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Erfahrungsbericht

für Palos de la Frontera, Costa del Sol
5 Sterne Anno 1492 - von hier nach Amerika Bericht mit Bildern
63 von 63 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Sehenswerter Ort und Museum

Kontra Etwas abseits der Touristenwege

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

marku2007 Seit 26 Jul 2007

Ich danke Allen die meine Berichte lesen,bewerten und kommentieren. Leider kann ich momentan... mehr

26 Mitglieder vertrauen mir

1492 -oder die Anfänge zur Entdeckung von Amerika.

Heute möchte ich von einem kleinen Ausflug nach "Palos de la Frontera" berichten. Ein winziges Fischer-Städtchen in Andalusien,nahe Huelva.


Nach Palos de la Fronteira kommt man eigentlich nur mit dem Auto. Es gibt keine Zugverbindung,und wenn man mit dem Bus dorthin möchte,muss man in Huelva in einen Nahverkehrsbus umsteigen. Doch das alles ist ziemlich umständlich.
Ein Mietauto oder der eigene Wagen sind wohl am besten geeignet. Schliesslich bleibt man ja nicht nur im Ort Palos, man sollte auch noch etwas weiter zum nahe gelegenen Kloster La Rabida (Herberge des Kolumbus) fahren.

Palos erreicht man über die Autobahn Portugal - Sevilla. Hier nimmt man die Ausfahrt Moguer.
An Moguer vorbei geht's noch etwa 10km geradeaus. Palos liegt dann rechts.


Palos de la Frontera gilt als die Wiege der Entdeckung Amerikas, denn dort legten die drei Karavellen des Kolumbus, im August 1492, ab.
Monate später sollten sie dann am weit entfernten, unbekannten, amerikanischen Kontinent anlegen.

Der Hafen von Palos de la Frontera liegt heute im Landesinnern. Dies ist hauptsächlich durch das Erdbeben von Portugal im Jahre 1755 zu erklären, das den Küstenverlauf im Süden der iberischen Halbinsel veränderte.

Im Ort Palos de la Frontera erinnert noch einiges an das Abenteuer der Entdeckung Amerikas.
So wurden z.B. in einem kleinen Monolith die Namen der sechzig Seemänner aus Palos, die auf Kolumbus Schiffen angeheuert hatten, eingraviert. Dieser Stein befindet sich gegenüber dem Mudejar-Portal der im 14. Jahrhundert erbauten San-Jorge-Kirche.
In der Hauptstraße des Städtchens stößt man auf das restaurierte Haus der Familie Pinzon,deren Brüder an der Entdeckungsreise teilnahmen.
Hier im Privatmuseum von Franzisco Martin Pinzon findet man alte nautische Instrumente, Gemälde und Karten, die mit der Entdeckung Amerikas in Zusammenhang standen.
Außerhalb der Stadt findet man noch einen unter Denkmalschutz stehenden Mudejar-Brunnen, aus dem Kolumbus den Wasservorrat für seine lange Reise schöpfte.

Weiter geht's mit dem Wagen Richtung Meer.

Nach knapp 3 km kommt erreicht man die Abzweigung zum Kloster La Rabida, das ein bisschen erhöht über dem Rio Tinto liegt.

Von hier oben hat man einen schönen Ausblick auf den Fluss,auf das am Horizont liegende Meer und auf die Grossstadt Huelva,die auf der anderen Seite des Flusses schemenhaft zu erkennen ist.
Direkt unter der Anhöhe von La Rabida liegen die Nachbildungen der drei Karavellen Santa Maria, Pinta und Nina, mit denen sich Kolumbus auf die Suche nach fernen Ländern machte.

Ein Parkplatz unter Bäumen liegt in umittelbarer Nähe zum Kloster. Hier kann man seinen Wagen im Schatten abstellen,dann gehts zu Fuss durch eine, mit verschiedenen,herrlich duftenden Blumen und Pflanzen angelegte kleine Parkanlage,direkt auf das Eingangsportal des Klosters zu.

Das Kloster liegt umgeben von Palmen strahlendweiss im Sonnenlicht.

Ein kleine Gebühr wird fällig,dann steht man im Innern des Klosters. Will man einen Audioführer haben,der über das Kloster und dessen Rolle im Leben des Kolumbus berichtet,muss man seinen Ausweis hinterlegen.

Alle Innenräume sind mit grosser Sorgfalt renoviert worden. Die kleinen Schlaf-Kammern,die damals den Mönchen und Kolumbus dienten, sind nur mit einfachen Stühlen,Tisch und einem Bett ausgerüstet.

Hier in einem dieser Räume nächtigte einst Christoph Kolumbus, etwa um1486. Laut Zeugnissen war er dort mit seinem Sohn Diego.
Hier erörterte er mit den Franziskanermönchen seine Pläne,Indien und den Fernen Osten anzusteuern.
Bevor Kolumbus im Kloster La Rabida Aufnahme fand,war er mit seinen Plänen beim Königspaar Isabel und Ferdinand gescheitert.
Der Franziskanerpater Juan Perez überzeugt aber die Königin Isabel von Kolumbus Reise-Plänen, so dass sie ihre ablehnende Meinung bezüglich Kolumbus Vorhabens aufgab. Kolumbus konnte die geplante Reise beginnen.


Kurzbiografie des Chr.Kolumbus:

Der Seefahrer und Entdecker Amerikas Christoph Kolumbus wurde zwischen August und Oktober im Jahr 1451 geboren.
Gestorben ist er starb am 20. Mai 1506 in Valladolid (Nord-Spanien), vereinsamt und verbittert.
Die genaue Herkunft des Seefahrers ist nicht bekannt. Man vermutet aber, dass er aus Genua (Italien) stammte.
Bei seinen Entdeckungsfahrten landete Christoph Kolumbus irrtümlich in der Karibik und entdeckte so Amerika. Da er dachte, es handelte sich um Inseln Indiens, nannte er sie Westindische Inseln.


Im Kloster:

Man kommt durch einen lichtdurchfluteten Innenhof,der von einem Kreuzgang umgeben ist. Ein Ort der Stille,der einen unweigerlich zum Nachdenken und Träumen verleitet.

Wer jemals den Film 1492 mit Gerard Depardieu als Kolumbus gesehen hat,der hat vielleicht eine Vorstellung davon, welche Gedanken einem durch den Kopf schiessen,an solch einem historischen Ort. Man verbindet den Schauspieler mit dem Original. Grösse und Aussehen waren ähnlich.

Hier im Schatten des Innenhofs, umgeben von duftenden Pflanzen hat Kolumbus vielleicht einst gesessen. Genau hier wo man sich jetzt gerade befindet. Das ist schon beeindruckend!
Christoph Kolumbus ist ja kein Unbekannter. Jeder kennt diesen Mann aus den Seefahrer-Geschichten. Schon in der Grundschule wird von ihm erzählt.
Nun steht man hier im Kreuzgang,und plötzlich ist man ein Teil seiner imposanten Geschichte...wenn auch nur im Geiste.

Es geht weiter
..durch ein grosses Besprechungszimmer,in dem der Seefahrer seine Pläne mit den Klosterbrüdern beratschlagt haben soll.
..an kleinen Modellen vorbei,die seine drei Karavellen darstellen.
.. durch eine ehemalige Pförtnerwohnung,die verschiedene Fresken des Malers Daniel Vázquez Díaz zeigen. Hier sind Motive zu sehen sind, die sich alle mit der Entdeckung der Neuen Welt befassen.


Wieder draussen,laufen wir zurück zum Parkplatz.
Wir machen noch einen Abstecher zum Karavellen-Kai. Es ist nur eine kurze Fahrt durch einen schönen Palmen-Boulevard.
Abwechselnd links und rechts der Strasse kann man verschiedene,etwa 1,5m grosse Scheiben stehen sehen. Auf ihnen befinden sich Motive der Azteken und anderer lateinamerikanischer Ureinwohner. Farben und Gesichter in allen Variationen, dominiert werden diese Scheiben aber von der Farbe Gold.
Gold war damals ja die begehrte Ware...
Dass sich diese Riesen-Teller in der Nähe der nachgebauten Schiffe befinden hat sicher einen symbolischen Charakter.


Man fährt eine grosse Schleife um den Hügel von La Rabida herum und stösst dann direkt auf das unterhalb des Klosters liegende Karavellen-Museum.

Rechts neben dem zum Museum gehörenden Parkplatz steht ein neuerbautes Freilicht-Theater.
Hier werden u.a. Stücke aus der Zeit der Entdeckungen aufführt. Leider gab es zur Zeit unseres Besuchs keine Aufführungen. Es war Frühjahr.
Wahrscheinlich beginnen die Veranstaltungen erst in den Sommermonaten, wo der Zulauf an Touristen sicher grösser sein wird,und wo es abends nicht mehr so kalt ist.
Es ist in den südlichen Ländern üblich,dass alle Veranstaltungen erst spät am Abend beginnen. Da sind die Temperaturen besser zu ertragen.

Dem Theater gegenüber steht das Museum.


Ein paar Euro Eintrittsgeld wird man auch hier los. Doch es lohnt sich zu bezahlen.

Hier im Museum -unter freiem Himmel- liegen die Nachbildungen der ersten Entdeckerschiffe in Originalgröße. Sie wurden anläßlich der 500-Jahrfeier der Entdeckung Amerikas nachgebaut.

Wer will, kann die drei Karavellen betreten, sich an Deck umsehen und auch mal unter Deck nachschauen, mit welcher Ausrüstung man früher die Welt umrundete.
Im Schiffsbauch stehen Wasserfässer und Lebensmittelkisten. Lebensgrosse Puppen, die die Besatzung darstellen,erzeugen eine realistische Atmosphäre.

Im oberen hinteren Teil der grössten Karavelle liegt die Kapitänskajüte. Zwei Puppen,angezogen als Kapitän und Matrose,im Gespräch vertieft, vermitteln einen Hauch von Entdecker-Zeiten. Ganz oben im Ausguck entdecken wir einen weiteren Matrosen,wie er in die Richtung einer imaginären Insel zeigt.

Man hält es nicht für möglich dass die Schiffe derart klein waren.
Sie besaßen nur eine Länge zwischen 15 bis 30 Metern. 20 bis 30 Mann Besatzung hatte eine Karavelle. Von Seefahrerromantik ist da sicher nicht viel zu spüren.
Schlafen musste die Besatzung oben an Deck oder unter Deck in Hängematten, nur der Kapitän hatte ein richtiges Bett. Bei heftigem Wellengang wurde schon mal der eine oder andere Mann über die Reling hinweggespült.

Mehrere Monate auf so einer Nussschale verbringen zu müssen,nur mit modrigem Wasser, eingesalzenem Fisch und trockenem Brot unterwegs zu sein, das war mit Sicherheit kein angenehmes Leben. Doch da diese Männer alle nur von Reichtum,Gold und Schätzen träumten,nahmen sie diese Strapazen die diese Reisen mit sich brachten in Kauf.

Zwischen den drei Karavellen gibt es Verbindungsstege. So kann man alle Schiffe nacheinander betreten,ohne an Land zu müssen. Die Karavellen dümpeln in einem künstlich angelegten See.

Um den See herum befinden sich nachgebaute Siedlungen von verschiedenen Indio-Stämmen. Man muss sich Die Zeit nehmen,um alles in Ruhe anzuschauen.
Auch hier an Land findet man diese lebensgrossen Puppen.
In Hütten,beim Fischen,beim Jagen,beim Transporieren von Getreide,beim Waschen...
Alle Eingeborenen werden in ihrer typischen Landestracht gezeigt..
Um ihre Hütten zieht sich ein Urwald. Vogelgezwitscher, Affengeschrei, Baumrascheln und andere Geräusche runden dieses Bild der ehemaligen Eingeborenendörfer sehr schön ab.

Solche Eindrücke hatten die Eroberer als sie den Neuen Kontinent betraten.

Ein kleines mexikanisches Dorf ist die Endstation durch diese Zeitreise.
Weisse Häuser,Viehställe,ein mexikanischer Marktplatz,all das wurde hier nachgestellt,um dem Besucher ein eindrucksvolles Bild zu vermitteln. Einfach topp!

Hier auf diesem Museumsgelände hat man sich wirklich viel Mühe gegeben.
Alle Besucher waren beeindruckt,das konnte man sehen.


Schliesslich kann man im Museum noch verschiedene Dokumentationsfilme anschauen.


Am Ausgang befindet sich ein Souvenir-Shop. Hier werden alle interessanten Motive des Aussengländes auf Postkarten angeboten.

Wer irgendwann zu diesen Orten fahren möchte darf keinesfalls seinen Fotoapparat vergessen. Es gibt hier unzählige Motive zu fotografieren.


Zum Abschluss empfehle ich noch den Besuch in der Stadt Moguer-kurz vor der Autobahn.

In Moguer gibt es noch ein paar sehenswerte Sakralbauwerke:

**die Kirche Nuestra Senora de la Granada aus dem 18. Jahrhundert,
**das Kloster Convento de San Francisco aus dem 15. Jahrhundert
**und das Kloster Convento de Santa Clara aus dem Jahr 1337. Das Kloster Santa Clara ist historisch gesehen sehr wichtig, denn hier leistete der Entdecker Christopher Kolumbus seinen Eid an die Könige.


Sollte man nach diesem anstrengenden Tag Hunger bekommen haben,so kann man hier sehr gut Tapas essen gehen.


In der Nähe der Kirche gibt es -immer dem Geruch nach gebratenem Knoblauch folgen-ein Tapas-Restaurant vom Feinsten. Hier bekommen sie an die 50 verschiedene Tapas-Gerichte für je 1 Euro.
Das Ambiente des Lokasl ist typisch. Alte Tische,Pferde-u. Kuhgeschirre an den Wänden,alte Bilder, alles da was ein Restaurant sympathisch macht.
Grosse Weinfässer hinter dem Bartresen,eine Decke durchzogen von Holzbalken.
Von aussen unscheinbar,von innen einfach einladend.

Das Essen schmeckte köstlich. Der Wirt war freundlich.
Die Speisen kreuzt man einfach auf einem Zettel an,dann gibt man den Zettel einem Kellner. Der bringt kurz darauf die angekreuzten Speisen auf kleinen Tellern an den Tisch.
Der Zettel wird später zur Kasse gebracht. Man bezahlt und bekommt noch einen Viagra als Dankeschön zum Abschied. Das ist zwar auch ein Stimmungsmacher, aber hier handelt es sich um einen leichten, selbstgemachten.... Hauswein mit Orangengeschmack.
Na dann...Saude!

Ich gebe für diese Reise alle Sterne.
Der Besuch hat sich absolut gelohnt. Die vielen Eindrücke bleiben für immer im Gedächtnis zurück,denn solch geschichtsträchtigen Orte wie Palos de la Frontera, La Rabida, Moguer, aber auch das Freilandmuseum mit den Karavellen besucht man ja nicht jeden Tag

Bilder

für Palos de la Frontera, Costa del Sol
_DSC1970 - Palos de la Frontera, Costa del Sol
Palos de la Frontera, Costa del Sol
von marku2007 marku2007
_DSC1970 - Palos de la Frontera, Costa del Sol

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Kommentare

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  • billywilder2 09.12.2011 18:54
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Leider war ich noch nie an der Costa del Sol, LG BiIly

  • allisonbraun 16.10.2011 12:48
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • quacky4321 14.10.2011 09:05
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH und LG

  • amitom 12.10.2011 17:50
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Komplett vorgestellt. BH! VG Thomas

  • CiaoFonzie 29.09.2011 15:57
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    da will ich mit dem Mopped auch noch hin. LG Matthias

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