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Mit RUF in England

2  13.08.2006

Pro:
interessante Ausflüge, gut gewähltes Reiseziel, größtenteils nette Reisebegleiter

Kontra:
schlechte Unterbringung, schlechtes Preis - Leistungs - Verhältnis

Empfehlenswert: Nein 

Clover

Über sich:

Mitglied seit:11.02.2005

Erfahrungsberichte:2

Vertrauende:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

- INHALT -

1. Daten zur Reise
2. Busan- und abreise
3. Reisebegleiter
4. Unterkunft
5. Verpflegung
6. Programm
7. Zusammenfassung

Anm.: Die von RUF angebotenen Reisen sind auch mit Sprachkurs möglich. Leider kann ich dazu nichts sagen, da ich keinen gebucht hatte. Ich weiß aber, dass es an jedem Urlaubsort einen normalen und einen intensiven Sprachkurs gibt.

***1. Daten zur Reise

Anbieter: RUF Jugendreisen
Veranstalter: Offährte
Datum: 22.07.-07.08.2005
Reiseziel: Bournemouth, Südengland
Alter lt. Katalog: 14+15 bzw. 16+17
--- nach anderen Informationen auch 14-19
Unterkunft: "Cranborne House" oder "Hurn House"
Verpflegung: Halbpension (Vollpension möglich)
Reisetage: 16, 14 Übernachtungen
Reisepreis: 895,- € inkl. Einstieg in Leipzig, ohne Reiserücktrittsversicherung, ohne Ausflüge


***2. Busan- und Abreise

Einstiegsort: Flughafen Leipzig, 9:30 Uhr

Mit nur leichter Verspätung wurden wir am Flughafen abgeholt und freundlich empfangen. Die Fahrt an sich verlief ohne Probleme, nur kamen in Luxemburg alle Busse aus Deutschland zusammen und die Reisenden wurden in den Bus verfrachtet, der sie dann an ihr Urlaubsziel bringen würde - das dauerte natürlich eine ganze Weile, ist aber meiner Meinung nach nur schwer vermeidbar.
Um auf "die Insel" zu kommen, war der Eurotunnel vorgesehen, was ich auch sehr gut fand.
Dadurch, dass wir auch noch in England verschiedene Orte anfuhren, zog sich die Fahrt noch mehr in die Länge und wir kamen erst gegen 9 Uhr in Bournemouth an. Zum Glück konnten wir die Zimmer, entgegen den Informationen in unseren Reiseunterlagen, sofort beziehen.
Die Rückreise verlief ähnlich wie die Hinreise: langgezogen und anscheinend überhaupt nicht durchgeplant. In unseren Unterlagen stand als voraussichtliche Ankunftszeit (wieder in Leipzig) "zwischen 17 und 22 Uhr". Schon sehr vage, in der trauten Heimat kamen wir allerdings erst um 23 Uhr an.

***3. Reisebegleiter

...wurden im Katalog beschrieben als "junge Leute zwischen 21 und 30, die Lust auf Jugendreisen haben."
Als Betreuer hatten wir an unserem Zielort eine bunte Mischung aus allen Ländern, in denen die Reise angeboten wird (u.a. Deutschland, Spanien, Russland, Italien uvm.)
Da Menschen sehr unterschiedlich sind, fielen die zwischenmenschlichen Erfahrungen auch extrem unterschiedlich aus. Im Allgemeinen musste ich feststellen, dass die sog. "Teamer" aus Deutschland (die mit ca. 6 Personen am stärksten vertreten waren) mit einer Ausnahme alle unfreundlich waren. Da verstand ich mich mit ihren Kollegen aus anderen Ländern sehr viel besser, die alle durch die Bank weg einen äußerst sympathischen Eindruck machten.
Das fing bei der Hinreise an, als wir kurz vor der Ankunft fragten, wann wir denn die Zimmer würden beziehen können. Als Antwort bekamen wir ein mürrisches "Weiß nicht, war letztes Jahr in Frankreich."
Als dann schon am zweiten Reisetag mehrere Fragen bei uns auftauchten, wandten wir uns an den dort mit "Centre Manager" bezeichneten Verantwortlichen. Wie sich der Reisepreis zusammen setzte, konnte er uns nicht sagen, da diese Dinge in der Zentrale geregelt wurden. Gut, akzeptiert, kann er ja nicht wissen. Die Antwort war auch noch freundlich gehalten.
Später allerdings legten wir ihm eine Liste mit vorhandenen Mängeln vor (siehe auch Punkt 4, "Unterkunft") und baten ihn als Verantwortlichen, sich die Sache einmal anzusehen und zu unterschreiben. Es ging u.a. um Schimmel in der Dusche und einen total verdreckten Herd. Er verweigerte uns die Unterschrift mit dem Satz:
"Das sind alles ganz normale Abnutzungserscheinungen."

Mein Tip: Sich bei RUF-Reise immer an die Betreuer aus anderen Ländern halten, die sind wirklich immer freundlich und hilfsbereit - und man kann sein Englisch üben.

Zusammenfassend mussten wir feststellen, dass kompetentes Personal vor Ort überhaupt nicht anzutreffen war. Bei allen Anfragen die Reise betreffend, wurden wir darauf verwiesen, doch bitte mit dem Veranstalter nach unserer Heimkehr Kontakt aufzunehmen; beraten oder informiert hat uns niemand. Allerdings hat sich der Großteil der Reisebegleiter bemüht, uns bei allem zu helfen. Ich schlussfolgere daraus also, dass es nicht deren Schuld war, dass sie nicht informiert waren.

***4. Unterkunft

Die Zielstadt, Bornemouth, finde ich sehr gut ausgewählt für Jugendreisen. Es gibt dort verschiedene Angebote und ein aktives Nachtleben.
Der Nachteil ist allerdings, dass man es nicht voll auskosten kann, wenn man noch minderjährig ist. Wir sahen uns diesem Problem gegenüber, da alle Aktivitäten nach 22 Uhr nur für Personen ab 18 Jahren zugelassen waren.
Das liegt allerdings nicht am Veranstalter, sondern an den Gesetzen in England. Wenn man also vorhat, eine Jugendreise in dieses Land zu unternehmen, sollte man das vorher bedenken.

Unsere Unterkunft, das "Cranborne House" war die preisintensivere von beiden und wurde im Katalog als "eingerichtet im Stil des 21. Jahrhunderts" beworben. Davon war allerdings nicht viel zu erkennen.
Das Haus war ein Studentenwohnheim, welches während der Semesterferien von Touristen genutzt wurde (nicht nur für unseren Veranstalter, es ist auch möglich, als Einzelperson privat die Unterkunft zu buchen). Die Wohnungen bestehen aus 6-8 Einzelzimmern (jedes mit eigenem Bad) und einem Gemeinschaftsraum.
Die Erwartungen sind bei einer Jugendreise, noch dazu in einem Studentenwohnheim, allgemein nicht sehr hoch, jedenfalls waren es meine nicht, ein paar Grundregeln beim Einhalten der Sauberkeit und Hygiene hätte ich allerdings schon erwartet - die Unterkunft war der Teil des Urlaubes, der mich am meisten geschockt hat.
Schon bei der Inspektion des sog. Gemeinschaftsraumes (der mit mehr schlecht als recht gepolsterten Bänken, 6 großen Neonleuchten und dreckigem Fenster nicht gerade einladend wirkte) kamen uns erste Zweifel an der Richtigkeit unserer Reiseanbieterwahl: Der Herd war vollkommen verdreckt mit Essensresten, schon so verkrustet, dass er wohl seit mehreren Wochen nicht gesäubert worden war. Wäre es anders gewesen, hätten wir ihn allerdings auch nicht benutzen können, da das sofort den Feueralarm in ganzen Gebäude ausgelöst hätte. Dafür stand uns zu unserer Versorgung mittags die Mikrowelle bereit, die jedoch nicht weniger dreckig war. Das Fehlen von jeglichem Geschirr und Besteck hätte man auch vorher in den Reiseunterlagen kurz erwähen können, sodass man sich darauf vorbereiten kann.
Der Kühlschrank funktionierte und war auch recht sauber gehalten, wenn man sich die Verdichtungen und die Bereiche darum nicht genauer ansah.
Auf dem Fußboden lag schon bei unserer Ankunft Dreck, der nach des ersten wöchentlichen Besuches der Putzfrauen allerdings immer noch vorhanden war. Guten Willens versuchten wir, ihn mit dem wohnungseigenen Staubsauger zu beseitigen - leider war dieser gerade nicht funktionstüchtig.
In der zweiten Woche blieb die per Reisevertrag zugesicherte Säberung der Räume ganz aus. Auf Nachfrage wurde uns gesagt, dass "es sinnlos wäre", die Räume vor unserer Abreise noch einmal zu säubern. Sie würden dann wieder für die nächsten gereinigt. Wohlgemerkt, unsere Abreise lag noch 4 Tage in der Zukunft und mir wurde vertraglich zugesichert, dass die Räume für mich sauber gemacht würden und nicht nach mir.
Das Bad, welches zu jedem Einzelzimmer dazugehörte, war auch recht... interessant. Auf jeden Fall lebte in jedem etwas anderes. Die Duschvorhänge waren unten mit Schimmel überzogen, ebenso die Dusche selbst und auf der Wand über dem Fußboden bildeten sich seltsame Verfärbungen heraus. Diese Mängel wurden von schon genanntem Centre Manager mit "normalen Abnutzungserscheinungen" betitelt.
Als ein sehr einschneidendes Erlebnis empfand ich auch meinen kurzen Besuch im Fahrstuhl, der doch länger dauerte, als ich erwartet hatte. Ich wollte in den 5. Stock fahren, wo unsere Wohnung war, fand allerdings, nachdem der Lift angehalten hatte und sich die Türen öffneten nur eine große dicke Wand vor mir. Zum Glück ging die Fahrt nach ein paar Minuten weiter und ich musste nicht manuell befreit werden. Später erfuhren wir von anderen Reiseteilnehmern, dass fast jeden Tag jemand in einem der beiden Fahrstühle, die das Haus besaß, stecken blieb und bemerkten auch bald, dass jeden zweiten Tag einer repariert wurde.
Natürlich haben wir eine Schadenersatzforderung gestellt. Wie diese Sache ausgegangen ist, erfahrt ihr ganz am Ende meines Berichtes. Nur soviel: Auf die Sache mit dem Fahrstuhl bekam ich die Antwort, die Nutzung desselben wäre vertraglich nicht zugesichert. Toll. Leider hatte das Haus nun mal 9 Stockwerke und nebenbei... die Nutzung der Treppe war mir vertraglich auch nicht zugesichert.
Des Weiteren erfuhren wir von Touristen, die in der selben Unterkunft wohnten wie wir, allerdings nicht bei RUF Reisen, sondern direkt im Cranborne House gebucht hatten, dass sie für 14 Tage knapp unter 200,- € bezahlten. Da fragt man sich doch, wieso diese Reise so teuer ist.

***5. Verpflegung

Die Verpflegung erfolgte in der universitätseigenen Mensa, jeder Reiseteilnehmer erhielt bei seiner Ankunft eine Karte, in der verzeichnet war, auf welche Mahlzeiten er Anrecht hatte (je nach Buchung Voll- oder Halbpension). Zeit hatte man immer ca. 1 Stunde und ein paar Minuten, Frühstück gab es für meine Vorstellungen viel zu früh (8 Uhr, am Wochenende 9 Uhr), doch es musste an die Zeiten des Sprachunterrichtes der anderen angepasst werden. Von daher ist die frühe Uhrzeit verständlich.
Morgens gab es reichlich Auswahl, über Cornflakes bis hin zu Brötchen mit Marmelade oder Gebäck. Etwas herzhaftes, wie Käse o.ä. suchte man allerdings vergeblich, alles schmeckte in irgend einer Weise süß.
Beim Abendessen musste man aufpassen, zur richtigen Zeit zu kommen, damit man noch etwas Warmes bekam. Wann diese Zeit allerdings war, wusste niemand so richtig. Das Essen war nie eintönig, allerdings hatte fast alles keinen Geschmack.
Zwei Portionen konnte man sich nur "erschummeln", auf Nachfrage gab es nichts.

***6. Programm

Da es eine Jugendreise war, war für ein volles Programm gesort.
Vormittags war Sprachunterricht bei einheimischen Lehrern angesagt. Darüber kann ich leider nicht viel sagen, weil ich ihn nicht besucht habe, aber unsere Mitreisenden fanden ihn sehr gut und hatten auch Spaß dabei. Ich hab mich in der Zeit nochmal aufs Ohr gehauen - das Frühstück war einfach zu früh. *g*
Nachmittags begann dann immer das Freizeitprogramm, ab ca. 14 Uhr. Dann wurde jeden Tag eine Versammlung abgehalten, die, meiner Meinung nach, allerdings nicht viel brachte. Es wurde nur erzählt, was am betreffenden Tag angeboten wird (und eben das stand auch schon auf dem Programmzettel, den wir am Anfang des Urlaubs bekommen hatten) und dann wurde noch einmal betont, dass man bei Regelwidrigkeiten sofort nach hause geschickt wird.
Im Programm gab es dann von tanzen über Henna-Tatoos bis hin zu Karaoke-Spielen alles mögliche. Der "IP Ocean" (der Treffpunkt für alle, in dem auch das Angebot stattfand) war nachmittags auch immer sehr gut besucht und die Animateure waren wirklich nett und haben sich viel einfallen lassen.
Da ich zum Zeitpunkt der Reise 17 war, erschien mir das Programm manchmal etwas langweilig. Allerdings ist die Zielgruppe dieses Anbieters auch etwas jünger, deswegen sehe ich das nicht als Manko.
Neben dem Nachmittagsprogramm gab es auch zwei Ausflüge pro Woche, für die Listen aushingen, in welche man sich eintragen musste. Hatte man Pech, war die Liste schon voll, aber meistens gab es noch freie Plätze: Auf der Liste war immer so viel Platz wie im Bus, mit dem man gefahren ist. *g*

In den zwei Wochen unseres Aufenthaltes wurden folgende Ausflüge angeboten:
- Brighton (2x)
- London
- Winchester
- Corfe Castle (2x)
- Oxford (2x)
- Bath
- Salisbury
- Winchester
- Stonehenge

Pro Ausflug musste man eine Zuzahlung von 8-25 Pfund leisten, aber gelohnt hat es sich definitiv. In diesem Geld war dann alles enthalten: Busfahrt, Eintritt etc.
Wir haben an jedem Tag, an dem sich die Gelegenheit bot, einen Ausflug gemacht und ich fand besonders schön, dass sich die Reisebegleiter selbst über das Ziel informiert und uns im Bus noch etwas darüber erzählt haben. Man hat also gemerkt, sie haben sich wirklich dafür interessiert.

***7. Zusammenfassung

Ich würde sofort wieder nach England fahren. Nur nicht mit RUF. Das Programm war super, auch wenn es, bis auf die Ausflüge, eher für jüngere ausgelegt ist. Aber damit muss man bei einer Jugendreise rechnen, immerhin muss der Anbieter alle zufrieden stellen (oder es zumindest versuchen) und meistens sind es ja auch die jüngeren, die mehr beschäftigt werden müssen.
Nur die Unterkunft und das Essen haben mich dermaßen abgeschreckt, dass für mich schon nach der ersten Woche klar war: Hier hakst du nach und verlangst Geld zurück.
Während meines Briefwechsels mit RUF bzw. offährte kam ich mir manchmal etwas... falsch behandelt vor. Es drängte sich mir der Eindruck auf, man dachte, mit mir könne man machen, was man wollte, immerhin war das ja eine Jugendreise und ich nur ein Jugendlicher.
Nachdem ich allerdings nicht locker gelassen hatte, mehrere Briefe schrieb, die ausweichenden Antworten ignorierte und am Ende auch Fotos von der Unterkunft zur Bekräftigung mitsandte, erhielt ich eine Rückerstattung von 150€, was meiner Meinung nach sehr ordentlich ist.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Eisboy14

Eisboy14

11.11.2007 02:19

Ein wirklich sehr informativer und gelungener Bericht. Vielen Dank, dafür gibt es ein "sehr hilfreich" bzw. gut!

Heksen

Heksen

20.08.2006 13:51

Wenigstens eine, die einen super Bericht über diese Firma schreibt. DANKE! :-)

sweety179

sweety179

14.08.2006 02:19

Na das nenne ich mal einen sehr gelungenen Erstbericht! Weiter so ! GLG Anke

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