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Ein Rathaus mit Besonderheiten drin und drumherum
Pro Wirklich sehenswert !
Kontra Keines
Detailbewertung
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Ein Rathaus mit Besonderheiten drin und drumherum
Heute möchte ich Euch wieder in das kleine Städtchen Bad Gandersheim am Westrand des Harzes verführen, in dem ich im letzten Herbst einige Wochen verbringen durfte.Das schmucke Rathaus, welches sich direkt im Zentrum der historischen Altstadt auf dem Marktplatz von Bad Gandersheim befindet, hat es mir besonders angetan. Es ist nicht einfach ein Rathaus wie jedes andere, wo man den Rat der Stadt und viele Behörden findet.
Schon das Gebäude im Stil der Weserrenaissance allein ist ein richtiges kleines Schmuckstück und passt wunderbar ins Ensemble der umliegenden restaurierten Fachwerkhäuser.
Im Dachgeschoss des Rathause befindet sich seit 1952 das Museum der Stadt. Über eine breite Freitreppe gelangt man ins Innere des Rathauses und von dort geht es auf den Turm.
Auf den Treppenfluren und in den angrenzenden Räumen werden die „Schätze des Museums“
präsentiert.
So kann man zum Beispiel das heutige Aussehen der Stadt mit einem Modell der Stadt um 1700 vergleichen, die sich herum um das Reichsstift Gandersheim stetig entwickelte.
In den Ausstellungsräumen finden sich viele Teile und Dokumente ehemaliger privater Sammlungen zur Geschichte der Stadt, welche bereits seit dem 19. Jahrhundert zusammengetragen wurden. Beispielsweise können neben einzelnen Exponaten wie Goldwaagen, einer Feuerspritze um 1900, den Gandersheimer Gildesiegeln und Gildepokalen, Laternen und Öllampen auch die Gandersheimer Apotheke aus dem 18. Jahrhundert begutachtet werden. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn das Museum selbst bleibt einer anderen Erzählung vorbehalten.
Nach dem „Schwätzchen“ ging es quer durch die Stadt an die geschichtlichen Schauplätze und zu besonderen Gebäuden. Vor jedem Gebäude gab es weitere spannende Geschichten.
Der Rundgang endete nach ca. 2 Stunden wieder am Rathaus, wo wir auf die „Lästersteine“ und „Halseisen“ aufmerksam gemacht wurden und von ihrem „Gebrauch“ im Dienste der Gerichtsbarkeit zu früheren Zeiten erfuhren. Auch den alten Pestkorb bekamen wir gezeigt, der noch heute an die schlimme Seuche erinnert, die auch vor Bad Gandersheim nicht halt machte.
Der Ratskeller befindet sich getreu seinem Namen im Untergeschoss des Rathauses und ist ebenfalls einen Besuch wert. Wir haben uns nach der Nachtwächterführung dort auf ein Glas Wein abschließend versammelt und noch ein wenig geplaudert.
An anderen Tagen war ich mit Freunden dort. Es gibt mehrere Räumlichkeiten, die alle im alten traditionellen Stil eingerichtet sind und eine recht gemütliche Atmosphäre erzeugen.
Der hintere Gastraum des Ratskellers ist den Rauchern und Fußballfans gewidmet. Hier können sie sich gemeinsam bei einem Bierchen die Spiele im Fernsehen anschauen.
Für meine Begriffe ist der Raum etwas „düster“, aber vielleicht soll es ja ein besonderes Indiz für den „Keller“ sein.
Das Ratsbrauhaus hat im Sommer täglich ab 10.00 Uhr und im Winter ab 17:00 Uhr, samstags und sonntags ab 11:00 Uhr geöffnet. Wer gern möchte und sich vorher anmeldet, der kann an einer Brauhausführung teilnehmen.
An schönen Sommertagen laden genügend gemütliche Stühle an kleinen Tischchen vor dem Ratsbrauhaus zum Ausruhen und Verweilen ein.
Bei einem abendlichen Spaziergang über den Markt begegneten uns eines Tages eine Braut und ihre Freundinnen am Vortag der Hochzeit.
Traditionell hatte die Braut eine Aufgabe zu erfüllen, um sich für die Ehe würdig zu erweisen.
So bekam sie einen alten Bauchladen um den Hals bzw. vor den Bauch gehängt, auf welchem sie Waren wie Bifi, Brezeln, kleine Schnapsfläschchen und ähnliches solange feilbieten musste, bis sie alles an vorübergehende Passanten oder Gaststubenbesucher zu vorgegebenen Preisen verkauft hatte. Verschenken war natürlich nicht gestattet !
Schaut es Euch an, wenn Ihr das kleine Städtchen am Harz besucht. Es lohnt sich !
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das hast du wieder schön geschrieben