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Erfahrungsbericht

für Pick Salami und Szegediner Paprika Museum, Szeged
3 Sterne Salami Museum in Szeged - kein Muss! Bericht mit Bildern
139 von 139 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen

Pro Geschichtlicher Einblick

Kontra keine Führung durch die Produktion

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

Der Autor

esp1 Seit 21 Apr 2000

Ich würde mich freuen, wenn es wieder mehr Kommentare geben würde zu den Berichten und bedanke... mehr

99 Mitglieder vertrauen mir

Im Rahmen unseres Herrenausfluges nach Ungarn im Juni 2011 besuchten wir das Salami- und Paprikamuseum der Firma Pick in Szeged. Uns interessierte natürlich in erster Linie die Produktion und wir freuten uns auf eine Verkostung oder die eine oder andere Kostprobe, aber dazu später mehr.

*** Adresse, Anreise, Eintritt ***

Nachdem wir Kesckemet verlassen hatten ging es auf der Autobahn weiter nach Szeged. Das Museum bzw. die Farbik befinden sich am Ufer der Theiss

Pick Salami- und Paprikamuseum

Felsö Tisza-part 10
6701 Szeged
Ungarn
Tel.: +36 20 980 8000
Fax: +36 20 480800
Email: info@pickmuzeum.hu

Web: www.pickmuzeum.hu

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Samstag 15 Uhr – 18 Uhr
Sonntag, Feiertag und Montag geschlossen
Gruppen werden nach Voranmeldung von DI bis SA auch außerhalb der Öffnungszeiten eingelassen
Außerdem ist das Museum vom Sonntag vor Weihnachten bis zum ersten Montag des neuen Jahres geschlossen.

Eintrittspreise:

Kindern, Studenten, Senioren - einzeln: 2,80 EUR
Gruppen: 2,50 EUR
Erwachsene - einzeln: 3,70 EUR
Gruppen: 3,40 EUR

Nachdem wir etwas Schwierigkeiten hatten einen Parkplatz zu finden, denn es gab scheinbar keinen Besucherparkplatz und wir fanden auch keinen Parkautomaten an dem wir die Parkgebühr zahlen hätten können, starteten wir zum Eingang des Museums.

***Lage***

Das Museum liegt in Szeged einer Großstadt in Ungarn. Sie ist mit rund 170.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Ungarns und liegt an dessen Südgrenze nahe dem Dreiländereck mit Serbien und Rumänien an der Mündung des Flusses Mieresch in die Theiß. Sie ist der Komitatssitz des Komitats Csongrád. Die entfernung zu Budapest beträgt rund 170 km. Szeged ist die sonnenreichste Stadt Ungarns. Über 2000 Sonnenstunden pro Jahr haben der Stadt den Beinamen „Stadt der Sonnenstrahlen“ beschert.

*** Das Museum ***

Nachdem wir also unsere Eintrittskarten gelöst hatten, bekamen wir ein in Folie eingeschweißtes Infoblatt in deutscher Sprache in die Hand gedrückt, aber gleichzeitig gab es auch noch einige andere Dinge:

-) 10 dag Szegediner Paprika als Warenmuster
-) 10% Gutschein beim Erwerb einer Pick Wintersalamistange in Cellophan (warum auch immer, die in Cellophan sein muss) beim Fabriksshop.
-) Eine Gratis Ansichtskarte, die man sofort schreiben und einwerfen konnte, dann wird von der Firma Pick das Porto in alle Länder übernommen.

Wir haben das gleich ausgenützt, um Klaus, der leider nicht dabei sein konnte, einen Gruß zu schicken.

Dann ging es aber wirklich los und die Enttäuschung war relativ schnell sehr groß. Denn es gab jeweils nur einen Raum für das Salami Museum und im ersten Stock für das Paprikamuseum. Jeder Ausstellungsraum hatte vielleicht 40-50 m2 und es gab keine Besichtigung der Produktion.

Man wird zuerst mit der Geschichte der Firma Pick, den Gründern der Fabrik, vertraut gemacht. Anhand von Infotafeln, Schaubildern und ausgestellten Geräten wird man mit der Marke Pick und der Produktion vertraut gemacht.
Mark Pick gründete das Unternehmen 1869 in Szeged und baute es von da an immer weiter aus. Seit1885 produzierte die Firma als im Großbetrieb. Nach seinem Tod 1892 wurde die Firma von seiner Witwe und deren Bruder weitergeführt. 1900 erfolgte die Übersiedlung auf den heutigen Standort Felsõ Tisza-part. Die stets kühle Luft der Theiß bescherte günstige klimatische Verhältnisse zum Reifen der Salami.

Mit der Leitung des ältesten Sohns, Jenõ Pick 1906 begann eine neue Ära für die Fabrik. Er kaufte die daneben liegende, Bankrott gegangene „Tiani“ Salamifabrik und strebte danach, die Fabrik ständig zu erneuern und nach neuesten Methoden arbeiten zu lassen. Außerdem hatte er ein ausgeprägtes Gespür für das Geschäft und erkannte die Bedeutung der Werbung. Leitprodukt der Firma war im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Salami. Zwischen den beiden Weltkriegen entwickelte sich die Pick Fabrik zu einem bedeutenden Betrieb der ungarischen Lebensmittelindustrie, die Pick Salami zur Weltmarke. Seit 1934 führte Jenõ Pick die Salamifabrik allein unter dem Firmennamen von Mark Pick bis zur Nationalisierung.

Unter der Leitung der Familie Pick, wie auch später, arbeiteten in der Fabrik berühmte Salamimeister, denn die Salamiherstellung erforderte ein vielseitiges Wissens, zum Beispiel: Regeln der Zusammensetzung von der Paste oder der Würzmischung, die ein geschütztes Geheimnis ist. Das Wichtigste war jedoch das Räuchern und das Reifen. Qualitätsarbeit war und ist ohne technische und technologische Modernisierung unvorstellbar. Diese Absicht und Streben ist bei der Szegediner Salamifabrik ständig da. Dem zufolge konnte seit dem Ende der 1950-er Jahre durch die Kühlungstechnik übers ganze Jahr Salami produziert werden, die Wintersalami bewahrte ihre alte saisonale Eigenschaft nur in ihrem Namen.
Leider konnte ich nicht mehr über die aktuelle Entwicklung in Erfahrung bringen.

Die einzelnen Arbeitsschritte wurden im ausgehändigten Infoblatt ganz gut erklärt und man bekommt ungefähr ein Gefühl, wie aufwändig es früher war, eine ordentliche Salami herzustellen, dennoch erschien uns das Museum etwas lieblos und einfach zu unspektakulär, um uns wirklich zu fesseln. Ähnlich erging es uns mit dem Paprikamuseum im ersten Stock.

Am Ende des Besuchs gab es eine kostenlose Kostprobe, die aus einer Scheibe Weißbrot und 3 Blatt dünner Wintersalami bestand.

Das Paprikamuseum:


Geschichte des Paprikas:

Szeged Gewürzpaprika entsteht durch Mahlen von der am Stamm gereiften, nachgereiften, getrockneten Frucht, die um Szeged unter günstigen Gegebenheiten wächst.

Die Urheimat des Paprikas liegt eigentlich in Süd Mexico, Mittelamerika und der Antillen Inselgruppe. Einheimische Indianer gebrauchten ihn zum Würzen und Heilen.

Christoph Kolumbus brachte von der Neuen Welt keine traditionellen Gewürze, sondern – ein bisher unbekannte Pflanze - eine Paprikapflanze mit. In Szeged findet man die erste Aufzeichnung über das Wort Paprika 1748 in einem Abrechnungsbuch. Paprika wurde in Ungarn anfangs als Arznei gegen Schüttelfrost (Wechselfieber) angewendet, später wurde er ein bestimmendes Gewürz der ungarischen Küche.

Der Paprikaanbau diente bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zur Versorgung der eigenen Familie, dann erst wurde die Verarbeitung in Großbetrieb voran getrieben und gewann der Handel zunehmend an Bedeutung. In Szeged fing man mit dem Paprikaanbau vor allem auf den Schwarzsandfeldern und auf den überfluteten Boden der Theiß. In und um Szeged gibt es bezüglich der Temperatur, der Sonne und des Regens besondere Verhältnisse, die für den Paprikaanbau am günstigsten sind.

Die Ernte erfolgte durch Pflücken mit den Händen, wobei nicht auf einmal alles geerntet wurde, sondern auf das ganze 3-4 Mal wiederholt. So wurde gesichert, dass die reifsten Früchte bester Qualität verarbeitet werden.
Das Museum:

Hier ist alles schnell erzählt! Es war noch kleiner als das Salamimuseum, im Prinzip ein rund 25 m2 großer Raum, im ersten Stock des Gebäudes. Da kann man auf Schau- und Infotafeln die Geschichte des Paprikas bzw. seine Verbreitung in Ungarn und seine Verwendung nachlesen und es stehen ein paar wenige Gerätschaften zur Ansicht, die bei der Paprikaverarbeitung im Einsatz waren und es wird deren Wirkungsweise beschrieben, so erfährt man zum Beispiel was ein Külu ist und wofür man ihn verwendete, aber mehr auch nicht!

*** Die Verpflegung ***

Wie schon erwähnt gab es eine Scheibe Weißbrot mit 3 Scheiben Wintersalami zur Verkostung. Gleich neben dem Museum befindet sich ein Restaurant, in dem wir allerdings nicht gegessen haben, sondern nur ein gutes ungarisches Bier probierten.

*** Fazit ***

Ich würde sagen, der Besuch war nett, aber man muss es nicht unbedingt gesehen haben. Wir waren wirklich enttäuscht, dass es keinen Besuch in der Echtproduktion gegeben hat und dass man nicht die verschiedenen Salamiarten probieren konnte. Das Ablesen der Infos mit den spärlich vorhandenen Bildern konnte uns nicht wirklich faszinieren, so dass der Museumsbesuch ein eher kurzer war und wir mit einem doch unzufriedenen Gefühl das Museum verlassen haben.

Bilder

für Pick Salami und Szegediner Paprika Museum, Szeged
PIK - Pick Salami und Szegediner Paprika Museum, S
Pick Salami und Szegediner Paprika Museum, Szeged
von esp1 esp1
PIK - Pick Salami und Szegediner Paprika Museum, S

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Kommentare

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  • christianpirker 27.03.2012 18:40
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • leuchtturmwaechterin 16.12.2011 11:54
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Dr.Anne 29.11.2011 22:31
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Auf Salami können wir in meiner Familie gut verzichten.

  • Cuchulainn1981 12.11.2011 22:28
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • pinkdawn 12.11.2011 22:03
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Daraus hätte man sicher mehr machen können. Dein Bericht gefällt mir aber sehr gut. lg + bh, Doris

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