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Pro sehr günstige Lage
Kontra eigentlich fast alles
Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, meinen längst fälligen neuen Bericht mit netten und positiven Gedanken zu füllen. Aber da mir nach wie vor die Inspiration zu neuen Ciao-Artikeln nicht gerade mit Riesenschritten hinterher rennt, werfe ich eben einfach mal einen nicht ganz so netten Artikel über etwas kürzlich Erlebtes auf den Markt. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen von euch irgendwann mal bei gewissen Entscheidungen weiter.
Eine meiner Leidenschaften ist das Reisen. Wenn ich dann an meinem Ziel angekommen bin, will ich aber nicht tagelang nur am Strand versauern, sondern in erster Linie Land und Leute erleben und kennen lernen. So habe ich auch schon etliches gesehen von dieser Welt, aber eine Stadt habe ich einfach noch nie besuchen können: London. Nun ergab es sich dieser Tage aber endlich, dass ich ganz spontan in Begleitung meiner Tochter ein paar freie Tage für diesen langersehnten Trip in die englische Hauptstadt nutzte. Gebucht habe ich nicht online, sondern im Reisebüro. Die Wahl fiel auf ein Angebot aus dem Katalog eines großen und bekannten Anbieters, nämlich auf das Queens Park Hotel.
Da ich London bislang überhaupt nicht kannte, habe ich mir die angebotenen Hotels alle mit dem Stadtplan in der Hand näher angeschaut. Ich wollte natürlich möglichst citynah und dennoch preisgünstig untergebracht sein, was für Londoner Verhältnisse angeblich nahezu unmöglich ist. Und trotzdem habe ich es geschafft. Das von mir erwählte Queens Park Hotel befindet sich in Bayswater, einem ziemlich zentral gelegenen Bezirk Londons. Um dorthin zu gelangen, sind wir vom Flughafen London-Stansted zunächst in den Stansted-Express gestiegen. Die Tickets dafür habe ich mir schon bei Buchung der Reise besorgt. Aber natürlich bekommt man sie auch ohne Probleme am Flughafen. Die Dinger sind nicht ganz billig, für eine Tour musste ich 22 Euro pro Person hinblättern. Aber dafür sitzt man bequem und ist nach etwa 45 Minuten am Zielbahnhof Liverpool Street angelangt.
Nun lernte ich erstmals das wirklich hervorragende Londoner U-Bahn-Netz kennen. Zum Hotel nimmt man die "rote" Bahn namens "Central Line", fährt damit 9 Stationen, und steigt dann an der Queensway Station aus. Von hier sind es nur noch etwa 4-5 Minuten Fußweg bis zum Objekt der Begierde, welches sich in der Queensborough Terrace, einer ruhigen Nebenstraße, befindet. Auf dem Weg dorthin stellt man bereits fest, dass die Gegend recht belebt und geschäftsreich ist. Man passiert auch einige Lokale, die man durchaus für ein Abendessen in Betracht ziehen kann.Verlässt man das Hotel, ist der Weg zu den sehenswerten Plätzen und Orten Londons überhaupt nicht mehr weit. Zu "Madame Tussauds" fährt man mit der U-Bahn 3 Stationen (1mal umsteigen) in nördlicher Richtung, in Richtung Westminster Bridge (wo sich auch London Eye, Big Ben usw. befinden) beispielsweise sind es mit einmal Umsteigen ganze 4 Stationen. Was will man mehr als London-Tourist? Als besonderes Highlight sei noch erwähnt, dass der Hyde-Park unmittelbar an das Hotel grenzt. Und die Portobello Road (berühmt geworden durch ihren unendlich weitläufigen Trödelmarkt) ist gar zu Fuß erreichbar, oder man fährt als Lauffauler eine Station mit der U-Bahn bis Notting Hill. Also alles in allem kann man die Lage des Hotels nur als ausgesprochen touristenfreundlich bezeichnen. Zu den Preisen komme ich etwas später.
Steht man vor dem Queens Park Hotel, ist man wirklich noch guter Dinge, denn äußerlich sieht die Häuserzeile, die scheinbar aus mehreren aneinander anschließenden Hotels besteht, durchaus ansprechend und gepflegt aus. Insgesamt zählt das Hotel etwa 100 Zimmer und bietet standardmäßig neben der Übernachtung nur noch Frühstück an.
Betritt man das Gebäude, befindet man sich in einer kleinen, aber feinen Empfangshalle. Die Begrüßung an der Rezeption fiel ziemlich sachlich und nüchtern aus. Und schon gab es die erste unschöne Aktion: die korpulente Dame fand unsere Buchung nicht! O je, ich sah mich bereits mit dem Koffer in der Hand durch London irren auf der Suche nach einem freien Hotel… Es dauerte tatsächlich geschlagene 15 Minuten, bis sie unter irgendwelchen Aktenbergen meinen Namen herausfischte und mir wortlos das Eincheckformular hinlegte. Kein Wort der Entschuldigung. Na gut, ich bin ein positiv denkender Mensch, also sah ich großzügig über diese unschöne Begrüßung hinweg.Einen Pagen kann man selbstverständlich in dieser Preisklasse nicht erwarten, also schleppten wir uns und unsere Koffer zum Fahrstuhl, um in die 3. Etage zu gelangen. Ich war heilfroh, dass wir nur zu zweit waren, denn die Lifte, von denen es ganze 2 Stück gab, ähnelten eher Kaninchenställen. Soll heissen, wer noch nicht an Platzangst leidet, bekommt sie spätestens jetzt. Die Kabinen waren mehr als winzig, und die laut knarzende Geräuschkulisse während der langsamen Fahrt sorgte auch nicht gerade für Vertrauen. Für ein Hotel dieser Größenordnung völlig inakzeptabel.
Schließlich brachte das Ding uns aber doch ohne Zwischenfälle in die 3. Etage. Der Flur auf dem Weg zu unserem Zimmer war genauso beengt wie der Fahrstuhl und noch dazu relativ dunkel. Irgendwie nicht sehr einladend.
Wir hofften natürlich nach den ersten Eindrücken auf Besserung und betraten unser Zimmer. Nun ja, groß ist anders, war mein erster Gedanke. Aber egal, zum schlafen würde es reichen. Etwa 10qm, aber durch das relativ große Fenster hatte man nicht unbedingt ein beengtes Gefühl. Etwas erschreckt hat mich das Bett. Eigentlich hatten wir ja ein Doppelzimmer gebucht, und fanden dann dieses höchstens 1,40 Meter breite, sehr weich gefederte Bettchen vor. Nicht einmal getrennte Matratzen hatte das Ding. Ansonsten fanden sich im Zimmer ein Kleiderschrank, Wasserkocher, 2 Kaffeetassen, ein Fön und ein Fernseher. Das Bad war zum Glück separat angelegt, enthielt Badewanne, Waschbecken und WC. Im Großen und Ganzen waren Zimmer und Bad recht sauber, was mich sehr froh stimmte, da ich in diesem Punkt doch eher empfindlich und pingelig bin.
Nachdem wir den Rest des Tages noch zu einem ersten Bummel in die City nutzten und spätabends ziemlich müde ins viel zu weiche Bett plumpsten, freuten wir uns eigentlich auf eine erholsame Nacht. Plötzlich, so gegen 23 Uhr, schreckten wir jedoch plötzlich hoch. Wir glaubten direkt neben einem tropfenden Wasserhahn zu liegen, was aber eigentlich nicht sein konnte. Also Licht an und kräftig gestaunt: die Deckenlampe war umrandet von einem dicken Wasserfleck, und es tropfte unablässig auf den schönen roten Teppich neben unserem Bett. Ich war ziemlich sprachlos. Nachdem sich der erste Schock gelegt hatte, fing meine Tochter mit einem Wasserglas die Tropfen auf, während ich zur Rezeption stapfte, und dem Nachtportier mein Problem erklärte. Er kam mit hoch, besah sich das Elend und gab uns dann wortlos, also auch ohne ein Wort der Entschuldigung, ein anderes Zimmer.
Dieses neue Zimmer lag im Erdgeschoss, wieder mussten wir durch einen langen schmalen Gang stapfen. Auf den ersten Blick schienen wir uns verbessert zu haben, denn das Zimmer war mindestens doppelt so groß, das Bad ebenfalls. Und vor allem hatten wir jetzt ein richtiges Doppelbett! Allerdings gab es kein richtiges Fenster, sondern nur eine schmale Luke im oberen Teil der Wand. Und diese Luke war auch noch vergittert. wahrscheinlich weil das Zimmer auf der Rückseite des Hotels lag, und das Gitter sollte wohl eine Art Einbruchsschutz darstellen. Noch dazu waren die Wände ziemlich beschmiert, und vor allem die Deckenleuchte sah widerlich aus (siehe Fotos).Zu allem Überfluss lagen sowohl die Küche als auch die Lagerräume für die Putzmittel neben unserem neuen Zimmer, so dass wir morgens ziemlich früh wach wurden. Aber damit hätten wir ja leben können, wenn nicht ein weiteres Übel mächtig gestört hätte. Die Wände zum Nachbarzimmer schienen aus Pappe zu sein bzw. gar nicht zu existieren. Neben uns wohnte ein englisch sprechender Herr, der jeden Abend ab 20 Uhr abwechselnd in sehr energischer Tonlage telefonierte und anschließend mit seiner Frau Streitgespräche führte. Das ging jeden Abend so und dauerte immer bis tief in die Nacht. Man hatte das Gefühl direkt dabei zu sein.
Die Nächte waren also eher eine Qual. Um so mehr freute ich mich -zumindest noch am ersten Morgen- auf ein feines Frühstück. Im Katalog las ich, dass der Frühstücksraum im Keller sei. Scheinbar hat man das aber inzwischen geändert, denn das Büffet war gleich neben der Empfangshalle in einem relativ großen, offenen und lichtdurchfluteten Raum aufgebaut, der sogenannten Breakfast Area. Es gab genügend Plätze, so dass man nicht anstehen oder drängeln musste. Allerdings war das kulinarische Angebot mehr als bescheiden: Croissants, Butter, drei Sorten Marmelade, Müsli und Cornflakes, sowie 2 Brötchensorten. Keine Wurst, kein Käse. Ach ja, der Kaffee schmeckte erstaunlich gut, und O-Saft stand auch noch rum.
Allerdings gab es auch hier ein äußerst nerviges Detail zu bemängeln. An einer Wand hing ein riesengroßer Flachbildfernseher, aus dem in einer unglaublichen Lautstärke mal MTV-Videos dröhnten, oder am nächsten Tag irgendein englisches Frühstücksfernsehen mit ganz viel Werbeunterbrechungen lief. Der Nervfaktor war enorm. Wahrscheinlich wollte das Personal vermeiden, dass man sich länger als unbedingt nötig dort aufhielt, da man ja auch irgendwann Feierabend machen will…
*** PREISE ***
*** MEIN FAZIT ***
Positiv zu bewerten ist die sehr günstige und citynahe Lage des Hotels, wofür der Preis wohl als angemessen zu betrachten ist. Auch in der näheren Umgebung des Hotels ist einiges los, so dass man nicht unbedingt in der teuren Innenstadt von London sein Abendessen zu sich nehmen muss.
Wer also wirklich mit jugendherbergsähnlichen Verhältnissen leben kann und vergisst, dass man eigentlich für ein 3-Sterne-Haus gelöhnt hat, dem sei das Queenspark Hotel für einen London-Kurztrip empfohlen, denn viel preisgünstiger wird man in der Nähe der City nicht unterkommen. Qualitätsbewussten Mitmenschen kann ich allerdings an dieser Stelle nur empfehlen: seht euch nach anderen Unterkünften um.
*** ANSCHRIFT***
In dieser Häuserzeile verstecken sich mehrere Hotels. Der rote Kuller zeigt den Eingang zum Queens Park Hotel.
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hexenstoepsel 27.06.2011 19:23
nivekfcb 22.06.2011 17:53
michi-primel 14.06.2011 15:03
sarahka 09.06.2011 05:03
London und gute Hotels.... da hab ich noch weitaus schlimmere erlebt ;)
jockel2001 21.05.2011 00:55
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