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Erfahrungsbericht

für Queen Victoria Building, Sydney
5 Sterne Das schönste Einkaufszentrum der Welt
23 von 23 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro einfach schön

Kontra manchmal etwas überlaufen

Der Autor

Capetonian Seit 2 Sep 2000

Mein "Einstiegsthema" bei CIAO war Südafrika. Im Jahr 2000 habe ich knapp 3 Monate in Cape Town... mehr

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Das Opernhaus von Sydney kennen alle. Vom Queen Victoria Building, von den Einheimischen kurz QVB genannt, wissen nur die wenigsten Europäer etwas.
Einer davon ist der französische Designer Pierre Cardin, der es anlässlich der Wiedereröffnung im Jahre 1986 "das schönste Einkaufszentrum der Welt" nannte.
Wer es von aussen sieht denkt nicht unbedingt an ein Shopping Center. Es sieht eher aus wie ein Regierungsgebäude, z.B. das schweizer Bundeshaus in Bern: in der Mitte eine grosse Hauptkuppel flankiert von zwei kleineren Kuppeln, alle mit grünem Kupferdach, mächtigen Sandsteinmauern, Baustil der Jahrhundertwende.
Das "Queen Victoria Market Building", wie es früher hiess, wurde im 1898 als Ersatz für den zu eng gewordenen Markt von Sydney gebaut. Es nimmt einen ganzen Strassenblock von 190x60m in Anspruch. Unter einem langen Glasdach gibt es auf fünf Geschossen 200 Geschäfte zu entdecken. Die Hälfte davon Modeboutiquen die neben einheimischen Kreationen auch den letzten Chic aus New York, Tokyo, Paris und Mailand anbieten. Das kulinarische Angebot ist nicht weniger kosmopolitisch. Australien ist ein klassisches Einwanderungsland und viele Nationen steuern etwas aus ihren Küchen bei: Von Sushi über Pasta und Kebab bis hin zu afrikanischen Gerichten. Von der Sachertorte über Baklava und Toblerone bis zur Pawlowa, einer australischen Spezialität die nach einer russischen Tänzerin benannt wurde. Alles gibt es hier zu kaufen.
Doch das ist nur die eine Seite. Man kann kaum zwanzig Schritte gehen ohne auf neue Sehenswürdigkeiten zu treffen. Das stilgerecht renovierte Gebäude zeigt mehr Exponate als manches Museum. Auf einem Bild sind berühmte australische Persönlichkeiten verewigt: Nationalhelden, Sportlerinnen, Politiker, Filmsternchen, Popstars. Neue werden laufend dazu gemalt. Etwas älter sind die Königsfamilien, die in Ölfarbe auf Leinwand gebannt sind. Glasfenster weisen auf die verschiedenen Handwerker hin, die beim Bau mitgeholfen haben. Schwarzweissfotos aus der Bauzeit des Gebäudes sind an den Wänden des Treppenhauses ausgestellt. Das lebensgrosse Pferd samt Wagen aus zwei Tonnen Jadesteinen wurde von einem Malaysischen Investor geordert. Die Wachsfigur der Königin Viktoria in jungen Jahren ist von Replikas verschiedener Kronen und Juwelen des British Empires umgeben. Zwei grosse Spieluhren zeigen Szenen aus der britischen Geschichte respektive der Besiedlung Australiens. Sogar der Gang zum stillen Örtchen wird zum stilvollen Erlebnis. Männer ahnen nur, wie es in der millionenteuren, exklusive Damentoilette im 2. Stock aussieht. Das WC für die Gentlemen ist aber auch nicht schlecht - einige Teile der Einrichtung scheinen aus der Zeit der Erfindung des "Water Closet" zu stammen. Bei all diesen Attraktionen erstaunt es auch nicht weiter, dass zwei Mal täglich Führungen angeboten werden. Ein Teil der Arbeit von Marita Daniel, die 1978 von Berlin nach Sydney gekommen ist. Sie arbeitet seit zwölf Jahren an der Informationstheke im QVB und weiss auf so ziemlich alle Touristenfragen eine Antwort. Ihr Geheimtipp ist "the tearoom". Das Restaurant wurde im früheren Ballsaal eingerichtet. Neben einer grossen Auswahl an Tee und Kaffee sind auch kalte und warme Speisen sowie Bier, Wein und Spirituosen im Angebot. Frau Daniel sagt: "Man findet sonst kaum einen so gemütlichen und ruhigen Ort im Stadtzentrum". Am Abend und an Wochenenden kann der Raum für Gesellschaften gemietet werden. Hochzeiten und runde Geburtstage werden hier gefeiert aber auch Geschäftsleute aus den umliegenden Bürohochhäusern treffen sich dort gerne zu speziellen Anlässen.
Im Queen Victoria Building bloss einzukaufen wäre wirklich schade. Königin Victoria war übrigens selber nie in dem Gebäude, das nach ihr benannt wurde. In ihrer Zeit dauerte es Monate, um nach Sydney zu kommen und sie starb drei Jahre nach der Eröffnung. Wer das Einkaufszentrum heute sehen will und aus Europa kommt muss mit etwa 20 Flugstunden rechnen - oder besucht es virtuell auf www.qvb.com.au


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Kommentare

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  • Beaver2000 01.06.2006 19:06
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • Seldi 19.04.2005 15:06
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich

    Hi! War erst gestern selber drin...wollt nur mal schauen was andre so drüber denken!

  • beckmac 01.11.2002 19:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • mck1 18.10.2002 12:30
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • Spacefly 04.10.2002 14:39
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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