlich aus den Fugen und der Schlafgenuss wird schnell zum Verdruss. Hinzu kommt diese merkwürdige, unflexible, dicke "Wurst" (natürlich nur eine für zwei Personen), die wohl eine Art Kissen darstellen soll, aber nichts gemein hat mit unseren gewohnten kuschligen Kopfunterlagen.Aber genug lamentiert, kommen wir zum Positiven. Und das überwiegt deutlich. Die komplett geflieste Wohnung roch frisch und nach Sommer, wir schliefen herrlich und aßen jede Mahlzeit voller Genuss auf der teilweise überdachten Terrasse.
Um Essen und Trinken zu fassen, sollte der Supermarkt seines Vertrauens angesteuert werden. In Sagone gibt es derer ganze Zwei (U-Express und Spar), die in etwa 5 Minuten Fahrt mit dem Auto zu erreichen sind. Auch hier gerät man angesichts der Preise für manche Lebensmittel zwar mitunter ins Staunen, dafür findet man dort auch genügend bezahlbare französische und auch korsische Leckerbissen, die uns wirklich toll mundeten.
Da in der Umgebung des Ferienhauses keine lärmempfindlichen Nachbarn wohnten, lautet das Urteil: Kinder sind hier sehr willkommen und gut aufgehoben, werden aber ausstattungsmäßig keineswegs extra bedient.
Der Verbrauch von Warmwasser und Strom unterliegt keinerlei Beschränkungen und ist im Preis inbegriffen. Toilettenpapier (so ganz dünnes, wo man unversehens mit dem Finger durchgiekst, wenn man es nicht mindestens dreifach faltet) scheint ein wertvolles Konsumgut auf Korsika zu sein, da außer der Begrüßungsrolle nichts bereitlag und im Supermarkt nachgekauft werden musste.
Noch einmal 45 Euro kann man loswerden, wenn man die Ferienunterkunft nach Verlassen nicht selber gründlich reinigt. Dieses Geld wollten wir uns selbstredend sparen und haben daher nach unserem Dafürhalten die Bude ordentlich aufgeräumt und geputzt. Nicht gerechnet hatten wir jedoch mit der äußerst pingeligen Kontrolle bei der Übergabe. Da wurde ein nicht perfekt ausgewischter Mülleimer moniert, kaum sichtbare Tapsen auf dem frisch gewischten Fußboden und sogar die Betten wurden verschoben um ggf. Staubflusen zu entdecken. Also nee, und das in Frankreich, dessen Einwohner nun selber nicht gerade das Pseudonym für übertriebene Reinlichkeit sind. Aber egal, haben wir halt nachgebessert, bis Madame zufrieden war.Die Residence La Pinede passte nahezu perfekt zu unseren Anforderungen an ein schönes Urlaubsquartier. Allein die nur vom fernen Wellenrauschen begleitete himmlischer Ruhe in der Nacht verdient einen Extrastern. Wir blieben wie geplant nur eine Woche in dieser Residence, da wir in der zweiten Hälfte unseres Korsika-Urlaubs eine andere Region erkunden wollten. Wir haben nicht einen Tag in Sagone bereut. Sicher hatten auch das schöne, spätsommerliche Wetter sowie die prima Ausgangslage für Touren ins gebirgige Inselinnere oder die sagenhaft schöne Felsenlandschaft der in 45 Minuten mit dem Auto schnell zu erreichenden Calanche (UNESCO-Heritage!) sowie der nahegelegene Sandstrand einen entscheidenden Anteil am Wohlfühlquotienten, aber ich kann durchaus objektiv eine Empfehlung für alle diejenigen abgeben, denen es nicht vor allem auf edle Ausstattung und Komfort ankommt, sondern die ein preiswertes und freundliches Urlaubsdomizil auf Korsika, der Insel der Schönheit suchen.
Euer Reiseleiter
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knopfi.de 21.01.2011 07:58
t.schlumpf 28.12.2010 09:23
;o) Alles Liebe!
duderally 29.11.2010 23:20
antjeeule 13.11.2010 19:43
Ein toller Bericht, der mir bereits aus dem Grünland bekannt ist. Dennoch habe ich ihn gerne ein zweites Mal gelesen, zumal ich auch jetzt weiß, dass Euer Kurzer schon wieder ganz schön gewachsen ist. ;-)
Zebulon12 09.11.2010 11:14
Spitzenbericht=Spitzenbewertung. An dieser Einstellung wird sich nichts ändern!