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Pro angenehme Atmosphäre
Kontra sehr schlechtes Restaurant
Auch unser Domizil für unseren Aufenthalt auf São Miguel hatten wir über www.azores.com im Voraus gebucht.
Das Hotel Solar do Conde, was recht sonnig klingt, aber wohl eher mit „Palast des Grafen“ zu übersetzen ist, ist im Örtchen Capelas an der Nordküste der Insel gelegen. Vom Flughafen, der westlich der Hauptstadt Ponta Delgada an der Südküste liegt, ist es jedoch leicht innerhalb von 15-20 Minuten erreichbar. Die Straße, die von der Nord-Süd-Verbindung in die Ortschaft abzweigt, führt relativ steil hinab und ist lang und holprig. Das Hotel ist im Ort nicht per Wegweiser ausgeschildert, so dass wir es nicht auf Anhieb finden. Doch die Polizei ist auch auf den Azoren dein Freund und Helfer.Das Hotel liegt am östlichen Ortsausgang direkt an der Küstenstraße. Es verfügt über 27 Zimmer / Wohnungen, von denen viele in kleinen Bungalows liegen. Die Einfahrt erfolgt über ein enges Tor, das man, aus dem Ort kommend, nur befahren kann, wenn man auf die linke Straßenseite ausweicht. Der Verkehr auf Terceira hält sich zwar in Grenzen, jedoch pflegt man in der Regel einen sehr flotten Fahrstil. Im Hof vor der Rezeption ist ein kleiner Parkplatz, der für 8-10 Fahrzeuge ausreicht. Da das keineswegs dem Zimmerangebot entspricht, gibt es weiteren Parkraum gegenüber dem Hotel auf der anderen Straßenseite.
Obwohl wir schon vormittags auf der Nachbarinsel aufgebrochen sind, kommen wir erst am Nachmittag hier an. Denn der verspätete Flug mit SATA (wie bereits an anderer Stelle berichtet), die Fahndung nach dem vermissten Gepäck und das zusätzliche Warten am Mietwagenschalter hat einiges an Zeit gekostet. Da das Wetter heute eher durchwachsen ist, stört uns das nicht weiter. Wir sind froh, unser Zimmer beziehen zu können und uns erst mal etwas auszuruhen.Das Zimmer ist weit mehr als ein Zimmer, sondern mehr eine kleine Wohnung, bestehend aus Schlafzimmer, Bad, Wohnraum und Küche und einer oberen Etage, wo zusätzliche Betten für Kinder oder Schnarcher stehen. Die obere Etage findet bei uns jedoch dieses Mal weder als Exil noch als Fluchtstätte Verwendung.
Ja, sogar Kochen könnte man hier selbst, wenn man wollte. Allerdings wird man gleich schriftlich darauf hingewiesen, dass der Zimmerservice das Abwaschen von Geschirr nicht mit einschließt, sondern dass dafür bei Abreise Extrakosten berechnet werden würden.Die Räume verfügen über Zentralheizung, die in der nasskalten Nebensaison auch durchaus angebracht ist. Allerdings scheint die Hotelleitung bei schwacher Auslastung der Anlage, wie es in den Wintermonaten häufig der Fall sein dürfte, es zu bevorzugen, die Zentralheizung aus Kostengründen abzuschalten und den Zimmern lieber mehrere stromfressende Elektroheizkörper zur Verfügung zu stellen. Wie bereits im Vorbericht erwähnt, die Dinger scheinen hier der große Renner zu sein. Gefroren haben wir jedenfalls nicht. Allerdings führt die unregelmäßige Belegung der Räumlichkeiten in den Wintermonaten offenbar dazu, dass auch hier Schränke feucht-muffig riechen und nicht gerade dazu einladen, seine Kleidung dort unterzubringen.
Die Zimmer verfügen über Telefon mit Amtsleitung (von uns nicht benutzt) und TV mit Satellitenempfang. Bedingt durch die Terroranschläge von Madrid läuft bei uns stets CNN, sobald wir im Zimmer sind.Die Warmwasserversorgung erfolgt über einen Durchlauferhitzer, der mit Gas betrieben wird. Da wir das nicht gewohnt sind, müssen wir uns die Handhabung am nächsten Morgen erst mal vom Hauspersonal erklären lassen.
Zwischen zwei Wohneinheiten gleich neben unserem Apartment liegt der eingezäunte Aufenthaltsbereich von Rusty, der hauseigenen Huskie-Hündin. In den ersten Tagen hält sie sich dort auf, womöglich hatte man sie dort eingesperrt, weil womöglich Gäste da waren, denen wohler ist, wenn Hunde nicht frei herumlaufen. Nach ein paar Tagen treffen wir das junge verspielte Tier dort allerdings nicht mehr an, vielmehr ist es dankbar, wenn wir uns auf dem Hof als Ballspielpartner hergeben.Da wir am ersten Abend immer noch auf unser Gepäck warten, weswegen zumindest LosGatos‘ Freundin etwas beunruhigt ist, haben wir auch keine Lust, auswärts nach einem Restaurant Ausschau zu halten, sondern besuchen das hoteleigene.
Ich bestelle eine Vorspeise (ich habe längst vergessen, was es war). Als Hauptgericht wähle ich Oktopus in Rotweinsoße, was ich auch daheim selbst gerne koche und esse. Es ist klar, dass es sich hier in Anbetracht der wenigen Gäste kaum um ein frisch zubereitetes Gericht, sondern nur um aufgetaute Tiefkühlkost handeln kann. Deshalb muss es ja noch nicht unbedingt schlecht schmecken. Hier lasse ich jedoch einen Teil des Essens stehen. Mir wird heute noch schlecht, wenn ich daran denke. Es hat mir derart den Appetit auf Oktopus verdorben, dass ich mein geliebtes Gericht seitdem auch daheim noch nicht wieder zubereitet habe. LosGatos‘ Freundin hat paniertes Fischfilet, von dem sie auch kaum was isst, weil es aus mehr Panade als Fisch besteht. Es sieht so unappetitlich aus, dass ich mir nicht mal vorstellen kann, dass Engländern das schmecken würde. Wenigstens ist der Wein einigermaßen genießbar. Am Nachbartisch sitzen junge Italiener, die sich flambiertes Chateaubriand gönnen, was auf mich rein optisch auch keinen verlockenden Eindruck macht. Natürlich zahlen wir für den Fraß hotelübliche Preise, die um ca. 50% über Restaurantniveau liegen. Immerhin versuchen wir den üblen Nachgeschmack noch durch jeweils einen Whisky zu kompensieren. Uns ist klar, dieser Besuch des Hotelrestaurants sollte unter allen Umständen eine Ausnahme bleiben. Außer zum Frühstück würden die uns nicht wiedersehen.Als wir kaum beim Essen sind, bittet mich die Bedienung zur Rezeption, weil unsere Koffer da sein und ich dem Taxifahrer einen Beleg für die Fluggesellschaft unterschreiben muss. Es gießt gerade in Strömen und trockenen Fußes kann ich unser Apartment nicht erreichen. Zwei schwere Gepäckstücke habe ich zu schleppen. Es macht jedoch niemand Anstalten, mir behilflich zu sein. Womöglich sind Azoreaner wasserscheu.
Das Frühstück stellt sich je nach Anzahl der Gäste entweder als Buffet oder als auf den Tischen stehende Portionen dar. Pro Nase erhält man 2 Brötchen, dazu Kaffee, Saft, Marmelade, Schinken und Käse. Auch Eier können ohne Aufpreis geordert werden. Nachschlag ist ebenso kein Problem. Ich sehne mich eines morgens lediglich nach der langweiligen Piano-Musik des Vortags mit internationalen Klassikern, denn an diesem Morgen gibt es eine ganze Modern Talking-CD zum Frühstück. Denn weder ist Thomas Anders LosGatos‘ Freundins Heart noch ist Dieter Bohlen LosGatos‘ Soul. Beim Frühstück belege ich mir meist noch ein Brötchen und nehme es als Tagesverpflegung mit. Schief angeschaut hat mich deswegen hier niemand. Allerdings erweist es sich nicht immer als ganz einfach, so ein Schinkenbrötchen an Rusty vorbei ins Zimmer zu schleusen.Was die Lokalitäten angeht, muss noch erwähnt werden, dass es in Capelas und in der unmittelbaren Umgebung wenig Alternativen an Restaurants gibt. In Capelas gibt es zwei Kneipen, die auch Restaurantbetrieb haben. Dabei ist es oft so, dass diese Gasthäuser mehr nach Bar und wenig kulinarisch einladend aussehen. Wenn man dort als Fremder hereinkommt, ahnt der Wirt aber meistens schon, dass man zu Abend essen möchte. Und mit „Sesam-öffne-dich“ wird man dann in einen separaten Raum geführt, wo man von einer meist nicht üppigen Speisekarte dann auch zu Essen bestellen kann. So haben wir in Capelas einmal das Lokal „O Immigrante“ besucht. Da waren wir dann zwar allein im Speisesaal. Es ist durchaus kein Restaurant, das man empfehlen kann, aber qualitativ und preislich gewinnt es den Vergleich zum Hotelrestaurant vom Conde do Solar natürlich leicht.
Das Solar do Conde verfügt über einen Swimmingpool, der während unseres Aufenthalts auch schon in Betrieb ist, aber nicht von uns benutzt wird, obwohl sich das Wetter zwischendurch hin und wieder auch von seiner sonnigen Seite zeigt. Die Anlage wirkt sehr gepflegt mit vielen Pflanzen. Im hinteren Bereich befindet sich sogar ein kleiner botanischer Garten, durch den man einen kleinen Spaziergang unternehmen kann.Bei unserer Abreise stelle ich fest, dass im Gegensatz zu den meisten Hotels die Rezeption nicht um die Uhr besetzt ist. Unser Flug nach Fayal geht recht früh und so wollen wir gegen 7 auschecken. Zu dieser Zeit hat jedoch lediglich Rusty Dienst, den sie schlafend vor der Tür ausübt. Nein, Wachhunde sehen anders aus. Aber immerhin gibt es einen Rufknopf, wo sich auch jemand meldet, und einige Minuten später erscheint ein Herr, den ich öfters im Garten arbeiten sah und bei dem es sich womöglich um den Besitzer der Anlage handelt. Aber vielleicht ist es auch nur der Hausmeister. Oder beides. Jedenfalls begrüßt auch Rusty die Tatsache sehr, dass die Rezeption endlich öffnet. Denn welcher Hund liegt nicht lieber auf einem Teppich als auf kalten Steinplatten. Jedenfalls können wir jetzt problemlos auschecken, wobei ich den Restbetrag der Rechnung, in der sich im wesentlichen unser einmaliger Restaurantbesuch niederschlägt, mit der Kreditkarte begleiche. Auch den Wäschedienst hatte LosGatos‘ Freundin einmal in Anspruch genommen, wobei die Wäschestücke bereits am nächsten Tag fertig gereinigt waren. Unseren Aufenthalt im Solar do Conde hatten wir ja bereits vorab (wie auch auf Terceira) per Voucher beglichen. Dabei hatten wir pro Nacht und Zimmer inklusive Frühstück 69 EUR bezahlt. Ich habe im Internet unter www.azores.com gesehen, dass die Preise mittlerweile wohl noch etwas gesenkt wurden. Dafür hat man jetzt als Ortsname nicht Capelas, sondern Ribeira Grande angegeben, was nicht korrekt ist, denn das größere und vor allem mehr Restaurants bietende Ribeira Grande liegt ca. 15 Autominuten entfernt. Bei den genannten Preisen handelt es sich um Nebensaisonpreise. Ein Aufenthalt in der Hochsaison ist bis zu 50% teurer.
FAZITDie Anlage Solar do Conde ist keine Nobelherberge, aber sie bietet in angenehmer Atmosphäre ein gutes Preis/Leistungsverhältnis. Sie eignet sich vor allem als Unterkunft für Azorenurlauber, die per Mietwagen die Insel erkunden und abseits von Urlaubstrubel ausspannen wollen. Das Restaurant sollte man allerdings nur zum Frühstück betreten.
Copyright LosGatos
Blick über die Anlage
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Carmelita2905 25.08.2004 19:12
Radar 21.08.2004 11:54
Sophrolaeliocattleya 22.07.2004 12:14
Catblue22 18.07.2004 02:32
Mieses Restaurant in Portugal?? Das gibts doch gar nicht ;-)