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Erfahrungsbericht

für Oregon
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5 Sterne OREGON: NATURE CALLS !
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Empfehlenswert: Ja

Pro Gigantisches Naturerlebnis, Erholung und Abenteuer pur !

Kontra Langer Flug

Der Autor

Tom-Travel

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Hallo Community !

In Teil IV meines USA Reiseberichts werde ich mich jetzt meinem Hauptziel, Oregon widmen.

Oregon, der Staat im Nordwesten der USA, im Süden an California, im Westen an den Pazifik, im Norden an Washington State und im Osten an Idaho grenzend, hat es geschafft, mich für 5 Wochen in seinen Bann zu ziehen und auf zahlreiche Reisen kreuz und quer durch Oregon einen recht kompletten Eindruck zu vermitteln, sodass ich mich schon fast als „Oregano“ fühle.

Während des 5 wöchigen Austausches in die südlichste Stadt Oregons, Brookings, hatte ich so eine großartige Gelegenheit, wirklich am Leben in der Community teilzunehmen und mich nicht als Außenseiter oder Tourist zu fühlen.

Hier will ich nun einige Eindrücke aus dem wunderschönen Oregon, besonderst der „America’s Wild Rivers Coast“, an der ich gewohnt habe, die leider nicht als Kategorie bei Ciao angenommen wurde, dem Highway 101 ( sprich: one-oh-one), des Gebietes Portland, wozu es aber noch einen extra Bericht geben wird, sowie die Küste Oregons und Nordkaliforniens, Zentral, Süd- und Nord Oregon wiedergeben.


Inhalt:

1. Anreise/Fakten
2. Geschichte
3. Mein Oregon
4. America’s Wild Rivers Coast
5. Der Highway 101
6. Höhepunkte/ Quer druch’s Land
7. Fazit

1. ANREISE / FAKTEN:

Oregon ist heute problemlos auch von Deutschland zu erreichen.
Seit einem Jahr besteht eine tägliche Nonstop Verbindung mit Lufthansa von Frankfurt nach Portland mit einem Airbus A 340-300.
Außerdem bestehen zahlreiche Verbindungen nach Portland oder San Francisco mit einigen
US-Airlines, mit Zwischenlandung in einem ihrer Hubs.
Sowohl von Portland als auch San Francisco bestehen außerdem Verbindungen in fast jedes größere Städtchen Oregons / nähe Oregons mit kleinen Maschinen, so z.B. nach Medford, Crescend City, Salem usw.
Der öffentliche Nahverkehr ist wie überall in den USA begrenzt, einzig im Raum um Portland gibt es ein sehr gutes Öffentliches Verkehrssystem.
Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit mit Greyhound Bussen fast jede Stadt in Oregon anzufahren, oder einen Mietwagen zu nehmen, was wohl eine gute Wahl darstellt angesichts der traumhaften Straßen und weiten Wegen.
RV’s, also Wohnmobile sind ebenfalls eine Alternative, die immer populärer wird, um Oregon zu entdecken.
Aufgrund der zahlreichen Campingplätzen und Campern, die sich oft an den schönsten Punkten Oregons und Nordkaliforniens befinden, sicherlich eine exzellente Wahl.

Oregon, das sind 96000 Quadratmeilen Fläche, was flächenmäßig den zehntgrößten US –Bundesstaat darstellt, auf der allerdings nur knapp 3 Mio. Menschen wohnen.
Oregons Wappentier, der Bieber, verhilft Oregon auch zu dem Name „The Beaver State“,
ganz zum Ärger der nicht „Beaver“ Fans, eine der beiden großen Football Teams Oregons.
Immer wenn es um die „Beavers“ oder „Ducks“ geht, sollte man sich am besten mit Kommentaren zurückhalten, jedenfalls ist fast jeder Bewohner Oregons eingefleischter Fan einer der beiden Teams.
Die Hauptstadt Oregons ist das größenmäßig eher bescheidene Salem.
Mit Abstand größte Stadt, eine sehr sehenswerte Metropole ist Portland, mit ca. 1,7 Mio. Einwohnern, die einen guten Kontrast zum sonst sehr beschaulichen und ländlichen Oregon bietet.


2. GESCHICHTE:

Oregon ist einer der wohl zuerst mehr oder weniger entdeckten Bundesstaaten der USA.
Schon 1579 betrat ein Mann aus der „Alten Welt“ den Boden Oregons, zu einer Zeit, als Amerika noch praktisch von Europa unentdeckt war und noch keine weißen Siedler durch das Land streiften.
Der Mann, der der englische Admiral Sir Francis Drake, hatte damit das heutige Oregon erstmals als Europäer betreten.
Die ersten Siedlungen entstanden jedoch lange Zeit später, nämlich 1834, und erst als Oregon vom Landweg her entdeckt wurde, bildete sich ein Strom von Menschen, unter dem Namen des berühmten Oregon Trails, wobei ab 1834 hunderttausende von Independence nach Oregon wanderten.
Der nächste Schub kam dann in den 60ern des Jahrhunderts 1800.
Durch den allgemeinen Goldrausch im Westen, von dem auch Oregon nicht verschont blieb, nahm die Zahl der Zuwanderer noch mal erheblich zu.
Allerdings verlief der Ansturm der Siedler weit wesentlich weniger dramatisch wie im benachbarten Kalifornien, was auch am vergleich der Bevölkerungszahlen deutlich wird.
Dadurch hat sich Oregon seinen natürlichen, wilden Charakter bewahren können.
Traumhafte Ansichten auf Redwoodwälder, Flüsse, Seen und Wiesen, soweit das Auge reicht, ohne einen einzigen Menschen oder ein Haus zu erblicken, sind in Oregon noch keine Seltenheit geworden.
Heute ist die Geschichte Oregons lokal sehr verschieden, da manche Teile noch heute von Indianern geprägt sind, andere vom Fischfang, vom Tourismus (wohlgemerkt KEIN Massentourismus, mehr individuelle Naturfreunde, Abenteurer oder Lebenskünstler),
von der Holzwirtschaft, Industrie usw.
In Oregon ist also fast alles zu finden, nur das fast überall die Natur scheinbar über die Menschen herrscht und nicht umkehrt, wie es oft versucht wird in vielen Gegenden der USA.
Allgemein ist nach zu sagen, dass die bebende Erde auch ein Teil der Geschichte ist.
Durch die dünne Besiedlung könnten größere Opfer bisher glücklicherweise vermieden werden, jedoch, insbesondere im Süden Oregons, an der Küste, ist das Land von Erdbeben geprägt und darauf auch eingestellt.
Man nimmt diese Gefahr, wie eigentlich alles hier, mit einer Gelassenheit entgegen, die typisch für die Menschen hier ist.


3. MEIN OREGON:

Mein Oregon, dass sind vor allem die Dinge, die ich besonders in meinem Herzen behalten habe, einige davon gehören sicherlich zu den Höhepunkten Oregons, andere sind individuell geprägt und der Öffentlichkeit unbekannt.
Insgesamt habe ich auf meiner 5-wöchjigen Oregon Tour ca. 3000 Miles abgespult, natürlich meist im Auto, habe den Highway 101, sicherlich eine der Traumstraßen dieser Welt von San Francisco bis in den Norden Oregons befahren (natürlich nicht selbst am Steuer), auf der Interstate 5 von Süd bis Nordoregon gefahren und kreuz und quer durchs Land.
Stationen/Ziele waren: Brookings, my Hometown, die Küste hoch bis Newport,
Grants Pass, Roseburg, Medford, Crater Lake National Park, Eugene, Salem, Portland/ Portland Area, Corvallis, Mt. Hood, quer durch den Willamette National Forest, Klamath Falls und viele kleine Städtchen irgendwo mittendrin, in denen dies oder jenes zu erledigen war.

Trotz der wahnsinnigen Distanzen, so sind es z.B. von Brookings zum Nachbarort Gold Beach 25 Meilen, kann man wohl sagen das das Autofahren hier wesentlich unanstrengender ist und durch atemberaubende Landschaften, Hörbücher, großen, komfortabel ausgestatteten Autos etc. die Zeit scheinbar zu verfliegen scheint.

Auch als sehr positiv erlebt habe ich die Menschen, so wurde ich niemals abweisend behandelte, fast jeder, den ich traf lud mich gleich nach Hause ein.
Diese Freundlichkeit und Herzlichkeit ist einfach eine tolle Erfahrung, man fühlt sich wesentlich mehr als Teil der Gesellschaft als in Deutschland.
Der Zusammenhalt der Menschen ist eine andere Sache, die ich hier sehr vermisse.
In einer kleinen Stadt ist die Bevölkerung zusammengeschweißt, man hilft sich gegenseitig viel mehr, unterstützt sich, auch die freiwillige Arbeit ist grandios.
So gibt es praktisch in jedem Job auch Freiwillige die den Dienst umsonst tun, praktisch jeder hat eine freiwillige Aufgabe, der er mit Spaß und Stolz bewältigt, was insgesamt natürlich zu einer Verbesserung der Situation beiträgt.

Hierbei spielt ebenfalls der Stolz eine große Rolle.
Unter der Fahne sind alle gleich, die Fahne und der Patriotismus verhilft zu mehr Kontakten, mehr Freiwilligkeit, mehr Zusammenhat, mehr Aufbruchsstimmung und Erfindergeist.
Ich möchte hier nicht über Sinn oder Unsinn des für mich auch manchmal eher als komödiantisch empfundenen Fahnenpatriotismus diskutieren, auch ich fand es manchmal
lustig oder übertrieben, aber Fakt ist, das er zwischen den Menschen eine Brücke ist, der eine wunderbare Verbindung möglich macht, die es so hier (in D.)nicht gibt.

Stolz merkt man natürlich überall sofort, den auf zahlreiche Einladungen nach Hause folgt eine Präsentation des eigenen Rennwagens, Oldtimers, Sammlung, Hauses etc.
Jedoch würde ich das nicht als Protzerei betrachten, außerdem herrscht eine unglaubliche Großzügigkeit, jeder möchte gerne etwas abgeben, selbst wenn er wenig besitzt.

Da ich in einer Zeit Oregon besuchte als der Irakkrieg erst seit kurzem vorüber war,
gab es für mich als Deutschen natürlich viel zu erklären.
Die Amerikaner interessierten sich brennend für good ol’ Germany, auch außerhalb der Kriegsthemen. So hört man überall stolz, dass der Urgroßvater doch Deutscher war und jeder irgendwas mit Deutschland verbindet, auch mit seiner eigenen Geschichte.
Deutschland wird nach wie vor sehr positiv betrachtet, allerdings manchmal mit rätselhaftem Unverständnis, da über die eigenen Medien immer noch Bruchstückhaft und von einem eingefärbten Sichtwinkel berichtet wird und viele nicht wissen, was sie glauben sollen und einfach manches nicht verstehen.

Zu mein Oregon zählt auch die BHHS, die Brookings Harbor High School, dessen Fußballmannschaft ich angehörte und natürlich auch einige Erwartungen an den Fußball Meister aus dem fernen Deutschland gestellt wurden, die ich nur teilweise erfüllen konnte.
Doch jeder wollte wissen wie die Deutschen Fußball spielen und was sie als Amerikaner
noch lernen müssen und besser machen sollten.
Die High School war für mich ein sehr interessantes Erlebnis, existieren doch so viele Klischees über die legendären High Schools in Deutschland.
Einige von ihnen sind wahr, Stichwort Pool Parties, Sportsgeist und Teams, Locker (Spinte)
Leistungsanforderungen in der Schule usw.
Jedoch nicht alle: So habe ich die meisten gleichaltrigen dort als kindisch und absolut
zurückhaltend erlebt, zumindest was Mädels angeht, so sind die meisten doch totale Weicheier und würden sich lieber eine Schlucht hinabstürzen als ein Mädel anzusprechen.
Natürlich gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Natürlich dürfen auch Dinge wie Shopping Center, Trucks wie der Ford F450, streched cabin, long bed, nicht fehlen.
Außerdem: Pools fast überall, Fahnen, Palmen, Redwoods an jeder Straße meiner Stadt,
Yachthafen, Fischen, Jet Boot fahren, einfach nur die Landschaft genießen,
mit dem Kanu durch schnell fließende Flüsse herrliche Schluchten durchqueren, gutes mexikanisches Essen, Home Depot, Jack in the Box, Zelten am Fluss…
Crater Lake, auf den ich noch genauer eingehen werde, die American’s Wild Rivers Coast,
am kilometerlangen Sandstrand liegen, ohne von weit und breit einen anderen Menschen zu sehen und einfach nur dem Rauschen des Ozeans lauschen.4. AMERICA’S WILD RIVERS COAST:

Einen gesonderten Absatz möchte ich der Region geben, die sich America’s Wild Rivers Coast nennt.
Leider hat Ciao dieses Gebiet, das wohl weltweit zu den atemberaubensten Natursehenswürdigkeiten gehört, nicht als Kategorie akzeptiert, wahrscheinlich weil der Name noch nicht lange existiert und die Region unter diesem nicht sehr bekannt ist.
Die America’s Wild Rivers Coast liegt ganz im Süden Oregons an der Küste und erstreckt sich über 101 Meilen entlang des Highway 101 von Crescent
City in Nordkalifornien bis nach Port Orford in Oregon.
Im Herzen dieser liegt auch Brookings, wo ich die meiste Zeit meines Aufenthaltes verbracht habe.
Die AMERICA’S WILD RIVERS COAST zeichnet sich hauptsächlich durch ihre Küste aus. Lange, feine Sandstrände, Dünenlandschaften, Redwoodbäume und natürlich die wild rivers, die mehr oder weniger wilden Flüsse, die sich alle hier den Pazifischen Ozean ergießen.
Sie lockt mit zahlreichen State Parks, kleineren geschützten Gebieten, von denen aus man eine unglaublich Aussicht auf das Meer, mit seinen oftmals herausragenden,
schroffen Felsen, auf denen sich Vogelkolonien befinden, hat.
Teilweise sind diese durchspült, sodass sich Tunnel in den Klippenfelsen gebildet haben, durch die das Wasser hindurchströmt.
Die Landschaft entlang den zahlreichen Flüssen ist herrlich, teilweise bewaldet, teilweise führen die Flüsse durch tiefe, beeindruckende Canyons.
Sie sind voll mit Lachsen, weshalb hier nicht wenige Hobbyfischer ihr Glück versuchen.
Fischen ist jedermann erlaubt, nur ein Ticket muss gekauft werden.
Die Flüsse bieten außerdem Gelegenheit für Jetboot Touren von Gold Beach aus,
die zwischen 50 und 104 Meilen lang sind und neben Beobachtungen von wilden Bären aus nächster Nähe vom Fluss aus, sowie Elchen, Adler usw. auch jede menge Spaß machen indem
man mit highspeed übers Wasser donnert und dabei herrlich nass wird.

Ein beschaulicheres und ebenfalls tolles Vergnügen ist es, mit einem günstig zu mietenden Kanu den Chetco River in Brookings herunterfährt und dabei die Natur genießt oder von Gold Beach aus mit dem Kanu oder Rafting Schlauchboot den Rouge River befährt.
Dabei kann man auch Touren organisieren oder buchen, die mehrere Tage lang dauern und man ganz romantisch im Freien am Fluss übernachtet,
mit BBQ und Marshmellows am Lagerfeuer.
Zahlreiche Wanderwege in allen Schwierigkeitsstufen laden zum Trekking ein.
Vor den Bären muss man sich nicht wirklich fürchten, sie haben es nur aufs Proviant der Reisenden abgesehen. Elektrozäune, die an Feuerstellen einige Quadratmeter umzäunen dienen zur sicheren Aufbewahrung der Essensreste währen der Nacht.

Campingplätze und günstige Motels gibt es in jedem Ort zu dutzenden, sodass der Aufenthalt vergleichsweise günstig ist und Natur und Abenteuer pur bietet.
Auch sind bis jetzt recht wenige Touristen unterwegs, man kann die Beschaulichkeit und die fast wilde Natur ungestört genießen.
Messentourismus findet hier nicht statt, ein Grund ist das zu kühle Meer, in dem zwar ein paar Surfer unterwegs sind, aber ohne Neoprenanzug schwimmen nur sehr begrenzt möglich ist.
In den Flüssen hingegen ist an vielen Stellen baden bei angenehmen Temperaturen an tollen Uferstränden möglich.
Surf- und Badezubehör gibt es natürlich überall zu kaufen und zu leihen.
Wenn jemand mal dort hinkommen sollte, vielleicht auf einer Reise von Kalifornien hoch bis Kanada auf dem Highway 101, ein oder mehrere Stopps lohnen sich, besonderst in den Städtchen Brookings, welches in die Berge gebaut wurde und über einen faszinierenden Golfplatz verfügt (auch für mich als Nichtgolfer) und Gold Beach.

5. DER HIGHWAY 101

Was ist schon eine Sehenswürdigkeit, die man sich ansieht, ein Foto macht und schnurstracks wieder wegmarschiert.
Der Highway 101 ist das genaue Gegenteil dessen.
Es ist „nur“ eine Straße.
Eine besondere Straße.
Praktisch ein Weg zu tausend sehenswerten Dingen, Menschen, Gefühlen und eine Schönheit in sich selbst.
Die Route die er wählt ist ein Traum. Natürlich, klassisch, traditionell, er ist praktisch noch in seiner Urform erhalten.
Der Scenic Highway 101 für an einer der traumhaftesten Küsten der Welt entlang, er ist ohne Zweifel die Traumstraße der USA und eine der fantastischsten der Welt.
Er führt von der mexikanischen Grenze im südlichen Kalifornien über San Diego CA, Los Angeles CA, San Francisco CA, Brookings OR, über Oregon bis hinauf nach Seattle im Bundesstaat Washington und dort zur kanadischen Grenze, wo er in einer großen Schleife wieder zurück nach San Diego führt.

Er ist sicherlich die beste Wahl, wenn man eine der traumhaftesten und abwechslungsreichen Küsten der Welt entdecken will, die US Westküste.
Der Highway 101 führt überwiegend direkt an der Küste entlang, in manchen Teilen Kaliforniens allerdings einige Meilen durch das ebenso traumhafte Hinterland.
Für Küstenfanatiker empfiehlt es sich, im südlicheren Kalifornien auf den Highway 1 zu wechseln, der in einigen Abschnitten hier direkt am Meer entlangführt während der 101 ein paar Meilen Abstand lässt.
Allerdings ist der 101 durchaus ebenso traumhaft im Hinterland, hier führt er teilweise an den größten Redwoods der Erde vorbei, außerdem
an zahlreichen Campingplätzen, auf denen man günstig und manchmal umsonst
direkt unter den Giganten übernachten kann.

Ich bin dem Highway 101 von South San Francisco in Kalifornien bis nach zentral/nord Oregon gefolgt.
Über diese Reise (es waren mehrere Etappen) möchte ich hier jetzt berichten.


Los geht die Reise von South San Francisco nach Brookings, der südlichste Ort Oregons und einige Tage später von Brookings in die Nähe von Newport, was im etwas nördlichen Teil Oregons liegt.
Die Gesamtstrecke beträgt ungefähr 600 Meilen, das sind knapp 1000 Kilometer.

Nach meiner Ankunft in San Francisco geht es nach einem Tag der Stadtbesichtigung
und einen frühen Morgen mit Frühstück im Italien Quarter in SF mit dem Auto an das nördliche Ende Sf’s, wo der erste spektakuläre Höhepunkt der Reise auf dem Highway 101 wartet, die Golden Gate Bridge.
Der 101 ist die Straße, die über die Golden Gate Bridge raus aus San Francisco führt.
An diesem Morgen ist es leider neblig, die Pfeiler verschwinden in einer trüben Suppe.
Gut, dass ich zurückkommen werde um mir die Brücke einmal ausgiebig vorzunehmen.
Raus aus San Francisco Downtown, wo’s viel zu bestaunen gibt, auch vom Auto aus,
hinein in die Bay Area.
Schon sehr bald tauchen an den Hängen in der Bucht Luxusvillen auf, überall ankern Jachten
direkt vor den Villen, einige haben Stege an denen das hauseigene Wasserflugzeug steht.
Ein Ort zum staunen für den Europäer.
Tausende Superreiche geballt auf einigen Hügeln.
Weiter geht’s, nun plötzlich mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von fast 30 Grad am Vormittag,
Vorbei an Sausalito, Petaluma und Santa Rosa kommt südkalifornischer Flair auf.
Hitze, der für Südkalifornien typische Pueblo Baustil, mit seinem mexikanischen Flair, und das so weit weg von Mexiko.
Der Highway 101 ist hier zum extrabreiten Freeway ausgebaut, viel Verkehr, Partner Lane, man wird an Südkalifornien und Los Angeles erinnert.
Trotzdem eine sehr interessante Erfahrung.
Einige Meilen weiter löst sich der Verkehr scheinbar auf, die Straße wird etwas schmäler, es wird beschaulich.
Wir durchqueren jetzt das Napa Valley, ein Traum für Weinfans und zum Staunen für alle anderen.
Kleinere, hübsche, sehr herausgeputzte Städtchen laden zum shoppen in zahlreichen Weinshops ein.
Einige der Städte wie Healdsburg sind auf puren Luxus getrimmt, die Schönen und Reichen von San Francisco kommen hier hinaus, um sich in idyllischer Hügellandschaft mit Wein und anderen kostspieligkeiten verwöhnen zu lassen.
Die Straßen sind voll mit dicken Mercedes, fetten Luxusgeländekreuzern und Porsche.
Ein interessantes Schauspiel, der High Society so zuzusehen
und sich selbst in tollen Parks zu entspannen.
Viel Zeit bleibt aber nicht, noch 600 Kilometer liegen vor uns, bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 65 Meilen und gefahrenen 70 (110km/h).
Nun wird der Highway teilweise nur einspurig auf jeder Seite, eine verlassene
Route durch wüstenähnliche Landschaft.
Ein Nature Shop lädt zum Verweilen ein, eine Oase in der Wüste, betrieben nur mit Solarenergie, ein Traum.
Weiter geht’s, durch verschlafene Nester, die eine Wildwest Romantik verbreiten.
Steakhäuser überall, Rinder auf kargem Boden.
Weiter geht’s, Stunde um Stunde, jedoch ohne Langeweile durch das Nirgendwo.
Die Straße wird breit, jedoch fast ungenutzt, saftiges grün überall, das Meer wird riechbar und wieder sichtbar. Nach einigen Stunden scheinbar endloser Entfernung von einem Tropfen Wasser nun eine Briese wie an der Nordsee.

Einzelne Autos sind zu sehen, Camper überall, Eureka wir kommen!
Eureka, die nächste größere Stadt in Nordkalifornien, zeigt sich großstädtisch und wuselig.
Zeit für ein Cheeseburger, French Fries und eine große Coke zum mitnehmen.
Noch kurz ins Shopping Center, nun aber weiter.
Der Sonnenuntergang über dem Pazifik, was für ein Bild !
Traumhafte Sandstrände, nach 40 Grad im Schatten nun erträglich Temperaturen um 20 Grad, Wind, herrlich!
Redwoods plötzlich überall wohin man sieht!
Nun sind wir in dem Gebiet, wo die meisten, höchsten und spektakulärsten Redwoods der Welt stehen.
Rund um Eureka beginnt California’s Redwood Coast.
State Parks (kleine Nationalparks, aber vom Regierungsbezirk benannt) überall.
Camping, Camper und doch Idylle, stille, wohin man auch schaut.
Traumhafte Küste, riesige Bäume und Täler ohne Menschenseele.
Das ist Nordkalifornien.
Auf dem Weg nach Crescend City State Parks überall.
Abgeschiedene Täler, meilenweit nur Redwoods und eine nun kurvige Straße, entlang auf hohen Klippen, in Abgründe schauend, ein Meer aus Bäumen und ein Meer aus Wasser erblicken.
Ist das die Realität ?
Oder ein Märchenland ?
Fiktion oder Wirklichkeit ?
Ich kann nur sagen: Es ist da!
Ein Wechsel zwischen Wald und Meer, Buchten ohne Menschenseele, und der rötlich gefärbte Horizont mit der schon halb im Pazifik versunkenen Sonne, ein Traum.
Crescend City, ein gewöhnliches kleines Städtchen, aber mit Flugverbindung nach San Francisco, wird schnell hinter sich gelassen.
Noch ein paar Meilen bis zur Grenze und wir sind da !
In meinem neuen Zuhause.
Mit den letzten Strahlen des Sonnenlicht zeigt sich California noch mal von seiner schönsten Seite.


Die America’s Wild Rivers Coast hat begonnen !
Traumstrände, aus dem Wasser ragende Monolithen.
Möven, Pelikane und das Rauschen des Meeres.
Blumenfelder, soweit das Auge reicht, alle Farben.
Müdigkeit, erschöpft von all den eindrücken, leicht eindösend.
Doch geht gerade die Sonne auf?
Nein, ein freundlicher Herr mit einem lustig blinkenden Auto steht hinter uns.
California Highway Patrol.
Wir waren 4 Meilen zu schnell!
Ein saftiges Ticket (Strafzettel), nur eine halbe Meile vor dem rettenden Ufer, der Grenze zu Oregon.

Da, der weiße Strich !
Die Grenze.
Eine Station, die aussieht wie ein Grenzhäuschen.
Aber nur zur Lebensmittelkontrolle.
Das Schild ist der Überbringer der freudigen Nachricht: „Welcome to Oregon“

Einige Tage später, von Brookings aus, meiner derzeitigen Heimat.
Es geht in den norden Oregons.
Natürlich auf der 101 !
Die America’s Wild Rivers Coast hinauf, mit ihrer überwältigenden Schönheit und den Monolithen und Felsenklippen aus dem Meer ragend, an Redwoods vorbei,
Sandstränden, Dünen und Canyons, Flüsse ergießen sich ins Meer.
Entspannung pur auf einer interessanten Streckenführung, und immer am Wasser.
So geht das fast für
die nächsten 100 Meilen (160 Kilometer).
nächster erwähnenswerter Punkt ist Bandon, schickes Fischerstädtchen, hier kommt allerdings sehr bekanntes Nordseefeeling auf.
Dünen, interessante Architektur, Leuchtürme in der Nähe und und und.
Einfach mal abschalten, in den Sand setzen, ausruhen.
Hinter Bandon beginnt ein Paradies für Golfer.
Die weltbekannten Bandon Dunes liegen hier, Tiger Woods hat schon etliche Male hier sein Bestes gegeben.
Auch für Normalsterbliche gibt es eine riesigen Golfplatz mit allen erdenklich Dingen, zwischen Bäumen, Sanddünen und Ozean.


Nun geht es ein Stückchen vom Meer weg, noch ein paar Meilen bis Coos Bay
und North Bend.
die beiden Städte haben eine große Holzindustrie, die allerdings immer mehr schrumpft.
mittlerweile scheint das gigantische Casino, das von Indianern betrieben wird, Haupteinnahmequelle der Stadt zu sein.
Einige gute Kontakte
verbinden mich mit dieser eigentlich langweiligen Stadt, jedoch war ich bestimmt so sieben oder acht mal dort.
Das Jugendzentrum ist das Beste, was ich je gesehne habe.
Über eine Brücke, die der Golden Gate in ihrer Schönheit Konkurrenz macht,
geht es schließlich in die Oregon Dunes.
Über 100 Meter hohe Sanddünen, die auf der einen Seite zum Strand führen, sind frei begeh-und befahrbar.
Überall gibt es Dune Buggys zu mieten.
Mit diesen Teilen geht’s es im rasenden Tempo über die Sanddünen.
Ein Funsport der Extraklasse, ökologisch leider sicherlich sehr bedenklich und auch nicht
ungefährlich, da man kaum Sicht hat aber mit bis zu 80 km/h über den Sand brettert.
Gegen Abend werden die Dünen aber zum Ort der Ruhe und Beschaulichkeit.
Nun führt die Highwaytrasse, die inzwischen meistens sehr schmal und kurvig geworden ist,
wieder direkt ans Meer.

Das nächst größere Städtchen ist Florence.
Seen rings herum, der Strand in der Nähe und viele Abzweigungen zu State Parks und an die Strände lassen alle Optionen offen.
Die Küste bietet noch einmal alles, überall Parks und Campingplätze,
unbeschreiblich.schönes Oregon !

Cape Perpetuna ist der nächste Stopp.
Der höchste Punkt an Oregons Küste ist mit seine 250 Metern ein guter Ausgangspunkt für tolle Wanderwege rings herum.
Die hohen Klippen beeindrucken doch sehr.
Natürlich gibt es ein Infozentrum mit Informationen für Abenteuertouren rings herum usw.

Nach einem weitern, längern Stück Küstenstraße endet hier für mich meine längste Tour auf dem Highway 101.
Bei Newport, das ich leider nicht wirklich besichtigen konnte, das allerdings einen schönen, urigen Eindruck macht, geht die Reise weiter über die 20 auf die Interstate 5 bei Corvallis.
Jetzt geht es nach einer traumhaften Reise durch viele Klimazonen und Temperaturschwankungen zwischen 43 und 10 Grad zu Ende.
Portland, ich komme, aber ab jetzt auf der Autobahn.

Alles in allem ist der Highway 101 besonderst für Camper oder Menschen mit RV’s (Wohnmobilen) interessant, er bietet unzählbar viele traumhafte (und günstige)
Campingmöglichkeiten, ausreichen Tankstellen und Geschäfte in den Ortschaften an der Küste mit fairen Preisen.
Außerdem wimmelt es entlang des Highways von (meist privaten) Vergnügungsattraktionen, Museen, Souvenir Shops usw.

6. HÖHEPUNKTE / QUER DURCH’S LAND

Nachdem ich ja schon die Höhepunkte Highway 101 und die America’s Wild Rivers Coast angesprochen habe, und einmal quer durch Oregon (zumindest an der Küste entlang) gefahren bin, möchte ich jetzt in einer Kurzform noch weiter Highlights von Oregon schildern,
die ich als außergewöhnlich sehenswert befand.

CRATER LAKE:

Der Crater Lake National Park ist der einzige Nationalpark Oregons.
Er befindet sich im nördlichen Zentraloregon.
Es handelt sich hierbei um einen Vulkan, der in sich zusammengebrochen ist und einen ca. 6 mal 5 Meilen großen See hinterlassen hat.
Die Mondlandschaft rund um den See ist beeindruckend.
Das Wasser ebenfalls.
Die Farben reichen von hellblau über blau bis zum intensivsten tiefblau, das ich je gesehen habe.
Aus dem See ragt ein kleiner Mini-Vulkan, lustig anzuschauen.
Der Eintritt ist nicht übermäßig teuer.
Man hat die Gelegenheit, zum See in den Krater hinabzuwandern, hierzu sollte man aber ein recht erfahrener Bergwanderer / Steiger sein, es sind einige hundert Höhenmeter auf Geröll und abschüssigen, schmalen Pfaden zu bewältigen.
Unten angekommen, kann man mit einem Boot den See befahren.
Allerdings befinden sich nur zwei Boote im See, die mit einem Hubschrauber heruntergebracht werden müssten.
Nach dem Absturz des Helis wurden die Versuche, weiter boote herabzulassen, eingestellt.
An einem der zahllosen Aussichtspunkte befindet sich eine Lodge, wo mein bei schönem Kaminfeuer in tolle Atmosphäre Kaffee trinken und etwas essen kann.

PORTLAND:

Portland ist mit gut 1,7 Mio. Einwohnern die größte Stadt Oregons.
Sie hat einen alten, englisch wirkenden Stil bewahrt und nur wenige Hochhäuser zu bieten.
Neben dem Portland Saturday Market, ein Künstlermarkt, bietet Portland alles, was eine typisch amerikanische Großstadt eben so bietet.
Riesige (und tollte) Einkaufszentren, Outlet Stores, einen Nike Factory Shop.
Nike ist die größte und bekannteste Firma Oregons, wo es alles bis zu 50 % günstiger gibt als bei uns (natürlich nur Nike Ware).
Übrigens: Hier sagen alle „NI-KEY“!
Noch erwähnenswert sind die lustigen Namen
der Stadtviertel Portlands.
So gibt es Viertel wie Milwaukie, Vancouver etc
Hierzu wird es aber noch einen extra Bericht geben.

EUGENE:

In Eugene ist ein Kult geboren worden.
Alles dieser Stadt ist auf diesen Kult getrimmt.
Das Stadtklima dieser nicht allzu großen Stadt ist ein Phänomen.
NIKE wurde hier gegründet !
In der University of Oregon in Eugene, die Elite Uni für Läufer,
trafen die Nikegründer zusammen.
Noch heute ist ein riesiger Nike Shop hier vertreten, obwohl Nike in die Nähe von Portland gewandert ist.
Hier gibt es coole Clips aus der Gründerzeit, es ist mehr Museum als Shop.
Die ganze Stadt ist Footballverrückt, die Straßen voll mit Football Maskotchen und Nike Werbung!
Also bloß nicht mit dem falschen Trikot rumlaufen !
Eine sehr sehenswerte, verrückte Stadt, dieses Eugene !

Auch quer durch’s Land fahren lohnt sich !
So wird man immer wieder klare, tiefblau Flüsse, Elche, Wälder und Seen zu Gesicht bekommen,
die einem die Sprache verschlagen.
Oregon ist der Traum eines jeden Fans von Natur in allen Variationen.
Nur eines ist Oregon nicht: Hektisch !

7. FAZIT:

Nun aber zum Fazit dieses, zugegeben sehr ausführlichen Berichtes.
An jeden, der so lange durchgehalten hat, ein dickes Lob !
An alle, die ein paar Passagen übersprungen haben: Auch in Ordnung,
es fällt schwer bei einem Monsterbericht wie diesem.
Ich hoffe, es ist mir gelungen, einige von euch in meinen Bann zu ziehen, und in allererster Linie natürlich in den Bann Oregons.
Ich denke, wie schön Oregon wirklich ist, lässt sich nur in Oregon selbst sehen.
Aber ich habe noch niemals derart viel in einem Bericht geschrieben.
Ich denke, dass zeigt, wie Oregon mich gepackt hat !
Als Schlusswort möchte ich nur noch sagen, dass Oregon eine Reise
wert ist, vor allem für die, die die wohl grenzenlose Freiheit natürlich und hautnah erleben möchten.

4422 Wörter
Viel Spaß (und Geduld) beim Lesen!


Ich freue mich über eure Bewertungen und Kommentare!


Euer Tom-Travel

© Tom-Travel, den 28.10.03

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Kommentare

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  • TurtleTill 26.08.2004 17:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    orgeon ist wirklich schön. ich war dort letztes jahr. ein schöner bericht! =)

  • nicostumpf 21.12.2003 17:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • schneeweisschen 13.12.2003 17:06
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Habe vorhin gerade in einer Fachzeitschrift für Reiseverkehr einen ausführlichen Bericht über Oregon gelesen. Wie passend, dass ich jetzt zufällig auch noch auf deinen begeisternden Bericht gestoßen bin. Liebe Grüße Schneeweisschen

  • hubbie 13.12.2003 12:21
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    ....osten natürlich

  • hubbie 13.12.2003 12:09
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Alt-Oregonian grüßt Jung-Oregonian! War seit meinem Stipendienjahr 1968/69 schon mehrmals drüben und kann dir auch den fast menschenleeren wüstenartigen Südwesten ans Herz legen.....übrigens habe ich damals an der Medford Senior High einen Club gegründet, mit einem Legionär aus HH und einem Türken! Daneben habe ich offizielle College-Spiele gegen Honorar gepfiffen!

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