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Pro die Natur außerhalb und die Andersartigkeit innerhalb Belfasts, der Akzent des Nornir'n
Kontra der Regen, das Misstrauen, das Essen
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
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| Anbindung | |
| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Nordirland lässt sich treffend mit einem Zitat Walter Moers charakterisieren: "Oben ist unten und hässlich ist schön." Wer das Land, bzw. um der political Correctness genüge zu tun, die Region des Königreiches auf der grünen Insel besucht, der wird feststellen, dass Nordirland anders ist. Anders als gedacht, anders als das Nordirland, das wir aus den Nachrichten kennen und anders als die meisten anderen Regionen Westeuropas. Im Gegensatz zur Republik wirkt der historisch durch Industrie geprägte Norden düster und schmutzig. Während die Häuser im Süden mit bunten Fassaden und farbigen Türen die Blicke auf sich ziehen, herrscht im Norden der Stil kühler Backsteinfassaden vor; Reihenhäuser, die sich bis auf die Hausnummer gleichen. Die Landschaft im Norden ist weniger grün, wind- und wettergegerbt aber dennoch schön. Das hässliche Schön eben, das im 19. Jahrhundert von Literaten gerne als "the sublime", also als "das Erhabene" beschrieben wurde.
Der folgende Bericht beruht auf meinen Eindrücken von Belfast und dem Rest der Region aus der zweiten Hälfte des Jahres 2006.Überblick
* Nordirland bereisen
Anbindung
* Land
Cave Hill und Belfast Castle
Mourne Mountains
Tour in den Norden:
Carrick a Rede Bridge
Giant's Causeway
Bushmills Distillery
Dunluce Castle
Anbindung
Von Deutschland aus fliegen u.a. Ryanair und Air Lingus von wenigen Flughäfen direkt die beiden Flughäfen von Belfast an. Nach Dublin sind die Verbindungen allerdings wesentlich besser. Das bietet die Gelegenheit, beide Hauptstädte zu bereisen. Von Dublin aus gibt es eine gute Busanbindung in den Norden. Von Edinburgh aus ist man mit dem Flugzeug übrigens auch keine halbe Stunde unterwegs.
City Centre
So wird das Herzstück der Stadt bezeichnet, dessen Zentrum die Belfast City Hall ist. Die City Hall kann man besichtigen, das Interieur hat mehr von einem Schloss als von einer durchschnittlichen Stadtverwaltung. Um den Donnegal Square herum, der von diesem imposanten viktorianischen Bau dominiert wird, prägen Banken und Kaufhäuser das Stadtbild. Ebenfalls am Donnegal Square befindet sich die Linenhall Library, die älteste Bibliothek der Stadt.
Nördlich schließt sich die Shoppingmeile in einem unüberschaubaren Straßengewirr an. Weil hier die üblichen Markenstores vorherrschen, wenden wir uns stattdessen nach Osten und gehen ein Stück die May Street entlang. Dort passieren wir das wahrscheinlich bestgesichertste Gebäude der Stadt, das Polizeirevier und biegen rechts ab in die Market Street. Hier befindet sich der St.George's Market. In dieser Markthalle aus dem späten 19. Jahrhundert werden mehrmals in der Woche frische Lebensmittel aller Art angeboten und nebenbei auch alles andere was der Mensch braucht oder nicht braucht. Ich habe den Markt vor allem wegen der köstlichen Scones, die dort angeboten werden aufgesucht.
Zurück an der City Hall muss ich unbedingt noch erwähnen, dass es dort in der Vorweihnachtszeit einen Continental Christmas Market gibt. Das wäre weniger interessant, wenn dort nicht Verkaufsstände aus allen Ecken des kontinentalen Europas pseudo-landestypische Waren anbieten und beim Versuch des Weihnachtsmarktflairexports so grandios scheitern, dass es schon wieder Spaß macht.
Westlich der City Hall stößt man auf die Great Victora Street, in der sich mindestens drei für Besucher erwähnenswerte Gebäude befinden. Da wäre erstens das Europa Hotel, das sich damit rühmt das Hotel mit den meisten Bombenanschlägen in Europa zu sein. Direkt daneben befindet sich das Europa Bus Centre. Von dort aus starten die Busse zum Flughafen und nach Dublin. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite fällt der Blick auf die aufwendig gestaltete Fassade des Crown Liquor Saloons. Dieser hat als ältester noch bestehender Pub aus frühviktorianischer Zeit meiner Meinung nach ein klares innenarchitektonisches Manko. Statt in einem normalen Gastraum sitzt man in hölzernen Compartments, die an Zugabteile erinnern und damals wohl die Privatsphäre der Gäste wahren sollte.
West Belfast: Falls Road und Shankill Road
Abschließend möchte ich noch einige Worte zu den wohl berühmtesten Straßen der Stadt verlieren. Falls Road und Shankill Road sind zwei sehr lange Straßen die parallel von der Stadtmitte in Richtung Westen verlaufen. Die Bewohner der Straßen können sich nicht besonders gut leiden und haben seit den 60er Jahren verstärkt freiwillige ethnische Segregation betrieben. Katholiken betrachteten von da an die Falls Road als ihr Territorium, Protestanten die nördlich gelegene Shankill Road. Man war bemüht die eigene Community vom Feind fern zuhalten, Angst und Vorurteile funktionieren ja am Besten, wenn der Kontakt zum "Anderen" ausbleibt. Man errichtete Mauern, die euphemistisch als "Peace Walls" bezeichnet wurden, um die Communities zu trennen. Auf die Spitze trieb man diese Praxis, als eine unterirdische Mauer gebaut wurde, die dazu dient die Toten auf dem Friedhof konfessionsgerecht zu separieren.
Heute geht es dort den Statistiken zufolge weitaus weniger gewalttätig zu als noch vor fünf Jahren. Dennoch bleibt die Gegend ein Brennpunkt und ethnische, bzw. religiöse Zugehörigkeit wird noch immer großgeschrieben. Weil die Konfession und politische Einstellung nur schwer erkennbar sind, haben die Anwohner hier und in anderen Stadtvierteln alles daran gegeben wenigstens ihre Häuser und Straßen zu markieren. Beliebt bei Unionisten ist es z.B. die Bürgersteige blau-weiß-rot anzupinseln sind und die Vorgärten mit Union-Jacks zu verzieren.
In Falls Road und Shankill Road kann man nebst Gedenkstätten (z.B. für die Hungerstreikenden) und Parteizentralen die berühmten Wandmalereien, die Murals anschauen. Beide Seiten stecken viel kreative Energie in die Huldigung der eigenen Helden und Taten und in die Diffamierung der politischen Gegner. Die hauswandfüllenden Portraits von Bobby Sands in der Falls Road und von der Queen in Shankill Road sind allerdings so unvorteilhaft, dass sie ebenso gut hätten beleidigende Karikaturen der anderen Seite hätten sein können. Besonders auf der katholischen Seite findet man viele Murals, die Solidarität mit Palästina oder Protest gegen die Politik der Regierung Bush bekunden.
Wer an der irischen Sprache interessiert ist sollte das Community Centre in der Falls Road besuchen. Hier findet man gälische Bücher, Musik, T-Shirts etc. Außerdem ist hier die Chance groß, dass man die eigenen Gälischkenntnisse ausprobieren kann.
Unterkunft
Während meines Aufenthaltes habe ich mehrmals Unterkünfte für Besuch organisiert. Mein Fazit lautet leider, dass man für relativ viel Geld relativ wenig Komfort bekommt. Das gilt übrigens auch für das Preis-Leistungsverhältnis im Studentenwohnheim. Meine einzige Empfehlung ist das International Youth Hostel in der Nähe des Shaftsbury Squares. Diese Jugendherberge ist modern eingerichtet macht einen gepflegten Eindruck.
Land
Stormont
Das Parlament von Nordirland befindet sich östlich außerhalb der Stadt. Es dürfte das am seltensten genutzte Gebäude der Stadt sein, da Nordirland die meiste Zeit von London aus regiert wird. In der Zwischenzeit freuen sie sich dort bestimmt über jeden einzelnen Besucher.
Mourne Mountains
Die Mourne Mountains (irisch: Na Beanna Boirche) grenzen im Süden an Republik und Küste an. Aus geographischen Gesichtspunkten logisch klingt der Name des County's, in dem das düstere Bergmassiv liegt, County Down. Während das umliegende Flachland aus grünen Wiesen besteht, stechen die längs zur Küste verlaufenden Mourne Mountains braun und kahl hervor. Die Berge sind ein beliebtes Ziel von Wanderern und vor allem Kletterern und Hobbyhöhlenforschern.
Carrick a Rede Bridge
Giant's Causeway
Bushmills Distillery
Dunluce Castle
Wer sich, warum auch immer, in Belfast aufhält, sollte unbedingt eine Tagestour in den Norden einplanen. Ein Besuch der sagenumwobenen North-Antrim Coast hinterlässt garantiert bleibende Erinnerungen. Vier Sehenswürdigkeiten sollten unter keinen Umständen ausgelassen werden, die Gewichtung der einzelnen Etappen sollte allerdings vorher überlegt sein.
Auf dem Hinweg bietet sich ein Stop an der Carrick a Rede Rope-Bridge an, einer Seilbrücke, die während der Sommermonate das Festland mit einer Felseninsel verbindet. Diese von der National Trust geschützte Brücke diente früher Fischern und Schäfern als bequemer Übergang zu dem größeren Felsbrocken, der heute unter Naturschutz steht. Von dort aus hat man eine ausgezeichnete Aussicht auf das grüne Meer und das weiter hinten gelegene Sheep-Island, auf das früher Schafe zum übersommern gebracht wurden.
Die Reise geht weiter zum Giant's Causeway, dem Pfad des Riesen, der an der Nordküste Antrims ins Meer mündet und an der Westküste Schottland wieder an die Oberfläche tritt. Finn Mc Cool, a.k.a. Cuchulain, Nationalriese sowohl der Schotten als auch der Iren soll den Pfad aus riesigen fünfeckigen Basaltsäulen einst erbaut haben, um seine Geliebte, ihrerseits Gattin eines verfeindeten Riesen, sicher ans andere Ufer zu bringen. Geologen geben allerdings an, vulkanische Ursprungsgründe für die imposante Felsformation zu kennen. Sie glauben auch nicht daran, dass der riesige Felsbrocken am Strand tatsächlich der Schuh des Riesen ist. Ungeachtet der Herkunft des Naturwunders, ist der Giant's Causeway für mich das beeindruckenste Stück Natur, das ich je gesehen habe. Ein Besuch lohnt sich bei jedem Wetter, bei starkem Wind sollte man allerdings auf die Hinweisschilder achten und nicht zu weit in Richtung Meer gehen. Man kann nämlich nicht nur sprichwörtlich weggepustet werden, sondern ganz real.
Nach der Besichtigungstour am Causeway, für den man mindestens eine Stunde einplanen sollte, können Whisky-Liebhaber der Bushmills-Distillery einen Besuch abstatten. Für eine Führung hat es bei mir leider, aufgrund der Causeway-Sympathie zeitlich nie gelangt, aber bereits bei einem Blick in die Anlage mit Shop und Probierstube kann man einen Eindruck über die älteste noch aktive Whisky-Brennerei der Insel Irland gewinnen. Der Bushmills-Whisky ist übrigens zu empfehlen, aromatisch und frei von dem rauchigen Geschmack der schottischen Whiskies.
Dunluce Castle ist die Ruine eines Schlosses der alten irischen Aristokratie. Es steht für ruhmreiche vergangene Zeiten vor der Kolonialisierung durch die Briten und ist somit ein weiteres sagenumwobenes Nationalsymbol. Leider habe ich erst nach meinem Auslandssemester von der hohen historischen Relevanz der Ruine erfahren. Bei meinen vier Nordtouren habe ich Dunluce Castle live nur einmal von der Straße aus bei Sonnenuntergang gesehen.
Von Belfast aus kann man auch Bustouren zum Giant's Causeway buchen, wahlweise mit einem Besuch der Bushmills Distillery. Eine der Touren startet an der Jugendherberge. Essen mitbuchen lohnt sich nicht, das ist erfahrungsgemäß grauenhaft.
Fazit
Angesichts des Pfund-Euro Verhältnis von beinahe 1:1 ist Großbritannien derzeit sehr günstig. Daher: nix wie hin!
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jockel2001 24.06.2011 13:26
MOFFt 02.01.2011 15:30
hört sich gut an ... gibt noch so viel schöne Reiseziele ... top Bericht (BH) ... lg MOFFt
aquarius2 30.08.2009 19:43
noname_6032 17.07.2009 00:09
MC_Laudi 12.01.2009 09:00