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Erfahrungsbericht

für Nordkap
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5 Sterne ==Mitten in der Nacht war es taghell== Bericht mit Bildern
147 von 147 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro tolles Erlebnis, Romantik, trotz vieler Menschen sehr ruhig,

Kontra evtl. das Eintrittsgeld

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

blonde_lady Seit 30 Jun 2003

30.05.: Tolles Wetter = keine Lust auf Internet ...Vielen Dank für die tollen Bewertungen. mehr

178 Mitglieder vertrauen mir

Inzwischen habe ich euch so manches Erlebnis oder Ziel unserer letzten Kreuzfahrt vorgestellt. Heute will ich euch noch einmal nach Norwegen entführen. Auch das Nordkap war Ziel eines Ausfluges und ist einen Bericht mit meinen dort gewonnenen Eindrücken wert.

Infos zum Nordkap

Dass wir in Norwegen sind, ist schon mal klar gestellt. Das Nordkap ist eine ganz berühmte Felsnase im Eismeer, welche auf der Insel Magerøya (übersetzt: Die Magere) zu finden ist. Oft wurde und wird vielleicht auch noch das Norkap als der nördlichste Ort auf Europas Festland bezeichnet, es ist aber nicht so. Magerøya gehört zum Bezirk Finnmark, ist zwar eine Insel, aber auf Grund eines Tunnels direkt mit dem Festland verbunden. Und so ist es dann wieder der nördlichste Punkt Europas, den man mit dem Auto erreichen kann. Das sind so gewisse Feinheiten *lach*.
Das Nordkap ist ein 307 Meter hohes Schieferplateau, zu finden auf dem 71. Breitengrad. Von hier aus sind es noch reichlich 2000 km bis zum Nordpol. Den nördlichen Breitengrad haben wir über 500 km hinter uns gelassen.
Als erster Reisender zum Nordkap wird prinzipiell der Priester namens Francesco Negri erwähnt. Bereit 1664 kam er über den Seeweg dorthin. Die ersten Reisenden mussten sich noch mühsam den Felsen hoch hangeln...der Weg über Land wurde wesentlich später erschlossen.
Das Wahrzeichen des Nordkaps ist der 1978 errichtete Globus, der auch als Symbol des globalen Zusammentreffens zu sehen ist.
Man kann sogar am Nordkap übernachten, da es hier ein Hotel gibt, das man über die Nordkaphalle erreicht. Und schon bin ich bei der Nordkaphalle angelangt. Sie ist ganzjährig geöffnet, die Öffnungszeiten sind im Internet zu finden, ich will sie hier nicht mit aufführen. Diese Halle stellt ein Servicecenter für die Besucher dar und hat Einiges zu bieten. Weiteres erfahrt ihr gleich.

Unser Ausflug

Bereits von zu Hause aus haben wir über die Internetseite von AIDA den 'Transfer vom Hafen in Honningsvåg zum Nordkap gebucht und 65,91 Euro pro Person dafür bezahlt. Das klingt erst einmal ganz schön hoch, allerdings muss ich dazu sagen, dass es sich um eine Fahrt von ca. 40 Minuten pro Strecke handelt und das Nordkap (Plateau und Nordkaphalle) nur nach Zahlung von 235 NOK (knapp 30,00 Euro) pro Erwachsenen zu besichtigen ist. Dadurch relativiert sich der Preis schon wieder, denn, wir hätten sonst mit einem Taxi fahren müssen, was am Ende sicher noch preisintensiver geworden wäre. Durch den organisierten Transfer kamen wir natürlich ganz bequem mit einem Reisebus zum Nordkap und später wieder zurück zum Schiff.

Ach ja…da ja ca. 2000 Passagiere an diesem Abend das Nordkap besuchen wollten, wurde der Transfer gestaffelt, was wir schon bei der Buchung dessen erkannten. Drei verschiedene Transferzeiten standen zur Auswahl, wie entschieden uns für die letzte. Es wurde auch penibel darauf geachtet, dass man nicht schon eher zum Nordkap fährt…für uns war das in Ordnung. Nur so konnte ein eventuelles Chaos vermieden werden und es ging auch wirklich alles geordnet zu.

Kurz vor 22:00 Uhr stiegen wir also in einen der Reisebusse. Wie schon erwähnt, dauerte die Fahrt zum Nordkap eine gewisse Zeit. Dabei fuhren wir hauptsächlich an Wiesen vorbei, auf denen immer wieder Rentiere grasten. Diese Tiere standen mitunter fast direkt an der Straße, hatten keine Angst vor den Bussen oder anderen Fahrzeugen. Die Straße ist schmal und schlängelt sich durch die wunderbare Natur…alles wirkte friedlich.

Auf Grund der noch vorherrschenden Mitternachtssonne war es fast taghell. Ich werde euch zu den von mir beigefügten Fotos immer die Uhrzeit dazu schreiben, zu der ich das Foto gemacht habe bzw. mein Mann mich fotografiert hat. So könnt ihr am besten nachvollziehen, wie die Lichtverhältnisse dort waren.

Da wir eben mit diesem organisierten Transfer zum Nordkap fuhren, konnte der Reisebus an der Mautstation vorbei fahren, der Eintrittspreis war bereits bezahlt. Direkt auf dem großen Parkplatz vor der Nordkaphalle hielt der Bus an und wir marschierten erst einmal in die Nordkaphalle. Gelesen hatte ich schon so Einiges darüber, auch in Berichten von Mogli2309, trotzdem wollte ich mir selbst ein Bild machen. Erst einmal war es sehr warm in dieser Halle, viele Menschen waren um mich rum. Ein erster Blick sollte genügen, wir gingen auf der anderen Seite aus der Halle raus und standen nun auf dem berühmten Plateau. Es war minimal dunkler geworden, die Sonne schien aber, ein nicht sehr kalter Wind wehte und ich war irgendwie gerührt. Das Ganze wirkte eigenartig, aber schön auf mich. Wir schauten uns auf dem Plateau um, gingen zum berühmten und dort stehenden Globus. Klar…viele Besucher hatten die gleiche Idee, aber trotzdem haben wir für uns ein Plätzchen gefunden, um ein paar Fotos zu machen. Die Stimmung war herrlich…alle waren mit sich und der Welt zufrieden…kein großartiges Gedrängel…alle kamen dran und konnten sich vor mit dem Globus fotografieren lassen. Dass man hier vor allem bei solch einem tollen Wetter und im Rahmen einer Kreuzfahrt mit vielen Menschen zusammen trifft, sollte man vorher bedenken. Ich sah darin aber absolut kein Problem. Das Plateau ist weitläufig, so dass man auch ein einsames Plätzchen finden kann, um in Ruhe auf das Meer zu schauen und alles auf sich wirken zu lassen.

Wir hatten ca. 90 Minuten Zeit und schauten uns nun erst mal ausgiebig in der Nordkaphalle um. Wir wollten auf jeden Fall ein taggenaues Nordkap-Zertifikat kaufen, das wir dann im großen Shop für 50 NOK (ca. 6,50 Euro). Krampfhaft suchten wir das berühmte Postamt, was auch auf einem Lageplan entsprechend eingezeichnet war. Ein wenig enttäuscht stellten wir aber fest, dass es dieses nicht mehr gibt. So steckten wir unsere bereits auf dem Schiff geschriebenen Karten in den großen, roten und nicht zu übersehenden Briefkasten direkt beim Shop-Eingang. Auch so bekamen diese Karten den von vielen ersehnten Nordkapstempel.

Viele Gäste saßen an der Bar und tranken Bier und Sekt. Es muss was Besonderes sein, einen Sekt am Nordkap zu trinken, am besten direkt draußen auf dem Plateau. Dieses sehr teure Vergnügen haben wir uns allerdings verkniffen. Im Untergeschoss der Nordkaphalle gibt es unter anderem ein kleines Kino (250 Sitzplätze), hier wird ein 25minütiger Film (ohne Aufpreis) über das Nordkap und seine Geschichte gezeigt. Allerdings war uns die Warteschlange zu lang, so dass wir uns gegen den Film entschieden. Wir liefen an der Warteschlange vorbei, links und rechts waren große, sehr schön gestaltete Vitrinen, über die man auch den geschichtlichen Werdegang des Kaps erfahren konnte. Auch eine ganz kleine Kapelle gibt es hier unten. Am Ende des recht langen Ganges kamen wir in eine wunderschöne, in den Fels gemeißelte Bar mit dem direkten Blick auf das Meer. Wir wollten aber doch lieber wieder nach draußen und so marschierten wir den Gang zurück.

Draußen war es immer noch hell und es wurde auch nicht wesentlich dunkler. Wir dachten immer noch, dass die Sonne ein wenig Richtung Meer sinkt, was sie aber nicht tat. Eine Wolke schob sich etwas vor die Sonne, was uns aber nicht störte. Sitzgelegenheiten, wie Bänke, gibt es fast keine auf dem Plateau. Entweder man hockt sich auf den Boden, auf einen Gullideckel oder bleibt einfach stehen…so haben wir es auch gemacht. Der Wind wehte mir um die Nase, es war absolut nicht kalt. Meine eingepackte Mütze konnte ich in der Jackentasche lassen. Wir schauten lange auf das Meer, das war Romantik pur. Obwohl sich viele Menschen auf dem Plateau aufhielten, herrschte eine unbeschreibliche Ruhe.

Auf dem Areal des Nordkaps gibt es eine von Kindern gestaltetes Denkmal, der genaue Name ist „Denkmal der Kinder der Welt“. Zu sehen sind 7 große, runde Steine, 1989 von Kindern aus den unterschiedlichsten Gegenden der Erde gestaltet. Ich finde, das Ganze passt gut dorthin.

Kurz vor Mitternacht mussten wir uns wieder zu den Bussen, um zum Schiff zurück zu fahren.
Wir kamen gegen 0:45 Uhr dort an und gingen an Bord. Und jetzt? Nachtruhe? NEIN…die Pizzeria hatte noch geöffnet, wir aßen noch etwas. Müde?? Absolut nicht. Also, auf in die AIDA-Bar…hier spielte eine kleine Band, gegen Abgabe des Transfertickets gab es 30 % Ermäßigung auf einen Cocktail…das Angebot haben wir uns nicht entgehen lassen. So saßen wir, und lauschten der Musik und schlürften am Cocktail…die Bar war gut besucht. Einen zweiten Drink gönnten wir uns auch noch. Gegen 2:30 Uhr haben wir uns dann doch zurückgezogen, liefen aber noch mal kurz draußen auf Deck 5 entlang. Es war überhaupt nicht wie mitten in der Nacht…die Sonne schien, hatte sogar Kraft und wärmte etwas….es war absolut nicht kalt…trotzdem siegte die Vernunft….wir gingen schlafen.

Fazit

Wir hatten absolutes Glück mit dem Wetter. Aber auch bei schlechtem Wetter wären wir zum Nordkap gefahren. Ich wollte dorthin und bereue keinen Cent und keine Minute. Es ist in gewisser Weise sehr erhebend, an dieser Stelle der Erde zu stehen und auf das weite Meer zu schauen, auch wenn es nicht wirklich der nördlichste Punkt von Europa ist.

Das Nordkap ist prinzipiell eine Reise bzw. einen Ausflug wert, auch wenn man einen ganz ordentlichen Eintritt bezahlen muss. Allerdings schätze ich ein, dass das Geld auch vernünftig eingesetzt wird. Es war keine einzige Schmutzecke zu sehen.

Für diesen wunderbaren Ort der Erde gebe ich die volle Punktzahl.


Vielen Dank für euer Interesse.

@blonde_lady

Bilder

für Nordkap
IMG_3301 - Nordkap
Wir fahren 16:47 Uhr am Nordkap vorbei.
von blonde_lady blonde_lady
IMG_3301 - Nordkap

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Kommentare

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  • mozarteum 27.12.2011 10:04
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    beeindruckend ... lg detlef

  • t.schlumpf 27.11.2011 11:48
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Ich komme mal Schulden abzahlen ;o)

  • Yju2001 26.10.2011 16:17
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • antjemue 24.10.2011 07:46
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Eindrucksvoll. LG Antje

  • yesup 22.10.2011 22:32
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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