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| Userbewertung | 16 Erfahrungsberichte |
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Billiger Bahn fahren - auch ohne Lidl-Ticket!
Pro Günstige Preise
Kontra Keine Flexibilität, nicht immer verfügbar, mühsame Suche
Detailbewertung
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Hallo allerseits!
Für bundesweites Aufsehen sorgte vor kurzem die Aktion der Deutschen Bahn, beim Discounter Lidl Tickets zu verkaufen - für 49,90 € Hin- und Rückfahrt auf einer beliebigen Strecke innerhalb Deutschlands. Innerhalb kürzester Zeit waren die Tickets vergriffen, bei eBay startete ein reger Handel mit diesen Tickets, die dann zu deutlich höheren Preisen wieder verkauft wurden. Aber war das wirklich ein so sensationelles Angebot, oder gibt es auch andere Möglichkeiten, günstig mit der Bahn zu fahren?
Sparpreis 25 & Sparpreis 50 - was steckt dahinter?
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Das ist auch schon ein Hauptkritikpunkt an diesen Tickets, der von vielen Leuten geäußert wird. Natürlich stellt dies einen Nachteil gegenüber dem gewohnten System der Bahn dar, dass ein Ticket für jeden Zug oder zumindest für jeden Zug einer bestimmten Art (z.B. IC oder ICE) auf der bezahlten Strecke gilt. Wenn dann aber z.T. von den gleichen Leuten kritisiert wird, dass ja u.U. ein Flugticket viel billiger sei als eine Bahnfahrt, muss man natürlich die Frage stellen, wie es da mit der Flexibilität aussieht!
Zurück zu den Sparpreisen:Diese Bedingungen gelten für den Sparpreis 25, bei dem man 25 % Rabatt auf den Normalpreis erhält. Will man den Sparpreis 50 mit 50 % Rabatt nutzen, muss man zusätzlich noch Hin- und Rückfahrt mit Wochenendbindung auswählen. Das bedeutet, entweder liegt zwischen Hin- und Rückfahrt die Nacht von Samstag auf Sonntag, oder man fährt samstags hin und zurück bzw. sonntags hin und zurück. 50% Rabatt erhält man also z.B. bei Hinfahrt am Donnerstag und Rückfahrt am folgenden Montag, nicht aber bei Hinfahrt am Dienstag und Rückfahrt am direkt folgenden Mittwoch.
Weitere Einschränkung ist, dass Spartickets erst ab einem Mindestpreis von 30,-€ in der zweiten bzw. 45,20€ in der ersten Klasse möglich sind. Für kurze Strecken gibt es also keine Spartickets.
Preisbeispiele, Mitfahrerrabatt
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Von Frankfurt nach München und zurück zahlt man im IC (2. Klasse) folgende Preise:
- Normalpreis: 118,- €
- Sparpreis 25: 88,50 €
- Sparpreis 50: 59,- €
Interessanter werden die "normalen" Sparpreise der Bahn, wenn man mit mehreren Leuten fährt. Denn jeder Mitfahrer erhält zu einem Sparpreis 50- oder Sparpreis 25-Ticket nochmal einen Rabatt von 50%! Das bedeutet für die Fahrt von Frankfurt nach München und zurück im IC (2. Klasse) für zwei Personen folgende Preise:
- Normalpreis: 236,- €
- Sparpreis 25: 132,70 €
- Sparpreis 50: 88,50 €
Unter dieser Voraussetzung (2 Reisende, Sparpreis 50) wäre die Fahrt sogar billiger, als wenn beide Reisende eine BahnCard 50 hätten, mit der man ohne Zugbindung Tickets zum halben Normalpreis bekommt. Dann würde die Fahrt nämlich 118,- € kosten!
1. Teilstrecken suchen!
Schon öfters ging es mir so, dass ich eine Verbindung ausgewählt habe, dafür aber kein Sparpreis mehr verfügbar war. Offensichtlich gibt es für jeden Zug Kontingente für jede Teilstrecke zwischen zwei Bahnhöfen. Wenn man nun feststellt, dass man für die gesamte Strecke (z.B. Kassel-Frankfurt) keinen Sparpreis mehr bekommt, wohl aber für einen Großteil dieser Strecke im gleichen Zug (z.B. Kassel-Friedberg) den gewünschten Sparpreis erhalten würde, dann sollte man einfach in der Verbindungssuche einen Zwischenstopp von 5 Minuten (z.B. in Friedberg) eingeben. Dann kann man bis zu dem Zwischenstopp den Fernverkehrszug nutzen und danach mit Nahverkehrszügen oder auch einem anderen Fernverkehrszug weiterfahren.Zugegeben, das macht natürlich nur Sinn, wenn vernünftige Anschlüsse gegeben sind, aber in dem genannten Beispiel hat das eine Ersparnis von 32,- € gebracht, bei einer um 20 Minuten verlängerten Fahrzeit!
Ich musste letztes Jahr innerhalb von zwei Monaten drei mal von Montag bis Mittwoch nach Wiesbaden. Beim ersten mal habe ich mich noch geärgert, dass ich keinen Sparpreis 50 erhalten konnte, weil zwischen Hin- und Rückfahrt ja kein Wochenende lag. Danach kam mir die Idee, dass ich ja einfach die erste Hinfahrt mit der zweiten Rückfahrt und die erste Rückfahrt mit der zweiten Hinfahrt kombinieren könnte. So hatte ich die Wochenendbindung erfüllt und konnte mich über den Sparpreis 50 freuen!
Wenn man also öfter auf den gleichen Strecken fährt, sollte man prüfen, ob nicht die Tickets so gekauft werden können, dass die Wochenendbindung erfüllt ist, um den Sparpreis 50 zu erhalten
Früher habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, in der ersten Klasse zu fahren, da mir das unnötig und zu teuer erschien. Durch die Sparpreise kann man aber möglicherweise in der ersten Klasse billiger fahren als in der zweiten! Wie das?
Ganz einfach: die Kontingente für die Sparpreise sind getrennt in erste und zweite Klasse. Erfahrungsgemäß sind die Kontingente in der zweiten Klasse viel schneller ausgeschöpft als in der ersten. Wenn einem nun scheinbar nichts anderes übrig bleibt, als ein Normalpreisticket für die zweite Klasse zu kaufen, sollte man prüfen, ob nicht möglicherweise ein Sparpreisticket für die erste Klasse erhältlich ist!An dieser Stelle wieder das Beispiel: IC Frankfurt-München und zurück, eine Person:
2. Klasse Normalpreis: 118,- €1. Klasse Sparpreis 50: 91,- €
Die Fahrt in der ersten Klasse wäre also 27,-€ billiger als der Normalpreis der zweiten Klasse und nur geringfügig teurer als der Sparpreis 25 in der zweiten Klasse, sofern dieser noch erhältlich wäre!
Durch den Mitfahrerrabatt beim Sparpreis fällt bei zwei Reisenden die Differenz möglicherweise noch größer aus:
1. Klasse Sparpreis 50: 136,50 €
Macht eine Sparmöglichkeit von knapp 100 €, wenn man erster Klasse anstatt zweiter Klasse fährt und vom Sparpreis profitieren kann!Nur noch mal zur Verdeutlichung: die Ersparnis kommt natürlich nur zustande, wenn für die zweite Klasse keine Spartickets mehr erhältlich sind, aber dies in der ersten Klasse noch möglich ist!
Alle Vergleiche, die ich angestellt habe, beruhen auf der Internetauskunft unter www.bahn.de. Ich würde auch grundsätzlich empfehlen, sich zu Hause im Internet über die Verbindungsmöglichkeiten und Ticketpreise zu informieren. Einerseits spart man sich die ja scheinbar unvermeidbare Schlange im Reisezentrum, andererseits hat man dann auch die Ruhe, verschiedene Varianten zu suchen und zu vergleichen. Im Internet kann man dann auch das ausgewählte Ticket bestellen, entweder lässt man sich die Fahrkarte portofrei zuschicken, oder man wählt das Onlineticket, was man dann selbst ausdruckt und was dann nur zusammen mit der eigenen Kreditkarte oder BahnCard gültig ist.
Das Onlineticket bietet den Vorteil, dass man kostenlos Platzreservierungen vornehmen kann! Zwar ist man ja beim Sparpreis-Ticket auf die Züge festgelegt, das heißt aber noch lange nicht, dass man dort auch einen Platz beanspruchen kann! Dafür ist nach wie vor eine Reservierung nötig, die außer beim Onlineticket immer kostenpflichtig ist!Sollte man ein Sparpreis-Ticket nicht nutzen wollen, kann man es bis einen Tag vor Abfahrt stornieren, was aber eine Gebühr von 15,-€ kostet. Wenn man mit anderen Zügen als den ausgewählten fahren will, muss man die Differenz zum Normalpreis zzgl. einer Gebühr von 15,- zahlen. Insofern machen die Sparpreis-Tickets natürlich nur Sinn, wenn man wirklich sicher ist, mit den gewählten Zügen zu fahren.
Wenn man dagegen aufgrund einer Zugverspätung einen gebuchten Anschlusszug verpasst, kann man problemlos den nächsten nutzen. Ich hatte diesen Fall noch nicht, aber soweit ich weiß, sollte man sich dann auf dem Ticket die Zugverspätung bestätigen lassen, damit man in den Folgezügen keine Probleme bekommt.
So jung wie das Preissystem ist auch die BahnCard 25. Hiermit erhält man bei einem Jahrespreis von 50,-€ einen Rabatt von 25% auf jede Fahrkarte, auch auf die Sparpreise 25 und 50! Wer also zusätzlich zu den Sparpreisen noch sparen will und einige Male im Jahr mit der Bahn fährt, kann die BahnCard 25 gut gebrauchen!
Eine andere Möglichkeit, günstig mit der Bahn zu fahren, bieten Ländertickets. Ich habe z.B. schon öfters das Hessenticket genutzt, damit kann man mit bis zu 5 Personen einen Tag lang alle Nahverkehrszüge und z.B. auch Busse der Verkehrsverbünde nutzen. In anderen Bundesländern gibt es ähnliche Tickets, leider wird man bei der Fahrplanauskunft nicht immer darauf hingewiesen, dass man diese Möglichkeit hat. Nahverkehr hört sich zwar erstmal langsam an, wenn ich aber z.B. sehe, dass auf der Strecke Kassel-Frankfurt der IC nur drei Minuten schneller ist, als der zum Nahverkehr zählende Regionalexpress (RE), dann hat man mit so einem Länderticket schon eine ganze Menge Möglichkeiten zum kleinen Preis.Unter dem Namen "Surf&Rail-Ticket" bietet die Bahn zum Festpreis von 39,-€ oder 59,-€ je nach Entfernung für Hin- und Rückfahrt wöchentlich wechselnde Strecken an, die dann ausschließlich im Internet angeboten werden. Hierbei gibt es auch eine Zugbindung, außerdem muss die Rückfahrt spätestens 14 Tage nach Verkaufsstart angetreten werden. Ich finde dieses Angebot nicht besonders attraktiv, da man erst kurz vorher erfährt, ob man für eine bestimmte Strecke solch ein Ticket erhält. Ist dann die Wuschstrecke nicht verfügbar, ist es wahrscheinlich für ein Sparpreis-Ticket schon zu spät!
Zunächst zurück zur Ausgangsfrage: Natürlich waren die Lidl-Aktionstickets ein gutes Angebot, sofern man sie für eine längere Strecke nutzt. Ich wollte mit den Vergleichen aber auch deutlich machen, dass man, zugegebenermaßen mit einiger Mühe und gewissen Einschränkungen, jederzeit die Möglichkeit hat, an günstigere Tickets als die Normalpreistickets zu kommen.
Die Kritik an diesem Preissystem kann ich nicht immer nachvollziehen. Wem das alles zu kompliziert ist, der nutzt halt die Normalpreise, evtl. mit einer BahnCard. Ich finde es gut, dass mit diesen Sparpreisen auch seltene Bahnfahrer in den Genuss günstiger Preise kommen können.Fahre ich Freitag nachmittag hin und Sonntag abend zurück, erhalte ich 50% Ermäßigung, obwohl ich in proppevollen Zügen fahre. Wenn ich dagegen Hin- und Rückfahrt Dienstag und Donnerstag mittags in absolut leeren Zügen mache, sind nur 25% Rabatt möglich! Versteht das jemand?
Aber, wie beschrieben, mit ein wenig Mühe ermöglichen die Sparpreise jedem halbwegs günstige Bahnpreise. Häufig steht das Vorurteil im Raum, mit dem Auto sei man viel günstiger unterwegs als mit der Bahn. Rechnet man aber ehrlich alle tatsächlichen Kosten des Autos zusammen (und nicht nur den Benzinpreis!) dann ergibt sich, zumindest für ein oder zwei Personen, immer ein günstigerer Fahrpreis, wenn man günstig mit der Bahn unterwegs ist. Natürlich muss das Angebot stimmen, da hat die Bahn in vielen Regionen ein Problem, weil zu wenig modernisiert wurde.Ich hoffe, dass meine Erläuterungen und Vergleiche ein wenig Licht in die Preisstrukturen gebracht haben! Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung!
Vielen Dank für's Lesen, Bewerten und Kommentieren!
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