Peru, Reiseerlebnisse

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3 Monate zwischen Affen,Kaimanen und Papageien

4  28.11.2004

Pro:
Kultur und Lebensweise , Flora und Fauna

Kontra:
Mahlzeiten

Empfehlenswert: Ja 

El.Pomidore

Über sich:

Mitglied seit:08.08.2001

Erfahrungsberichte:6

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Vorwort:

Nach meinem Abitur und meiner Zeit bei der Bundeswehr fühlte ich, dass ich dringend eine Abwechslung brauchte und mei- nem Geist mal etwas anderes bieten wollte als Big Brother, GZSZ, Bohlen und Co. Da ich schon immer unglaubliches Inter- esse an der Biologie und an der Geschichte der Inkas hatte, stand für mich schnell fest: „Peru wird mein Reiseziel!“

Da meine Eltern mich nicht einfach so ohne jegliche Absicherung in ein voellig fremdes Land schicken wollten, entschied ich mich fuer die Teilnahme am Projekt „Naturschuschtz Regenwald/Peru“ bei der britischen Organisation ***.teaching-abroad.co.uk/
Die Weltweit Projekte fuer Jung und Alt anbietet. Die deutsche Geschaeftstelle findet ihr unter ***.owowo.de/ .

Dieser Bericht berichtet somit wie meine 3 Monate bei TAPA im Peruanischen Regenwald in der naehe von Puerto Maldonado verlaufen sind.

Ratschlag :

Bevor ich euch erzähle wie meine 3 Monate im peruanischen Regenwald verlaufen sind , erst mal einen Ratschlag zur Anreise . Wenn ihr nach Peru fliegt werdet ihr fast sicher in Lima landen, ich musste dort eine Nacht verbringen , so dass ich mir ein Taxi vom Flughafen nahm,
einige Volunteers aus England erzählten mir später Sie mussten 100 Dollar für die Taxifahrt bezahlen , also immer darauf achten das es nur einen Fahrer gibt , im voraus den Preis ausmachen! Dieser liegt normalerweise bei 10-12 Dollar wenn ihr nach Miraflores wollt.

Anreise :

Mit Continental Airlines von Frankfurt ueber New York nach Lima.
Von Lima (Hauptstad Perus) flog ich über Cusco nach Puerto Maldonado , bei gutem Wetter ist der Blick auf die Anden einfach unglaublich ! In Puerto angekommen kam mir beim aussteigen eine schwüle Hitze entgegen. Nach einem Tag Aufenthalt ging es dann weiter mit dem Boot nach „Taricaya“, so nennt sich unser Camp etwa 1 Stunde Flussabwärts.
Man wird schon am Flughafen in Puerto Maldonado abgeholt, von diesem Zeitpunkt aus, kümmern sich die Tapa-Teilnehmer um einen.

Während in Lima der spanische Einfluss an Gebäuden und Menschen eindeutig zu erkennen ist, fällt man in Puerto Maldonado als Tourist bzw. Weißer sofort auf, nicht nur durch die Hautfarbe, sondern auch durch die Größe.

Das Camp „Taricaya“:

(Taricaya = die dort vorkommende Schildkrötenart )

In Taricaya angekommen war mein erster Gedanke „Hier bleibe
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Unsere Truppe zur meiner Zeit im Regenwald
ich für immer.“
Es ähnelte wirklich einem kleinen Paradies, die Affen in den Bäumen , die Pflanzenwelt,
die Hängematten zum ausruhen , das für mich angenehme warme Klima, dieser Kontrast zwischen dem saftigen Grün der Pflanzen und der dunklen braunen Farbe der Erde und des Flusses.

Das Camp gliederte sich in 4 Gebäude:

3 bieten Schlafmöglichkeiten für die Teilnehmer und
in einem Gebäude ist die Küche sowie Aufenthaltsort untergebracht.

Im Aufenthaltsort wird abends oft Karten gespielt, oder ein Film auf dem PC geschaut.
Strom gibt es etwa von 18:00 bis 21:00 Uhr , danach nur noch Kerzenlicht.

2 Personen teilen sich ein Zimmer , wenn man Glück hat wie ich , dann ist man auch alleine untergebracht, man benutzt seinen Raum aber ausschließlich zum schlafen.

In meiner Zeit waren etwa 12 Personen im Schnitt im Camp, davon die meisten Frauen.
Die meisten kommen aus England, Irland, Schottland und Amerika , Hauptsprache also Englsich.


Die Taricaya -Crew :

Fernando „Nando „ ist nicht nur Organisator sondern für viele eine Vaterfigur, ihn bringt nichts aus der Ruhe , man kann immer auf ihn zählen , er hat immer ein Ohr für alle Probleme.

Stuart, ist der eigentliche Chef, er ist aus England kommt jedoch nur alle zwei Wochen für einige Tage nach Taricaya , die meiste Zeit verbringt er im Tapa-Büro in Cusco.

Leandro, unser Koch, an sein Essen muss man sich gewöhnen , man hat ja auch keine andere Wahl.

Carlos , unser Biologe, kommt aus Lima, bisschen Arbeitsfaul aber er kennt sich in der Natur aus und ist außerdem ein toller Freund.

Eugenio, Alex und Arturo , sind alle miteinander verwandt , Sie sind typische Peruaner,
super Arbeiter und ihr Wissen über den Dschungel ist unglaublich, wenn man mit einen von denen unterwegs ist , braucht man keine Angst zu haben.


Tagesablauf :


Die meisten werden sich wohl fragen , was genau macht man dort, auch mich beschäftigte diese Frage , doch muss ich leider sagen das diese damals nur mangelhaft beantwortet wurde.

Umwelt und Artenschutz sind vielleicht nicht ganz passend, in erster Linie geht es darum
den Teilnehmern die Pflanzen -und Tierwelt näherzubringen , man läuft aber nicht rum und forstet den Regenwald auf, wir selbst haben Holz benutzt das nicht weit von uns gerodet wurde um einige Projekte zu bauen., aber dazu später.

Man verbringt oft viel Zeit damit Vögel zu beobachten und diese zu notieren,
die gesammelten Daten werden später ausgewertet.
Es werden viele Wanderungen ,teilweise auch Nachts, unternommen um so viele Tiere wie möglich zu erblicken.

Dann gibt es oft Projekte an denen gearbeitet wird, in meiner Zeit waren es
Die Schmetterlingsfarm, der Jaguarkäfig, Kaimanpool, Damm und natürlich das anlegen von Wanderwegen bzw. das reinigen von schon bestehenden.

Ihr fragt euch jetzt sicher „Jaguarkäfig“?

Oft bekamen wir Tiere aus der Stadt , wie z.B. Papageien die als Haustiere gehalten wurden und deren Federn beschnitten waren, diese wurden von uns in großen Käfigen gehalten, versorgt und wenn die Federn nachgewachsen sind freigelassen.
Andere Tiere waren z.B. verschiedene Affenarten und auch unser Jaguar.

Die meisten Tiere wie, z.B. die Affen bleiben dann später noch in Campnähe und führen ein nettes Dasein mit den Teilnehmern.

Ein normaler Tagesablauf:

6:00 Uhr - 8:30 Uhr Vögel beobachten
8:30 Uhr – 9:00 Uhr Frühstück
9:00 Uhr –12:00 Uhr Arbeit an einem Projekt
12:00 Uhr –15:00 Uhr Mittagspause
15:00 Uhr –17:30 Uhr Vögel beobachten
und um 18:45 Abendessen

Es gab verschiedene Plattformen von denen man Vögel beobachten konnte,
eine die wohl außergewöhnlichste , war CWW. Eine Plattform auf einem Baum 45 Meter über der Erde , man erreicht diese nur über eine Hängebrücke.


Etwa 700 Meter von Taricaya entfernt , befand sich „New Farm“ und wie der Name schon sagt wird dort hauptsächlich Landarbeit betrieben, neben Gänse und Hühnerställen , bestand dort die Möglichkeit verschiedene Gemüsesorten anzubauen und einfach mal in das Dasein
Eines Farmers zu schlüpfen, normalerweise verbringt man dort in der Woche einige Stunde
, man kann jedoch auch eine Woche dort verbringen , mit jeweils drei anderen Volunteers und einem Tapa-Arbeiter.



Moskitos, Fliegen und andere Biester

Eins ist sicher ihr werdet eine gewisse Zeit benötigen um euch an das Klima und die Bedingungen zu gewöhnen, es sind nicht unbedingt die Moskitos die stören , davon gibt es im Camp auch nicht so viele , es sind solch seltsame Fliegen die einem Blutsaugen , oder kleine Sandfliegen die so klein wie ein Sandkorn sind und beißen , so dass man am nächsten Tag überseht ist von roten Punkten, oder die netten Flöhe die einen in der Nacht besuchen und beißen. Am Anfang sah ich schon ganz schlimm aus, wie eigentlich jeder dort , doch nach einer gewissen Zeit gewöhnt sich die Haut daran und man wird nicht so ausgesaugt, trotzdem gehört es eigentlich zu den typischen Momenten , Abends Karten zu spielen , und sich dabei zu erwischen wie man die juckenden stellen kratzt .

Puerto Maldonados Partyszene und Urlaub


Am Wochenende bestand die Möglichkeit mit dem Boot in die Stadt zu fahren und dort eine Nacht im Hotel zu verbringen ( Kosten müssen selbst getragen werden , etwa 4 Dollar ).
Hier konnte man, ins Internet gehen, telefonieren, Restaurants besuchen ( Chinesisch , Pizzeria oder Peruanisch ) und natürlich Abends in einer der 3 Diskotheken zu Latinomusik zu tanzen. Ausserdem kann man in den zahlreichen Geschäften alles kaufen was man zum leben braucht.
Ich habe die Wochenenden sehr genossen , vor allem weil es eine totale Abwechslung zu dem Dschungelleben ist.

Natürlich besteht die Möglichkeit zu Reisen, ich selbst bin 2 Wochen gereist , war in Cusco und habe mir die Ruinen angeschaut, es ist alles auf jedenfall lohnenswert , ich möchte dazu aber nicht mehr schreiben, da es nicht zum Projekt an sich gehört, man sollte jedoch nicht vorweg planen , einfach abwarten was die anderen Teilnehmer machen und in einer kleinen Gruppe reisen, macht auch mehr Spaß.

Meine Meinung zum Projekt:

Als erstes will ich sagen , das jeder Cent wert war den ich bezahlt habe, ich glaube das ich Sachen gemacht , Tiere gesehen habe und einer Kultur bzw. einem Land mit solch interessanter Geschichte begegnet bin ,das mich die 3 Monate fürs Leben geprägt haben.
Ich war jedoch glücklich am Ende wieder nach Hause zu fliegen , weil ich Familie und Freunde sehr vermisste , es ist auch schwer wenn man nur am Wochenende Kontakt mit seinen Leuten aufnehmen kann. Auch glaube ich das man nach 3 Monaten schon das meiste erlebt und gesehen hat was die nahe Umgebung des Camps zu bieten hat, natürlich gab es auch Leute die dort länger als 3 Monate blieben, kürzer als die drei Monate sind nicht zu empfehlen. Man sollte sich auch bewusst sein , das es sich um den Regenwald handelt, sprich es ist warm , es regnet ab und an, es gibt viele Insekten, Ratten, Schlangen und Spinnen.
Die Arbeit an den Projekten ist oft sehr schwer (z.B. Sandsäcke schleppen, Landarbeit ), doch es macht Spass zu sehen wie etwas entsteht oder gedeiht.
Man sollte sich auf Durchfall einstellen , den man schon mal bekommt, man kann jedoch Medizin in Puerto Maldonado kaufen.
Eine Malariaprophylaxe empfehle ich wie das Tropeninstitut in Berlin nicht, die meisten von den Teilnehmern haben Tabletten geschluckt und meinten sie seien wie auf Droge, also besser
keine Prophylaxe, außerdem gab es seit 10 Jahren keinen Malariavorfall mehr in dem Gebiet.
Ich denke kein Erfahrungsbericht der Welt, kein Foto, kann das wiedergeben was ich dort erlebt habe, doch das ist auch gut denn es war ein einzigartiges Erlebnis welches ich nur weiterempfehlen kann .


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
moritzman

moritzman

29.11.2004 13:27

Nach Peru möchte ich auch mal gerne ...

Mundi1

Mundi1

29.11.2004 12:38

Schön, einen Bericht über Landschaften zu lesen, die abseits der üblichen Touristenströme liegen! lg Mundi

blumenjetta

blumenjetta

29.11.2004 11:51

Nein, solche Erlebnisse kann einem zum Glück keiner wegnehmen.

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