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Pointe-a-Pitre, Insel Guadeloupe

Erfahrungsbericht

für Pointe-a-Pitre, Insel Guadeloupe
5 Sterne Frankreich in der Karibik Bericht mit Bildern
70 von 70 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen

Pro schöne Stadt

Kontra weit von Europa

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Wann besucht:
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Kulturangebot:
Naturangebot (Strände, Berge etc.):
Shopping-Möglichkeiten:
Reisebudget pro Tag:
Art der Reise: Pauschalreise
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Der Autor

celles Seit 27 Feb 2011

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Grüß Gott aus Wien !


Heute geht es, liebe Leser, in die Karibik, nämlich auf die Insel Guadeloupe.


Pointe-à-Pitre ist die Hauptstadt der französischsprachigen Insel Guadeloupe. Sie hat rund 170.000 Einwohner, von denen fast 18.000 direkt in der Stadt liegen. Der Name heißt ungefähr die Spitze von Pitre. Andere Übersetzungen sagen, es heißt Felsspitze. Pitre kann aus dem spanischen kommen und auch Agave oder Sisal bedeuten.


Die Stadt liegt bei 16° 14′ N, 61° 32′ W, also in den Tropen. Die Lage ist auch ganz im Osten der Insel. Der jährliche Niederschlag liegt bei 1500 bis 2000 mm. Die Nachttemperatur ist selten unter 20 C, die Tagestemperatur meist über 30 C. Unser Ziel mit der Summit der Reederei Celebrity war sowieso nur die Hauptstadt.


Der Hafen von Pointe a Pitre ist ein Stadthafen. Wir legten mit der Legend of the Seas fast im Stadtzentrum der Inselhauptstadt an. Vorher dauerte das Einlaufen nahezu 30 Minuten. Zuerst ging es durch den Frachthafen, der aufgrund der Ladekräne mich etwas an Hamburg erinnerte. Die sahen gar nicht mal in so schlechtem Zustand aus. Nachdem der Kapitän mit dem Piloten vorbei maneuvrierten, öffnete sich das Hafenbecken mit dem Innenstadtbereich. Das Schiff dockte so an, dass wir auch von der Legend aus abschätzen konnte, wo sich die Sehenswürdigkeiten befanden. Nach 25 Minuten wurde das Schiff freigegeben und wir konnten an Land. Gleich hinter der Gangway waren bereits Stände aller Art aufgebaut. Man bekam Hüte, Taschen, Lederwaren, Postkarten, Strandtücher und Sonnenbrillen sowie vieles anderes. Auch ein Pavillon mit Sonnenschutz wurde gegen die Tropensonne errichtet.


Die Stände waren sehr bunt gehalten, so dass auch in der französischen Karibik nichts von dem Urlaubsfeeling verloren gehen sollte. Einen richtigen Terminal mit Ausweiskontrolle mussten wir nicht durchlaufen. Am Ausgang zur Stadt erwartete uns ein sehr großes Schild mit der Aufschrift: Bienvenue Welcome to Gouadeloupe. Auch waren dort wichtige Telefonnummern von Polizei und Rettung angegeben. Das Hafengelände war weiß umzäunt und wir mussten beim Zurückkehren unsere Schiffskarte vorweisen können. Der Hafen selbst machte einen sauberen Eindruck. Er war nicht zu groß, aber die Schiffe warfen einen großen Schatten auf die Straßen in der Nähe, was bei der Hitze sicher auch kein Fehler war. Vom außen konnte man auf einem großen Schild Terminal croisiere Cruise Terminal lesen. Das ganze Hafengelände war mit europäischen Fahnen beflaggt.


Die Rue Peyner ist der kürzeste Weg vom Hafen in die Innenstadt. Noch lange, nachdem wir die Straße betreten hatten, sahen wir die übergroße Summit am Hafen. Das allererste Gebäude war auch das verfallenste. Dies war unten weiß und oben sah man eine Art Holzhütte. Insgesamt aber ein interessantes Fotomotiv. Die Peynier soll ja eine der ältesten Straßen sein und schon seit der Stadtgründung bestehen. Das ließ sich an vielen Gebäuden ablesen. Viele hatten noch reine Holzbalkone, die mich bei dem Gedanken an ein Feuer erschaudern ließen. Balkone mit braunem Holzgeländern und vertikalen Holzbrettern als Rückwand zum ersten Stockwerk.

Das antike Ensemble wurde aber auch oft durch neue Satellitenschüsseln verschandelt, was sehr schade war. Andere Balkone waren aus Schmiedeeisen und verliehen der Straße den Anschein, sie würde sich in New Orleans befinden. Solche Balkone waren oft von Pflanzen oder Blumengewächse überwuchert. Diese waren oft in den Farben violett, rot oder blau. An Farbe mangelte es keinerorts. Weiß wurde oft mit grellem Gelb kombiniert, Blau diente als Umrahmung der Fenster. Auch das historische Schölcher Museum befand sich in dieser farbenfrohe Gasse.


Das Gebäude vor das allerschönste in ganz Pointe a Pitre. Die Umzäunung war aus Stein und mit Gelb bemalt, wohingegen das große Tor hellblau war. Auf den gelben Torpfeilern standen jeweils zwei, schöne, blaue Töpfe. Das Gebäude war meist in gelb gehalten und hatte braune Fenster und Türen. Damit man das Museum nicht verpasst, hatte man auf die schmalen Gehsteige mit gelben Pfeilen gekennzeichnet. Dieses Museum, gebaut aus Stein, ehrt Victor Schoelcher (1804-1893), der sich in seinem Kampf für die Abschaffung der Sklaverei und den Kampf gegen die Ungleichheit einsetzte. Es ist in einem Kolonialzeithaus untergebracht. Dieses Gebäude wurde 1887 eigens für Sammlungen errichtet, die Schoelcher (der 1893 starb) Guadeloupe 1883 überließ. Die Sammlung bestand ursprünglich aus viel Porzellan aus der Manufaktur seines Vaters, persönlichen Gegenstände und Imitationen von Werken des Louvre in Paris. Leider hat der Hurrikan von 1928 einen Teil dieser Sammlung zerstört, so dass nur ein kleinerer Teil erhalten blieb. Am Eingang des Museums steht die Bronzebüste von Victor Schoelcher. Der erste Stock besteht aus einer Reihe von Dokumenten über die Zeit der Sklaverei und Gravuren des achtzehnten Jahrhunderts. Porträts von Schwarzen verkauft, geschlagen, hingerichtet - Schädel von Sklaven mit ihrer Halskette zeichnen ein Bild dieser Zeit.


Weiter gelangten wir auf die Rue Frébault. An den Häusern sahen wir auch gleich, dass es sich um eine ganz alte Straße handeln musste. Dort standen viele Häuser, die etwas an New Orleans erinnerte. Manche Häuser hatten gusseiserne Balkone, andere wieder schlichtere. Auch viele kleine Läden schwindelten sich zwischen die Häuser. Die bunte Mischung gab der Straße ein bestimmtes Flair. Auch Straßenhändler kamen hier und da zum Vorschein. Kein Wunder, denn es ist die Haupteinfallsstraße vom Hafen zum Zentrum. Die Straße ist auch eine der schöneren in Pointe a Pitre. Der Souvenirladen Dody hatte Lederwaren im Angebot sowie Kleider und Puppen. Auch Joko und Peeling bot sehr schillernd, bunte Kleidung. Im 5 Dollarshop haben wir auch unsere Runden gedreht. Leider gab es dort fast nur Ramsch und Waren aus Fernost.


Bald folgte das Museum Saint-John Perse. Es ist in einem kolonialen Haus untergebracht und erinnert abermals an die Architektur in New Orleans. Der obige Balkon war einfach traumhaft. Dieser zierliche Balkon in weiß war für mich eine Meisterleistung. Selbst der Dachsims war noch mit weißen Ornamenten verziert. Der Unterteil war gelb bemalt und hatte schöne, antike und große Fensterläden. Der Eingang bestand aus einer weißen, dreiteiligen Türe, die beiderseits von unterteilten Farbglas begleitet wurde. Das sah sehr historisch aus. Am Türstock war noch eine grüne Verzierung zu sehen. Auch eine Laterne hing noch herunter. Im antiken Inneren standen viele Möbelexponate von John Perse und wir konnten unter Glas viele seiner Manuskripte sehen. Auch der Garten war nicht zu verachten. Vor einer rosanen Wand mit vielen Worten stand eine graue Büste von John Perse. Die war deswegen schon so bemerkenswert, da sie ohne Hinterkopf angefertigt wurde.


Das erste Ziel in der Innenstadt war der Zentralmarkt. Er befindet sich im Herzen von Pointe-à-Pitre zwischen der Rue Nozière und der Rue Peynier. Hier werden in erster Linie Obst und Gemüse für die einheimische Bevölkerung angeboten, aber es mischen sich auch schon Souvenirs unter die Waren der Händler. Am Ostende des Marktes reihen sich dann die touristisch geprägten Geschäfte mit ihren Andenken aneinander. Zu sehen ist auch noch ein 2-telleriger Springbrunnen mit vier Kinderdarstellungen an seinem Fontänenfuß sowie einer aufrecht stehenden Kinderfigur an seiner Spitze. Der Tellerbrunnen war ein wunderbarer Anblick. Die drei Kinderdarstellungen waren sehr fein gearbeitet und stark im Ausdruck. Sie knieten knapp über dem grünlichen Wasser. Der große Tellerrand war mit Blumenmustern verziert, wohingegen der höchste und kleinste nichts aufwies. Vom Brunnen aus hatte man auch malerische Ausblicke auf die Häuser rundum. Wir gingen in die historische Markthalle, die in offener Bausweise umgesetzt wurde, Gestützt wurde diese durch weiße Metallstützen. Daneben standen Lampen, mit nahezu kugelförmigen Gläsern.

In der Markthalle hört ich viele einheimischen Gespräche. Sie wurden in Creole geführt, einer Mischung aus französisch und einheimischen Wörtern. Es war auch ziemlich schwer, die Marktverkäuferinnen zu verstehen, wenn sie einem entgegen riefen. Mir haben uns am längsten bei den Gewürzen aufgehalten. Mein Freund hat sich schließlich dazu entschlossen, Vanilleschoten im Stück zu kaufen. Er hat dafür 2 Euro bezahlt. Dort ist es auch nicht billiger, als bei uns daheim. Manche Stände waren nicht direkt in der Halle. Sie waren etwas außerhalb und die Verkäuferinnen standen unter bunten, aufgespannten Schirmen. Meistens wurde Obst und Gemüse verkauft aber auch Körbe und Taschen. Die Nebeneffekte waren nicht so gut. So mancher Müll ist gleich am Fuße von Palmen gelandet.


An den Markt anschließend kam ein sehr interessantes Trommlerdenkmal. Die Geschichte der Ka (Trommel) ist reich an Anekdoten, Geschichten und Leidenschaften. Vélo gehört zu diesen Legenden, deshalb wurde zu seinen Ehren diese silberne Skulptur Velo in Mitten der Nozière errichtet. Sie wird von einem Holzbogen umgeben. Vélo war kein reicher Mann, aber es war zu seiner Zeit, vor etwa zwanzig Jahren, ein anerkannter Künstler auf Guadeloupe. Er bewegte sich immer mit dem Fahrrad fort - daher sein Spitzname "Vélo". Fahrrad bedeutet auf französisch "vélo". Er spielte oft die Ka (Trommel) in Sainte Rose, dem Mekka des Lewoz. Lewoz ist eine Musikrichtung, die mit Trommeln in 7 verschiedenen Rhythmen gespielt wird. Vélo hatte die Gabe, den Trommeln eine edle Note zu geben, da der Klang seiner Trommel als etwas Besonderes empfunden wurde. Manche sollen sogar von ihr, aufgrund ihrer Schönheit, zum Weinen animiert worden sei. Ich fand die Figur sehr inspirierend. Die Körperteile waren sehr deutlich dargestellt. Im Gesicht sah ich deutlich die Stimmung des Musikers. E sah ziemlich traurig drein, während eine seiner Hände schon auf der Trommel lag, während die andere noch ausholte. Die Trommel sah so aus, als ob sie jederzeit bespielbar wäre. Die Seile ringsum sahen sehr echt aus und ich kam fast in Verführung. Auch die Hose des Trommelspielers wirkte real. Die Hosenrohre waren aufgekrempelt. Ich habe noch nie eine so lebensechte Darstellung eines Musilkers in der Karibik gesehen.


Nach einiger Zeit kamen wir zur Peter und Paul Kathedrale. Diese Kathedrale, die in Gelbtönen mit blauen Umrandungen gehalten ist, hat mehrere Erdbeben und Hurrikane hinter sich und ist deshalb mit einem Stahlkorsett im Inneren versehen worden. Dadurch bekam sie auch den Spitznamen der Eisernen Kathedrale, da sich das Stahlkorsett im Inneren vom barocken Äußeren abhebt. Die Glasfenster der Kathedrale, die 1873 erbaut wurde sind in kräftigen Farben gehalten. Der Kirchturm ist am besten von ihrer Rückseite aus zu erkennen. Das erste, was ich so noch von der Kathedrale in Erinnerung habe, sind die vielen Heiligenfiguren an der Vorderfront. Das Eingangsportal wird durch drei weiße Säulen auseinander dividiert. Dadurch trennen sich die zwei Seiteneingänge und das mächtige Portal des Haupteingangs. Die vielen Heiligen habe ich nie mit Namen gekannt. Das Bemerkenswerte an ihnen war mal, dass es alle sehr genau gearbeitete, graue Statuen waren und die wesentlichsten Elemente in Goldfarbe hervorgehoben wurden. Dazu zählten vor allem Kreuze oder Schlüssel fürs Paradies. Der Kirchturm sah sehr charakteristisch aus. Auf allen vier Seiten befand sich eine Uhr und darunter waren die Rillen fürs Glockengeläut. Oben auf dem Silberdache stand ein verziertes Kirchkreuz. Das Innere zeichnete sich durch viele Arkaden aus, die das Seitenschiff abteilten. Das Kreuzgewölbe der weißen Decke war eigentlich nur eine Installation aus Querstreben. Vom Altar haben wir leider nicht viel mitbekommen, weil er zu Ostern von einem violetten Tuch verhüllt war.



Abschließend sei noch der Platz des Sieges erwähnt, der seit 1794 so heißt, erinnert an den Sieg über die Briten. Über diesen Platz ist in den vergangenen 300 Jahren viel Blut geflossen. Hierzu befindet sich auch ein gräuliches Denkmal auf der Ostseite des Platzes. Zu Zeiten der Französischen Revolution stand hier die Guillotine, mit der der Jakobiner Victor Hugues 4000 weiße Plantagenbesitzer hinrichten ließ, die sich dem Sklavenaufstand entgegenstellten. Heute erinnern noch zwischen Musikpavillon, Blumenrabatten und Springbrunnen Büsten wie die des Inselgouverneurs Felix Eboné an die Geschichte Guadeloupes. Umgeben wird der Platz von kreolischen Häusern, Banken, der Touristeninformation im neoklassischen Stil, dem Theater-Kino "Renaissance" und der Unter-Präfektur des Arrondissements Grande-Terre. Von hier aus hat man gen Süden einen Ausblick auf La Darse, den alten Hafen.

Zum Schluss waren wir noch am Postamt. Dort konnten wir mit Euro Briefmarken und Postkarten kaufen. Gleich daneben war das Rathaus. Das neue Rathaus, am Place des Martyrs de la Liberté gelegen, ist ein grauer Betonkomplex, der von einem allmählich wachsenden grünen Garten umgeben ist. Hier werden auch Skulpturen heimischer Künstler, teilweise in Labyrinthform, ausgestellt. Hinzu kam auch ein Wasserspiel. Ich fand das Rathaus weniger ansprechend. Je weiter wir aus der Innenstadt herauskamen, desto moderner und blasser wurden die Gebäude.


Pointe a Pitre ist sicher einen Besuch wert. Am besten im Zuge einer Kreuzfahrt, denn extra eine teure Anreise zu machen ist nicht so lohnend, denn man hat an einem Tag das meiste gesehen.


Danke fürs Lesen

Celles

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00goua - Pointe-a-Pitre
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Kommentare

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  • nicki28 07.05.2012 19:15
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • duderally 27.02.2012 15:05
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    interessanter Bericht, bh

  • quacky4321 27.02.2012 00:14
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH und LG

  • Ginfix 24.02.2012 10:45
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Cerafina 22.02.2012 05:25
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Nachlieferung ist endlich da....LG

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