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Erfahrungsbericht

für Nordirland - Wissenswertes
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5 Sterne Nordirland: Oben ist unten und hässlich ist schön Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro die Natur außerhalb und die Andersartigkeit innerhalb Belfasts, der Akzent des Nornir'n

Kontra der Regen, das Misstrauen, das Essen

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

luna_eclipse Seit 29 Nov 2000

Liebe Mama, lieber Papa: Vielen Dank für die glückliche Kindheit. Damit habt ihr mir jede Chance... mehr

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Nordirland lässt sich treffend mit einem Zitat Walter Moers charakterisieren: "Oben ist unten und hässlich ist schön." Wer das Land, bzw. um der political Correctness genüge zu tun, die Region des Königreiches auf der grünen Insel besucht, der wird feststellen, dass Nordirland anders ist. Anders als gedacht, anders als das Nordirland, das wir aus den Nachrichten kennen und anders als die meisten anderen Regionen Westeuropas. Im Gegensatz zur Republik wirkt der historisch durch Industrie geprägte Norden düster und schmutzig. Während die Häuser im Süden mit bunten Fassaden und farbigen Türen die Blicke auf sich ziehen, herrscht im Norden der Stil kühler Backsteinfassaden vor; Reihenhäuser, die sich bis auf die Hausnummer gleichen. Die Landschaft im Norden ist weniger grün, wind- und wettergegerbt aber dennoch schön. Das hässliche Schön eben, das im 19. Jahrhundert von Literaten gerne als "the sublime", also als "das Erhabene" beschrieben wurde.

Der folgende Bericht beruht auf meinen Eindrücken von Belfast und dem Rest der Region aus der zweiten Hälfte des Jahres 2006.

Überblick
* Nordirland bereisen
Anbindung

* Belfast
City Centre
University Quarter
West Belfast: Falls Road und Shankill Road
Unterkunft
The Belfast Spirit

* Land
Cave Hill und Belfast Castle
Mourne Mountains
Tour in den Norden:
Carrick a Rede Bridge
Giant's Causeway
Bushmills Distillery
Dunluce Castle


Nordirland bereisen
Dass sich der Tourismus in Nordirland bisher noch nicht etabliert hat, merkt man unter anderem daran, dass es keinen deutschen Reiseführer gibt, der sich ausschließlich mit der Region befasst. Wer in London und Edinburgh war trauert den abwesenden Menschenmassen aber keiner Träne nach. Zugegeben, die Sehenswürdigkeiten Nordirlands kann man an einer Hand abzählen, für einen Kurztrip oder einen Abstecher von der Republik aus lohnt sich die Reise allemal.

Anbindung
Von Deutschland aus fliegen u.a. Ryanair und Air Lingus von wenigen Flughäfen direkt die beiden Flughäfen von Belfast an. Nach Dublin sind die Verbindungen allerdings wesentlich besser. Das bietet die Gelegenheit, beide Hauptstädte zu bereisen. Von Dublin aus gibt es eine gute Busanbindung in den Norden. Von Edinburgh aus ist man mit dem Flugzeug übrigens auch keine halbe Stunde unterwegs.

Belfast
Die Stadt hat keine glorreiche Vergangenheit hinter sich. Zu Zeiten von Queen Victoria, nach der die Hälfte der wichtigen Gebäude benannt wurden, war Belfast eine Industriestadt in der hauptsächlich Leinen hergestellt wurde. Kultivierte Britons mieden diesen Ort vermutlich ebenso, wie sie Manchester mieden. Die Titanic wurde in Belfast gebaut. Der Versuch des Tourismusbüros mit dieser unglücklichen Tatsache zu werben zeugt von Selbstironie. Der Rest der Geschichte hat unser Halbwissen geprägt: Protestanten, Katholiken, Hungerstreiks, Autobomben und Wandmalereien. Inzwischen hat sich die politische Situation zwar noch nicht verbessert, was wahrscheinlich vor dem Ableben der Herren Adams und Paisley auch nicht mehr geschehen wird. Nach den letzten Gewaltausbrüchen zu Beginn des Jahrtausends scheinen sich wenigstens die Paramilitärs aufgelöst zu haben.
Das neue Belfast gibt sich modern und weltoffen. Man bemüht sich um die Sicherheit und wirbt mit EU Mitteln fleißig um Investoren, internationale Studenten und Touristen. Die Stadt ist mit weniger als 500.000 Einwohnern überschaubar Das City Centre und die umliegenden Stadtviertel können somit problemlos zu Fuß erschlossen werden.

City Centre
So wird das Herzstück der Stadt bezeichnet, dessen Zentrum die Belfast City Hall ist. Die City Hall kann man besichtigen, das Interieur hat mehr von einem Schloss als von einer durchschnittlichen Stadtverwaltung. Um den Donnegal Square herum, der von diesem imposanten viktorianischen Bau dominiert wird, prägen Banken und Kaufhäuser das Stadtbild. Ebenfalls am Donnegal Square befindet sich die Linenhall Library, die älteste Bibliothek der Stadt.
Nördlich schließt sich die Shoppingmeile in einem unüberschaubaren Straßengewirr an. Weil hier die üblichen Markenstores vorherrschen, wenden wir uns stattdessen nach Osten und gehen ein Stück die May Street entlang. Dort passieren wir das wahrscheinlich bestgesichertste Gebäude der Stadt, das Polizeirevier und biegen rechts ab in die Market Street. Hier befindet sich der St.George's Market. In dieser Markthalle aus dem späten 19. Jahrhundert werden mehrmals in der Woche frische Lebensmittel aller Art angeboten und nebenbei auch alles andere was der Mensch braucht oder nicht braucht. Ich habe den Markt vor allem wegen der köstlichen Scones, die dort angeboten werden aufgesucht.
Zurück an der City Hall muss ich unbedingt noch erwähnen, dass es dort in der Vorweihnachtszeit einen Continental Christmas Market gibt. Das wäre weniger interessant, wenn dort nicht Verkaufsstände aus allen Ecken des kontinentalen Europas pseudo-landestypische Waren anbieten und beim Versuch des Weihnachtsmarktflairexports so grandios scheitern, dass es schon wieder Spaß macht.
Westlich der City Hall stößt man auf die Great Victora Street, in der sich mindestens drei für Besucher erwähnenswerte Gebäude befinden. Da wäre erstens das Europa Hotel, das sich damit rühmt das Hotel mit den meisten Bombenanschlägen in Europa zu sein. Direkt daneben befindet sich das Europa Bus Centre. Von dort aus starten die Busse zum Flughafen und nach Dublin. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite fällt der Blick auf die aufwendig gestaltete Fassade des Crown Liquor Saloons. Dieser hat als ältester noch bestehender Pub aus frühviktorianischer Zeit meiner Meinung nach ein klares innenarchitektonisches Manko. Statt in einem normalen Gastraum sitzt man in hölzernen Compartments, die an Zugabteile erinnern und damals wohl die Privatsphäre der Gäste wahren sollte.

University Quarter
Weiter südlich schließt sich mein Lieblingsviertel an, das University Quarter. Hier befinden sich die Fachbereiche der Queen's University mit dem viktorianischen Lanyon Building als Hauptgebäude. Neben Universitätsgebäuden und Studentenwohnheimen sind entlang der University Road auch die meisten Pubs und ein paar Clubs angesiedelt. In der parallel verlaufenden Botanic Avenue gibt es vor allem Restaurants, Food Places, die vor allem Frühstück anbieten, Subway, Starbucks und Co, sowie kleine Lebensmittelgeschäfte.
Am südlichen Ende der Botanic Avenue beginnen die Botanic Gardens. Dieser überschaubare, gepflegte Park ist eine kleine grüne Oase in der ansonsten eher grauen Stadt. Zwei Gewächshäuser aus der Empire-Zeit können während der Öffnungszeiten des Parks (immer vor Anbruch der Dunkelheit) kostenlos besichtigt werden. In der direkten Nähe der Botanic Gardens befindet sich das Ulster Museum.
In der Seitenstaße neben dem Lanyon Building befindet sich, versteckt in einem Reihenhaus das Kino der Universität. Im QUC werden aktuelle oder ältere Filme jenseits des Hollywood-Einheitsbreis gezeigt. Der Kinosaal kann sich sehen lassen, die Leinwand ist so groß wie in einem kleineren Stadtkino und die Sessel sind mit knallrotem Stoff überzogen und bequem gepolstert. Obwohl ich ansonsten kein großer Kinofan bin, trauere ich dieser Institution immer noch nach. Wie gesagt, das Kino verbirgt sich hinter der Fassade eines gewöhnlichen Reihenhauses und nur ein Messingschild weist darauf hin, was sich hinter der farbig gestrichenen Holztür versteckt. Nach einigem Rätseln über die Disproportion des Hauses von außen und dem Platz im Inneren habe ich festgestellt, dass das Nachbarhaus zur Hälfte mitbenutzt wurde und außerdem ein Anbau das Gebäude nach hinten verlängert.
Ein herkömmliches Kino der Kette Movie House befindet sich an der Dublin Road zwischen University Quarter und City Centre.


West Belfast: Falls Road und Shankill Road
Abschließend möchte ich noch einige Worte zu den wohl berühmtesten Straßen der Stadt verlieren. Falls Road und Shankill Road sind zwei sehr lange Straßen die parallel von der Stadtmitte in Richtung Westen verlaufen. Die Bewohner der Straßen können sich nicht besonders gut leiden und haben seit den 60er Jahren verstärkt freiwillige ethnische Segregation betrieben. Katholiken betrachteten von da an die Falls Road als ihr Territorium, Protestanten die nördlich gelegene Shankill Road. Man war bemüht die eigene Community vom Feind fern zuhalten, Angst und Vorurteile funktionieren ja am Besten, wenn der Kontakt zum "Anderen" ausbleibt. Man errichtete Mauern, die euphemistisch als "Peace Walls" bezeichnet wurden, um die Communities zu trennen. Auf die Spitze trieb man diese Praxis, als eine unterirdische Mauer gebaut wurde, die dazu dient die Toten auf dem Friedhof konfessionsgerecht zu separieren.
Heute geht es dort den Statistiken zufolge weitaus weniger gewalttätig zu als noch vor fünf Jahren. Dennoch bleibt die Gegend ein Brennpunkt und ethnische, bzw. religiöse Zugehörigkeit wird noch immer großgeschrieben. Weil die Konfession und politische Einstellung nur schwer erkennbar sind, haben die Anwohner hier und in anderen Stadtvierteln alles daran gegeben wenigstens ihre Häuser und Straßen zu markieren. Beliebt bei Unionisten ist es z.B. die Bürgersteige blau-weiß-rot anzupinseln sind und die Vorgärten mit Union-Jacks zu verzieren.
In Falls Road und Shankill Road kann man nebst Gedenkstätten (z.B. für die Hungerstreikenden) und Parteizentralen die berühmten Wandmalereien, die Murals anschauen. Beide Seiten stecken viel kreative Energie in die Huldigung der eigenen Helden und Taten und in die Diffamierung der politischen Gegner. Die hauswandfüllenden Portraits von Bobby Sands in der Falls Road und von der Queen in Shankill Road sind allerdings so unvorteilhaft, dass sie ebenso gut hätten beleidigende Karikaturen der anderen Seite hätten sein können. Besonders auf der katholischen Seite findet man viele Murals, die Solidarität mit Palästina oder Protest gegen die Politik der Regierung Bush bekunden.
Wer an der irischen Sprache interessiert ist sollte das Community Centre in der Falls Road besuchen. Hier findet man gälische Bücher, Musik, T-Shirts etc. Außerdem ist hier die Chance groß, dass man die eigenen Gälischkenntnisse ausprobieren kann.

Belfast besteht natürlich noch aus weiteren Stadtvierteln, wie dem Cathedral Quarter im Norden oder den Docks im Osten, sowie den übrigen reinen Wohnvierteln. Statt einzeln auf die Viertel einzugehen, ein kurzer Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten:
Im Cathedral Quarter steht die 1896 erbaute St. Anne's Cathedral. Außerdem gibt es ein großes, ebenerdiges Wasserspiel und viele kleinere Geschäftsstraßen. An den Docks am Fluss Lagan steht das Odyssey. Das ist ein riesiges, neugebautes Stadion in dem die Belfaster Eishockeymannschaft beheimatet ist. Wie in den meisten europäischen Teams, besteht die Mannschaft fast ausschließlich aus importierten US-Spielern. Im Odyssey finden außerdem Konzerte und Parties statt, es gibt Restaurants und Clubs. Das Viertel wird tourismusfreundlich auch als Titanic Quarter bezeichnet.


Unterkunft
Während meines Aufenthaltes habe ich mehrmals Unterkünfte für Besuch organisiert. Mein Fazit lautet leider, dass man für relativ viel Geld relativ wenig Komfort bekommt. Das gilt übrigens auch für das Preis-Leistungsverhältnis im Studentenwohnheim. Meine einzige Empfehlung ist das International Youth Hostel in der Nähe des Shaftsbury Squares. Diese Jugendherberge ist modern eingerichtet macht einen gepflegten Eindruck.


The Belfast Spirit
Belfast ist keine gewachsene Metropole. Mit den anderen Hauptstädten des Vereinigten Königreichs kann die Stadt schon allein wegen des viel kürzeren Zeitraums seiner Existenz nicht mithalten. Es gibt kaum genügend Museen und Sehenswürdigkeiten in der Stadt, um ein Wochenende zu füllen. Das Interessante an Belfast ist das Stadtbild an sich, das von der kurzen aber heftigen Geschichte des Landes geprägt ist. Ob die Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden größer ist, als in anderen Städten, ist fraglich. Das Sicherheitsbedürfnis ist jedoch definitiv sehr hoch. So hat etwa jeder noch so kleine Laden oder Pub ein stabiles Rollgitter, mit dem er seine Fenster nach Ladenschluss schützen kann. Die omnipräsenten Polizeiwagen sind ebenfalls besonders gut gesichert und sehen aus wie Geldtransporter. Auf dem lokalen Radiosender wird jeder noch so kleine Überfall gemeldet und in einem Ausmaß und einer Leidenschaft diskutiert, wie es in Deutschland undenkbar wäre. -Ok, zurück zum Thema!- Die Atmosphäre der Stadt lässt sich schwer in werbetechnisch wertvolle Worte fassen. Darum werde ich nun lieber damit fortfahren, die wirklich umwerfenden landschaftlichen Highlights Nordirlands zu beschreiben.


Land

Cave Hill und Belfast Castle
Nördlich von Belfast befindet sich das riesige Gelände des County Parks, eine Art kleiner Nationalpark. Zu sehen gibt es hier außer viel Natur den Belfast Zoo und das Belfast Castle, das vermietet aber nicht besichtigt werden kann. Das Castle ist wie die meisten Prestigegebäude der Stadt vom Architekt Lanyon geplant worden.
Das Highlight des Parkes ist Cave Hill, ein Bergplateau, das aufgrund seiner Form bereits aus der Ferne gut erkennbar ist. Auf diesen Berg und um den Berg herum führen Wanderpfade, die teilweise abenteuerlich sind. Cavehill würde nicht Cavehill heißen, wenn es dort keine Höhlen geben würde. Die unterste kann mit ein wenig Kletteranstrengung erreicht werden. Wer lieber unten wartet verpasst nicht viel, ein paar Graffiti und etwas Abfall. Natürlich gibt es auch zahlreiche Geschichten, die sich um die Höhlen ranken, die demnach nicht nur als Unterschlupf für Schafherden, sondern auch als Versteck von einen berühmten Räuber benutzt wurde.
Vom Gipfel des Cave Hills hat man einen ausgezeichneten Blick auf die Stadt und die Küste (Belfast Lough).

Stormont
Das Parlament von Nordirland befindet sich östlich außerhalb der Stadt. Es dürfte das am seltensten genutzte Gebäude der Stadt sein, da Nordirland die meiste Zeit von London aus regiert wird. In der Zwischenzeit freuen sie sich dort bestimmt über jeden einzelnen Besucher.

Belfast und Umgebung, schön und gut. Aber was gibt es im Rest des Landes zu sehen? Vor allem viel Wetter und Natur.

Mourne Mountains
Die Mourne Mountains (irisch: Na Beanna Boirche) grenzen im Süden an Republik und Küste an. Aus geographischen Gesichtspunkten logisch klingt der Name des County's, in dem das düstere Bergmassiv liegt, County Down. Während das umliegende Flachland aus grünen Wiesen besteht, stechen die längs zur Küste verlaufenden Mourne Mountains braun und kahl hervor. Die Berge sind ein beliebtes Ziel von Wanderern und vor allem Kletterern und Hobbyhöhlenforschern.


Tour in den Norden

Carrick a Rede Bridge
Giant's Causeway
Bushmills Distillery
Dunluce Castle
Wer sich, warum auch immer, in Belfast aufhält, sollte unbedingt eine Tagestour in den Norden einplanen. Ein Besuch der sagenumwobenen North-Antrim Coast hinterlässt garantiert bleibende Erinnerungen. Vier Sehenswürdigkeiten sollten unter keinen Umständen ausgelassen werden, die Gewichtung der einzelnen Etappen sollte allerdings vorher überlegt sein.
Auf dem Hinweg bietet sich ein Stop an der Carrick a Rede Rope-Bridge an, einer Seilbrücke, die während der Sommermonate das Festland mit einer Felseninsel verbindet. Diese von der National Trust geschützte Brücke diente früher Fischern und Schäfern als bequemer Übergang zu dem größeren Felsbrocken, der heute unter Naturschutz steht. Von dort aus hat man eine ausgezeichnete Aussicht auf das grüne Meer und das weiter hinten gelegene Sheep-Island, auf das früher Schafe zum übersommern gebracht wurden.
Die Reise geht weiter zum Giant's Causeway, dem Pfad des Riesen, der an der Nordküste Antrims ins Meer mündet und an der Westküste Schottland wieder an die Oberfläche tritt. Finn Mc Cool, a.k.a. Cuchulain, Nationalriese sowohl der Schotten als auch der Iren soll den Pfad aus riesigen fünfeckigen Basaltsäulen einst erbaut haben, um seine Geliebte, ihrerseits Gattin eines verfeindeten Riesen, sicher ans andere Ufer zu bringen. Geologen geben allerdings an, vulkanische Ursprungsgründe für die imposante Felsformation zu kennen. Sie glauben auch nicht daran, dass der riesige Felsbrocken am Strand tatsächlich der Schuh des Riesen ist. Ungeachtet der Herkunft des Naturwunders, ist der Giant's Causeway für mich das beeindruckenste Stück Natur, das ich je gesehen habe. Ein Besuch lohnt sich bei jedem Wetter, bei starkem Wind sollte man allerdings auf die Hinweisschilder achten und nicht zu weit in Richtung Meer gehen. Man kann nämlich nicht nur sprichwörtlich weggepustet werden, sondern ganz real.
Nach der Besichtigungstour am Causeway, für den man mindestens eine Stunde einplanen sollte, können Whisky-Liebhaber der Bushmills-Distillery einen Besuch abstatten. Für eine Führung hat es bei mir leider, aufgrund der Causeway-Sympathie zeitlich nie gelangt, aber bereits bei einem Blick in die Anlage mit Shop und Probierstube kann man einen Eindruck über die älteste noch aktive Whisky-Brennerei der Insel Irland gewinnen. Der Bushmills-Whisky ist übrigens zu empfehlen, aromatisch und frei von dem rauchigen Geschmack der schottischen Whiskies.
Dunluce Castle ist die Ruine eines Schlosses der alten irischen Aristokratie. Es steht für ruhmreiche vergangene Zeiten vor der Kolonialisierung durch die Briten und ist somit ein weiteres sagenumwobenes Nationalsymbol. Leider habe ich erst nach meinem Auslandssemester von der hohen historischen Relevanz der Ruine erfahren. Bei meinen vier Nordtouren habe ich Dunluce Castle live nur einmal von der Straße aus bei Sonnenuntergang gesehen.
Von Belfast aus kann man auch Bustouren zum Giant's Causeway buchen, wahlweise mit einem Besuch der Bushmills Distillery. Eine der Touren startet an der Jugendherberge. Essen mitbuchen lohnt sich nicht, das ist erfahrungsgemäß grauenhaft.

Reiseführer
Es gibt einen guten Reiseführer über Belfast und Nordirland, allerdings nur in Englischer Sprache: "Footprint Belfast and the north of Ireland" von Sean Sheehan und Pat Levy.
In deutschen Reiseführern sind in den Werken über die Republik oder Insel Irland oft ein paar Seiten ganz hinten über den Norden zu finden. Natürlich liegt angesichts der touristischen Nichterschlossenheit und kulturellen Armut des Nordens eine Verbindung der Besichtigung beider Insel-Hälften nahe.

Fazit
Angesichts des Pfund-Euro Verhältnis von beinahe 1:1 ist Großbritannien derzeit sehr günstig. Daher: nix wie hin!

Bilder

für Nordirland - Wissenswertes
Carrick a Rede
Blick von der Brücke
von luna_eclipse luna_eclipse
Carrick a Rede

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Kommentare

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  • jockel2001 24.06.2011 13:26
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • MOFFt 02.01.2011 15:30
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    hört sich gut an ... gibt noch so viel schöne Reiseziele ... top Bericht (BH) ... lg MOFFt

  • aquarius2 30.08.2009 19:43
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • noname_6032 17.07.2009 00:09
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • MC_Laudi 12.01.2009 09:00
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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