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Erfahrungsbericht

für Prag
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5 Sterne Eine Woche in der "Goldenen Stadt" Bericht mit Bildern
108 von 108 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro wunderschöne/alte Gebäude, Vielseitigkeit, Atmosphäre

Kontra Touristen über Touristen, Armut abseits der Touristengegenden

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Steffi_D Seit 31 Jan 2010

"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon." VIELEN DANK für die tollen... mehr

17 Mitglieder vertrauen mir

Im März diesen Jahres hatten mein Freund und ich uns dazu entschlossen, in den Semesterferien eine Woche in der "Goldenen Stadt" zu verbringen. Auch wenn es schon seeehr sehr viele Berichte über Prag gibt, hatte ich grade Lust, unsere Erfahrungen in einer Art Reisetagebuch aufzuschreiben und eventuell die ein oder andere Anregung zu geben, was man in Prag so machen kann :)

Tag 1

Öffentliche Verkehrsmittel
Angekommen am Prager Flughafen wollten wir zunächst ein Wochenticket für den öffentlichen Verkehr (Metro, Straßenbahn, Bus) kaufen. Im Internet hatte ich gelesen, dass es ein solches für ca. 8 Euro gibt. Allerdings war diese Angabe wohl sehr veraltet. Ein Wochenticket gibt es überhaupt nicht. Auch die Preise scheinen drastisch in die Höhe gegangen zu sein. Für einen Tag zahlt man 100 Kronen (ca. 4 Euro), für drei Tage 330 Kronen (Wer ist bitte so blöd, sich dieses Ticket zu kaufen?) und für 5 Tage 500 Kronen. Insgesamt viel zu teuer! Eine einfache Fahrt kostet je nach Länge 18-26 Kronen, also lohnt es sich meist eher, sich einzelne Tickets zu kaufen und höchstens an Tagen, wo man weiß, dass man viel fahren wird, ein Tagesticket zu kaufen. Fahrkarten gibt es an jeder Metrostation, bei Busfahrern und eventuell auch im Hotel. Man kann sich auch gleich mehrere Fahrkarten im Voraus kaufen, da man diese sowieso noch separat entwerten muss ;)
Vom Flughafen aus sind wir dann mit dem Bus zum Hotel gefahren. Das hat uns für die 20-minütige Fahrt 30 Kronen gekostet, was daran liegt, dass man Gepäck nochmal zusätzlich bezahlen muss.

Geld wechseln
Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel mussten wir erstmal Geld wechseln. In Deutschland hatte man uns bei verschiedenen Banken gesagt, dass wir auf gaaar keinen Fall hier das Geld wechseln sollen, sondern direkt in Prag, weil da die Kurse so viel besser wären - totaler Schwachsinn! In Prag hatten wir enorme Probleme unser Geld zum gleichen geschweige denn zu einem besseren Kurs zu wechseln, als wir ihn in Deutschland bekommen hätten. In Deutschland hätten wir für einen Euro ca. 24-25 Kronen bekommen. Das ist auch ungefähr der Kurs, den die tschechischen Banken haben. Um genau zu sein haben wir für einen Euro 24,5 Kronen bekommen - wohlgemerkt in der Bank! In den meisten Wechselstuben waren die Kurse um einiges schlechter! Hier unbedingt darauf achten, dass an der Wechselstube "No Commission" steht und dass es sich auch wirklich um eine offizielle Wechselstube handelt!! Am Besten wie gesagt in der Bank tauschen!

Essen: Boulevard Crocodile ***
Am Kreisverkehr an der Vitezné nám. Eigentlich haben wir dieses kleine "Restaurant" nur aufgesucht, weil es direkt bei unserem Hotel war. Das Boulevard Crocodile ist ungefähr vergleichbar mit unserem Subway. Für ein Menü mit Eistee, Kartoffelecken+Dip und einem Baguette zahlt man ca. 4 Euro. Preis-Leistungsverhältnis stimmt definitiv, gestört hat mich lediglich, dass man statt dem Eistee nichts anderes bestellen konnte.

Tag 2

Tour durch Prag
Den zweiten Tag haben wir eigentlich größtenteils für eine mehr oder weniger kleine Tour durch Prag vom Wenzelsplatz bis zum Altstädter Ring genutzt. Wenn man noch nie in Prag war ist es definitiv ratsam, zunächst eine Stadtführung zu machen, da es einfach soooo viel zu sehen gibt. Wir haben uns dann aber mit unserem Reiseführer begnügt, da ich ja bereits das zweite Mal da war.

Das Prager Wachsfigurenkabinett *
(seperater Erfahrungsbericht folgt)
Da ich schon seit Ewigkeiten mal ins Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett wollte, aber leider immer Zeit und Geld fehlten, dachte ich mir, das Prager Wachsfigurenkabinett (an der Melantrichova 18, geöffnet von 10-23 Uhr) wäre vielleicht fürs Erste eine gute Alternative. Allerdings wurde ich diesbezüglich ziemlich enttäsucht. Der Eintrittspreis war mit 150 Kronen (ca. 6 Euro) einigermaßen okay, allerdings nicht für das, was einem geboten wurde. Die Damen an der Kasse waren unglaublich unfreundlich und haben einem schon von Vornherein die Lust auf das Wachsfigurenkabinett gründlich verdorben. Hinzu kamen relativ wenig und unauthentisch aussehende Wachsfiguren. Viele von den tschechischen Persönlichkeiten waren mir zudem noch komplett unbekannt. Alles in allem lohnt sich ein Besuch definitv nicht!! Wir waren zu dem Zeitpunkt auch die einzigen im Kabinett, was auf jeden Fall schon für sich spricht ;)

Essen: Kammený Stul ***
Das Kammený Stul liegt direkt am Altstädter Ring, wenn man also draußen sitzt hat man einen super Blick auf den ganzen Platz und teilweise auch auf die astronomische Uhr. Die Bedienung war auch super freundlich. Das Preis-Leistungsverhältnis ist okay. Für einen Burger mit Pommes zahlt man 175 Kronen (ca. 7 Euro), ein 0,4l Bier kostet 44 Kronen (unter 2 Euro). Zusätzlich haben wir zusammen 75 Kronen (3 Euro) für den Service bezahlt, was aber in Prag grundsätzlich in den meisten Restaurants üblich ist.

Idyllisch: Insel Kampa ****
Nachdem wir erstmal genug von den Menschenmassen am Altstädter Ring hatten, haben wir uns dazu entschlossen, die Halbinsel Kampa aufzusuchen. Die Insel erreicht man über die Karlsbrücke. Kommt man von der Innenstadt aus, muss man die Karlsbrücke überqueren. Direkt darunter befindet sich Kampa, durch den "Teufelsbach" vom Festland getrennt. Kampa ist auch als das "Venedig Prags" bekannt, was meiner Meinung nach aber zu viel des Guten ist ;) Trotzdem hat es mir hier, abseits von all dem Trubel, sehr gut gefallen. Auf der Insel sind einige kleine Cafés und Restaurants sowie das Kampa-Museum vorhanden. Abends sind wir dann noch einmal wiedergekommen, um direkt am Moldauufer noch ein wenig Wein zu trinken.

Tag 3

Prague Zoo ***
Den dritten Tag haben wir komplett für einen Besuch im Prager Zoo eingeplant. Den Zoo erreicht man, indem man zunächst mit der Metro C bis Nádrazí Holesovice fährt und anschließend mit dem Bus 112 bis Zoologicka Zahrada. Der Zoo ist täglich von 9.00-17.00 Uhr geöffnet. Gezahlt haben wir 100 Kronen (4 Euro). Dies war allerdings ein ermäßigter Studententarif. Hier ist zu beachten, dass nicht alle einen ganz normalen deutschen Studentenausweis annehmen. Im Zoo war es der Fall, im Wachsfigurenkabinett aber hätte man einen internationalen Studentenausweis gebraucht, den wir allerdings nicht beantragt hatten.
Alles in allem ist der Zoo sehr schön und großflächig angelegt. Der Prospekt wirbt mit 60 Hektar, mehr als 5000 Tieren von insgesamt 650 Arten. Von den 5000 Tieren haben wir allerdings leider nicht allzu viel zu sehen zu bekommen. Viele Käfige waren leer oder es war zumindest keine Spur von den Tieren, die sich dort befinden sollten, vorhanden. Mehr als die Hälfte der Tiere, die wir dann doch noch zu Gesicht bekommen haben, waren irgendwelche Vogelarten, was uns nach einiger Zeit dann doch etwas gelangweilt hat. Gestaltet ist der Zoo trotzdem sehr schön, allerdings streckt er sich auch ganz schön in die Länge. Mit Kindern denke ich ist es fast unmöglich den kompletten Zoo zu besichtigen und wenn doch sollte man sehr viel Zeit einplanen. Das Gefälle ist zum Teil auch ziemlich stark, ab April kann man mit einer Seilbahn fahren, allerdings waren wir ja leider Ende März da. Alles in allem hat es uns trotzdem gut gefallen, allerdings hatten wir nach 4-5 Stunden keine Lust mehr und haben uns somit nicht alles angeguckt.

Mehr Informationen: http://www.zoopraha.cz/cs/

Essen: Pizzerie Donna III ****
Nach dem Tag im Zoo hatten wir ziemlichen Hunger und wollten eigentlich ein Restaurant (U Cizku) aufsuchen, über welches ich hier einen Erfahrungsbericht gelesen hatte. Leider war dieses aber geschlossen, weshalb wir dann kurzerhand in eine Pizzeria, die auf der selben Straße lag, gingen. Die Pizzerie Donna III liegt an der Karlovo namesti 28. Sowohl Bedienung, Ambiente als auch das Preis-Leistungsverhältnis haben definitiv gestimmt. Eine große Pizza bekommt man für ca. 135 Kronen (ca. 5-6 Euro). Ein 0,5 Bier kostet nur 35 Kronen (ca. 1,50 Euro). Geschmeckt hat es auch sehr gut: also definitiv empfehlenswert!!

Tag 4

Die Prager Burg ****
Der vierte Tag ging eigentlich komplett für einen Besuch der Prager Burg drauf. Für die Burg und dem Viertel um sie herum (Hradschin) sollte man sich auch wirklich einen Tag Zeit nehmen, sie steht im Guiness-Buch der Rekorde als größte Burganlage der Welt. Da ich bereits auf Studienfahrt in Prag und auch auf der Prager Burg war, haben wir uns für eine kleine Tour entschieden. Diese kostet ermäßigt 125 Kronen (5 Euro) und beinhaltet den Eintritt in den alten Königspalast, die St.-Georgsbasilika und das Goldene Gässchen. Wer gerne noch mehr sehen möchte, kann sich am Besten vor Ort über andere Angebote informieren. Was mich immer wieder an der Burg fasziniert, ist die Atmosphäre, die aufkommt und die tolle Aussicht über Prag, die man vom Burggelände aus hat.
Ein weiteres Highlight dürfte wohl die Wachablöse auf dem Burghof sein, die täglich um 12 Uhr stattfindet. Von dieser war ich aber eher enttäuscht, da es zu diesem Zeitpunkt einfach nur ein riesen Gedränge gab und die Wachen teilweise sehr gereizt gegenüber Touristen reagierten. Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht unbedingt sich das anzutun ;) Auch das Goldene Gässchen, was ja eigentlich mit seinen vielen alten Lädchen als idyllisch gilt, war so von Touristen zugestopft, dass es nicht mehr sonderlich viel Spaß gemacht hat, dadurch zu gehen. Trotzdem ist ein Besuch der Prager Burg definitiv empfehlenswert und für Touristen ein Muss ;)

Essen: Piazza D'Oro ***
Das Restaurant liegt direkt an der Prager Burg und ist auch dementsprechen teuer. Für Fisch mit Kartoffeln oder für einen Salat zahlt man 250 Kronen (10 Euro) und die Portionen sind nicht sonderlich groß. Dafür hat es umso besser geschmeckt und das Ambiente ist natürlich einfach nur toll!

Tag 5

Shoppen
Shoppen kann man in Prag natürlich auch sehr gut ;) Was allerdings wichtig ist: Wer vorhat viel zu kaufen sollte alle Kassenbons aufbewahren! In Prag zahlt man eine Steuer in den Kleidungsgeschäften, die man sich später zurückzahlen lassen kann. Meines Wissens nach geht das z.B. am Flughafen, allerdings habe ich hierauf verzichtet, da ich eh nicht sonderlich viel gekauft habe. Schön sind auch die kleinen Märkte, die sich überall in Prag finden lassen. Besonders empfehlenswert ist der Markt Havelská (Havelská Prag 1). Handeln nicht vergessen! ;)

Essen: Svejk restaurant U zeleneho stromu ****
Gegessen haben wir im U zeleneho stromu an der Jilska 4 in Prag 1. Sehr empfehlenswert! Das Essen war sehr günstig, für 130 Kronen (ca. 5,50 Euro) ist man sehr satt geworden und es gab einen kompletten Laib Brot gratis dazu! Ein 0,5 Pils bekommt man für 31,90 Kronen, günstiger habe ich es sonst in keinem Restaurant gesehen! Ich hätte zwar gerne zwischendurch auch mal eine Cola oder ein Wasser getrunken, hatte aber keine Lust, hierfür bestimmt das Doppelte zu zahlen: Wer in Prag ist sollte sich also das Biertrinken angewöhnen, wenn er dies nicht schon getan hat ;)

Geheim-Tipp: Krizik's Fountain ****
Die Adresse des Krizik's Fountain ist: Vystaviste Fairgrounds, U Výstaviste LDS 1/20, 170 05 Prag 7. Erreichen tut man ihn mit der Metro bis Nadrazi Holesovice und dann mit der Tram 1, 12 oder 15 bis Vystaviste.
Es handelt sich hier um eine Wasser und Licht Show, die im Sommer noch mit Tanz und Ballett unterstützt wird. Täglich gibt es drei Vorstellungen. An dem Tag, an dem wir dort waren, war das Thema Filmmusik und das Waser- und Lichtspiel kam zu Liedern wie "My heart will go on" oder "I don't want to miss a thing". Mir hat es wirklich unglaublich gut gefallen, die Atmosphäre war einfach nur toll und die Lieder gingen unter die Haut. Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Sommer noch um einiges beeindruckender ist. Einziger Kritikpunkt ist, dass wir ziemlich gefroren haben. Da es schon Abend war und relativ kühl, war es auf der Tribüne recht kalt. Der Eintrittspreis beträgt 200 Kronen (8 Euro) - lohnt sich aber defintiv!

Mehr Informationen & Programm: http://www.krizikovafontana.cz/en/indexe​n.html

Unbedingt hin: Goldener Baum *****
Im Goldenen Baum war ich bereits, als wir auf Studienfahrt in Prag waren. Es handelt sich um eine Art Cocktailbar mit Restaurant, die sich in einem Hotel befindet und in deren Untergeschoss sich eine Art Stripclub befindet. Dies lässt sich ja in Prag an jeder Ecke finden ;) Zu finden ist der Goldene Baum in der Karlova 6, direkt an der Karlsbrücke. Männer zahlen je nach Tag entweder 100 Kronen, 60 Kronen oder keinen Eintritt. Trotzdem lohnt es sich, auch wenn man nur die Cocktailbar besucht. Ein Cocktail kostet im Schnitt 99 Kronen, also super günstig und die Auswahl ist einfach nur riesig!! Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! Das Ambiente oben ist auch sehr gemütlich und erinnert nicht an ein Striplokal, dass sich ja auch wie gesagt nur im Untergeschoss befindet ;)

Mehr Informationen & Cocktailkarte: http://zlatystrom.com/

Tag 6

Das jüdische Museum

"Das jüdischste an diesem Museum ist, dass es Samstags geschlossen hat."

Dieses Zitat von meinem Freund sagt eigentlich schon relativ viel über das jüdische Museum aus ;) Es beinhaltet einige alte jüdische Synagogen sowie den alten jüdischen Friedhof. Eintritt kostet das Ganze ermäßigt 200 Kronen (8 Euro). Tickets gibt es entweder an der Hauptkasse (sehr sehr lange Schlange) oder in einem kleinen Antiquitäten-Laden um die Ecke. Durch dieses Wissen haben wir uns bestimmt eine halbe Stunde Anstehen gespart ;) Wer allerdings schöne, alte Synagogen erwartet, die eine gewisse Atmosphäre ausstrahlen, wird meiner Meinung nach enttäuscht. Die Synagogen wurden wirklich zu einer Art Museum umgebaut, überall stehen alte Exponate, die zum Teil absolut uninteressant sind, zumindest meiner Meinung nach. Von dem Charme der Synagogen ist nicht mehr viel übrig. Was mich allerdings wirklich beeindruckt hat war die Pinkassynagoge. Die Wände sind mit den Namen und Geburts-sowie Sterbedaten der Opfer aus der NS Zeit "geschmückt", was einen wirklich nachdenklich stimmt. Außerdem befinden sich zahlreiche Kinderzeichnungen aus Theresienstadt im ersten Stock. Auch der alte jüdische Friedhof war interessant und beeindruckend zu sehen, allerdings findet man an sehr sehr vielen Gräbern Münzen, welche von Touristen abgelegt wurden und ich bezweifle, dass die meisten dort einen wirklichen Sinn hinter sehen, was eigentlich schade ist. Alles in allem hätte ich es schöner gefunden, die Synagogen zu erhalten und nicht als Museen möglichst Touristenanziehend zu gestalten. Man hätte schließlich auch ein seperates Museum einrichten können!

Tag 7

English, please?
An unserem letzten Tag in Prag wollten wir einen Tagestrip nach Kutná Hora machen. Kutná Hora ist eine kleine, verschlafene Stadt ca. 60km von Prag entfernt. Aufmerksam geworden waren wir auf sie durch das berühmte Beinhaus in Sedlec , einem Vorort von Kutná Hora. Der Innenraum dessen ist nahezu ausschließlich aus Menschenknochen, alles Kriegsopfer, gestaltet.
Um nach Kutná Hora zu kommen machten wir uns also auf zum Bahnhof. Wohlwissend mehr Zeit eingeplant kamen wir ca. eine halbe Stunde bevor der Zug abfahren sollte dort an, wir mussten schließlich noch Tickets kaufen und das richtige Gleis finden. Das mit dem Gleis finden gestaltete sich als nicht so schwer, das mit den Tickets leider schon! Am gesamten Bahnhof war nicht eine Person zu finden, die wirklich Englisch sprechen konnte, weshalb wir auch erst nach Ewigkeiten den Ticketverkauf gefunden haben, wo man uns dann aber doch mit gutem Englisch weiterhelfen konnte. Die Hin- und Rückfahrt hat uns beide zusammen 262 Kronen (knapp über 10 Euro) gekostet, war also sehr günstig. Busfahrten innerhalb von Kutná Hora sind auch sehr sehr günstig.

Kutná Hora - Sedlec - Das Beinhaus
Angekommen haben wir uns also erstmal auf nach Sedlec gemacht, um uns das Beinhaus anzusehen. Ermäßigter Eintritt beträgt 30 Kronen. Was auf den ersten Blick ziemlich makaber wirkte, hat mich dann doch sehr fasziniert und man kommt definitiv ins Grübeln. Auf einem Handzettel heißt es noch: "Das Beinhaus wurde deswegen eingerichtet, damit sich die Besucher bewusst sind, wie kurz unser Leben ist. Die Einrichtung der Knochen soll uns zur gegenseitigen Harmonie unter lebenden Menschen und auch dazu führen, dass wir das Leben mehr schätzen und unserer Verantwortlichkeit bewusst sind. Das Beinhaus weckt in uns das Wissen: Wenn die irdische Hülle der Menschen so armseelig ist, ist es notwendig, mehr Seelenanstrengung zu entwickeln, so dass ein ehrenvolles Andenken für folgende Generationen bleibt."
Meiner Meinung nach lohnt sich ein Besuch im Beinhaus definitiv, auch wenn es vielleicht nicht unbedingt für jeden etwas ist.
Anschließend sind wir dann noch mit dem Bus in die Innenstadt von Kutná Hora gefahren. Der Weg führte größtenteils über alte Straßen durch sehr heruntergekommene Viertel und dementsprechend waren auch die Fahrgäste größtenteils sehr arm. Innerhalb von Kutná Hora waren dann aber wieder eher Touristen, aber es war auf gar keinen Fall voll, sondern eher wirklich schön. Alte Gebäude, alte Geschäfte, uns hat es sehr gut gefallen. Die Menschen im Touristencenter sind auch super nett und hier konnte uns sogar mit gutem Deutsch geholfen werden ;) Leider hatten wir nicht mehr so viel Zeit, da wir abends nochmal durch Prag gehen wollten. Man sollte also schon einen kompletten Tag für Kutná Hora einplanen, wenn man sich dort z.B. die alten Kirchen oder Museen angucken möchte!

Essen: Sole Mio ***
Gegessen haben wir in Kutná Hora im Sole Mio, einer Pizzeria. Diese liegt an der Ceská 184 und hat von 14-17 Uhr Happy Hour (alles 10% günstiger). Für eine große Pizza haben wir ca. 110 Kronen (ca. 4 Euro) gezahlt und die Pizza war wirklich sehr sehr groß. Leider hat sie aber nicht wirklich toll geschmeckt, hat ein wenig an Tiefkühlpizza erinnert. Das Bier ist noch günstiger als in Prag: ein 0,5 Pils bekommt man für 30 Kronen! Das Ambiente war aber wirklich schön: ein kleines Restaurant, das, passend zum Namen, mit vielen Sonnen dekoriert ist.

Sexmachines Museum ****
Wieder in Prag wollten wir dann als letztes noch in das Sexmachines Museum gehen. Dies liegt an der Melantrichova 18 und hat von 10-23 Uhr geöffnet. Laut Prospekt handelt es sich beim Museum um eine "Ausstellung mechanischer Erotik-Apparate, die Lust vermitteln und besondere und ungewöhnliche Stellungen beim Beischlaf ermöglichen sollen." Der Eintritt beträgt ermäßigt 150 Kronen (6 Euro), ich glaube sonst waren es um die 10 Euro, was uns aber zu teuer gewesen wäre. Aber es war wirklich mal was ganz anderes und viele der ausgestellten Exponate hat man so noch nie gesehen und wundert sich, das sowas wirklich benutzt wurde.

Am nächsten Morgen ging es dann wieder zum Flughaben und ab zurück nach Paderborn! Ein Besuch in Prag lohnt sich auf jeden Fall immer wieder!! Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick darüber geben, wie vielseitig Prag ist und was man alles dort anstellen kann ;)

Bilder

für Prag
Astronomische Uhr
Astronomische Uhr am Altstädter Ring
von Steffi_D Steffi_D
Astronomische Uhr

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Kommentare

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  • allisonbraun 03.11.2011 14:42
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • Rollersfan 22.10.2011 11:22

    *bh nachreich*.....und sonnige Herbstgrüße :o)

  • Rollersfan 20.10.2011 18:21

    Wir haben es leider nur für einen Tag nach Prag geschafft, dabei zeigt Dein Bericht, was es alles noch zu sehen gibt. Schade, dass das Wachsfigurenkabinett so entäuschend war, aber jenes in Berlin ist auch nicht so prall, aber dafür teurer. BH folgt und LG!

  • a_lisa 17.10.2011 18:14
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Super Bericht und BH natürlich, LG Lisa

  • DauerSmile 23.09.2011 19:42
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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