Heute möchte ich euch über meine Neuentdeckung in Lüneburg berichten. Vor ein paar Wochen hat am Sande - also direkt in der Innenstadt - ein neues Restaurant eröffnet. Bereits während der Bauarbeiten waren wir auf das Restaurant aufmerksam geworden, da dafür das alte "Pizza Star" weichen musste. Neugierig schauten wir in die Fenster. Aber noch war nichts zu entdecken.
Am 24.7. war es dann so weit. Das Restaurant Piccanti wurde eröffnet. Und ein paar Tage später waren auch wir zum ersten Mal zu Gast. Angelockt wurden wir durch ein Eröffnungsangebot. Ab 21h gibt es Pasta zum halben Preis. Bereits am Eingang wurden wir von einer Mitarbeiterin abgefangen, als wir draußen die Karte studierten. Von ihr wurden wir gefragt, ob wir zum ersten Mal da seien. Und da wir ihre Frage bejahten, erklärte sie uns…
DAS SYSTEM:
Erstaunt stellten wir nach ihren Erklärungen fest, dass es sich bei dem Restaurant Piccanti um kein gewöhnliches Restaurant handelt. Vielmehr könnte man von einem besonders edlen Schnellrestaurant oder einer Bar sprechen. Denn anders als in einem normalen Restaurant setzt man sich im Piccanti nicht einfach an einen Tisch und wartet, bis man bedient wird. Nein, hier muss der Kunde selbst aktiv werden. Bereits im Eingang bekommt jeder Gast eine Chipkarte, die er für den gesamten Besuch benötigt. Dann beginnt der Spaß. Mit der Chipkarte in der Hand läuft man nun verschiedene Stationen im Restaurant an. So gibt es eine Station, an der man Getränke bekommt, und eine weitere, an der man sein Essen bestellt. Nach Erhalt des Getränkes bzw. des Essen drückt man dem jeweiligen Mitarbeiter seine Karte in die Hand. Dieser bucht mithilfe einer speziellen Kasse die Kosten für das jeweilige Getränk oder das jeweilige Essen auf die Karte. Bezahlt wird erst ganz am Ende. Hat man alles beisammen, nimmt man sein Tablett und sucht sich einen Platz, an dem man sein Essen genießen kann. Ist man satt und glücklich, geht es ans Bezahlen. Dafür nimmt man seine Chipkarte und begibt sich zur Kasse, die sich am Eingang bzw. nun Ausgang befindet. Das Tablett darf man am Platz stehen lasse. Es wird von einem der freundlichen Mitarbeiter weggeräumt. An der Kasse scannt ein weiterer Mitarbeiter die Karte ein. Der zu zahlende Betrag erscheint auf dem Display. Man zahlt und geht. Ganz einfach!
DIE EINRICHTUNG:
Das ganze Restaurant ist im modernen italienischen Stil eingerichtet. Kommt man in das Restaurant herein, befinden sich auf der rechten Seite einige Tische. Es folgen die Getränkestation und die Showküche (dazu später mehr). Die linke Seite des Restaurants ist für die Gäste vorgesehen. Gegessen wird an hellen Holztischen, die mit frischen Kräuterpflanzen (z.B. Basilikum) dekoriert sind. An den Wänden hängen typische italienische Schwarzweißbilder. Zwischendurch findet man immer wieder große Olivenbäume, die dem Restaurant ein mediterranes Flair verleihen. Gegessen werden kann jedoch nicht nur drinnen, sondern auch vor dem Restaurant sind zahlreiche Sitzplätze vorhanden. Die Korbstühle und Tische werden von großen Bambuspflanzen umgeben, die eine äußerst gemütliche Atmosphäre schaffen. Mit Blick auf die alten wunderschönen Salzhäuser Lüneburgs kann man sein Essen richtig genießen. Außerdem gibt es noch einen kleinen Innenhof, in dem man auch bei Regen sitzen kann, da er überdacht ist.
DAS ESSEN UND DIE GETRÄNKE:
Die Speisekarte im Piccanti lässt sich als sehr reichhaltig und vielseitig beschreiben. Als Gast kann man zwischen Antipasti, Pasta, Salat, Pizza und Dessert wählen. Während es beim Antipasti und beim Dessert für jedes Gericht verschiedene Preise gibt, sind Pasta und Pizza in verschiedene Kategorien eingeteilt. So gibt es sowohl bei der Pasta, als auch bei der Pizza vier verschiedene Kategorien, deren Gerichte zwischen fünf und acht Euro kosten. Damit ihr einen kleinen Einblick habt; hier ein paar Beispiele:
Möchtet ihr beispielsweise gerne "Pasta arrabbiata" essen (also Nudeln mit scharfer Tomatensoße) müsst ihr fünf Euro zahlen. Für Pasta mit Lachs und Spinat wären es dann schon mal acht Euro. Bei der Pizza sieht es ähnlich aus. Einfache Pizzen wie "Pizza zucchini e rosmarino" (also Pizza mit Zucchini, Rosmarin und Mozzarella) kosten fünf Euro. Die Variante mit Scampi, Rucola und Mozzarella kostet dann schon wieder acht Euro. Beim Salat ist es ähnlich: Einen großen Grundsalat mit Dressing bekommt man für 4,50€. Für jede weitere Zutat - beispielsweise Scampis oder Käse - zahlt man zusätzlich einen Euro.
Neben einer Speisekarte gibt es im Piccanti auch eine Getränkekarte. Diese ist, vergleichen mit anderen (Schnell-)Restaurants, sehr vielseitig und ausführlich. Neben kalten Getränken können auch warme Getränke bestellt werden. Besonders umfangreich ist die Weinkarte. Die Getränkepreise liegen im normalen Bereich. Für ein Wasser zahlt man beispielsweise 1,80€. Die Preise für das Antipasti und das Dessert liegen übrigens im Bereich zwischen 3,00 und 3,50€ für das Dessert und 3,50 bis 6,50€ für das Antipasti.
ÖFFNUNGSZEITEN:
Geöffnet hat Piccanti ab 11 Uhr. Geschlossen wird das Restaurant gegen 23 Uhr. Am Wochenende gibt es längere Öffnungszeiten.
PRO:
Ich bin von der Idee, die Pizzen und die Pasta in Kategorien einzuteilen, begeistert. Das Angebot ist überschaubar, aber mit jeweils sechzehn verschiedenen Pizza- und Pastagerichten abwechslungsreich genug. Dank der Kategorien hat man die Möglichkeit, für jedes Portemonnaie das Richtige zu finden, ohne erst lang die Karte durchwühlen zu müssen. Die Kosten sind so gut kalkulierbar. Besonders gut gefällt mir, dass die Speisen immer frisch zubereitet werden. Denn im Piccanti gibt es eine so genannte Showküche. Mehrere Köche arbeiten hier gleichzeitig nebeneinander. Jeder hat seine eigenen Platz und seine eigenen Zutaten, die vor sich aufgereiht hat. Als Gast hat man die Möglichkeit, dem Koch genau auf die Finger zu schauen. Nachdem man seine Bestellung aufgegeben hat, schnappt sich der Koch je nach gewünschtem Gericht die dazugehörigen Zutaten und legt sofort los. Wählt man beispielsweise ein Nudelgericht, nimmt der Koch sich eine Wok-artige Pfanne und bereitet alles frisch zu. Auch die Pasta - übrigens aus eigener Herstellung - wird frisch gekocht. Während der Zubereitung wird man immer wieder gefragt, ob diese oder jene Zutat auch den Weg in den Wok finden soll. So hat man sein Essen jederzeit unter Kontrolle und kann sich sicher sein, dass nichts, was man nicht mag, in das Gericht gerät. Schön ist es auch deshalb, weil man so weiß, dass nichts Ekelhaftes mit seinem Essen passiert ist. Restaurants, in denen man sich vor seinem eigenen Essen ekelt, weil die dazugehörige Küche nicht gerade appetitlich aussieht, kennt, glaube ich jeder, oder? Die Zubereitung bei Piccanti ist absolut hygienisch. Für jedes Essen wird ein neuer Wok genommen. Dadurch, dass das Essen auf die besagte Chipkarte aufgebucht wird, bleiben die Hände des Kochs sauber, da sie nicht mit dem Geld in Berührung kommen.
Besonders gut gefällt mir auch die Einrichtung. Durch die großen Olivenbäume und die helle Einrichtung wirkt das Restaurant sehr einladend und auch ein wenig edel. Angenehm finde ich auch, dass man viele junge Leute trifft. Aber auch für Familien ist das Restaurant sehr gut geeignet. Preislich gesehen ist es zwar nicht besonders günstig, aber die Preise sind vergleichbar mit einem normalen Italiener. Vielleicht sogar etwas günstiger. Gespart werden kann, wenn man am Abend essen geht. Denn dann kosten alle Pastagerichte nur die Hälfte. Und dann kann man wirklich schon von einem Schnäppchen sprechen. Das Essen wird übrigens in großen weißen Schalen (Salat und Nudeln) serviert, so dass es sehr edel wirkt. Geschmacklich ist das Essen fabelhaft. Bis jetzt habe ich zwar noch nicht all zu viele Gerichte probieren können, aber die Nudeln mit Pesto, frischem Parmesan und Pinienkernen waren einfach lecker. Auch die Nudeln mit Rucola, Parmesan und Tomaten kann ich sehr empfehlen. Die Pizzen und die Salate, die ich gesehen habe, sahen auch sehr lecker aus. Die Portionen sind relativ groß. Von einer Portion kann man also durchaus satt werden.
Positiv ist auch, dass lange Wartezeiten der Vergangenheit angehören. Dadurch, dass vier Köche gleichzeitig arbeiten, bekommt man sein Essen sehr schnell. Lange Schlangen bilden sich kaum. Während der Zubereitung hat man immer was zu gucken, was für Kinder bestimmt auch sehr interessant sein kann. Problematisch wird es eventuell, wenn man mit sehr vielen Personen essen geht, da nicht alle Bestellungen gleichzeitig fertig werden. Auch zur Nudelherstellung hat man freien Zutritt. Wer mag, kann in der Nudelmanufaktur sehen, wie die Nudeln frisch zubereitet werden. Die Pizza wird übrigens im Steinofen gebacken.
Gut gefällt mir im Piccanti auch, dass es nicht nur ein Restaurant ist, sondern auch eine Bar und ein Café. So kann man auch den Nachmittag im Piccanti verbringen und genüsslich einen Kakao schlürfen.
CONTRA:
Wie ihr seht, bin ich von meiner Neuentdeckung total begeistert. Vorteile fallen mir viele ein. Bei den Nachteilen wird es da schon etwas schwieriger. Ich persönlich sehe keine Nachteile. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es einigen nicht gefällt, dass sie ihr Essen selber holen müssen und es nicht an den Tisch gebracht bekommen. Das Konzept erinnert nun mal ein wenig an ein Essen bei Ikea oder Mc Donalds. Das Ambiente ist aber ein völlig anderes: Schöner, edler und sauberer. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Italiener seinen jetzigen Standard behält und nicht im Laufe der Zeit an Qualität verliert.
FAZIT:
Ein Restaurant für Jedermann: Kein Gericht kostet über acht Euro. Alle Gerichte kann man auch mitnehmen. Wer mag, kann sogar die Nudeln aus eigener Herstellung kaufen und damit zu Hause selbst ein eigenes Nudelgericht zaubern. Bis jetzt kann ich noch nichts negatives an Piccanti finden und empfehle es daher jedem, der mal ein paar Tage in Lüneburg verbringt oder gar das Glück hat hier zu wohnen. Klare fünf Sterne.
P.S.: Fotos habe ich leider keine. Aber auf www.piccanti.de könnt ihr euch einen kleinen Überblick verschaffen.