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Erfahrungsbericht

für Pont du Gard, Nimes
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4 Sterne Eine 20 Jahrhunderte alte Brücke Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro Diese Brücke ist ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte

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Natürlich haben wir bei unserem Urlaub in Südfrankreich auch den Pont du Gard besucht. Ja, ihr lest richtig. Schon wieder eine Brücke. So langsam kann man sich fragen: Haben die denn im Urlaub nichts anderes als Brücken gesehen? Es ist ja schon die zweite, über die ich schreibe. Aber keine Angst, es ist die letzte ;)

Was ist der Pont du Gard?


Es handelt sich dabei - wie der Name schon sagt - um eine Brücke über den Fluss Gard. Aber nicht irgendeine Brücke, sondern es handelt sich um ein von den Römern gebautes Aquädukt aus dem 1. Jahrhundert nach Christus.

Der Pont du Gard ist von den Römern errichtet worden, um die Stadt Nemausus (das heutige Nîmes) mit Wasser zu versorgen. Das gesamte Aquädukt war beinahe 50 km lang und der Pont du Gard stellt den am besten erhaltenen Abschnitt dieses Bauwerks dar. Und wohl auch den beeindruckendsten, denn die Brücke ragt in ihrer ganzen Pracht über dem Fluss in die Höhe.

Die Brücke besteht aus drei Ebenen; auf der obersten verläuft die alte Wasserleitung. Die Brücke ist 49 m hoch und 275 m lang. Wenn ihr gerade einen 5-Euro-Schein zur Hand habt, seht euch mal die Rückseite an. Darauf ist eine antike Aquäduktbrücke abgebildet, die sehr an den Pont du Gard erinnert.

Die Geschichte der Pont du Gard


Die Stadt Nîmes hatte in der römischen Zeit ungefähr 20.000 Einwohner. Interessanterweise war der Pro-Kopf-Verbrauch mit einem Kubikmeter Wasser wesentlich höher als heute. Auf jeden Fall musste eine so große Stadt mit Wasser versorgt werden. Nîmes liegt mitten im Land und so mussten sich die Römer etwas einfallen lassen.

Der Aquädukt sollte Wasser von den Quellen in der Nähe der römischen Stadt Ucetia (das heutige Uzès) nach Nîmes schaffen. Etwa 20.000 Kubikmeter Wasser flossen täglich über das Aquädukt. Dabei offenbarten die Römer ihr enormes architektonisches Geschick, denn sie berücksichtigten beim Bau alle auftretenden Schwierigkeiten. Das Gesamtgefälle auf der 50 km langen Strecke beträgt nur ungefähr 12 m. Der Aquädukt selbst wurde so geschickt gebaut, dass er sämtliche geografischen Hindernisse wie Gebirge umgeht.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde die Pflege des Aquädukts jedoch immer mehr vernachlässigt. Im 9. Jahrhundert wurde der Aquädukt vollkommen unbrauchbar und die Menschen begannen damit, die Steine des Bauwerks wie so oft für andere Zwecke zu benutzen.

Der Pont du Gard selbst wurde vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert als Straßenbrücke verwendet. 1747 wurde jedoch eine neue Straßenbrücke gebaut, damit der römische Aquädukt nicht mehr weiter beansprucht wird. Mittlerweile ist die Brücke für den Autoverkehr gesperrt. 1985 wurde der Pont du Gard zu einem Unesco Weltkulturerbe.

Zum Artikel noch ein Wörtchen: Ich habe sowohl "der" als auch "die" Pont du Gard gelesen. Ich nehme an, dass diese Verwirrung daher kommt, dass das deutsche "die Brücke" im Französischen jedoch "le pont" heißt. Häufiger habe ich aber "der" Pont du Gard gelesen, was mir auch besser gefällt wegen des französischen Wortes.

Erreichbarkeit


Um hierher zu kommen, braucht ihr ein Auto! Es gibt meines Wissens nach keine Chance, den Pont du Gard mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Von Avignon wie auch von Nîmes ist der Pont ungefähr eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt, von Arles etwa 45 Minuten.

Auf der Autobahn A9 kann man ziemlich nahe heranfahren, dann bei der Abfahrt Remoulins runter von der Autobahn und noch etwa zehn Minuten fahren. Die Strecke ist sehr gut zu fahren und ist gut ausgeschildert.

Von den Parkplätzen geht man dann ungefähr noch 5 bis 10 Minuten bis zur Brücke.

Preise und Öffnungszeiten


Das ist leicht. Geöffnet: Immer. Immerhin steht das Ding mitten in der Landschaft. Und die Nennung der Preise ist auch leicht: 15 Euro pro Auto. Zwischen 19 und 5 Uhr ist der Eintritt allerdings kostenlos.

Das bedeutet: Es kostet 15 Euro wenn man alleine ist und es kostet 15 Euro, wenn man die fünfköpfige Familie im Auto hat. Es kostet 15 Euro wenn man den ganzen Tag da ist und es kostet 15 Euro, wenn man nur von 14 bis 15 Uhr da ist.

Dafür darf man dann die gesamte Anlage besuchen. Aber meiner Meinung nach wäre ein anderes System besser: zwei verschiedene Karten, einmal für den Pont, einmal für die Anlage und ein Kombiticket. Oder Tages- und Halbtageskarten. Irgendwas in der Richtung. Aus diesem Grund wird ein Stern abgezogen.

Barrierefreiheit


Da eine meiner besten Freundinnen körperlich schwer behindert ist, empfinde ich auch die Frage, ob eine Sehenswürdigkeit behindertengerecht ist, als sehr wichtig. Der Pont-du-Gard ist es teilweise.

Die Streckte vom Parkplatz zur Brücke ist für Rollstuhlfahrer kein Problem, da es keine Stufen gibt und der Weg einigermaßen eben und gut ausgebaut ist. Natürlich kann man dann das Bauwerk nur von unten bestaunen. Um den Hang hochklettern zu können zu den Aussichtspunkten muss man natürlich körperlich fit sein. Aber generell kann ich den Pont-du-Gard durchaus auch Behinderten empfehlen.

Was wird noch geboten?


Zusätzlich zur Brücke bietet die Anlage noch einiges mehr. Da ich diese Angebote nicht nutzen konnte, werde ich darüber keine Meinung schreiben, sondern sie nur kurz erwähnen. Ich berichte ja nur über den Pont, aber die restliche Anlage gehört auch erwähnt, finde ich.

In einem Museum der römischen Kultur könnt ihr auf einer Fläche von 2500 qm alles Wissenswerte über die Römer bestaunen. Reproduktionen, Modelle, Multimediageschichten - alles ist dabei.

Für die Kleinen gibt es die Kinderwelt Ludo (lat. ludo - das Spiel). Hier wird Unterhaltung für die Kleinsten geboten. In Rollenspielen erleben die Kinder die römische Welt aus der Sicht eines gallo-römischen Schülers oder eines Feldarchäologen.

Das Restaurant "Les Terrasses" liegt sehr malerisch am Ufer, ungefähr 100 Meter vom Pont entfernt. Zusätzlich zum Restaurant gibt es ein Café und Snacks und natürlich die obligatorischen Andenken-Boutiquen. Wobei diese Boutiquen noch mehr bieten, denn hier gibt es auch Parfums aus der Region und Spezialitäten.

Der Freiluftparcours "Mémoires de Garrigue" ist ein 1,4 km langer Wanderpfad, der durch die typisch mediterrane Umgebung führt. Es handelt sich um einen Lehrpfad, dessen Schilder die Geschichte dieser Gegend näher beleuchten. Schließlich kann sich noch einen 23 minütigen Film über den Pont und seine 20 Jahrhunderte lange Geschichte ansehen.

Meinung


Wir sind zum Pont du Gard gefahren, nachdem wir in Avignon waren. Wir waren also erst relativ spät, gegen 18 Uhr dort. Und natürlich litten wir direkt unter der Eintrittspreisregelung: 15 Euro für einen Tag und beliebig viele Personen mag günstig sein, wenn man es auch nutzt. Wir hätten jedoch die 15 Euro auch bezahlen müssen, um eine Stunde vor 19 Uhr hineinzukommen. Für eine Stunde war uns das dann doch ein bisschen viel. Also besichtigten wir noch ein kleines, provenzalisches Dorf in der Nähe.

Das wäre auch schon mein erster Kritikpunkt: Es ist alles andere als angenehm, wenn man von den Preisen nichts weiß und dann erfährt, dass man für eine Stunde (oder sogar eine halbe Stunde) entweder 15 Euro bezahlen oder warten darf. Dass es nur Tageskarten gibt, ist sehr blöd.

Davon abgesehen gibt es aber nicht viel zu meckern. Der Pont du Gard ist ein beeindruckendes Bauwerk vor wunderschöner Kulisse. Die Brücke liegt in einer herrlichen Landschaft, überall nur Wald, keine Städte, keine Straßen in unmittelbarer Nähe. Nur die wenigen Gebäude der Anlage selbst sind zu sehen. Zudem gibt es ein Restaurant, das richtig schön malerisch am Steilufer des Gard steht.

Die Brücke selbst ist ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Vor allem, wenn man bedenkt, was den Menschen für den Bau zur Verfügung stand: Meißel, Schlägel, Winkel, Wasserwaage, Schaufel, Baukräne mit Flaschenzügen, wobei diese noch mit Körperkraft angetrieben wurden. 1000 Menschen haben drei Jahre lang daran gearbeitet. Wenn man all dies im Hinterkopf hat, macht das diese Riesenbrücke noch eindrucksvoller. Zusätzlich kann man auf beiden Seiten noch zu Aussichtspunkten klettern. Von dort hat man eine wunderbare Aussicht auf den Gard und das umliegende Land.

Der Pont du Gard besteht aus drei Ebenen, die ihrerseits wiederum aus Rundbögen bestehen.

Untere Ebene: 6 Bögen, 142 m lang, 6 m breit, 22 m hoch
Mittlere Ebene: 11 Bögen, 242 m lang, 4 m breit, 20 m hoch
Obere Ebene: 35 Bögen, 275 m lang, 3 m breit, 7 m hoch
(Quelle: Wikipedia)

Das wirklich Beeindruckende ist, dass man der Brücke ihr Alter kaum ansieht. Wenige Verfallserscheinungen, das 2000 Jahre alte Bauwerk sieht fast "neu" aus. Jedenfalls würde man ihm - wenn man es nicht besser wüsste - wahrscheinlich nicht dieses hohe Alter geben. Hier sieht man, was für Baumeister die Römer waren.

Aber man kann hier auch schön baden. Als wir dort waren, war das Wasser schon schweinekalt - aber bis zu den Knien bin ich tapfer reingelaufen. Man darf allerdings keinen schönen Sandstrand erwarten wie am Meer, sondern man läuft auf Kies herum, der nach kurzer Zeit sehr unangenehm wird. Nehmt euch auf jeden Fall Schuhe mit, wenn ihr ins Wasser wollt.

Das Wasser selbst ist lange sehr seicht und wird nur langsam tiefer. Die Mitte des Flusses scheint dann aber doch ordentlich tief zu sein. Ich war wie gesagt nicht richtig im Wasser, habe es mir aber von der Brücke aus angesehen. Eigentlich habe ich mich ja darauf gefreut, unter der Brücke durchzuschwimmen, aber davor wird gewarnt: An den Pfeilern können sich gefährliche Wirbel bilden. Nur in mindestens 30 m Abstand zur Brücke darf man ins Wasser.

Sonst lädt dieser Ort wunderbar zum Wandern und Entdecken ein. Ich kann mir gut vorstellen, hier einen ganzen Tag zu verbringen - wenn man die Zeit hat. Sollte das Feriendomizil zu weit vom Meer entfernt sein, bietet diese Ecke Frankreichs meiner Meinung nach eine echte Alternative zum Strand. Und die Anlage selbst bietet auch noch einiges an Unterhaltungsprogramm - wobei ich mir ja nicht alles ansehen konnte.

Fazit


Für die gesamte Anlage sollte man Zeit mitbringen - hier kann man wie gesagt schon einen Tag verbringen. Für die Brücke selbst reichen ein bis zwei Stunden, je nachdem, ob man sich nur das Bauwerk ansehen oder sich dort noch ein wenig entspannen möchte. Wer sich wie ich für die Römer oder für Geschichte allgemein interessiert, kommt an einem Besuch dieses Baumwerks nicht vorbei.

Der Pont du Gard ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Man sollte aber daran denken, dass es nur Tageskarte für 15 Euro gibt. Also eine Stunde vor 19 Uhr lohnt es sich nicht mehr - dann lieber erst später starten.

Wie auch immer, ob man nun den ganzen Tag bleiben möchte oder nur eine Stunde - den Pont du Gard sollte man gesehen haben. Möchte man nur die Brücke sehen, empfiehlt es sich, den Besuch mit einer anderen Besichtigungstour wie z.B. Avignon oder Nîmes zu verbinden.

Ich bedanke mich fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren und wünsche viel Spaß auf meiner zweiten Urlaubs-Brücke.

Die Fotos


Ihr wisst ja, dass zu meinen Reiseberichten immer Fotos gehören, aber unglücklicherweise kann ich euch dieses Mal nicht viele Fotos wie sonst anbieten. Ich habe so schöne Bilder geschossen, aber leider hat mir meine Kamera / mein Windows / was auch immer die Dateien zerstört und es ist mir nicht gelungen, sie wieder zu retten. Ich bin gerade richtig traurig deswegen. Davon sind auch Bilder für andere Reiseberichte betroffen.

Wenn ich es schaffen sollte, die Bilder irgendwie noch zu retten, stelle ich sie natürlich hier rein. Bis dahin müssen die reichen, die ich noch retten konnte. Ich denke, die sind auch nicht schlecht. Die Fotos von der restlichen Anlage sind leider zerstört :(


Bilder

für Pont du Gard, Nimes
1 - Pont du Gard, Nimes
Der Pont du Gard in seiner ganzen Pracht.
von Cuchulainn1981 Cuchulainn1981
1 - Pont du Gard, Nimes

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Kommentare

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  • Dana16w 08.04.2012 19:37
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • pelikany 22.03.2012 18:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • manuelmama 17.03.2012 19:51
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Die hab ich auch schon gesehen :-) LG Sabine

  • belli4charlotte 18.02.2012 23:02
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Syriah 05.02.2012 00:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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