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Erfahrungsbericht

für Quito
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5 Sterne Quito, Geheimtipps und mehr
17 von 17 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro schöne Hauptstadt mit Flair, viele Sehenswürdigkeiten, Nightlife, relativ günstig, alle Vorteile einer Metropole

Kontra teilweise schmutzig, Smog, im Vergleich zu europ. Städten hohe Kriminalitätsrate

Der Autor

J-C-G

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In Ecuadors Hauptstadt Quito leben rund 1,5 der über 13 Mio. Ecuadorianer, was Quito nach Guayaquil zur zweitgrössten Stadt des Landes macht.

A N K U N F T :
** Quitos Portal zur weiten Welt ist der internationale Flughafen "Mariscal Sucre". Die Landung ist ein wahres Abenteuer, da der Flughafen wirklich mitten in Quito liegt, genauergesagt im nördlichen Teil der Stadt, und man teilweise nur wenige Meter über Hausdächer und Strassen fliegt. Das macht den Flughafen zu einem der gefährlichsten weltweit, weshalb er von zahlreichen Fluggesellschaften nicht mehr angeflogen wird (u.a. Lufthansa).
** Meiden Sie die direkt vor dem Flughafenausgang bereitstehenden Taxis - deren Fahrer sind nämlich gnadenlose Wucherer und verlangen das 3- bis 5fache des üblichen Fahrpreises. Gehen Sie besser eine Strassenecke weiter und nehmen Sie sich dort ein Taxi für weitaus weniger Geld.

U N T E R K U N F T :
** Billige Unterkünfte sind aufgrund deren grossen Verbreitung mit Leichtigkeit zu finden. Preis: schon ab 10 US-Dollar für ein Doppelzimmer, je nach Komfort.
** Das beste Hotel der Stadt ist das "Oro Verde" (5 Sterne), gegen das so manches "Hilton" blass aussehen würde...! Das hat natürlich seinen Preis, zumal Ausländer generell höhere Tarife bezahlen als Inländer - ganz offiziell...

E S S E N und T R I N K E N :
** Unzählige Restaurants laden zum Verweilen und Geniessen ein und bieten reichhaltige mehrgängige Menüs für wenige Dollar an.
** Im Norden Quitos -die genaue Adresse weiss ich leider nicht mehr, es muss aber irgendwo in der Nähe der "Avenida Amazonas" sein- gibt es ein kleines, hervorragendes Restaurant, das einem Spanier gehört und in dem man für ca. 4 Dollar ein grosszügig bemessenes Tagesmenü serviert bekommt, in einer sehr gemütlichen Atmosphäre (garantiert ohne Touristen, i.d.R. sind dort nur Quitenos oder allenfalls mal Spanier).
** Zu den besten und somit natürlich teuersten Adressen gehören das Restaurant des "Oro Verde" (s.o.) und die "Cueva del oso" ("Bärenhöhle"). In diesen beiden äusserst luxuriösen Restaurants bekommt man das wahrscheinlich beste Essen in ganz Quito.

N I G H T L I F E :
** Innerhalb der letzten Jahre hat sich in Quito ein Nachtleben entwickelt, das sich hinter dem von anderen lateinamerikanischen Metropolen nicht mehr zu verstecken braucht.
** Der sprichwörtliche Bär ist des Nächtens im Stadtviertel Mariscal los, wo sich kultige Clubs, Discos und Kneipen neinanderreihen. Ein Muss für Nachtaktive ist der Besuch des "Papillon" und des "Tijuana" (ehemals "Tequila Rock"). Letzteres gehört einem jungen Mexikaner, der fast immer selbst hinter dem Tresen steht und sehr viel vom Feiern versteht ;-) Die beiden genannten Locations, die in Sichtweite voneinander entfernt liegen, sind quasi eine Mischung aus Kneipe und Disco, nicht sonderlich gross, aber immer so gut besucht, dass die Gäste auf der Strasse Schlange stehen. Tolle, mitreisende Musik in fast schon gesundheitsbedenklicher Lautstärke, viel Bier und Cocktails. Und schöne Menschen, was nicht zuletzt auf die Gesichtskontrolle am Eingang zurückgeht.
** Generell öffnen und schliessen ständig neue Clubs und Discos, so dass man am besten beraten ist, wenn man sich einfach umschaut und umhört.
** !Achtung!, Wenn man sich ins Nachtleben stürzt, unbedingt Papiere mitführen (Reisepass mit gültigem Visum-Stempel sowie den Fragebogen zur Einreise, den man bei der Einreise nach Ecuador im Flugzeug ausgehändigt bekommt). I.d.R. genügt auch eine Kopie dieser beiden Dokumente. Die Polizei macht nämlich gerne Razzien in Discos, Clubs und Kneipen, und wer sich nicht sofort und zweifelsfrei ausweisen kann, verbringt den Rest der Nacht (oder länger, je nachdem, an wen man gerät) im Polizeirevier, und in ecuadorianischen Polizeirevieren weht ein etwas anderer Wind als in deutschen...
** !Achtung!, Quito ist nachts nicht ungefährlich. Ich empfehle Ausländern dringend, es nur in der Gruppe zu erkunden.

S E H E N S W Ü R D I G K E I T E N :
** "Mitad del mundo" ("Mitte der Welt"): Gemeint ist hiermit der Äquator, der 45 Busminuten vor den Toren Quitos verläuft. Die "Mitad del mundo" ist ein beeindruckendes begehbares Monument, von dem aus man eine grossartige Sicht über den Raum Quito geniessen kann. Im Innern des Monumentes befindet sich ein Museum, das den Erforschern und Vermessern der Äquatoriallinie, allen voran Humboldt, gewidmet ist und einen Einblick in deren damalige Arbeit bietet. Vor dem Monument, das eine Art Pyramide mit einer Weltkugel auf der Spitze darstellt, verläuft der Äquator, der in Form einer dicken, gelben Linie auf den Boden gepinselt ist. Sehr beliebt bei Touristen sind Fotos, bei dem man mit einem Bein auf der nördlichen, mit dem anderen auf der südlichen Hemisphäre steht. Das Monument ist umgeben von einem sehr detailverliebt nachgebauten kolonialen Dorf. Sehr sehenswert!
** Die koloniale Altstadt Quitos gehört zu den schönsten des gesamten Kontinents. Das angenehme dabei -und das trifft eigentlich auf ganz Quito zu- ist, dass sie (noch) nicht von Touristen überlaufen ist, so dass man alles ungestört und ohne Rummel erkunden kann.
** Regelmässige Stierkämpfe in der Arena - für den, der's mag. Ich selbst halte es für ziemlich pervers.
** Vom Norden Quitos aus kann man stets in unmittelbarer Nähe den aktiven Vulkan "Guagua Pichincha" sehen.

G E F A H R E N :
** Wie jede lateinamerikanische Grosstadt ist auch Quito ein relativ gefährliches Pflaster (wobei ich an dieser Stelle erwähnen möchte, dass Ecuador noch eines der ungefährlicheren Länder Südamerikas ist).
** An der Tagesordnung sind Taschendiebstähle, seltener bewaffnete Raubüberfälle. Eine sichere Gegend ist der (reichere) Norden Quitos, in dem auch der internationale Flughafen liegt. Eine etwas gefährlichere Gegend, in denen Touristen häufig beraubt/bestohlen werden, ist die Altstadt und der "Panecillo" sowie im Getümmel der zahlreichen Märkte. Sehr gefährlich ist u.a. das "Terminal Terrestre", der Busbahnhof für Überlandbusse.
** Wie überall, kann man das Risiko durch entsprechend umsichtiges Verhalten verringern. Nicht allzu "schick" herumlaufen, sondern besser lässig bis schmuddelig ;-) , keine teueren Kameras um den Hals hängen, einen Instinkt für gefährliche Gegenden/Situationen entwickeln, bei einem Überfall keine Gegenwehr leisten etc.
** Das Leitungswasser in ganz Ecuador verdient nicht gerade die Bezeichnung "Trinkwasser". Wer seinen Aufenthalt nicht damit verbringen möchte, im drei-Minuten-Takt zwischen Klo und Bett zu pendeln, sollte es weder trinken noch zum Zähneputzen verwenden. Auch unter der Dusche sollte man sich bemühen, das Wasser nicht zu schlucken. Ansonsten hat man im Handumdrehen Würmer oder Amöben, gegen die man im Falle des Falles das Medikament "Cegnidal" in allen Apotheken kaufen kann. "Cegnidal" besteht aus drei Tabletten, die man vor dem Schlafengehen einnimmt und die sehr zuverlässig alles abtöten, was im Magen-Darm-Trakt nichts zu suchen hat. Jedoch ist dieses Medikament eine blutbildverändernde Chemie-Bombe, so dass man wirklich alles dransetzen sollte, sich garnicht erst mit Parasiten zu infizieren!

E N T F E R N U N G E N :
** nach Cuenca knapp 500 km
** an die Küste (Esmeraldas) ca. 280 km

S T R A S S E N V E R K E H R :
** "Abenteuerlich" wäre stark untertrieben... Vor allem Freitag- und Samstag Abend/Nacht sind sehr viele Fahrer HACKEDICHT und fahren dementsprechend. Ecuador soll den siebtgefährlichsten Strassenverkehr der Welt haben, was man auf Anhieb glaubt, wenn man damit konfrontiert wird.
** Die Fahrer der Überlandbusse, die die grösseren Städte miteinander verbinden, fahren wie die Henker. Wenn man vor Achterbahn- oder Wildwasserfahrten zurückschreckt, sollte man in die Busse erst garnicht einsteigen.

S C H N Ä P P C H E N :
** Massanzüge. Es gibt in Quito einige erstklassige Herrenschneider, aus eigener Erfahrung kann ich "Santhiago" empfehlen, der sein Geschäft in der Innenstadt hat und leicht zu finden ist, da ihn jedermann kennt. Man wird dort vermessen, sucht sich aus einer Vielzahl von Stoffen (ich empfehle einen engl. Cashmere-Stoff als Basis) und Farben etwas aus und bekommt innerhalb von 7 - 10 Tagen einen hervorragend verarbeiteten Massanzug geschneidert. Kostenpunkt rund DM 400,-- für einen Dreiteiler, alles inklusive.

B E Z A H L E N :
** Die meistverbreiteten Kreditkarten sind VISA und Mastercard (=Eurocard), sogar kleine und kleinste Beträge können problemlos mit Karte bezahlt werden. Ebenfalls sehr verbreitet ist überraschenderweise die "Diners Club"-Kreditkarte, wohingegen man mit einer "American Express" nicht weit kommt. Dies gilt nicht nur für Cuenca, sondern für ganz Ecuador. DM kann man in allen grossen Banken gegen die Landeswährung "Sucre(s)" eintauschen, US-Dollar sowieso. Falls man länger in Ecuador ist und dort ein Konto eröffnet, kann man sogar deutsche V-Schecks in DM einlösen und den Gegenwert in Sucres sofort mitnehmen. Vom Umtausch in Wechselstuben rate ich ab, da man dort leicht über den Tisch gezogen wird und zudem der Kurs deutlich schlechter ist als in den grossen Banken (empfehlenswerte Banken: Banco del Austro, Banco del Pacifico).
** Am besten nur den aktuell benötigten Bedarf wechseln, da die Inflationsrate jenseits von 80 Prozent/Jahr liegt, Tendenz steigend. Den tagesaktuellen Sucres-Kurs kann man unter www.oanda.com verfolgen.
** Update: Mitte 2000 gab es aufgrund der extrem hohen Inflationsrate des Sucre eine Währungsreform, in deren Zuge der US-Dollar als einziges gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt wurde.

W W W / M A I L :
** Die Zahl der Internet-Cafes wird in Quito immer grösser, so dass man per Web-Browser bequem an seine Emails in GMX-, Hotmail-Accounts etc. herankommt. Internet-Cafes findet man mittlerweile an jeder Strassenecke, sie sind sehr populär, da nur wenige Ecuadorianer einen Internet-Zugang zuhause haben.

W E I T E R E - I N F O S :
** Unter www.quito.com gibt es das Portal "Quito News", das zahlreiche interessante Informationen rund um Quito und Ecuador bereithält.


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Kommentare

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  • BuuBuu 04.03.2009 16:50
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Ich komme gerade aus Quito zurück und bin noch immer total begeistert!

  • dkfz 18.08.2003 12:05
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • kolibrili 13.02.2003 11:21
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • JustMyOpinion 07.01.2003 11:59
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Wombaer 16.10.2002 15:10
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Sehr guter Bericht, der sich auch mit meinen Eindrücken deckt!

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