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Die ÖBB und ich

3  01.05.2012

Pro:
manchmal gibts auch Lichtbllicke

Kontra:
Verspätungen, Unfreundlichkeit und Intoleranz

waugl

Über sich: im Lush-Fieber

Mitglied seit:01.01.2008

Erfahrungsberichte:478

Vertrauende:71

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Mittlerweile verwende ich die Züge der ÖBB seit ungefähr 18 fast täglich. Am Anfang habe ich mich über Verspätungen noch gefreut. Zugverspätung war damals gleichbedeutend mit einer versäumten Unterrichtsstunde und eine versäumte Unterrichtsstunde bedeutete, dass die fehlende Hausübung niemandem auffällt und man auch nicht in Form einer Stundenwiederholung geprüft werden kann. Für den Transport zahlen musste ich damals auch noch nicht. Heute sieht die Lage schon ganz anders aus ...

ALLGEMEINES:

ÖBB steht für Österreichische Bundesbahnen.

Zu den ÖBB gehören nicht nur der österreichische Personenverkehr mit der Bahn, sondern auch der Güterverkehr, mehrere Reisebüros etc.

Nähere Informationen zu Tickets, Tarifen, Fahrplänen findet man unter www.oebb.at. Auf meinem iPhone habe ich auch das ÖBB-App, das ebenfalls Fahrplanauskünfte bietet.

ERFAHRUNGEN:

Ich möchte mich heute nicht lange damit aufhalten die Struktur des Unternehmens usw. zu beschreiben, sondern vielmehr ein paar Kurzberichte über meine Erlebnisse im Personenverkehr der ÖBB loswerden.

Also, nun zu ein paar Erlebnissen und Erfahrungen meinerseits:

Erfahrung 1 - Preisentwicklung:

Wie schon erwähnt, habe ich schon lange mit den ÖBB zu tun. Früher bin ich damit täglich zur Schule gefahren, jetzt fahre ich seit Jahren von Montag bis Freitag mit der Bahn zur Arbeit. Genauer gesagt pendle ich seit Mai 2006 zum Arbeiten nach Wien. Der Preis für eine Monatskarte ist seither stark angestiegen. Natürlich, alles wird teurer, aber langsam wird mein Arbeitsweg unrentabel. Zu Beginn bezahlte ich monatlich noch etwas über € 150,-- um zur Arbeit zu kommen, heute sind es immerhin schon € 185,--, die ich monatlich dafür aufbringen muss. Eine Wahl bleibt mir kaum. Ich arbeite derzeit 25 Wochenstunden, entsprechend niedrig ist das Gehalt und seit der Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung in Österreich wäre es eigentlich für mich günstiger arbeitslos zu sein.

Erfahrung 2 - Das Drogendealerklischee:

Vor etwa einem Jahr bin ich wieder einmal mit dem Zug von der Arbeit nach Hause gefahren. In meinem 6er Abteil befanden sich außer mir noch ein französischer Maler und seine österreichische Freundin und zwei weitere Personen. Ich habe mich auf der Fahrt mit dem Franzosen - der übrigens dunkelhäutig
Bilder von ÖBB, Allgemeines
ÖBB, Allgemeines Bild0173 - ÖBB, Allgemeines
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(Wichtig für die Geschichte!) war - mehrere Minuten angeregt unterhalten. Beide schienen sehr nett. Der Franzose war für mehrere Ausstellungen nach Österreich gekommen und zeigte mir manche seiner Bilder. Leider sprach er kein Deutsch, mein Französisch ist sehr schlecht, also vermittelte seine Freundin. Bei der Fahrscheinkontrolle kam dann die große Überraschung. Alle zeigten dem Schaffner automatisch den Fahrschein und auch der Franzose begann in seiner Tasche danach zu suchen. Der Schaffner fragte den Franzosen nach dem Fahrschein. Er hatte bereits bemerkt, dass der Mann kein Deutsch spricht. Es ist ihm aber nicht aufgefallen, dass die Frau neben dem Franzosen seine österreichische Freundin war. Die absolute Frechheit war: Der Schaffner sagte während der Suche nach dem Fahrschein: "Noch so ein marokkanischer Drogendealer. Sowas brauchma in Österreich!" Ich finde das wirklich eine absolute Frechheit. So kann man doch mit Fahrgästen nicht umgehen. Ich war zutiefst schockiert, die Freundin des Franzosen begann mit dem Schaffner eine heftige Diskussion über Toleranz. Der Franzose selbst blieb überraschend ruhig. Er zeichnete eine Karikatur des Schaffners und schenkte sie ihm vor dem Aussteigen! Eine nette Geste für einen intoleranten Idioten. Meiner Meinung nach hat so jemand im Personenverkehr nichts zu suchen, schon gar nicht in einem Zug mit internationaler Fahrstrecke.

Erfahrung 3 - Ich habe ja Zeit ...:

Es ist erst ein paar Wochen her. Ich habe etwas länger gearbeitet und dachte mir, dass meinen Zug bestimmt nicht mehr erwischen werde, bin dann aber trotzdem eilig zum Bahnhof gelaufen. Der Zug hätte eigentlich schon abfahren sollen, aber er stand noch am Bahnsteig. Auf der Anzeigetafel daneben stand, dass die Abfahrt des Zuges fünf Minuten Verspätung hat. Glück gehabt, dachte ich und stieg ein. Das Warten auf die Abfahrt begann. 20 Minuten später warteten wir noch immer. Es gab keine Information, keine Durchsagen, keine Änderung der Anzeigentafel und wie meisten in solchen Situationen kein Angestellter der ÖBB in Sicht. Zwei Minuten vor der Abfahrt eines anderen Zuges in meine Richtung beschlossen ich und mehrere meiner Mitfahren den Zug zu wechseln und umzusteigen, weil der Zug in dem wir saßen auch nach 40 Minuten noch nicht abgefahren war. Wir landeten in einem absolut überfüllten Zug aber zumindest kamen wir nach Hause. Niemand hielt es für nötig und zu informieren, dass der andere Zug wegen eines "technischen Gebrechens" nicht fährt, lediglich der Schaffner im anderen Wagen gab und diese Auskunft. Enttäuschend. Ich mag keine Verspätungen, aber Verspätungen und schlechtes Informationswesen mag ich schon gar nicht. Man hätte uns auf den anderen Zug zumindest aufmerksam machen müssen. Bestimmt sind manche im anderen Zug sitzen geblieben, vielleicht noch länger als 40 Minuten.

Erfahrung 4 - Das Königreich des Zugbegleiters darf nicht betreten werden!:

In anderen Berichten habe ich bereits erklärt, was mit meinem rechten Bein passiert ist. Für diesen Bericht ist nur Folgendes wichtig: Ich kann nicht lange stehen. Stehe ich zum Beispiel länger als 15 Minuten ohne mich zu bewegen schwillt mein Bein auf mehr als das doppelte seiner Größe an, was auch große Schmerzen verursacht und es dauert lange, bis es sich wieder beruhigt. Beim Anblick meines Beines sieht man sofort, dass ich mehrere Hauttransplantationen hatte und kann sich die Komplikationen bei langem Stehen denken. Manche Züge, vor allem internationale, sind morgens oft besonders überfüllt. Meinen eigentlichen Zug zur Arbeit hatte ich versäumt. Dies geschah durch meine Schuld und ausnahmsweise nicht die der ÖBB. Dadurch bin ich dann in einem dieser hoffnungslos überfüllten Züge gelandet. Mit hoffnungslos überfüllt meine ich, dass kein Sitzplatz mehr frei ist und man auch beim Stehen während der Fahrt nicht umfallen kann, weil auch nur ein wenig Bewegung absolut unmöglich ist. In diesem Zug hätte es noch 3 Liegewagen gegeben, auf die man die Menge zusätzlich aufteilen hätte können, aber es ist den Passagieren leider verboten diese in einem solchen Fall zu betreten. Bereits nach mehreren Minuten bemerkte ich die Schmerzen in meinem Bein. Ich bemerkte, dass es ein Dienstabteil gab. Es stand absolut leer. Es ist ja auch nur für den Zugbegleiter, als Rückzugsraum und Abstellplatz für seine Sachen vorgesehen. Als dieser kam bat ich ihn mich aufgrund meiner Verletzung dorthin setzen zu lassen und mir dafür das Abteil aufzusperren.. Auf die Antwort "Mit so was kann ja jeder kommen" hin zeigte ich ihm mein Bein, da ich dachte, dass würde meine Glaubwürdigkeit vielleicht stärken und mir helfen nicht die 40 Minuten bis zur nächsten Haltestelle stehen zu müssen. Leider nein. Das Dienstabteil ist nur für ihn. Okay, dann fragte ich eben nach freien Plätzen in der ersten Klasse. Die gab es, wie mir von ihm bestätigt wurde, aber ich müsse dafür zahlen. Leider hatte ich die notwendigen 7 Euro für das Update meiner Karte nicht dabei und darum musste ich mit den anderen stehen bleiben. Seither tue ich alles um nicht in einem überfüllten Zug zu landen. Manchmal warte ich einfach den nächsten eine Stunde später ab, weil ich die Fahrt sonst kaum aushalte. Ich hätte mir schon etwas mehr Hilfestellung erwartet, immerhin kann ich nichts für mein Bein, aber Vorschriften sind wohl Vorschriften.

Erfahrung 5 - Alle Jahre wieder ...:

Irgendwann kommt er immer: der Schnee. Österreich ist nun einmal ein Land in dem es im Winter jährlich schneit. Ich bin darauf vorbereitet, die ÖBB leider nicht. Pünktlich mit dem ersten Schnee haben immer mehrere Züge längere Verspätungszeiten. Die Entschuldigung der ÖBB lautet dabei immer ziemlich ähnlich: "Aufgrund des überraschenden Wintereinbruchs ..." oder "Aufgrund plötzlichen, unerwarteten Schneefalls ist der Zug ...verspätet. Wie schon gesagt, mich überrascht Wintereinbruch im Winter nicht. Der Vollständigkeit halber muss ich aber Folgendes erwähnen. Im Winter 2011 gab es keine Verspätungen. Als ich den Schnee auf dem Weg zur Arbeit sah wäre ich schon vorbereitet gewesen, aber die ÖBB haben den Schnee in diesem Jahr anscheinend auch erwartet.

ZUSAMMENFASSUNG MEINER MEINUNG:

Zu meinen Erlebnissen zählen natürlich auch zahlreiche weitere Verspätungen und mehrere Zugausfälle aus Gründen, die niemandem bekannt gemacht wurden. Mein Arbeitgeber akzeptiert meine Verspätungen glücklicherweise, da es mir nicht möglich wäre mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Ich werde wohl weiter täglich vier Stunden in der Zügen der ÖBB verbringen müssen.

Die schlechten Erlebnisse bleiben einem ja nun mal leider immer am ehesten in Erinnerung, ich möchte aber auch sagen, dass ich mit der Bahn und ihren Mitarbeitern auch glückliche Erlebnisse hatte. Manchmal werden zum Beispiel am Bahnhof bei großen Verspätungen Süßigkeiten zur Entschuldigung ausgeteilt und viele Schaltermitarbeiten helfen gerne bei der manchmal langwierigen Planung einer Reisestrecke.

Für Pendler wie mich ist es natürlich gut und wichtig, dass es die ÖBB gibt und verzichten könnte ich auf sie nicht. Trotzdem sollte mehr Geld in Mitarbeiterschulungen investiert werden. Die Zugbegleiter sollten sich bei Verspätungen nicht vor wütenden Passagieren verstecken müssen, machen dies aber zum Teil instinktiv, da sie ohnehin über die Weiterfahrt meistens nicht mehr wissen als der Fahrgast.

Morgen werde ich wieder losziehen, mir eine neue Monatskarte holen und sehen was passiert ...

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cinderella22

Cinderella22

14.06.2012 17:23

Prima Bericht :-)

AnnaHaeberle

AnnaHaeberle

25.05.2012 10:40

BH natürlich.

LESEZEICHENFEE

LESEZEICHENFEE

11.05.2012 16:16

Wie immer halt... ;-) Toller Bericht.

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