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Eine grandiose Stadt

5  06.05.2003 (29.03.2004)

Pro:
Tolle Atmosphäre, tolle Stadt, schöne Strände

Kontra:
Weit entfernt vom Rest Australiens

Empfehlenswert: Ja 

Mountain_King

Über sich:

Mitglied seit:01.07.2000

Erfahrungsberichte:93

Vertrauende:23

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Heute möchte ich mal wieder etwas über Australien schreiben. Denn schließlich habe ich so viele tolle Eindrücke aus diesem Jahr mitgenommen, das es mir richtig Spaß macht darüber zu schreiben, und hoffentlich ein paar Anregungen für andere zu bieten.
Heute soll es um meine Lieblingsstadt gehen. Viele erwarten jetzt mit Sicherheit einen Bericht über Sydney oder Melbourne, aber nein es geht heute um Perth.
Eine Stadt die zwar ziemlich unbekannt ist, aber jede Menge zu bieten hat, und mich wirklich total beeindruckt hat. Und was genau mir nun so gefallen hat, versuche ich in den Nachfolgenden Bericht zu erklären.

Perth liegt an der Westküste von Australien, und ist die einzige Stadt in diesem Teil deren Einwohnerzahl beeindrucken kann. Knappe 1,2 Millionen Menschen leben in und um Perth herum. Zur Verdeutlichung, knappe 1,8 Millionen Menschen leben in Westaustralien. Ein wahnsinnig riesiges Gebiet, das fast ein Drittel des gesamten Australischen Kontinents einnimmt. Und nicht zu Unrecht gilt Perth als isolierteste Großstadt der Welt. Und wirklich die nächste größere Stadt ist Adelaide, und die liegt 2730 KM östlich von Perth.
Noch weiter ist die Entfernung zu Darwin, der Nächstgrößten Stadt im Norden. Hier sind es über 4000 KM. Eine wahnsinnige Strecke.

Klar ist Perth somit auch das Tor zum Westen. Hier wird man mit Sicherheit seinen ersten richtigen Stop einlegen, und von hieraus dann die fantastische Westküste erkunden.
Perth liegt ziemlich weit im Süden der Westküste, und damit fast auf einer Linie mit Sydney, allerdings liegt Perth noch ein wenig nördlicher.
Perth liegt direkt am Meer und wird auch noch von den malerischen Swan River durchzogen, aber trotzdem hat Perth genauso wie andere Städte in Australien ein riesiges Wasserproblem. Zu dem Zeitpunkt als ich dort war, im Mai – Juli 2002, waren die Pegel der Seen mit deren Wasser die Stadt versorgt werden, auf 1/3 des normalen Standes gesunken. Und das obwohl es gerade Winter war, also der Zeitpunkt wenn sich die Seen eigentlich wieder etwas füllen sollten.

Geschichte:
Die Geschichte von Perth beginnt ziemlich spät, aber klar, zuerst wurde ja der Osten des Landes besiedelt, und erst später machte man sich dann auch in Richtung Westen auf, und fand dieses herrliche Plätzchen Erde.
Dabei wurde dieses Stück von Australien ja fast als erstes entdeckt. Bereits 1616 landete ein Holländisches Schiff in der Shark Bay die ca. 750 KM nördlich von Perth liegt. Aber es gab nichts was von Interesse war in diesen Teil des Landes. Keine Bodenschätze, keine Gewürze. Und so wurde Westaustralien erst einmal wieder vergessen.
1829 wurde dann Perth gegründet, von Kapitän Charles Fremantle, damals noch unter dem Namen Swan River Settlement, aber es war nur eine kleine Siedlung ohne große Bedeutung, und die Stadt wuchs nur sehr langsam. In den 50er Jahren des 18 Jahrhunderts wurden dann Sträflinge sozusagen strafversetzt nach Westaustralien (WA), da man nicht genügend Arbeitskräfte hatte. Und so bekam der Wachstum der Stadt noch einmal einen kräftigen Schub. Viele Gebäude die damals von den Sträflingen gebaut wurden kann man heute noch sehen, zu zum Beispiel die Stadthalle und das Gouverneurs Haus.

Aber immer noch ging alles sehr mühsam voran und man lag deutlich hinter der Entwicklung von Städten wie Sydney an der Ostküste zurück. Dies änderte sich als um 1890 Gold in Westaustralien gefunden wurde, und somit kamen sowohl viele Leute und auch der Reichtum in die Stadt. Und von da an konnte Perth sich zu dem Entwickeln was es heute ist. Eine hochmoderne und attraktive Stadt. Und die vielen Wolkenkratzer in denen viele Banken, Versicherungen etc. sitzen zeigt das Perth bis heute das Finanzzentrum von Westaustralien geblieben ist, und inzwischen auch eins der wichtigsten in Australien ist.

Anreise:

Da Perth nun mal wirklich isoliert ist vom Rest Australiens, ist die beste und bequemste Reisemöglichkeit immer noch das Fliegen. Und Perth lässt sich bequem von jeder größeren Stadt Australiens anfliegen. Die Preise schwanken je nach Zeit und Abflugsort so zwischen 200 – 300 Dollar (ca. 80 – 160 Euro) für einen einfachen Flug. Meistens kommt es doch um einiges billiger wenn man direkt einen Rückflug mitbucht. Aber Perths Flughafen wird auch international angeflogen. Und so kann man ihn einfach von verschieden Städten in Asien anfliegen.
Der Flughafen von Perth liegt ca. 15 KM außerhalb der Stadt, man kann aber mit mehreren Buslinien (200, 201, 202, 208, 209) in die Stadt gelangen. Die Fahrt kostet ca. 2, 80 Dollar. (etwa 1,60 Euro)
Eine Taxifahrt kostet ca. 25 Dollar. Es gibt aber auch noch einen privaten Airport Shuttle, der ca. 8 Dollar kostet.
Eine andere Möglichkeit nach Perth zu gelangen ist die Fahrt mit dem Indian Pacific, einen berühmten Zug, der mehrmals die Woche sich von Sydney auf den Weg nach Perth macht. Ich bin die Strecke von Adelaide aus gefahren, und es ist wirklich interessant. Die meiste Zeit fährt man durch die Nullabor, eine Art Wüste in der es wirklich gar nichts gibt, aber auch wirklich nichts. Aber es hat irgendwas.
Die Fahrpreise gehen bei ca. 280 Dollar los, die Hälfte mit einem Backpackerausweis wie VIP oder YHA (Diese Karten kann man in den meisten Reisebüros kaufen), dies ist aber nur eine Fahrt im normalen Wagen, man hat kein Schlafabteil. Die Fahrt dauert von Adelaide aus 36 Stunden.
Klar kann man auch mit dem Auto nach Perth kommen, aber es ist natürlich ein weiter Weg, egal von welcher Richtung man kommt. Da man auf jeden Fall durch nicht stark besiedeltes Land fährt, muss man immer auf den Tank aufpassen, da es schon mal ein paar Stunden dauern kann bis man an die nächste Tanke kommt. Als Regel gilt das der Pegel nie unter 1/3 fallen soll. Und vorsichtig wenn es langsam Dunkel wird, denn dann kommen die Kängurus, die leider doch sehr oft dazu neigen über die Straßen zu laufen.

Klima: Perth hat ein wirklich gutes Klima, und gilt als sonnigste Hauptstadt in Australien. Allerdings kann es im Sommer oft unangenehm warm werden. 40 Grad und mehr ist oft normal. Und die Hitze wird dann fast unerträglich. Perfekt dagegen sind Herbst und Frühjahr, in denen die Temperaturen erträglich sind, und zu einem Tag am Strand einladen.
Auch noch sehr schön ist der Winter. Temperaturen um die 20 Grad mit überwiegend sonnigen Tagen. Selten war es mal unter 15 Grad, und Regen gab es auch nicht viel. Leider muss man sagen, denn die Leute brauchen den Regen dringend. Und man versucht schon überall wo möglich Wasser einzusparen. So dürfen Rasensprinkler nur an bestimmten Tagen in der Woche benutzt werden.

Highlights:
So kommen wir nun mal zum wichtigsten, was hat Perth zu bieten? Klar im Gegensatz zu Sydney oder auch Melbourne hat Perth bei weitem nicht so viele Attraktionen zu bieten, aber es hat etwas anderes ganz wichtiges. Es hat Atmosphäre, man fühlt sich einfach wohl in dieser Stadt, was unter anderem auch am Wetter liegt, aber auch an der unglaublichen Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Leute. Aber das schönste fand ich das man nicht merkte das Perth eine Großstadt ist. Die Innenstadt ist recht übersichtlich, und nach außen zieht sich ein Vorort nach den anderen. Diese sind aber alle recht schön aufgebaut, und bestehen hauptsächlich aus Straßenzügen mit Einfamilienhäusern.

Die Innenstadt von Perth ist ziemlich kompakt, und besteht eigentlich nur aus drei Straßen. Hay Street, Wellington Street und St. George Terrace. Wobei die ersten beiden Straßen den Shopping Distrikt der Innenstadt bilden. Auf diesen beiden Straßen findet man alles was man braucht. Buchläden, CD-Läden, Modegeschäfte, Kinos etc. Zwar eine Spur kleiner als in Sydney, aber es reicht aus. Und immer wieder sieht man Straßenkünstler wie etwa einen Zauberer, die versuchen die Leute zu unterhalten. Auf dem Platz vor der Hauptpost zwischen Wellington und Murray Street, finden auch immer viele Aktionen statt, so zum Beispiel Konzerte, oder Ausstellungen. Hier ist eigentlich immer was geboten. Und aufgrund des Wetters auch das ganze Jahr hindurch.
In diesem Bereich von Perth findet man auch die ältesten Gebäude von Perth, und man bekommt einen guten Eindruck wie es hier mal ausgesehen haben muss. Viele Gebäude sind noch im Englischen Stil erbaut.
Die gesamte Innenstadt macht einen freundlichen und vor allem Dingen sehr sauberen Eindruck, was ja für eine Großstadt nicht immer normal ist. Hier hat man sich sehr viel Mühe gegeben. Wobei auf den beiden Shopping Mall Straßen auch Autos verboten sind, und so kann man wirklich in Ruhe durch die Straßen laufen.
Zwischen Hay Street und St George Tce liegt London Court, eine längliche Passage die im alten Tudor Stil erbaut wurde, allerdings erst im Jahre 1937. Hier reiht sich ein Touristengeschäft an Touristengeschäft und man merkt schnell dass das ganze sehr kommerziell angelegt ist. Aber einmal durchgelaufen muss man schon sein. Denn man bekommt schon den Eindruck man läuft durch England, und als wäre man in ein anderes Jahrhundert versetzt wurden.
Etwas weiter runter auf der Hay Street (Ecke Barrack Str) findet man die Stadthalle, die ja mit zu den ältesten Gebäuden in Perth zählt, und natürlich auch noch ganz im klassisch Englischen Stil erbaut wurde. Und ein Besuch lohnt sich schon, weil man auf diese Weise noch ein paar interessante Sachen über die Entstehung von Perth erfährt. Ein wenig weiter die Barrack Street runter findet man die Gouverneurs Gebäude die zwischen 1874 – 1902 gebaut wurden. Und auf der St Georges Tce findet man auch das eigentliche Gouverneurs Haus. Das übrigens immer noch vom Gouverneur benutzt werden. Die schönen Gärten der Anlage sind übrigens jeden Dienstag von 12 – 14 Uhr geöffnet.
Auf jeden Fall einen Besuch wert ist die Münzerei auf der Ecke Hill/Hay Street. Hier wird seit 1899 geprägt, und immer noch werden hier jeden Tag eine Tonne Gold geprägt. Hier gibt es jeden Tag auch interessante Führungen. Wo man sehr viel über das Prägen lernt und auch mal einen soliden Goldbarren in die Hand bekommt. Eintritt ist 6 Dollar. Aber leider bekommt man keine Gratisprobe. ;-)
Ein sehr schöner Teil der Stadt ist die Uferregion des Swan Rivers der mitten durch Perth fließt und es somit in zwei Teile aufteilt. Hier gibt es sehr viele Fuß- und Radwege, so das man bei schönem Wetter einfach mal am Flussufer entlang flanieren kann. Wirklich sehr schön.
Und je nachdem in welche Richtung man läuft kommt man irgendwann zum Swan Bells Tower, eine moderne Glaskonstruktion in der die Originalglocken einer alten Kirche untergebracht sind, die auch immer noch täglich läuten. Das ganze kann man auch besichtigen kostet allerdings 6 Dollar, aber ich glaube sich das ganze von außen anzuschauen reicht auch schon.
Für mich eins der Highlights von Perth war Kings Park. Der Vier Quadratkilometer große Park (ist glaube ich sogar größer als der Central Park in New York) liegt etwas erhöht auf einen kleinen Hügel direkt am Swan River, und von oben hat man einen wirklich fantastischen Blick sowohl auf die Skyline und die Innenstadt von Perth als auch auf den Fluss und die gegenüberliegenden Stadtteile. Hier kann ich eigentlich nur den Tipp geben sich mal hinzusetzten und den Blick genießen. Einfach fantastisch.
Aber der Kings Park ist nicht nur ein einfacher Park, hier sind direkt auch noch die Botanischen Gärten untergebracht, die überwiegend Pflanzen zeigen die man in Westaustralien zu sehen sind. Leider waren zu der Zeit meines Besuches die meisten Bereiche geschlossen da er gerade neu angelegt wurde. Aber auch der Rest vom Kings park ist sehenswert, sehr viel schöne angelegte Wege und tolle Wiesen mit Springbrunnen und kleinen künstlichen Flussläufen laden immer wieder zum ausruhen ein. Und der hintere Teil des Parks ist dann noch wilder ursprünglicher Australischer Busch, in dem man u.a. auch noch Kängurus findet, allerdings auch Schlangen, also aufpassen wo ihr hintretet. ;-)
Inmitten des Parks steht auch noch ein kleiner Turm, der wie eine DNA-Struktur aussieht. Von dort oben hat man auch ein paar recht schöne Ausblicke.
Auf der südlichen Seite von Perth gibt es auch noch einen Zoo, in dem ich allerdings nicht gewesen bin. Er soll aber auch nicht so toll sein. Eintritt ist 12 Dollar, aber einen Zoobesuch sollte man dann sich vielleicht doch für Sydney aufheben.

Museen: Auch Kulturell hat Perth etwas zu bieten. Zum einen das grandiose Western Australia Museum. In diesem findet man eine interessante Aboriginal Abteilung mit sehr vielen Kunstwerken dieses Volkes. Eine richtig interessante Ausstellung über das Leben in den Ozeanen um Australien, und auch über das Landleben. Etwas bizarr wirkt die Sammlung von ausgestopften Tieren. Eine der Hauptattraktionen ist das 25 Meter lange Skelett eines Blauwales. Außerdem hat man noch einen ausgestopften Whaleshark. Einen ca. 8 Meter langen Riesenfisch.
Auf den Gelände befindet sich auch das alte Gefängnis von Perth das bis 1888 benutzt wurde. Heute hat man dort eine Ausstellung über das Leben in der damaligen Zeit untergebracht. Also alleine für dieses Museum muss man schon einen ganzen Tag einlegen, es ist einfach nur fantastisch.
Nicht minder beeindruckend ist die Art Gallery. Hier findet man eine gute Mischung aus Moderner und klassischer Kunst. Sowohl Bilder aus den Anfangszeiten der europäischen Besiedlung als auch neuere Bilder findet man dort. Aufgepeppt wird das ganze immer wieder durch wechselnde Ausstellungen. So gab es dort im letzten Jahr ein paar sehr interessante Photoausstellung. Neben Bildern gibt es auch noch Antiquitäten , Statuen und andere Skulpturen zu bewundern. Aber auch hier gilt es Zeit mitzubringen.
Direkt Nebenan befindet sich das Perth Institute of Contemporary Art. Hier wird mehr experimentelle Kunst gezeigt.
Bei allen drei Museen ist der Eintritt frei, und alle haben täglich geöffnet, bis auf das letzte das Montag einen Ruhetag hat.
Die Öffnungszeiten sind normalerweise von 10 Uhr – 17 Uhr.

Nightlife:

Vielleicht das Kapitel auf das die meisten gewartet haben. Und Perth hat so einiges in dieser Hinsicht zu bieten. Denn schließlich kommen jährlich Tausende von Backpackern nach Perth, und die wollen Spaß haben. Und denn findet man am ehesten in Northbridge.
Northbridge ist ein Stadtteil von Perth der nur ein paar Minuten vom Stadtzentrum entfernt ist. Eigentlich muss man nur über die Brücke gehen die über den Bahnhof führt, und schon ist man in Northbridge. Die Hauptstraße William Street erinnert ein wenig an die Düsseldorfer Altstadt, weshalb ich mich vielleicht auch gleich ein wenig heimisch gefühlt habe. Hier reiht sich Pub an Pub. Und man hat die Qual der Wahl. Unzählige Restaurants, Cafes, Nachtklubs und Pubs laden zum einkehren ein.
Mein Favorit war ganz klar der Brass Monkey auf der William Street. Ein typisches Englisches Pub das in einem alten Haus im Kolonialstil untergebracht ist. Hier ist immer sehr viel los, Live Musik, Comedy und vieles mehr. Es gibt selbstgebraute (und gute) Biersorten sowohl auch die üblichen Biersorten. Zu empfehlen ist Emu Bitter, ein Westaustralisches Bier. Auch das Essen ist nicht schlecht. Zumindest hat man leckere Pizzen und Burger.

Im Lokal selber gibt es einen kleinen Innenhof in den man einen Biergarten gebaut hat. Für mich das beste Pub in Perth. Wer es etwas ruhiger mag, sollte mal ins Moon gehen, das ein paar Hundert Meter weiter die Straße raufliegt. Ein sehr schönes und ruhiges Cafe. Hier bin ich oft mit meiner Brieffreundin hingegangen. Der Laden hat eine sehr schöne Atmosphäre, und hat auch so etwas wie einen Innenhof, der allerdings überdacht ist. Hier bekommt man auch sehr gutes Essen und eine leckere Hot Chocolate.
Es gibt natürlich auch einige Nachtklubs in Northbridge, so zum Beispiel das Deen (auf der Aberdeen Street) und den Post Office Club, die versuchen die Backpacker mit Specials in den Laden zu ziehen. So gibt es im Deen ein Gratis BBQ, wogegen das Post Office auf ein Gratis Essen und Gratis Drinks setzt. Und beide Läden sind immer recht gut besetzt. Zu dem gibt es immer Live Musik und eine eigentlich gute Atmosphäre.
Auch außerhalb von Northbridge findet man gute Pubs, aber das meiste spielt sich halt doch dort ab. Ein anderer Tipp wäre es mal nach Fremantle zu fahren. Den Hafen von Perth. Dort ist abends auch sehr viel los.

Strand: Wie schon gesagt ist Perth sehr weitgestreckt, und so liegt der eigentliche Teil von Perth nicht direkt am Meer, aber einige Vororte, und die haben wirklich traumhafte Strände zu bieten. Und im Gegensatz zu vielen anderen Teilen von Australien kann man hier auch baden gehen. Denn die gefährlichen Stinger (Quallen) gibt es hier in nicht so großer Anzahl wie an der Ostküste.
Einer der schönsten Strände ist wohl im Vorort Cottlesloe, der leicht mit der Bahn oder Bus zu erreichen ist, und liegt auf dem Weg nach Fremantle. Die Strände ziehen sich hier Kilometerlang, und es sieht einfach nur Traumhaft aus. Übrigens auch ein beliebter Punkt zum Surfen.
Bekannter ist Scarborough Beach im Norden von Perth, allerdings auch bei weitem nicht so schön. Denn hier reiht sich ein Riesenhotelklotz an den nächsten. Und das ganze erinnert mehr an Mallorca, da gibt es mit Sicherheit schönere Strände.
Etwas oberhalb von Scarborough findet man dann Hillarys Boat Harbour, einen kleinen Hafen, der sehr nett angelegt ist, und für die Touristen ausgebaut wurde, heute findet man dort ein Aquarium, ein paar Einkaufsarkaden, und sehr nette Cafes und Restaurants, wo man sich gut abends niederlassen kann.
Noch etwas weiter oberhalb findet man Joondalup einen recht schönen ruhigen Vorort mit auch sehr schönen Stränden.

Sport: Perth ist eine richtige Sportstadt. Und man sollte doch mal die Chance nutzten und sich eins der vielen Sportereignisse anzuschauen. So finden immer wieder Cricket Spiele statt, für die man aber viel Sitzfleisch mitbringen muss, denn diese dauern immer ziemlich lange, und zeichnen sich nicht gerade durch Action Nonstop aus.
Interessanter ist da schon Fußball. Perth Glory ist eins der besten Teams in Australien und wurde übrigens lange vom Deutschen Trainer Bernd Stange betreut, nachdem übrigens ein Highway benannt wurde. Leider war die Saison schon vorbei als ich in Perth war, aber die Spiele locken wohl knapp 20.000 Leute im Durchschnitt an. Was sensationell ist für Australien, woanders liegt der Schnitt bei knapp 3000 Leuten. Und die Stimmung muss richtig gut sein.
Eigentlich ein Muss ist es sich ein Australien Football Spiel anzuschauen. Das ganze ist eine wilde Mischung, aus Rugby, Fussball, Massenschlägerei und sonstigen Kampfsportarten. Auf jeden Fall ein Erlebnis. Die Spiele enden meistens mit einen Ergebnis wie 103:89. Also Action ohne Ende. Klar das die Zuschauer hier richtig mitgehen. Es spielen sogar zwei Mannschaften in Perth. Zum einen die West Coast Eagles und die Fremantle Dockers. Die letzteren konnte ich mir dann auch mal live ansehen. Und es war ein richtiges Erlebnis. Im Subiaco Oval, einen extra für diesen Sport angelegten Stadion wurde gespielt, vor knapp 25.000 Zuschauern und die Stimmung war phantastisch. Eine einzige Party von Anfang bis zum Schluß das Spiel konnte auch begeistern und war spannend bis zum Schluss. Auch wenn man nicht alle Regeln kennt, es ist ein Erlebnis.
Eine Regel muss ich aber erwähnen. Während des Spieles sollte man ein Bier und einen sogenannten Meat Pie, eine Art Pastete die mit einer undefinierbaren Masse gefüllt wird (er wird auch Rat Pie genannt) zu sich nehmen. Ist australische Tradition.

Unterkunft:

Für Perth gilt eigentlich das was für alle größeren Städte gilt. Es gibt genügend Übernachtungsmöglichkeiten, und das in allen Preislagen. Etliche Hotels sind in der Stadt verteilt. Von einfach bis hin zur Luxusunterkunft. Etwas außerhalb gibt es auch ein paar Campingplätze. Und natürlich gibt es unendlich viele Hostels. Also eine Art von Jugendherbergen mit Mehrbettzimmern. Ist meistens die billigste Variante. Allerdings geht auch hier die Bandbreite von gut bis ganz mies. Also erst einmal anschauen.
Ich war im Globe Hostel, ein riesengroßes Hostel mitten in der Innenstadt. Zwar gab es mit Sicherheit schönere und vielleicht auch etwas sauberere Hostels, aber die Anlagen waren sehr gut. Es gab mehrere Küchen, große Aufenthaltsräumen mit Fernsehern, Videoecken wo durchgehend Filme auf DVD gezeigt wurden. Davon mindestens zweimal täglich Shrek. Auch die Zimmer waren im großen und ganzen okay. Von Einzelzimmer bis hin zum 10 Bett Zimmer gab es alles. Auch die sanitären Einrichtungen waren okay und wurden mehrmals täglich geputzt.
Die Preise fingen bei 11 Dollar an für eine Übernachtung im 10 Bett Zimmer.

Öffentlicher Nahverkehr:
Dieser ist ausgezeichnet in Perth, es gibt unzählige Busse und Bahnen mit denen man durch das ganze Stadtgebiet von Perth kommt. In der Hinsicht kann man nicht meckern. Bis mindestens um Mitternacht sind diese Unterwegs. Die Preise liegen etwa auf Deutschen Niveau.
In der Innenstadt gibt es so gar zwei Busse die man umsonst benutzen kann. Die sogenannten CAT`s was für Central Area Transit steht. Diese Busse fahren durch einen Großteil des inneren Stadtgebietes und sind gerade für Touristen ideal. Die Haltestellen findet man relativ schnell und sind überall in der Innenstadt verteilt.
Sowieso sollte man manchmal auch lieber das Auto stehen lassen, da der Verkehr sehr dicht sein kann um Perth herum, gerade zu den Hauptverkehrszeiten. Dann lohnt es sich manchmal schon auf Bus und Bahn zurückzugreifen.
Und das schöne an Perths Innenstadt ist das man alles bequem zu Fuß erreichen kann. Und der Weg zum Kings Park ist wirklich ein schöner Spaziergang.

Supermärkte:

Innerhalb von Perth gibt es eigentlich nur zwei Supermärkte. Einmal den Foodland Supermarkt auf der Hay Street, der allerdings relativ teuer ist weil er zu der IGA Kette gehört. Independent Groceries of Australia. Und diese sind immer etwas teurer.
Auf der Murray Street Mall findet man aber noch einen Woolworth der die ganze Woche geöffnet hat, und um einiges billiger ist. Er hat in der Woche bis 21:00 Uhr geöffnet und am Sonntag bis 18:00 Uhr. Und man bekommt dort alles was man braucht.

Internet: Internet Cafes gibt es au masse in Perth. Man bezahlt zirka 2 Dollar für eine Stunde surfen. Also noch recht preiswert.

Reisebüros:
Da Perth Ausgangspunkt für Reisen in den Rest von WA ist gibt es natürlich auch viele Reisebüros. Ein sehr gutes ist der Travellers Point auf 499 Wellington Street. Hier bekommt man alles was man als Backpacker braucht. Bus oder Flugtickets, Touren etc.
Auch sehr hilfreich ist das Schwarze Brett das am Eingang hängt. Hier werden Autos, Zelte und so weiter angeboten. Aber wenn man Glück hat kann man hier auch eine Mitfahrgelegenheit finden.

Um Perth herum:

Wie schon gesagt Perth ist riesig, und so gibt es eine Menge zu sehen, ich kann gar nicht alles aufzählen. Einige der Vororte sind sehr schön und lohnen einen Besuch, so auch das Swan River Valley. Eine landschaftlich wunderschöne Gegend, in der es einige schöne Seen und Wälder zum Wandern gibt, es ist aber auch eine Weinanbaugegend. Und warum mal nicht eine Weinprobe machen. Australische Weine sind wirklich sehr gut.

In dieser Gegend liegt auch der Caversham Wildlife Park, vielleicht eine gute Alternative zum Zoo. Hier haben u.a. viele Tiere die verletzt in der Wildnis gefunden wurden eine neue Heimat gefunden. Und man hat ein wirklich schön angelegtes Koalagehege. Es gibt die Möglichkeit Kängurus zu füttern und zu streicheln. Allerdings werden die Tiere so überfüttert das sie gar nichts mehr wollen. Außerdem gibt es sehr viele Vögel, Wombats, Tasmanische Teufel, Possums und vieles mehr. Ein recht schön angelegter Park.
Eintritt war 10 Dollar.
Etwa drei Stunden von Perth liegen die Pinnacles, ein bizarr anwirkende Ansammlungen von Felsformationen die durch versteinerte Erde entstanden sind. Diese ragen teilweise drei Meter hoch und sind ein wirklich grandioser Anblick. Da in diesen Gebiet ein paar tausend davon stehen. Ein sehr beliebter Tagesausflug von Perth. Es werden auch viele Touren dorthin angeboten.
Näher an Perth ran liegt Fremantle, der Hafen von Perth. Hier legen sowohl die Kreuzfahrtsschiffe als auch die Riesentransporter an. Aber wer jetzt eine runtergekommene Gegend erwartet liegt falsch. Fremantle ist wirklich wunderschön und hat so einiges zu bieten. So einige historische Gebäude wie z.B. das alte Gefängnis, aber auch gibt es sehr viele Bars und Pubs und Restaurants. Und da Fremantle leicht per Bahn von Perth aus erreichbar ist, ist es auch ein sehr beliebtes Ziel am Wochenende. Sollte man auf jeden Fall besucht haben.

Dann kann man auch direkt die Fähre nach Rottnest Island, oder auch Rotto genannt nehmen. Eine kleine schöne Insel vor der Küste. Die Insel ist ein sehr beliebtes Urlaubsziel und ist im Sommer immer sehr schnell ausgebucht. Und wenn man ankommt zeigt sich auch direkt warum. Direkt vor der Fähre schwimmt ein Delphin im klaren Wasser. Das ist doch schon mal ein guter Beginn oder. Da auf der Insel Autos nur beschränkt zugelassen sind, leiht man sich am besten ein Fahrrad oder erkundet die Insel zu Fuß. Und es ist wirklich wunderschön. Traumhafte Strände wie in der Karibik, dichte Wälder, etliche schöne Salzseen und ein Hügel mit einer wunderschönen Aussicht. Rotto ist wirklich ein Paradies. Ich war leider nur einen Tag dort, wäre aber gerne noch länger geblieben.
Von Fremantle fährt die Fähre ca. 30 Minuten nach Rottnest Island die ca. 19 KM vom Festland liegt. Fährt man am gleichen Tag wieder zurück kostet die Fahrt nur 40 Dollar. Ansonsten 45 Dollar.
Und wenn man Glück hat sieht man auch ein paar Quokkas. Eine putzige Kreatur die wie eine Mischung aus Ratte und Känguru aussieht. Nach ihr wurde auch die Insel benannt, da man sie erst für eine Ratte hielt.

Fazit:

So, ich hoffe mal das ich euch Perth ein wenig schmackhaft machen konnte mit meinem Bericht. Es ist eine wirklich wunderschöne Stadt die etwas zu unrecht im Schatten von Sydney und Melbourne liegt, was mit Sicherheit auch an der Isolation liegt. Aber ein Ausflug in den Westen lohnt sich. Und das nicht nur wegen Perth. Westaustralien hat mir eigentlich sogar am besten gefallen in Australien. Und Perth ist ein sehr guter Ausgangspunkt. Die Stadt ist wunderschön, die Leute offen und freundlich und man möchte am liebsten gar nicht mehr weg. So wie es mir passiert ist, ich habe zwei Monate in Perth verbracht. Einfach aus dem Grund das es mir dort so gut gefallen hat und ich auch noch Leute kannte, die mir dann natürlich auch was von der Stadt gezeigt haben.
Und es gibt ja doch so einiges zu sehen in der Stadt, und wer weiß vielleicht verliebt ihr euch ja genauso wie ich in diese traumhafte Stadt. Sie bietet eigentlich alles was man sich wünschen kann.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Soraya69

Soraya69

03.04.2007 15:40

Fantastischer Bericht, sogar auch über die Geschichte von Perth. Super, deshalb "bh" ;-)

guanabana

guanabana

07.06.2005 19:54

Das war ein echt oller und vorallem ausführlicher Bericht. Ich werde genau Deinen Rat befolgen und im Oktober von Perth aus, Westaustralien bereisen. Allerdings stand das schon vor dem lesen Deines Berichtes fest, aber es bestärkt mich die Reise so wie geplant zu machen. Vorallem freue ich mich jetzt nochmehr. Wenn doch nur schon Oktober wäre... Viele Grüßle Bea

Dr.Claudia

Dr.Claudia

07.07.2004 15:42

Ausführlicher kann man kaum noch schreiben. LG Claudia

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