Gut und günstig übernachten in Bologna
Drei Tage in der Emilia-Romagna
Im Jahr 2010 war unser Urlaubsziel zum wiederholten Male Umbrien, also Mittelitalien, was von unserem Heimatort ca. 1.100 km entfernt ist. In diesem Jahr wollte ich endlich mal einige Städte in der Emilia-Romagna besichtigen, an denen man ansonsten immer nur auf der Autobahn vorbeirauscht. Über gezielte Suche bei Hotelportalen und auf der Landkarte kristallisierte sich recht schnell Bologna als geeignetes Etappenziel heraus. Die Lage der Stadt ist in der Region zentral, die verfügbaren Hotels bieten zumindest teilweise sehr gute Preise an. Von der Lage her suchte ich nichts im Zentrum, da ich es nicht besonders liebe, in italienische Großstädte mit dem PKW hineinzufahren, von daher war mir die Lage an der Peripherie, am besten in der Nähe einer Autobahnausfahrt, am liebsten. Und - da man ja träumen darf - wäre eine direkte Anbindung mit dem Linienbus an die Innenstadt auch noch sehr schön. Siehe da - nach einigem Suchen und Vergleichen stieß ich auf das Hotel, über das ich heute berichten werde: Ramada Encore Bologna Fiera ***, alle meine Vorgaben passten exakt, ebenso der Preis für drei Tage, aber davon später mehr.
Internet-Auftritt und Buchung
Das Hotel Ramada Encore Bologna Fiera *** findet man unter mit einem sehr informativen und umfassenden Internetauftritt. Das Hotel wird umfassend vorgestellt und stellt auch die Möglichkeit der Online-Buchung bereit, zum Zeitpunkt der Buchung (Januar 2010) fand ich für Juli allerdings keine Sonderpreise oder Spezialangebote. Ich habe dann lieber über gebucht, denn ein Hotelvergleich für Bologna erbrachte für das Hotel einen absolut günstigen Sonderpreis von 44,10 Euro pro Doppelzimmer und Nacht inklusive Frühstücksbuffet.
Lage und Anfahrt
Das Hotel Ramada Encore Bologna Fiera *** liegt im Norden von Bologna in der
Via Ferrarese 164 in der Nähe der Messehallen. Von der nächsten Autobahnausfahrt sind es nur wenige Kilometer durch dünn besiedeltes Gebiet zu fahren. Es geht an den Messehallen vorbei und dann auf die Staatsstraße Richtung Ferrara und schon ist man da. Mit Navigationsgerät ist die Sache ein Kinderspiel, ohne Navi könnte man einige Schwierigkeiten bekommen, weil die Beschilderung der italienischen Straßenbehörden nicht auf Anhieb logisch ist. Hat man die Via Ferrarese erst mal erreicht, ist das Hotel auf der linken Seite nicht zu übersehen, hoteleigene Schilder weisen den Weg sehr gut. Vor dem Hotel ist ein großer Parkplatz ohne Bewachung, hinter dem Hotel ist ein durch mehrere Kameras überwachter und durch Schranken gesicherter Parkplatz vorhanden, den wir auch genutzt haben. Genannt wurden 5 Euro pro Übernachtung, am Ende kostete der Parkplatz aber gar nichts. Der große Vorteil war, dass hier morgens Schatten herrscht und wir somit unsere Fahrten immer im kühlen Auto beginnen konnten. Der Parkplatz vor dem Hotel liegt ab Sonnenaufgang in der Sonne und sorgt für gut vorgeheizte Autos. Rein theoretisch könnte man sagen, dass die
Lage an einer Ausfallstraße (eigentlich zweispurig, aber von den italienischen
Autofahrern gerne mal auf vier Spuren erweitert!) ein Lärmproblem ergeben könnte. Dies ist aber nicht so, das Hotel verfügt über eine hervorragende Schalldämmung und ist überdies klimatisiert, so dass man die laute Welt draußen auch draußen lassen kann.
Check-in
Nach gut 800 Kilometern ruhiger Fahrt kamen wir um 15.30 Uhr im Hotel an. Der Check-In verlief sehr freundlich und routiniert, alle Unterlagen waren bestens vorbereitet, die Zimmer standen zur Verfügung und ich bekam sofort und unaufgefordert die Login-Daten für das hoteleigene kostenlose WLAN. Es wurden nur noch unsere Ausweise kopiert und schon erhielten wir die Chipkarten für die Zimmertüren. Unsere Zimmer lagen im 3. Stockwerk und waren mit dem Fahrstuhl schnell und einfach zu erreichen. Die Sprachen im Hotel sind italienisch und englisch, ein Mitarbeiter der Rezeption spricht aber auch durchaus gut deutsch und bemüht sich sehr, durch Nachfragen seinen Wortschatz zu erweitern. Alle Mitarbeiter sind jederzeit sehr freundlich und hilfsbereit, ich ließ mir zum Beispiel
das lokale Bussystem eingehend erklären und erfuhr ganz nebenbei eine Menge über Bologna. Kompetenz und Freundlichkeit der Mitarbeiter sind in meinen Augen perfekt.
Zimmer
Über hrs.de hatte ich zwei Standard-Doppelzimmer gebucht. Da unsere Kinder mittlerweile schon 10 und 13 Jahre alt sind, war es nicht notwendig, ein Familienzimmer oder zwei Zimmer mit Durchgangstür zu erbitten. So erhielten wir die Zimmer 320 und 328 am entgegengesetzten Ende des Flurs. Ganz vergleichbar eingerichtet waren die Zimmer nicht: einmal gab es eine Doppelcouch, dafür aber ein schmäleres Doppelbett, bei uns war nur ein Sessel, dafür aber ein breiteres Doppelbett. Die Größe der Zimmer ist eher bescheiden, aber es geht hier nicht um ein Urlaubshotel, sondern eher um ein Messe- und Businesshotel, das fast nur zum Schlafen genutzt wird. Für längere Aufenthalte sind die Zimmer mit Sicherheit zu klein, zumal es für Kleidung keinen Schrank, sondern nur wenige Regale und Aufhänger gibt. Die Ausstattung des Zimmers lässt ansonsten nichts zu wünschen übrig: Die Betten sind mit „orthopädischen“ Matratzen ausgestattet, in denen ich sehr gut schlafen konnte; meiner Frau war die Matratze aber zu hart. Der Fußboden im Zimmer ist Parkett und sieht sehr ansprechend aus. Am Fenster ist eine Art Schreibtisch mit einem Stuhl, es gibt hier
einen Fernseher (mittelgroßer Flachbildschirm), in dem viele italienische Programme, aber auch zwei deutsche Programme empfangen werden können. Außerdem kann man viele Pay-TV-Kanäle gegen Bezahlung nutzen - wir haben das nicht getan. Im gesamten Hotel gibt es kostenloses WLAN, welches ich mit meinem Notebook gerne genutzt habe. (Im Foyer ist aber auch eine PC-Arbeitsstation mit Drucker, die von den Gästen kostenlos genutzt werden kann und auch sehr intensiv genutzt wurde.) Das Bad ist sehr stylish eingerichtet mit vielen Spiegeln und Glasflächen - zuhause wollte ich sowas nicht, weil man ständig putzen muss, denn jedes Händewaschen führt schon zu unschönen Wasserflecken, aber in einem Hotel wird einem diese Arbeit ja zum Glück
abgenommen. Im Bad ist eine Wanne mit gläserner Duschabtrennung zu finden,
außerdem eine Toilette und ein Bidet, daneben das große Waschbecken. Es gibt einen Fön und diverse Mittelchen zum Waschen, Duschen und ein Schwämmchen zum Schuheputzen. Die Klimatisierung des Zimmers ist eine gute Sache. Wenn man den Raum verlässt, läuft die Klimaanlage automatisch auf der vorher eingestellten Temperatur und hält diese einigermaßen konstant. Ist man im Zimmer, sollte man allerdings die Anlage abschalten oder auf die kleinste Stufe einstellen, der kalte Luftzug könnte zu bösen Erkältungen führen. Die Lüftung im Bad arbeitet sehr effizient und schnell. Ein kleines Problem kann es mit den Chipkarten für das Öffnen der Zimmertür geben: nicht immer lassen sich die Türen öffnen, wir beobachteten mehrere Gäste, die sich bei der Rezeption darüber beschwerten, auch bei unseren Kindern ging die Karte einmal nicht, was sich aber nach einigen Minuten von selbst wieder auflöste. Ansonsten ist die Karte eine
feine Sache und mir persönlich deutlich lieber als ein Zimmerschlüssel.
Die Außenanlagen
Von Außenanlagen kann man bei diesem Hotel eigentlich nicht sprechen. Es gibt die beiden Parkplätze und vor dem Hotel auf einer kleinen Terrasse einige Sitzgelegenheiten für die Raucher; ansonsten setzte sich dort wegen der Hitze kein Mensch hin. Der Parkplatz selbst ist mit Bäumen und Sträuchern ganz ansprechend gestaltet, es gibt aber keine Fläche für einen angenehmen längeren Aufenthalt im Freien.
Restaurant-Angebot
Das Restaurant haben wir zweimal zum Abendessen genutzt, hier unsere Erfahrungen: Der Service ist sehr aufmerksam und immer zur Stelle. Das Angebot des Restaurants entspricht der italienischen Tradition mit Antipasti, erstem Gang, zweitem Gang und Dessert, man kann aber natürlich auch nur einen Teil davon bestellen. Pizza gibt es nicht, was unsere Kinder kritisierten. Wir aßen diverse Nudelgerichte (Lasagne, Tortellini, Tagliatelle) und auch mal eine Salatschüssel, wobei man - landestypisch - den Salat selbst anmachen muss. Auf einer Anrichte stehen kleine Häppchen, die man kostenlos „naschen“ kann, die waren sehr lecker. Allerdings betrachteten manche Gäste dieses Angebot als Aufforderung, sich dort schon satt zu essen, was wir absolut unmöglich fanden. Alle Speisen kamen frisch zubereitet und nach angemessener Wartezeit auf den Tisch. Uns hat alles sehr gut geschmeckt und wir waren auch mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden. Alle Gerichte kosteten 6 - 10 Euro, Sondergebühren für Service oder Gedeck gab es nicht. Die Getränkepreise waren dafür recht hoch (z. B. 3,00 Euro für eine Dose Cola, 8,00 Euro für 0,375 Liter Rotwein). Insgesamt ist das Restaurant ein gutes Angebot für Gäste, die abends nicht mehr in die Stadt fahren wollen. Es wurde rege genutzt sowohl von Business-Gästen als auch von den durchreisenden Touristen. Der Service war sehr aufmerksam und freundlich, hier gibt es nichts zu meckern. Störend wirkt lediglich, dass die Tische sehr eng gestellt sind und eine „private Atmosphäre“ so nicht aufkommen mag. Andererseits hat man die Gelegenheit, anderen Menschen sehr direkt beim Essen zuzusehen, was in einigen Fällen sehr lustig war.
Frühstück
Das für Italien überraschend reichhaltige Frühstücksbuffet war im Preis des Zimmers enthalten und wir konnten nach Lust und Laune aus der großen Auswahl wählen und schlemmen. Es gab Brötchen und Brot, diverse Kuchen und Kaffeestückchen, dazu Käse und Wurst (Schinken, Salami, Mortadella), Nutella, Marmelade und Honig sowie mehrere Arten an Müsli und Vollwertprodukten. Kaffee in verschiedenen Varianten, Tees, Schokolade, Säfte, alles war da. Auch zwei Arten "warmes Frühstück" gab es, nämlich Speck und Rührei, aber das war nicht sonderlich gelungen. Als Start in den Tag war das Frühstücksbuffet insgesamt gesehen sehr gelungen und absolut ausreichend, um aufs Mittagessen verzichten zu können. Wir waren höchst zufrieden und positiv überrascht.
Check-Out
Am Abreisetag (Samstag) wollten sehr viele Gäste abreisen, doch der Check-Out verlief völlig problemlos, freundlich und schnell. Ich bekam meine Rechnung und zahlte per Kreditkarte. Für die beiden Zimmer zahlte ich für drei Tage 264,60 Euro, was in Anbetracht der Leistung wirklich sehr günstig ist. Dazu kam noch ein Abendessen mit anschließendem Besuch der Hotelbar, welches mit 52 Euro zu Buche stand. Keine Zusatzkosten, keine Parkplatzgebühr, nichts. Dafür eine sehr freundliche Plauderei mit dem netten deutschsprachigen Mitarbeiter an der Rezeption, der schnell noch ein paar deutsche Worte wissen wollte. Er wünschte uns eine gute Weiterreise und wir verließen das gastliche Haus.
Umgebung - die Emilia-Romagna
Bologna liegt in der Po-Ebene, was für das landschaftliche Umfeld bedeutet, dass es hier flach, sonnig und damit sehr heiß ist. Die Gegend ist geprägt von Industrie, Handel und sehr viel Landwirtschaft. Wir haben in den drei Aufenthaltstagen neben Bologna die Städte Modena, Ferrara und Maranello (Galleria Ferrari!) besucht und auch die Kirche "Santuario della Madonna di San Luca" hoch über Bologna nicht ausgelassen, von wo man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die Ebene hat. Bei mehr Zeit hätten wir auch noch Ravenna, Rimini und einige kleinere Städte besichtigt, aber das war leider nicht möglich. Grundsätzlich empfinde ich diesen Teil der Emilia-Romagna nicht als typische Urlaubsregion, durch die wahrhaft sehenswerten Städte aber als ideal für die Durchreise oder einen Aufenthalt von mehreren Tagen.
Fazit
Ich würde jederzeit wieder im Hotel Ramada Encore Bologna Fiera *** übernachten. Einigen Freunden habe ich das Hotel auch bereits wärmstens empfohlen. Mein Urteil kann deshalb nur heißen: Volle Empfehlung, volle Punktzahl! Wer einige Tage günstig und gut in Bologna verbringen möchte, kann hier unbesehen zugreifen.
Allen Interessierten ein herzliches Dankeschön fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren des Berichts!
© Andreas Wilhelm, 19.11.2010PS: Dieser Bericht erscheint auch auf anderen Plattformen.