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Erfahrungsbericht

für Niagara Fälle, Kanada
Nächsten Bericht ansehen "Jeder muss es EINMAL..."
5 Sterne Faszination pur
34 von 34 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Naturschauspiel, Umgebung, Eindrücke. Absolut sehenswert!

Kontra Etwas erhöhte Preise in den Restaurants; rel. kurze Saison.

Der Autor

Dide3008 Seit 16 Sep 2011

Meine Frau und ich reisen seit 1998 1 Mal pro Jahr mit einem befreundeten Paar in die USA. Wir... mehr

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Wir besuchten am 1.9.2011 die Niagara Fälle und ich schreibe hier einen Bericht, weil ich das eine oder andere Geschriebene ergänzen oder bestätigen möchte, dazu vielleicht noch den einen oder anderen Tipp abgeben kann:

TIPP: Reisezeit/Saison: Die Saison beginnt langsam irgendwann im April und endet im Oktober. Beste Reisezeit ist so ca. ab 2. Maihälfte bis anfangs September (im Juli und August ist Hochsaison, da ist alles in Betrieb). Da man, trotz Regenschutz, in der Nähe der Fälle ab und zu feucht bis nass wird, lohnt sich die warme Jahreszeit um so mehr, weil man dann schnell wieder trocknet.

Anreise:
Wegen dem Hurrikan Irene konnten wir nicht zuerst nach New York reisen, um von dort am 31.8. einzufliegen, sondern wir starteten erst am 31.8. und flogen via Atlanta nach Buffalo NY. Buffalo ist ein kleiner, überschaubarer Flughafen. Wir hatten den Mietwagen über www.emietwagen.de (auch www.emietwagen.ch) reserviert - alles hat 100% geklappt (s. mein Bericht zu eMietwagen). Die Anmietstellen der Mietwagenfirmen befinden sich gleich gegenüber dem Flughafen-Ausgang. Man ist also schnell am Schalter und schnell beim Auto.

TIPP: Ich habe den Wagen mit vollem Tank reserviert (Anmiete voll, Rückgabe auch mit leerem Tank möglich). Wer aber nur an die Niagara Fälle (auch die kanadische Seite) und zurück fährt, muss das nicht tun, denn es ist absolut keine Distanz und man verbraucht vielleicht 20% einer Tankfüllung hin und zurück. Die Miete des GPS lohnt jedoch immer, wenn man ein vorreserviertes Hotel finden will (meist hilft das GPS schon nur, den Weg aus dem Flughafenareal zu finden.

Nach knapp 40 Minuten gemütlicher Fahrt mit wunderschönem Sonnenuntergang (und zweimaliger Maut-Zahlung - einmal 3.25 USD und einmal 1 USD) erreichten wir die kanadische Grenze. Nach der Zollkontrolle folgt unmittelbar die Rainbowbridge - und hier sieht man auf der linken Seite beide Wasserfälle, die amerikanischen und die kanadischen - wunderschön zur Einstimmung. Voraus liegen die Hotelkomplexe, die man an die Front zum Niagara River hingestellt hat. Wer noch kein Hotel reserviert hat, gibt dem GPS die Aufgabe, ein nahegelegenes Hotel anzusteuern oder man gibt die Adresse des reservierten Hotels an. Wir hatten vorreserviert und fuhren zum "Lincoln Motor Inn Fallsview". Die Reservation vial www.hotels.com hat, wie immer super geklappt. Das Motel war aber eine ziemliche Katastrophe (Böden schmutzig, Toilettensitz eine Herausforderung etc.). Die Betten waren aber gut, die Dusche hat funktioniert und so haben wir die Herausforderung angenommen und sind die 2 reservierten Nächte geblieben (8ung: Frühauschecker - die Reception wird frühmorgens noch nicht bedient; werfen sie die Zimmerschlüssel in den Kasten bei der Reception, das scheint zu klappen, denn ich habe keine negative Reaktion gehabt bis jetzt). Auch der Name des Motels ist nur teilweise Programm "Lincoln Motor Inn Fallsview" stimmt im Bereich "Motor", denn vor jedem Zimmer hat es einen Parkplatz - aber Fallsview war vielleicht vor 40 Jahren z.T. möglich - jetzt stehen Hoteltürme zwischen den Wasserfällen und dem Motel. Aber frühmorgens ist vor dem Hotel die Sicht auf die Gischt, die hinter den Hotels aufsteigt, auch noch imposant.

TIPP: Unterkunft - es muss nicht das Mariott sein (wobei ich mir das schon toll vorstelle, vor dem Fenster direkt die Wasserfälle zu sehen), denn man kann auch günstiger übernachten. Mit dem Mietwagen spielen Distanzen keine so grosse Rolle, also könnte man auch ausserhalb des Zentrums etwas reservieren. Im Zentrum, sehr Nahe zu den Fällen habe ich aber auch ein "Days Inn" Motel gesehen - eine Hotelkette, die ich von anderen USA-Reisen her kenne. Wenn ich nochmals hinfahre, dann werde ich im zentralen Days Inn reservieren (es hat mehrere in Niagara Falls).

In der Umgebung des Hotels hat es mehrere kleine Restaurants, in denen man abends und morgens etwas Essen kann. Daher war es kein Problem, dass unser Motel nur ein geschlossenes Breakfast-Restaurant anbot, als wir ankamen.

TIPP: Essen - Niagara Falls Kanada ist ein Touristenort. Ein absoluter Touristenort. Mit der Wiederholung will ich sagen: Die Preise sind hoch. Die Qualität der Speisen ist gut, aber preislich halt etwas häher, als man es vielleicht von anderen US- oder kanadischen Städten kennt. Zum angeschriebenen Preis wird immer noch die Staatssteuer addiert und dann muss man noch das Trinkgeld berechnen (die Grundgehälter der Angestellten sind tief, sie sind auf Trinkgelder angewiesen). Wir haben jeweils ca. 10% der Summe hinzugezählt - bei gutem Service flott aufgerundet, bei schlechterem dann aber auch bis zur 5%-Grenze gekürzt.

TIPP: Geld - der kanadische Dollar ist nur unwesentlich mehr wert, als der US-Dollar, so dass überall, wo man Bargeld braucht, auch der US-Dollar akzeptiert wird. Mit der Kreditkarte ist man auch keinen Währungsproblemen ausgesetzt. Einzig in den Casinos muss mit kanadischen Dollars gespielt werden, die man am Automaten gegen US-Dollar umtauschen und beim Cashier wieder in US-Dollar zurückwandeln kann. Wir waren auch nur kurz dort, um die Ambiance zu schnuppern, mehr brauchte es nicht.

Besuch der Horseshoe Falls (kanadische Fälle):

Wir fuhren mit dem Auto bis zum Parkplatz beim Haupteingang und zahlten für den Hauptparkplatz 20 US-Dollar Parkgebühr (pro Fahrzeug erhoben).

TIPP: Zugang zu den Fällen: Wenn Sie so zentral wohnen, wie wir, dann können sie getrost zu Fuss an die Fälle gelangen. Leider zeigt keine Karte, wie es geht - man meint, dass man nur der Strasse entlang einen Umweg laufen muss, um hinzukommen - dem ist aber nicht so: Beim Mariott Hotel Fallsview ist an der Aussenseite das grosse Restaurant "TGI Fridays". Gehen Sie an diesem Restaurant links vorbei, die Strasse in Richtung der Wasserfälle. Hier finden Sie die "Railway to the Falls" - eine sehr breite Standseilbahn, die Sie direkt zum Haupteingang der Fälle bringt.

TIPP: Adventure Pass: Sie können jede Attraktion (Schifffahrt, Behind the Falls, White Water Walk etc. etc.) einzeln buchen und z.B. gänzlich ohne Eintritt zu zahlen oben auf der Terrasse sehr nahe an den Horseshoe Fall herangehen (ich war überrascht, wie nahe man hinkommt - Zaun und gleich dahinter die Wassermasse und die Kante, wo es 55 Meter in die Tiefe geht). Wenn Sie aber die lohnenswerten Attraktionen besuchen möchten, kann ich den Kauf des Adventure Passes sehr empfehlen. Sie können ihn im Internet zum voraus buchen oder an der Tageskasse direkt kaufen (die Preise sind identisch; sie sparen rund 17 CAD beim Kauf des Passes). Es klappt mit dem Internet-Kauf, wir haben unsere Tickets zu Hause gedruckt und problemlos an der Kasse gegen den effektiven Tagespass tauschen können. Es gibt dann noch ein Booklet mit Vergünstigungen für andere, hier im Adventure Pass nicht enthaltene Attraktionen.
Der Adventure Pass berechtigt Sie zum Besuch des Kinos "Niagara's Fury" (empfehlenswert! Zuerst zeigen Ihnen ICE-Age Trickfilmfiguren die Geschichte der Entstehung der Fälle, dann wechseln Sie in einen Raum, in dem Sie die Geschichte selber erleben - inkl. Schneefall zur Eiszeit, Wind und Regen, wenn die Schneeschmelze einsetzt...). Die Dame an der Kasse wird mit Ihnen beim Kauf des Tickets einen Zeitplan aufstellen, damit Sie auch bei grossem Andrang zur jeweiligen Attraktion können.
Dann können Sie mit dem Pass noch "Behind the Falls" - mit dem Aufzug runter und durch Stollen hinter die Wassermassen sowie auf einer Terrasse gleich neben den Fällen anschauen. Sie können den "People Mover" (Shuttle Bus über die ganzen Sehenswürdigkeiten hinweg - 8ung: Grosse Distanzen, Sie werden den Bus brauchen, wenn Sie noch andere Dinge anschauen möchten), die Schifffahrt auf einer "Maid of the Mist" und den "White Water Walk" (schnellste Stromschnellen weltweit - gemäss Eigenwerbung) mitmachen oder benutzen können.

Ich möchte hier nicht alle technischen Daten der Wasserfälle wiederholen - hier hat es sehr gute Berichte dazu. Aber ich war schon erstaunt, wie man ohne Eintritt zu zahlen auf der Terrasse direkt an den Niagara River heran kann. Hinter einem Metallzaun liegt direkt der Wasserlauf und - wenn man geduldig ist und wartet, bis der Raum frei wird - an einer Stelle kann man direkt zum Wasser stehen, welches unmittelbar an dieser Stelle dann auch in die Tiefe fällt. Echt beeindruckend!

Die Geschichten und die Geschichte der Fälle ist spannend - sie können Sie hier in den Berichten oder sonst im Internet - oder direkt vor Ort lesen. Die Entstehung der Fälle nach der Eiszeit vor ca. 12'000 Jahren und die Tatsache, dass sie sich in diesen 12'000 Jahren rund 13 Kilometer ins Landesinnere gegraben haben (durchschnittlich 1.8 Meter pro Jahr - wobei man sich alle Mühe gibt, diese einzudämmen: Auf der amerikanischen Seite wurden die Fälle in den 50er Jahren für 5 Monate trocken gelegt und dabei hat man die Felsen mit Beton geimpft und verstärkt; zudem reduziert man die Wassermenge nachts um fast bis zu 90%, indem die Wasserkraftwerke aktiviert werden - nur um zu verhindern, dass man die Gebäude in Niagara Falls in ein paar Jahren weiter flussaufwärts wieder aufbauen muss). Alleine das runde Becken der Horseshoe Falls entstand in den letzten rund 130 Jahren...

Beeindruckt hat mich auch die Kraft der Schiffe "Maid of the Mist" - sie fahren alle 20 Minuten mit bis zu 500 Passagieren zu den Fällen hin. Trotz Strömung und Wirbeln hat man nie das Gefühl, dass irgend eine Anfahrt oder eine Wende nun zufällig oder anders als geplant verlaufen - die Schiffe verfügen über so viel Kraft, dass sie die Masse auch in diesen Kräften unter Kontrolle haben und sich zuverlässig darin bewegen können. So Nahe an dem herunterfallenden Wasser zu sein und die Kraft und Gewalt so direkt zu spüren, war ebenfalls total eindrucksvoll.

Wir haben dann auch noch die White Water Stelle angeschaut und fuhren noch bis zum Whirlpool, wo der Niagara River einen 90Grad Bogen macht und daher ein Wirbel entsteht. Es war ein absolut spannender Tag.

TIPP: Nachtessen - abends haben wir dann einen Tisch im Skylon Tower reserviert (www.skylon.com). Der Skylon Tower ist ein freistehender, ca. 170 Meter hoher Turm mit direkter Sicht zu den Wasserfällen (sowohl US- wie Kanada-Seite). Der Tower hat ein Drehrestaurant (etwas teurere, aber sehr gute Küche), ein Obersation Deck mit Buffet-Betrieb. Wir sassen an der Aussenseite des Drehrestaurants und hatten einen herrlichen Nachtblick auf die Niagara-Fälle und genossen ein wunderbares Essen - auf der Homepage sind das Menu und die Preise ersichtlich. Leider endete die Hochsaison am 31.8. (wir waren am 1.9. dort) - damit wurden die Fälle nur ganz mild beleuchtet. Während der Hochsaison beleuchten 21 Scheinwerfer mit je einer Kraft von 250 Millionen Kerzen die Wasserfälle in verschiedenen, wechselnden Farben - das wäre sicherlich auch toll gewesen - aber schon wo war die Sicht aus dieser Höhe toll.

TIPP: Rückreise - wer auf der Rückfahrt z.B. an den Flughafen von Buffalo oder eine andere US-Destination, zollfrei einkaufen möchte, kann das hier noch tun. Unmittelbar vor der Rainbow-Bridge hat es einen zollfrei Laden mit grossem Parkplatz (hier halten auch Ausflugsbusse etc. an). Man kauft im Laden ein, bezahlt - die Ware wird dann an der Rückseite des Geschäftes bereit gemacht. Sie holen Ihren Wagen ab und fahren Richtung Rainbow-Bridge - bei der Vorbeifahrt, wenn kein Weg mehr an Amerika mehr vorbeiführt, können Sie Ihren Einkauf an einem Kioskfenster entgegennehmen und weiterfahren. Das Geschäft hat von morgens 7 bis spätabends geöffnet. Wir haben es nur durch Zufall gesehen und uns erkundigt, ohne dass wir eingekauft hätten (wir fuhren ja erst am nächsten Tag zurück).

TIPP: Fahrzeiten: Ich habe im GPS in Niagara Falls mal Downtown Manhattan in New York als Ziel eingegeben - das Gerät meldete, dass ich in 7 1/2 Fahrstunden dort wäre. Oder, wer einen längeren Trip plant: New York - Niagara Falls (wie erwähnt, rund 7 1/2 Stunden Fahrzeit), dann 2 Nächte in Niagara Falls und danach - entlang dem Eriesee - Weiterfahrt nach Chicago (in ca. 6 Stunden erreicht man Chicago von Niagara Falls aus) - ist absolut möglich.

Fazit: Ich kann den Besuch der Niagarafälle allen nur sehr empfehlen - es ist wirklich einmalig und absolut sehenswert.

Vielen Dank fürs Lesen - und viel Spass, wenn Ihr mal hinkommen solltet.

PS: Redigiert am 22.9., um ein paar Tippfehler zu eliminieren, sorry.

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Kommentare

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  • schlagergalaxie 13.11.2011 16:49
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • duderally 01.11.2011 10:45
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • sunflower76 23.09.2011 22:39
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Ein wenig widerspreche ich dir da mit dem Zimmer außerhalb. Gerade abends ist es wunderschön, den Clifton Hill hinunterrzuspazieren, da ist es einfach ideal, wenn man in Gehdistanz wohnt! Aber ansonsten finde ich auch, dass es ein gigantisches Schauspiel ist, das man einmal gesehen haben sollte! LG, Dani

  • efi1960 22.09.2011 16:13
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Viele praktische Tipps, die "großen" Fakten kann man ja auch im Reiseführer lesen. Gefällt mir, also BH

  • efi1960 22.09.2011 16:13
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Viele praktische Tipps, die "großen" Fakten kann man ja auch im Reiseführer lesen. Gefällt mir, also BH

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