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Pro nicht so überlaufen, schöne Landschaft, preiswertes Wohnen
Kontra nicht so viel los - aber für mich eigentlich eher ein Vorteil
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
|---|---|
| Anbindung | |
| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Ostfriesland ist den meisten Lesern ein Begriff und die ungefähre Zuordnung geografischer Natur werden die meisten auch noch hinbekommen. Aber wenn es um bestimmte Orte geht (nehmen wir Jever und Emden einmal aus), dann wird es einige geben, die doch einen Atlas zu Rate ziehen müssen, um die Lage des Ortes zu bestimmen.
Genau so wird es wohl den meisten gehen, wenn sie von Dornumersiel hören und lesen, dass es in Ostfriesland liegt. Wenn man aber hört, dass es direkt vor der Insel Langeoog liegt, wird die Lokalisierung schon bedeutend einfacher. Dornumersiel ist ein Örtchen, sprich Dorf, dass an einem der breiten Entwässerungskanäle liegt, die durch die Deiche weit ins Land hineinragen (daher das Wort Siel am Ende). Diese Öffnungen, aus denen im Hinterland gesammeltes Wasser durch die Deiche in die See gelangt, sind verschließbar, um Rückflüsse bei Fluten zu verhindern.
Wie kommt man hin?
Von dort geht es weiter über die ab Oldenburg nach Westen führende A29 Richtung Wilhelmshaven. Von dieser Autobahn biegt man ab bei Schortens (Abfahrtsstelle), gelangt auf die Bundesstraße 210 (eine sehenswerte Strecke durch ein Teilstück Ostfrieslands). Die ist zu befahren bis zur kleinen Stadt Esens und von dort bereits ausgeschildert Richtung Dornum und weiter nach Dornumersiel.
Eine Bahnstrecke dorthin gibt es nicht, Skipper von Hobbybooten fahren einfach die Küste entlang zwischen den ostfriesischen Inseln und der Küste und gelangen dann an Bensersiel vorbei nach Dornumersiel. Aber wer die Küste schon mal entlang geschippert ist, wird die einzelnen "Siel-Orte" wie Bensersiel, Greetsiel, Neßmersiel, Neuharlingersiel und Dornummersiel in dieser Ecke Ostfrieslands sicher kennen.
Die Unterkünfte
Der Bungalow (im Bungalow-Dorf sind viele Häuser baugleich) war ausgelegt für 4 Personen, bot ein großes Wohnzimmer mit kleiner Gartenanlage davor, eine guteingerichtete Küche, ein sehr schönes Bad mit WC und Dusche und zwei kleine Schlafzimmer. Für unsere zehnbeinige Familie (Mutter, Sohn, Hund und Vater) ein absolut ausreichender Platz zum Wohlfühlen.
Es gibt eine Unmenge an Ferienwohnungen und eben diese nicht kleine Bungalowanlage, die im Sommer wahrscheinlich durchaus als lebhaft einzustufen ist, aber wegen ihrer Deichnähe und den schönen Gartenanlagen attraktiv und empfehlenswert ist. Viele Häuser werden darin auch nicht vermietet, sondern regelmäßig nur von den Hausbesitzern genutzt.Im Ort selbst gibt es ein gutes Hotel (Buten Diek) , mehrere auch preiswerte Pensionen und in vielen Einzelhäusern Ferienzimmer oder abgetrennte Ferienwohnungen. Da wir allerdings im tiefsten Winter im Bungalow-Dorf gewohnt haben, war für uns nicht ersichtlich, wie voll und gegebenenfalls laut Ferienanlage und Ort im Sommer sein würden. Hier eine der informativen Internet-Seiten, die über die weiteren Unterbringungsmöglichkeiten informiert:
http://www.ems-jade-online.de/Reise/Orte/Dornumersiel.html
Der kleine Ort bietet viel
Neben dem sehenswerten kleinen Hafen steht das Meereswasser-Schwimmbad direkt an der See und bietet im Sommer sicher tolle Möglichkeiten für groß und klein. In den Tagen zwischen den Feiertagen war das Bad allerdings geschlossen. Nach Schwimmen war uns allerdings bei Freilufttemperaturen von minus 2-4 Grad und Schneefall nicht.
Es gibt ein sogenanntes Reetdach-Haus, in dem für Kinder viele Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten geboten werden, wenn das Wetter mal Baden im Meer nicht ratsam erscheinen läßt. Da können dann Eltern entspannt zuschauen, wie sich die Kleinen an Spielen, Büchern und Creativa austoben oder sie nehmen mit den Kindern daran teil.Das ehemalige Wohnhaus eines Bezirksleiters des Bauamtes für Küstenschutz wurde 1988 umgebaut zum Nordseehaus, dass 1992 vom BUND in Zusammenarbeit mit der Gemeinde zum Nationalpark-Informationszentrum (Nationalpark Wattenmeer) eingerichtet wurde. Wer sich also hier intensiver mit dem Wattenmeer auseinandersetzen möchte, kann dies hier ausgiebig tun. Hier gibt es jede Menge zu sehen, die einzelnen Schutzzonen des Wattenmeeres werden erläutert, man kann Literatur über die Fauna und Flora des Wattenmeeres erwerben und sich in verschiedenen Aquarien Tiere des Wattenmeeres anschauen. Anhand verschiedener Modelle werden Miesmuschelbänke und Salzwiesen erläutert und auch das Thema Umweltverschmutzung findet hier ein Forum. Sehr empfehlenswert das Haus insbesondere für Kinder.
Nordseehaus Dornumersiel / Nationalpark-InformationszentrumDer Ort selbst bietet neben einem großen Lebensmittelladen (Markant) auch viele kleine Geschäfte, in denen nicht nur Souvenirs erstanden werden können. Der Kanal (Siel) direkt vor dem Ort Richtung Hafen ist an seinen Ufern als kleine Parkanlage gestaltet und des Abends, wenn sich im absolut glatten Wasser die Bäume am anderen Ufer spiegeln, ergeben sich tolle Fotomotive (siehe Fotos).
Natürlich haben einige Lokale und Restaurants auch zwischen den Feiertagen geöffnet. Eines dieser Restaurants möchte ich hier besonders vorstellen. Es ist das Hotelrestaurant "Buten Diek", dass direkt am Siel liegt unmittelbar hinter der Sielsperrmöglichkeit. Es ist ein mehrstöckiges, eigentlich nicht besonders großflächig angelegtes Haus. Innen bot sich uns ein sehr gemütliches Ambiente mit einem Hauch von Noblesse.Die Speisekarte war zwar nicht riesig, aber bot gute ausgewählte bürgerliche Kost zu durchaus gehobenen, aber vertretbaren Preisen. Ist eben keine Imbissbude. Wir speisten Fisch, klar, was sonst an der Küste. Der Fischteller meiner Frau sah schon sehr appetitlich aus und kaum mit dem Essen angefangen wurde dieser Eindruck durch ihren Genießerblick und ein gelegentliches Hmmmm.. deutlich bestätigt.
Ich genoss Rotbarschfilet mit Bohnen und Kartoffeln, einer exzellenten weißen Soße und einem herrlich frischen Jever-Pils (siehe mein Bericht zur Jever Brauerei). Auch die Bedienung entsprach dem beschriebenen gediegenen Ambiente. Fazit: ein klasse Essen zu vertretbaren Preisen (Rotbarsch ca. 13,50 Euro, Fischteller etwa 11 Euro). Wer Dornumersiel besucht und zumindest einmal richtig schlemmen möchte, kommt am Buten Diek nicht vorbei. Wer sich über dieses Haus näher informieren will, hat hier die Anschrift:Will man die unmittelbar vor Dornumersiel liegende Insel Langeoog erreichen, muß man ca. 6-8 Kilometer an der Küste entlang nach Bensersiel fahren und kann von dort per Fähre übersetzen. Das ist sicher ein lohnendes Ziel, kostet aber natürlich die Fährkosten.
Direkt zwischen der Bungalow-Anlage und dem Deich gibt es einen sehr schönen, langen sogenannten Hunde-Wander-Weg, auf den mit speziell gestalteten Schildern hingewiesen wird. Damit ist Dornumersiel weitaus hundefreundlicher als die meisten anderen Ferienorte der Region, in denen oft sehr rigoros mit Feriengästen mit Hunden umgegangen wird. Das gilt allerdings nicht nur für diese Region, sondern für die gesamte deutsche Ost- und Nordseeküste.Natürlich fehlen auch hier die für die Küste und die Deiche obligatorischen Schafe nicht, die hier auch im Winter das Gras bearbeiten und den Boden festtreten, um der natürlichen Erosion entgegen zu wirken. Man kann auch über die Deichwiesen wandern, auf denen die Schafe herumwandeln, aber natürlich ohne Hund, denn die dürfen natürlich nicht auf Weiden mitgenommen werden, um den Schafen keinen Stress zu bereiten.
Vor dem Meereswasser-Schwimmbad des Ortes liegt der kleine Badestrand von Dornumersiel. Von hier aus im Meer baden geht allerdings nur bei Flut, denn das Wasser zieht sich bei Ebbe hier ziemlich weit zurück und ist dann über das Watt nur nach guten Fußweg zu erreichen. Bei Flut reicht das Wasser bis an die Salzwiese heran, die dann bis zum über einhundert Meter entfernt liegenden Deich reicht. Diese Deichvorlandschaft hat insbesondere wegen der Vögel, die hier im Sommer brüten, seinen Reiz. Deshalb dürfen auch Hunde auch angeleint dahin nicht mitgenommen werden, um die Rast- und Ruheplätze dieser Vögel nicht zu stören.
Preise für die Unterkunft
Die Preise für diese Bungalowanlage sind sehr unterschiedlich. Im Sommer kostet ein Tagessatz zwischen 60 und 80 Euro (Wochenpreis zwischen 400 und 600 Euro ist da wohl der Durchschnitt) Nordseeurlaub ist sicher nirgendwo mehr ein richtig preiswertes Vergnügen, aber solche Orte wie Dornumersiel, die zwar direkt an der Küste liegen, aber eben nicht so schöne Sandstrände haben, wie z.B. die ostfriesischen Inseln, die hier gut von Land aus zu sehen sind und insbesondere des Abends durch viele kleine Lichter "beleuchtet" sind, sind immer ein paar Euro günstiger als die auch namentlich bekannteren Orte und Inseln. Schon deshalb sollte man bei einer Nordsee-Urlaubsplanung Orte wie Dornumersiel durchaus einmal mit einbeziehen.
Ich möchte hier nur auf wenige Orte eingehen, aber es gibt weitaus mehr und auch Sehenswertes. Zum einen ist der Ort Dornum, der ein paar Kilometer landeinwärts liegt, erwähnenswert, der ein quantitativ höheres Einkaufsangebot hat als das kleinere Dornumersiel. Aber aufregender ist es schon direkt an der Küste.
Sehenswert ist allerdings der knapp 10 Kilometer entfernt liegende Ort Esens. Hier brummt der Bummelbär, hier gibt es kleine, aber feine Einkaufsstraßen mit Läden aller Couleur. Viele schon recht betagte, aber gut bis sehr gut restaurierte Häuser bieten in den Einkaufsstraßen schöne Fotomotive. Es gibt in den Läden alles zu kaufen, was man für den täglichen Unterhalt, aber auch das, was Touristen besonders anzieht. Cafes, Imbisse, Schlachter, Teeladen, Klamotten-Läden, Schmuck- und Uhrenläden, Banken und vieles mehr, eben alles, was das Herz begehrt.In einem Teeladen in der Haupteinkaufspassage erstand ich zwei verschiedene Hochprozentige, nämlich einen alten Genever und eine exquisite William Birne. Beide wurden, wie ca. 15-20 andere Getränke, aus großen, bauchigen Flaschen abgezapft und die leider noch extra zu erstehenden Flaschen wurde handschriftlich mit dem Hinweis auf den Inhalt versehen. Insbesondere die Williams Birne ist hochlecker und höchst empfehlenswert.
Da sollte jedes Obstbrand-Schleckermaul (ich zähle mich dazu) unbedingt einen Blick hineinwerfen und einen Tropfen probieren. Genau das ist nämlich möglich vor dem Kauf, was die Auswahl schon sehr erleichtert. Dass solche Genüsse mit vielen Talern erworben werden müssen, versteht sich von selbst. Ein halber Liter Williams Birne inklusive handsignierter Flasche (da gibt es mehrere Modelle zur Auswahl) kostete rund 16 Euro. Naja, man gönnt sich ja sonst nichts.Neben den vielen kleinen Geschäften bietet Esens noch einen sehenswerten Marktplatz mit einer Fülle interessanter alter Villen und natürlich ist die große Kirche zu erwähnen, die angesichts des hohen Turmes und recht üppigen Ausmaßen für den Ort in seiner Größe etwas überdimensional groß zu sein scheint. Leider war sie verschlossen, als wir dort waren.
In ca. 20 Kilometern Entfernung ist dann noch Jever und seine Brauerei erwähnenswert, zu der ich aber einen eigenen Bericht geschrieben habe. Ein Besuch dieser über die Landesgrenzen hinaus bekannte Brauerei ist bei einem längeren Urlaub in der Region ein unbedingtes Muss.
Fazit :
Salzwiesen, Deiche, Wattenmeer, Wind, Wasser, Krabbenkutter, Hafenatmosphäre, Schafe, Deichvorland, Möwen und urige Natur (nicht zu vergessen der Spitzen-Schnaps aus Esens - hi) - wer das mag, ist hier richtig. Und rein preislich betrachtet kann man hier im Vergleich mit den Inseln und bekannteren Orten an der Küste durchaus als Familie Urlaub machen, ohne dafür einen Kredit aufnehmen zu müssen.
bjlghs
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NichtWirklich 15.03.2008 10:35
panico 06.07.2006 13:08
Fiderallala 21.06.2006 22:04
Toller, detaillierter Bericht und super Fotos, eindeutig ein "bh" von mir :-) Auch, wenn ich selbst von der Ecke erstmal genug habe, lach - zu viele Familienurlaube da *zwinker* LG Stefanie
Pinguin66 30.05.2006 09:55
Sternchen555 17.05.2006 11:06
sehr schöne Fotos!