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Erfahrungsbericht

für Obernai, Elsass
5 Sterne Eine der ältesten Gemeinden im Elsass Bericht mit Bildern
65 von 65 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Es gibt viel zu sehen, Stadtkern nicht zu ausgedehnt, viel Gastronomie

Kontra aus meiner Sicht keines

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

dickdonos Seit 6 Mai 2009

Wohne im Rhein-Main-Gebiet. Hobbys: Reisen, Essen, Lesen Übrigens: Den einen oder anderen Bericht... mehr

13 Mitglieder vertrauen mir

"Am 17. August 2009 starten wir. Wir, das sind 7 Paare und ein männlicher Single aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Wir ignorieren alle Aufrufe zum Energiesparen oder Klimaschutz und fahren jeder mit seinem eigenen Auto. Denn nach unserem gemeinsamen Ausflug hat jeder noch etwas anderes vor: Hier ein Verwandtenbesuch, da eine Verlängerung des Aufenthalts, dort noch eine Einkaufstour."

So beginnt mein Bericht über den Aufenthalt im Romantik-Hotel L'Ami Fritz in Ottrott im Elsass unter dem Titel: "Freund Fritz verwöhnt uns".

Wie berichtet, hatten wir uns gegen 13 Uhr alle in Obernai getroffen.

~~~Die Stadt~~~

Obernai liegt südwestlich von Straßburg und ist von dort etwa 30 Straßenkilometer entfernt. Das Städtchen zählt ungefähr 11 000 Einwohner und hieß in seiner deutschen Zeit zwischen 1871 und 1918 Oberehnheim. Der Name leitet sich von dem kleinen Fluss Ehn, einem Zufluss der Ill, ab. Wo es ein "Ober-" gibt, existiert auch in der Regel ein "Unter-" oder "Nieder-". So auch hier. Niedernai oder Niederehnheim ist ein kleiner Ort 3 km östlich, der aber keiner besonderen Erwähnung bedarf.

Wer von Osten oder Süden, also von Straßburg oder Colmar kommend, in die Stadt einfährt, landet unweigerlich auf dem Marktplatz. Anhaltspunkt für die Richtung ist dabei der 60 m hohe Kapellturm neben dem Rathaus.

Die Straßen im Ortskern sind nicht gerade breit angelegt. Entsprechend gering sind die Parkmöglichkeiten und dazu noch zeitlich begrenzt. Biegt man jedoch am Rathaus rechts ab, erreicht man nach 50 Metern den Platz vor der Kirche St. Peter und Paul, der als Parkplatz ausgewiesen ist. Vom Hauptportal der Kirche nach rechts führt eine Straße entlang der Ehn, in der man ebenfalls parken kann. Alle genannten Parkplätze sind kostenfrei.

Ein Rundgang durch den Ort lohnt sich. Rund um den rechteckigen Marktplatz gibt es viele sehenswerte, sehr unterschiedliche Fachwerkhäuser mit reich verzierten Erkern. Viele der Häuser besitzen spitze Dächer mit bunten Ziegeln, wie man sie zum Beispiel aus dem Burgund kennt. Das westliche Ende des Marktplatzes wird vom Rathaus und dem Kapellturm begrenzt. Hinter dem Rathaus schließt sich die malerische kleine Judengasse an.

Gegenüber dem Rathaus am anderen Ende des Platzes wird dieser durch die ehemalige Kornhalle aus dem 16ten Jahrhundert abgeschlossen, heute zu einem Restaurant umgebaut. Die Giebelseite ist mit Balkonen und Glockentürmchen verziert.

In der Mitte des Marktplatzes befindet sich der Odilienbrunnen. Er wurde zu Ehren der Heiligen Odilia, die in Obernai geboren wurde, errichtet (siehe hierzu auch den Bericht über den Mont St. Odile).

Dies ist jedoch nicht der einzige Hinweis auf die Heilige Odilia. In der Kirche St. Peter und Paul, die allerdings erst im 19ten Jahrhundert als Ersatz für die alte gotische Kirche erbaut wurde, gibt es eine Odilienkapelle. Oberhalb des Ortes wird ein 10,5 Hektar großer Weinberg von der örtlichen Genossenschaft bewirtschaftet, der Clos St. Odile.

Zurück zu den Sehenswürdigkeiten. Gegenüber dem Rathaus kann man einen der schönsten Renaissance-Brunnen des ganzen Elsass bewundern. Der typische runde Sechseimer-Brunnen stammt aus dem Jahr 1579. Ein Baldachin, auf dessen Rand verschiedene Bibelsprüche eingemeißelt sind, sitzt auf drei verzierten Säulen.

Rund um die Innenstadt besteht auch heute noch der in großen Teilen erhaltene innere Stadtmauerring. Ein entsprechender Rundgang lohnt sich für Interessierte.

~~~Die Geschichte~~~

Die Stadt wurde als ursprünglich fränkische Siedlung erstmals im Jahr 778 erwähnt unter dem Namen Ehinheim. Sie soll Sitz des Grafen Eticho, dem Vater der Heiligen Odilia, gewesen sein.

Im 12ten Jahrhundert wurden die Hohenstaufen Schutzvögte. Damit gelangte die Stadt in den Besitz des Heiligen Römischen Reichs und wurde damals mit einer doppelten befestigten Stadtmauer umgeben.

Von 1240 bis 1648 war Obernai - oder Oberehenheim, wie es damals hieß - freie Reichsstadt. Im dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde es fast völlig zerstört. Ludwig der Vierzehnte machte sich 1679 zum Herrn der Stadt, danach setzte sich auch die französische Version des Namens "Obernai" durch.

1873 wurde die alte gotische Kirche Notre-Dame neben dem Rathaus abgebrochen. Nur der Turm blieb - wie bereits erwähnt - stehen. Dafür wurde die Kirche St. Peter und Paul als Ersatz errichtet.

~~~Unser Aufenthalt~~~

Nachdem alle eingetroffen waren, machten wir einen gemeinsamen Rundgang, und besichtigten die im Abschnitt -Die Stadt- beschriebenen sehenswerten Stätten. Da sich das Ganze auf ein Areal von 500 x 500 Meter beschränkt, war es trotz 35 °C im Schatten kein zu schweißtreibendes Unterfangen. Zwischendurch kühlten wir uns auch einmal in der Kirche St. Peter und Paul ab.

Schließlich nahmen aber der Durst und die Leere im Magen überhand. Um diesem Zustand abzuhelfen, gibt es rund um den Marktplatz genügend Gelegenheit. Eine Reihe von Hotels und Restaurants bieten reichhaltige Speise-und Getränkekarten in verschiedenen Preiskategorien. Im Sommer haben fast alle Restaurants auch Tische im Freien aufgebaut.

Ebenso gibt es mehrere Patisserien, also Konditoreien, mit angeschlossenem Café oder Salon de Thé. Die meisten davon bieten Kuchen in reicher Auswahl und von ausgezeichneter Qualität an.

Man sollte aber einige französische Eigenheiten beachten:
Zu den Essenszeiten muss man im Restaurant auch feste Nahrung zu sich nehmen. Nur ein Getränk ohne Speise wird einem nicht serviert. Das gibt es ausschließlich im Café, der Bar oder im Bistro.
In den Monaten Juli und August steht man oft vor verschlossener Tür mit einem Schild: "Fermeture annuelle". Dann hat dieser Laden Betriebsferien.

Wir hatten das Glück, in einem Salon de Thé, der angenehm temperiert war, genügend Platz zu finden, indem wir durch unseren geballten Auftritt einige andere Gäste verscheuchten.

Bilder

für Obernai, Elsass
CIMG0010 - Obernai, Elsass
Kirche St. Peter und Paul
von dickdonos dickdonos
CIMG0010 - Obernai, Elsass

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Kommentare

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  • Stephanos2 26.05.2010 20:52
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Zilina 16.01.2010 21:47
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Das sieht ja mal super aus. LG Zilina

  • tapio-maunzi 27.10.2009 14:47
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Eine wunderschöne Kirche.... Gruß Doris

  • l.x.klar 26.09.2009 09:30
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    greetz from wallcity beartown

  • Sydneysider47 23.09.2009 22:31
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Dorthin wollte ich schon lange mal - Straßburg und Colmar kenne ich gut. Viele Grüße!

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