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Ontario - ein Bespiel für eine wunderschöne Reise

5  21.07.2002

Pro:
viel schöne Natur, wunderschöne Strände

Kontra:
-  -

Empfehlenswert: Ja 

schuebsi

Über sich:

Mitglied seit:05.12.2001

Erfahrungsberichte:56

Vertrauende:21

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Da ich mich ein bisschen auf Reiseberichte eingeschossen habe (muß an der Urlaubszeit liegen), möchte ich Euch etwas über die Wahlheimat meiner Mutter berichten. Kanada oder genauer Ontario.
Mein Mann und ich arbeiten ja fleißig daran, auch bald dort unsere Zelte aufzuschlagen.

Natürlich kann ich nicht ganz Ontario in meinem Bericht erfassen, sondern nur die Gegenden, die ich kenne, bzw. wo wir wohnen.

~~Allgemeines zu Ontario:~~

Der Name Ontario kommt von einem Wort der Iroquoian Indianer und bedeutet so viel wie "glitzerndes Wasser" und wurde ursprünglich zur Beschreibung des großen Sees, der heute als Lake Ontario bekannt ist, benutzt.

Ontario ist Kanadas zweitgrößte Provinz und bedeckt eine Fläche von 1.068.587 qkm. Die Gesamtfläche ist somit größer, als die Fläche von Frankreich und Spanien zusammengenommen. Es gibt rund 250.000 Seen in der Provinz. Rund ein Sechstel der Provinz ist mit Wasser bedeckt. Die fünf Großen Seen, die gemeinschaftlich von Kanada und den USA verwaltet werden, bilden zusammen das größte, ständige Süßwasserreservoir der Welt.
In Ontario leben mehr als 11 Millionen Menschen. Die Einwanderung hat beim Bevölkerungswachstum eine entscheidende Rolle gespielt. In der Tat bleiben mehr als 50 Prozent der Einwanderer in Ontario.
Der höchste Punkt von Ontario liegt im Bezirk Timiskaming (nahe dem Lady Evelyn Smoothwater Provincial Park) und ist 693 m NN.
Ontario grenzt im Norden an die Hudson Bay und die James Bay, im Osten an die Provinz Quebec, im Süden an den St. Lorenz Strom und die Großen Seen, sowie im Westen an die Provinz Manitoba.
Manitoulin Island (2,766 qkm), im Huronsee, ist die größte Süßwasserinsel der Welt. Sie ist eine heilige Stätte für Kanadas Ureinwohner.
Die Sprache der Provinz ist Englisch.

Die oben stehenden Informationen stammen ganz offiziell von kanada-ontario.de

~~Wenn man zu uns will:~~

meine Mutter lebt in Hepworth, ein 400 Seelen Ort, in der Nähe von Owen Sound. Das Ganze befindet sich im Bruce County, ca. 2 ½ Autostunden nordwestlich von Toronto.
D.h. als Anflughafen ist Toronto am besten geeignet. Es empfiehlt sich sehr, 3-4 Tage in Toronto einzuplanen, weil die Stadt wirklich viel zu bieten hat und definitiv meine Lieblingsstadt ist.
Ein klitzekleiner Einblick in Toronto, auch wenn das nicht das Hauptthema ist:

o der CN Tower ist beim ersten Besuch wirklich ein Muß. Mit seinen 553 Metern Höhe wirklich imposant. Von oben hat man einen einmaligen Blick über Toronto und die vorgelagerten Inseln
o der Sky Dome direkt benachbart zum CN Tower. Ein tolles Baseball Stadion, dessen Dach komplett geöffnet werden kann. Wenn es auf ist, sieht man vom CN Tower direkt rein
o Harbour Tour: eine Bootstour am Hafen entlang und zu den vorgelagerten Inseln, auf denen man auf jeden Fall einmal aussteigen sollte. Dort befinden sich tolle Parkanlagen und ein niedlicher Vergnügungspark
o Eaton Center: das berühmte Shopping Center. Viel, viel Zeit einplanen. Toll, wenn das Wetter nicht so mitspielt
o das Loose Moose, ein Pub, den man besuchen sollte, wenn man Lust auf gutes Essen und eine Party hat

In Toronto kann man sich gut mit der U-Bahn bewegen, die einen Kreis durch die Innenstadt beschreibt. Wenn man es ganz komfortabel will, dann nimmt man sich ein Zimmer im Royal York Hotel (siehe eigener Bericht) und kann fast alles zu Fuß erreichen.

Von Toronto aus, bietet es sich an, erst mal einen Abstecher nach Niagara zu machen. Ca. 2 ½ Stunden Autofahrt muß man einplanen und kann dann die berühmten Fälle bewundern. Sollte man sich zu einer Übernachtung entschließen, was ich empfehle, dann würde ich Niagara-On-the-Lake dem eigentlichen Niagara vorziehen. Die genauen Gründe habe ich wiederum in einem eigenen Bericht festgehalten.
Von dort aus geht es erst mal in nördlicher Richtung über den Highway 10.

Das Land ist auf der gesamten Strecke sehr flach und wird mit der Zeit immer ländlicher mit vielen Farmen. Schon wenn man den Namen der einzelnen Ansiedlungen ein bisschen Beachtung schenkt, merkt man den Einfluß der vielen Einwanderer. So weist z.B. Holland Centre auf den starken Anteil der Niederländer in dieser Region hin. Die meisten kamen in den 50er Jahren nach Kanada und haben sich mit staatlicher Unterstützung ihre Existenz hart erarbeiten müssen. Das hat sich aber gelohnt, wenn man am Ball geblieben ist.

Der Highway 10 macht auf der Höhe von Shelbourne einen Knick und direkt an der Ecke steht ein alter Straßenbahnwagen, in dem sich der Welt bester Hamburgerladen befindet. Er ist in Kanada wirklich legendär. Superburger heißt die Kultstätte. Für 3 Dollar bekommt man einen gigantischen Burger. Man kann einzeln wählen, was alles drauf soll. Wenn man das ganze Programm will, bestellt man einen Burger "at the works".

Erreicht man nach ca. 2 Stunden Owen Sound, hat man es fast geschafft. Owen Sound ist eine mittelgroße Hafenstadt an der Georgian Bay. Alles, was das Einkaufsherz begehrt kann man hier bekommen, allerdings würde ich für die Unterkunft noch ein bisschen weiterfahren.

Westlich über den Highway 6 geht es Richtung Sauble Beach und Lake Huron. Man kommt dabei fast an unserem Haus vorbei. Sauble Beach liegt direkt an einem wunderschönen breiten, weißen Strand und ist nur während der Saison wirklich belebt. Das ganze Küstengebiet ist in Indianerhand. Die Regierung hat das Land an die Saugeen Indianer als Wiedergutmachung abgetreten. Will man in der Hauptsaison mit dem Auto auf den Strand fahren, dann muß man eine geringe Gebühr von 3-4 Dollar entrichten. Der Strand sieht dann aus wie in Daytona Beach. Überall Party und Spaß. Im Frühjahr und Herbst sind die meisten Ferienhäuser verwaist und man ist fast immer ganz alleine am Strand.

Fährt man von Sauble Beach aus weiter westlich über den Highway 21, kommt man nach ca. 30 Minuten in das Indianerreservat und erreicht das wunderschöne Southhampton. Hier würde ich als Tourist meine Zelte aufschlagen. Ein Städtchen mit vielen alten Häusern im Kolonialstil und wunderschönen Alleen zum schlendern. Wenn man den Highway 21 einfach weiterfährt reihen sich noch weitere schöne Städtchen aneinander bis man nach Port Elgin kommt. Port Elgin ist etwas größer als Southhampton aber ebenso schön, mit tollem Strand.

Wichtig zu wissen ist noch, das die Indianer ihre eigene Polizei haben. Die kontrollieren die Geschwindigkeiten sehr stark und die Strafen sind hoch.

~~Wo kommt man nun am besten unter:~~

Entscheidet man sich für Owen Sound als "Basis" hat man alle gängigen Motelketten zur Verfügung, die es auch in den Staaten gibt. Best Western, Days Inn, Comfort Inn, Travellodge und viele andere stehen zur Wahl.
In Sauble Beach gibt es das Kit-Wat Motel und das Lakeview Motel, in Southhampton den Riverside Resort.
Ich habe natürlich noch nicht in einem der Motels übernachtet, weil ich ja bei meiner Mutter wohne aber sie sehen alle passabel und ordentlich aus.
In Port Elgin hat man dann wieder eine größere Auswahl an Motels zur Verfügung.
Grundsätzlich sollte man aber auch mal nach den vielen schönen Bed & Breakfast Unterkünften Ausschau halten. Schilder an der Straße weisen darauf hin.

~~Was sollte man auf jeden Fall machen?~~

Natürlich werden die Sonnenanbeter und Strandliebhaber voll auf ihre Kosten kommen. Aber selbst dem größten Strandfan gelüstet es ja ab und zu mal nach Abwechslung.

Tobermory:
der äußerste Zipfel der Bruce Penninsula (also Halbinsel). Von Sauble Beach aus, ca. 1 –1 ½ Stunden mit dem Auto. Auf der Fahrt dorthin wird es immer einsamer und es gibt abseits der Hauptstraße so manche einsame Bucht.
Man sollte auf jedem Fall dem Schild „Singing Sands“ einmal folgen. Man wird zu einer Bucht geleitet, wo man mit etwas Glück Hunderten von wunderschönen Schmetterlingen am Strand zusehen kann.
Erreicht man Tobermory, findet man einen reizenden kleinen Fischerort, von dem aus man kleine Bootsausflüge machen kann. Zum einen mit dem Glasbodenboot um Schiffswracks zu betrachten, zum anderen nach Flowerpot Island, welches seinen Namen von den Felsformationen hat, die wie ein Blumentopf aussehen.
Dafür sollte man einen ganzen Tag einplanen, wenn man morgens losfährt und auch eine Bootstour machen will.

Wiarton:
Wiarton ist eine kleine Stadt in der Nähe von Owen Sound, welche ein niedliches und witziges Wahrzeichen hat. Das Murmeltier Wiarton Willie. Als Statue findet man den lustigen Kerl an der Colpoys Bay. In Wiarton feiert man übrigens tatsächlich den Groundhog Day, den Ihr vielleicht aus dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ kennt.
Ausgehend an der Colpoys Bay kann man eine wunderschöne Rundfahrt an der Küste entlang machen und das ein- oder andere beneidenswerte Haus erspähen seufz.

Beaver Valley:
das Skigebiet von Ontario. Wunderschöne Landschaft mit Hügeln und Bergen, welche im Winter ein ziemlich exklusives Skigebiet ist. Auch zu anderen Jahreszeiten lohnt sich ein Besuch, ganz besonders aber im Herbst. Der Indian Summer ist hier schon legendär.
Die größte Stadt am Rande des Beaver Valley ist Collingwood. Relativ industriell ist sie touristisch nicht so sehr zu empfehlen. Von Owen Sound aus über den Highway 26 nach Osten kommt vor Collingwood das wesentlich hübschere Meaford. Dort sollte man ruhig mal einen Stop einlegen.

Grundsätzlich lädt die gesamte Region zu Entdeckungsreisen ein. Die Highwaystruktur ist übersichtlich, sodaß man nie verloren geht.

~~Essen und Trinken:~~

als Selbstversorger, wenn man nicht zu weit von Owen Sound entfernt ist, empfehle ich dringend den dortigen Supermarkt Zehrs. Deutschen Konsumenten kommen da wahrlich die Tränen, wenn man das unglaubliche Angebot sieht. Nur als Beispiel: es sind Sprinkleranlagen über den Gemüsetheken angebracht, wo alle 30 Minuten Trinkwasser gesprüht wird, damit alles frisch bleibt.
Es ist der teuerste Supermarkt aber der beste. Die, die auf das Budget achten müssen, sollten zu No Frills gehen. Das ist die Kanada Variante von Aldi. Gut und günstig aber ohne tolle Präsentation.
In allen anderen Orten finden sich kleinere Supermärkte, die aber zum Teil einen Touriaufschlag nehmen, so z.B. in Sauble Beach.
Wer sich lieber anderweitig verpflegt und ins Restaurant geht, der sollte auf jeden Fall in Owen Sound ins Montanas Steakhouse gehen. Wie ein Westernsaloon aufgemacht, gibt es eine schöne Bar und einen Restaurantteil mit den besten Rippchen, die ich je gegessen habe. Weit verbreitet in Kanada ist Tim Hortons, wo es hauptsächlich Donuts, Muffins und guten Kaffee gibt. Sogar Hepworth hat einen Tim Hortons. In den größeren Ansiedlungen findet man auch alle gängigen Fast Food Ketten, sodaß man nicht verhungern muß.
Für die figurbewussteren empfehle ich die Salate von Kelsey’s vor der Mall (Einkaufszentrum) von Owen Sound.
In Southhampton findet man viele kleinere Restaurants, die besonders guten Fisch servieren. Leider alles paniert und recht kalorienreich aber super frisch und lecker.

~~Sonstiges:~~

Am Flughafen und in vielen Hotels kann man Formulare bekommen, mit denen man die Steuern auf die Einkäufe zurückerstattet bekommt. Man sammelt die Belege, die jedoch einen Mindestbetrag haben müssen (20 oder 50 Dollar das weiß ich leider nicht mehr, steht aber drauf). Die Belege werden nach der Rückreise zusammen mit dem Formular und der Bordkarte an die angegebene Adresse geschickt und man bekommt einen Scheck oder der Betrag wird auf die angegebene Kreditkarte gutgeschrieben. Das kann ein paar Monate dauern, klappt aber. Bei mir waren das letztlich immerhin fast 200 DM.

So, hier endet unsere Reise. Es gibt viele weitere Aspekte des Landes und alleine Ontario hat noch unglaublich viel zu entdecken, was ich auch noch nicht kenne. Das vorangegangene ist also nur eine Möglichkeit, wie eine Reise aussehen könnte unter 1000 anderen Möglichkeiten.
Als Reisezeit empfehle ich das späte Frühjahr oder besser schon den Sommeranfang um den Blackflies zu entgehen. Das ist eine stechende Fliege, die sobald es warm wird, zur richtigen Plage wird. Nach ca. 6 Wochen verschwinden die Fliegen wieder.
Alternativ der frühe Herbst. Oft noch sehr schön warm mit den berühmten Laubverfärbungen ein toller Anblick.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und einen tollen Urlaub, wohin er Euch dieses Jahr auch führt.
Danke für Eure Lesungen, das Interesse und evtl. Eure Kommentare, die mich immer besonders freuen.

Petra (schuebsi) / 21.07.2002
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
kalli46

kalli46

30.10.2002 14:48

Ich kenne mich zwar nicht so gut aus, wie du, aber in der Nähe war ich auch schon. Von Pittsburgh (USA) sind wir am Eriesee entlang bis Buffalo gefahren und von dort nach Toronto. Wir maren auf dem CN-Tower und haben anschließend die Niagara-Fälle besichtigt einschließlich des Wirlpools. Dort sind wir mit dem Cabelcar über das ganze Spektakel gefahren. Es war dort toll. Nächstes Jahr fahren wir im Juni nach Vancouver. Ich freue mich schon darauf. Gruß kalli46

catbea

catbea

16.09.2002 10:01

Fernweh...nächstes Jahr geht es endlich wieder nach Kanada! Dein Bericht ist herrlich zum Einstimmen. Lieben Gruß Bea

Beaver2000

Beaver2000

14.09.2002 01:23

Nach Canada möchte ich auch gerne mal wieder... Ist schon ein traumhaftes Land und so abwechslungsreich... War das letzte Mal vorletzten Sommer dort, da meine beste Freunde gerade in Ottawa ihren Schulabschluß gemacht hat... Liebe Grüße Beaver2000

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