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Pro Beeindruckendes Bauwerk in Avignon
Kontra Dem ein oder anderem mag der Palast düster erscheinen
In meinem Bericht über die Pont St. Bénezet habe ich mehrmals den Papstpalast in Avignon erwähnt. In diesem Bericht möchte ich nun besagten Palast vorstellen und die Frage klären: Warum steht ein Papstpalast in Avignon? Sollte er nicht im Vatikan sein?
Clemens V stand vollständig unter dem Einfluss des französischen Königs Phillip IV. Vorherige Päpste haben sich gegen die steigende Macht des Königs aufgelehnt, aber Clemens war der Erzbischof von Bordeaux und somit direkt im Einflussbereich des französischen Königs. Er kam nicht einmal für seine Weihe nach Rom, sondern blieb direkt in Frankreich. Stattdessen wurde er in Lyon geweiht.
Da der Vatikan nun einmal nicht in Frankreich war, ging der neue Papst auf die Suche nach einem Ort für seine Residenz. Er empfand Avignon als würdig für eine Papststadt. Somit wurde die beschauliche Provinzstadt zur größten Baustelle des Jahrhunderts.Das in zwei Bauphasen entstandene und immer wieder veränderte Bauwerk sieht von außen aus wie eine Festung. Hier residierten nach Clemens V sechs weitere, von der Kirche offiziell anerkannte Päpste und fünf Gegenpäpste, die von den französischen Kardinälen gewählt worden waren. Diese erkannten die Autorität des Papstes, der 1377 nach Rom zurückkehrte, nicht an und machten in Avignon ihr eigenes Papsttum auf. Diese Spaltung dauerte bis zum Konzil von Konstanz 1417 an.
Wir finden hier alles, was eine Festung haben sollte. Schießscharten (kreuzförmig, damit sie für Gewehre benutzt werden konnten), Pechnasen, der Baugrund besteht aus massivem Felsgestein (damit die Burg nicht durch unterirdische Gänge erobert werden konnte) usw.
Wem die Betrachtung von außen nicht ausreicht, der sollte den Palast auch von innen erkunden. Es gibt einen Rundgang, der aus ungefähr 30 Stationen besteht. Der im Eintrittspreis und absolut zu empfehlende Audioführer hat bei jeder Station sehr umfangreiche Erklärungen parat. Hier sei erwähnt, dass der Audioführer für den ein oder anderen Besucher vielleicht ein bisschen zu ausführlich ist, denn wir erfahren jede Menge Details über die Räume.Und in diesem Palast gibt es zahlreiche Räume und Säle. Ich möchte nicht jeden einzelnen hier aufführen (wäre Quatsch), sondern nur ein paar exemplarisch aufzählen, damit ihr einen Eindruck davon habt, was man hier zu sehen bekommt.
Der Rundgang beginnt im Innenhof, führt über die Schatzkammer zu den Speise- und Festsälen, dem Gemächern des Papstes und schließlich aufs Dach, wo der Besucher einen spektakulären Ausblick auf den Palast, Avignon selbst und die Umgebung genießen kann. Wir bekommen verschiedene Kapellen zu sehen, die Räume der Mitarbeiter des Papstes, die Ehrentreppe usw. Der Papstpalast von Avignon hat einiges zu bieten.Und zu jedem Raum erfahren wir durch die Audioführer mehr über das Leben und Wirken der Bewohner des Palastes. Wir erfahren, wie die Räume ausgestattet waren (so weit bekannt), wofür sie benutzt wurden, welche architektonischen Besonderheiten es gibt, ob der Raum umgebaut worden ist usw. Ihr seht, was ich mit detailliert meine. Meiner Meinung nach geht der Audioführer teilweise wirklich zu sehr ins Detail, denn man kann sich sowieso nur einen kleinen Teil merken.
Die Erklärungen des Audioführers werden in vielen Räumen noch durch Modelle oder Tafeln mit Bildern und Texten weiter vertieft. Leider sind die Texte ausnahmslos auf Französisch, so dass man etwas aufgeschmissen ist, wenn man dieser Sprache nicht mächtig ist. Aber keine Angist: der Audioführer erklärt alles noch einmal - daher braucht man die Tafeln nicht unbedingt.Einige Räume weisen wunderschöne Fresken und Malereien auf. In diesen Räumen ist das Fotografieren nicht erlaubt. Der Palast ist ziemlich leer: Es gibt keine Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände zu sehen. Dies könnt ihr aber alles mit Hilfe des Audioführers und ein bisschen Fantasie nachholen, denn der Audioführer beschreibt genau, wie in den Räumen gelebt wurde und wie sie eingerichtet waren (so weit bekannt).
Der Palast, der von außen wie eine Festung wirkt, erinnert im Innern eher an ein Schloss, was von den Päpsten auch gewünscht war. Die Räume sind meistens sehr groß und hoch und reich geschmückt. Allerdings wurde ein großer Teil des Schmucks während der Französischen Revolution zerstört. Ab 1810 wurde der Palast als Kaserne verwendet, was das Todesurteil für die restlichen Verzierungen bedeutete. Dennoch kann man immer noch die einstige Pracht des Gebäudes erahnen, denn in einigen Räumen sind die Fresken und Bilder noch teilweise erhalten.Der größte Raum des Palastes mit einer Länge von 48 Metern und einer Breite von 10 Metern ist der Speisesaal. Dass der Speisesaal des Papstes der größte Saal im Palast ist, kann man wohl als bezeichnend für den Klerus dieser Zeit bezeichnen.
Wer sich für Kunst interessiert, wird das Hirschzimmer besonders lieben, den dieses ist mit wunderschönen Bildern mit Jagdszenen aus dem Jahr 1343 (Künstler unbekannt) verziert.Auch die Mitarbeiter an den Kassen sind freundlich und hilfsbereit und geben gerne Auskunft.
1. bis 14. März: 9 - 18:30 Uhr
15. März bis 30. Juni: 9 bis 19 Uhr
1. bis 31. Juli: 9 bis 20 Uhr
1. bis 31. August: 9 bis 21 Uhr
1. bis 15. September: 9 bis 20 Uhr
16. September bis 1. November: 9 bis 19 Uhr
2. November bis 28. Februar: 9:30 bis 17:45 Uhr
Nebensaison: 16. November bis 28. Februar
Hauptsaison: 1. März bis 15 November
Neben den normalen Eintrittskarten für die Brücke könnt ihr auch Kombikarten für die Brücke und den Papstpalast kaufen. Preise sind wie folgt:
Normaler Preis: 11 € (Nebensaison), 13 € (Hauptsaison)Ja, er wirkt von außen schon ein bisschen düster. Auch bei schönem Wetter habe ich an die Burg eines bösen Magiers denken müssen. Wenn man sich dunkle Wolken vorstellt und einige krächzende Raben, die um die Türme herumfliegen, kann diese Festung direkt aus einem Fantasyfilm entsprungen sein.
Nichtsdestotrotz habe ich persönlich den Besuch genossen und kann ihn nur weiterempfehlen. Wer sich für Burgen und Festungen interessiert, muss den Papstpalast auf jeden Fall sehen. Wer gerade in Avignon ist, muss ihn sich von außen ansehen (Pflichtprogramm!). Dem ein oder anderen mag der Preis zu hoch erscheinen. Andererseits muss man natürlich bedenken, dass dieses Ding auch enorme Kosten verursacht.Also von mir eine dicke Empfehlung und fünf Sterne.
Papstpalast von außen mit dem Elefanten von Miquel Barceló
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belli4charlotte 19.02.2012 08:11
Syriah 05.02.2012 00:42
schlagergalaxie 20.01.2012 13:47
antjemue 17.01.2012 15:28
Hach da war ich vor Jahren auch schon... LG Sabine