Ciao - für Leute mit eigener Meinung
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Pro Viele Sitzgelegenheiten, informative Falknerei-Vorführung
Kontra teils nicht artgerechte Haltung, wenige Tiere, leere Gehege, alte/leere Gebäude
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
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| Anbindung | |
| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Diese Kategorie vergütet Ciao gar nicht. Da sich aber einige bisher in den Berichten gezeigte Eindrücke mittlerweile überholt haben und in der Praxis ein wenig anders darstellen, möchte ich meine aktuellen Eindrücke doch beisteuern. Der Zoo Neunkirchen (Saar) ist für einen Kurzbesuch durchaus empfehlenswert. Aber man darf oder sollte sich einfach nicht zu viel versprechen...
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Einmal angekommen verblüffte mich zunächst das riesige Angebot an Parkplätzen. Offenbar rechnet man mit immensen Besucherscharen, die den recht kleinen Zoo früher einmal übervölkerten. Es gibt gleich vier Parkareale und damit sicher überreichend Fläche, um per Auto anzureisen und eben dieses in Nähe des Zoos kostenlos und meist beschattet abzustellen. Den Eingang findet man ebenso leicht, ist der doch in eine etwas unmodern weite Betonfläche eingelassen und unmittelbar angebaut an das Zoo-Restaurant und das Zoo-Hotel. Beide wirken nicht mehr zeitgemäß und laden nicht direkt zum Verweilen ein. Auch das Zoo-Entrée (Foto 7) hat seine besten Zeiten hinter sich.
Einladender wirkt da doch das Hexenhäuschen mit Teich und Minigolf-Anlage gegenüber. Doch zurück zum Zoo: Der hat das gesamte Jahr durch von 8:30 Uhr an geöffnet. Im Sommerhalbjahr bis 18 Uhr. Im Winter eine Stunde kürzer. Unserer Erfahrung nach kann man durchaus drei Stunden im Zoo verbringen. Hat man Kinder dabei und etwas zum Picknicken und Rasten eingepackt eventuell noch ein wenig länger. Da aber durchaus einige Gehege leer waren oder weniger spektakuläre, heimische Tierarten gezeigt werden, kommt man auch in eineinhalb Stunden zügigen Begehens aus.Da aber für mich das Erlebnis Zoo nicht im Windeschritt besteht, nahmen wir uns bewusst Zeit und erlebten an diesem Tage beispielsweise die Vorführung in der Falknerei und die Seehundefütterung. Die Arbeit an den Elefanten verpassten wir, auch wenn die Vorstellungen so terminiert sind, dass sie sich leicht miteinander verbinden lassen. Sie finden jeweils zweimal am Tage statt.
Die Eintrittspreise sind heftig angestiegen. In dem ältesten Bericht auf Ciao ist noch von 6 DM die Rede. 2008 reichten 4 Euro. Heute werden bereits 6 Euro pro Erwachsenen fällig. Inklusive Eintritt in die derzeit stattfindenden Tier-Körperwelten sind es sogar 10! Für Kinder bis 16 sind 3,50 Euro für den Zoobesuch fällig. ür Rabatt berechtigte Gruppen (Studenten, Behinderte) wird ein ermäßigter Preis von 5 Euro erhoben.~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Doch beginnen wir vorn. Beim Eintritt schnappte ich noch Fetzen der Dame vor uns auf, die sich über die schlechte Beschilderung von der Autobahn empörte. Der Kassiervorgang selbst war freundlich und schnell hinter uns gebracht und sofort machten wir uns zu viert auf, den Zoo unsicher zu machen. Am Eingang (Süd, es gibt mittlerweile auch ein neu gebautes Gebäude Nord, das besser von der Innenstadt und sogar zu Fuß erreichbar ist) fanden sich früher wohl die Flamingos. Derer gibt es heute gar keine. Stattdessen sind die ersten Tiere, die uns begegnen ein paar Störche und Kraniche. Wenig weiter wären die Aquarien gewesen, die aber ersatzlos gestrichen sind. Das Gebäude wirkt verfallen, ist geschlossen und beherbergt derzeit an der Rückseite nur die recht sauberen Toiletten.
Rechts den Berg ordentlich steil hoch, sodass ich dort ungern mit Kinderwagen und gar nicht mehr mit Rollstuhl hinauf wollte, findet sich die recht neu gemachte Falknerei. Sie ist keine fünf Jahre alt und bietet sowohl informative Schilder, schöne Picknickplätze und eine große Wiese für die zweimaligen Vorführungen, des Falkners. Eine kleine Tribüne wurde in den Hügel gebaut, in der man in der vollen Sonne sitzen und der Darbietung folgen kann. Diese ist in hochdeutsch (!) und allgemein gut verständlich. Sie dauert etwa 20 Minuten und ist definitiv sehr empfehlenswert. Es ist beeindruckend, aus der Nähe zu beobachten, wie die Raubvögel aus dem Wasserbecken in vollem Flug die Fleischreste abgreifen, die Eulen geräuschlos jagen.Direkt daneben finden sich die Elefanten. Das eigentliche Elefantenhaus ist ein Hingucker, neu errichtet und im asiatischen Stil gebaut. Dumm nur, dass man die Elefanten an eben diesen Hang gestellt hat. Sie haben kaum Fläche um sich mal frei zu bewegen. Elefanten sind keine Klettertiere und das Gehege ist überwiegend Wiese und eben platt getrampelte Wiese. Kein Sand, kein wirkliches Wasserloch, wo sie baden könnten. So neu das Haus angelegt ist, so habe ich als Laie meine Zweifel, ob man als Elefant ein schönes Leben hier fristet. Jedenfalls waren die Dickhäuter deutlich weniger spontan und aktiv, als die Artgenossen in Dresden oder Köln, wo die staubigen Großanlagen mit breiten Wasserflächen zum Baden, Abbürsten, Bepusten und so weiter einluden.
Dennoch muss man konstatieren, dass die Elefanten schon zu den Höhepunkten zählen. Neben ihnen finden sich im Zoo wenige Exoten. Es gibt wenige Affenarten, Zebras, Giraffen und Kamele. Dann wird es schon mehr heimisch mit Arten wie Seehunde, Erdmännchen, Waschbär und Bären. Und geht fließend über in die beinah heimischen Arten von Ziegen über Büffel, Fasane, Kaninchen, Biber, Esel und Hühner. Vor einigen Jahren gab es noch Löwen und Leoparden. Die sind heute ersatzlos gestrichen, wie ja auch die Flamingos nicht mehr da sind und deutlich weniger Affen Unterschlupf finden. Der Zoo hat eben seine besten Zeiten hinter sich. Und allerorten finden sich zwar Ansätze zur Modernisierung. Aber eben auch ordentlich Bedarf zur Modernisierung. Auch in der Auffassung moderner Zookunde und Tierhaltung. Früher steckte man Tiere in Betonbecken und gab ihnen heimisches Futter. Heute ist die Bemühung eine möglichst authentische Lebensumgebung zu schaffen doch sehr ausgeprägt. Im Zoo Neunkirchen gibt es da aber noch Nachholbedarf. Zwar scheinen die ärgsten Haltungsprobleme durch Verlagerung der Bestände beseitigt worden zu sein, dennoch begegneten wir einem apathischen Bär, der ohne Unterlass in einem 5 Meter großen Kreis tapste.Momente, in denen man das Gefühl hatte, das Leben der Tiere wie in der Wildnis zu erleben, fanden sich selten. Vielleicht war es so ein Moment, als sich die Erdmännchen balgten oder Nandus aneinander kuschelten. Gelegenheiten, sich zum ausgedehnten Beobachten an die Gehege zu setzen und den Tieren zuzusehen, gibt es dabei reichlich. Viele Rastplätze und Bänke wurden platziert und laden zum Verweilen ein (Foto 2). Ebenso gibt es einige Stellen, an denen man Kiosk, Cafe und Restaurant findet, an denen man preiswerte Verpflegung einkaufen kann. Waffeln für 1,50 Euro, Kaffee für 1,20 Euro die Tasse oder eine Flasche Cola/Fanta/Sprite für 1,50 Euro sind im Zoo selten zu kriegen und als sehr günstig anzusehen. Diese Preise sind definitiv familienfreundlich, wie auch die zusätzlichen Angebote für die Kleinen, wie zwei schöne Spielplätze, eine zusätzliche Hüpfburg und ein sehr niedlicher Streichelzoo namens Mümmelskirchen.
Die Route durch den Zoo setzt sich nicht linear fort. Es gibt einige Wege querfeldein und doch kann man beinahe alle Tiere sehen, wenn man einen großen Bogen geht (vgl. http://zoo-nk.de/images/stories/zooplan.pdf). Die meisten Wege sind hügelig, bisweilen steil bergig (z.B. Fotos 4,5). Die Tiere stehen entweder in Wiesen oder Waldgebieten und es gibt in dem Sinne keine Themengebiete. Ein sandiger Betonkasten beherbergt die Erdmännchenkolonie. Eine schick ins Gelände eingefügte Beckenlandschaft setzt die Seehunde/-robben gut in Szene. Dort erlebten wir auch die Fütterung, die ein wenig lieblos und mit starkem Dialekt vollzogen wurde. Schön ist, dass Kinder angemeldet werden können und zum Beispiel anlässlich ihres Geburtstages dann selbst einen Fisch verfüttern oder bei der Falknerei einmal den Handschuh tragen dürfen.Die Wege wurden in einem Bericht als Trampelpfade beschrieben. Dem ist heute nicht (mehr) so. Beinahe alle Wege sind betoniert oder gepflastert und sehr breit. So breit, dass wahre Menschenmassen den Zoo bevölkern könnten. Tatsächlich war an diesem Samstag, dem 5. Juni 2010 recht wenig los. Obwohl es ein wunderschöner Tag mit 24, 25°C war, der geradezu einlud einen solchen Ausflug einzuplanen, war kaum jemand auf den Beinen. Erst gegen späten Mittag, nach 13.30 Uhr, waren zumindest einige Bänke und Plätze an Kiosk und Co besetzt. Dennoch kann keine Rede von Gedrängel sein und man konnte auch dann noch hervorragend überall sehen und beobachten.
Der Großteil des Parks ist durch den alten Baumbestand schattig. Also lässt es sich auch an heißen Sommertagen gut aushalten. Nur die Falknerei liegt wie oben angesprochen in der vollen Sonne. Deswegen würde ich einen Besuch auch so legen, dass ich die dortige Morgenvorstellung besuchen könnte, die um 11 Uhr stattfindet. Dann bleibt nicht nur genug Zeit, den restlichen Zoo zu erkunden, sondern auch noch zum Abschluss ein Stück Kuchen oder das fast ohne Aufschlag verkaufte Stiel-Eis zu genießen.Leider eignet sich der Zoo nicht ideal, um neben dem reinen Beobachten der Tiere auch eine Art Lehrpfad zu absolvieren. Neben der Falknerei, dem Biberareal und den Bienenvölkern (Foto 5), sind die Erläuterungen sehr kurz gehalten, oft verblasst und teils komplett fehlend (Foto 6 als Beispiel)
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Rund drei Stunden haben wir uns im Zoo aufgehalten und einen angenehmen Tag verlebt. Die Fütterung(en) und Falknerei-Vorführung sind sehenswert. Die Preise im Zoo selbst sind angenehm und die vielen Bänke und Sitzgelegenheiten laden ein, direkt mit Rucksack und Verpflegung zu kommen. Mit den mir bekannten Zoos jedoch kann Neunkirchen nicht mithalten. Die Gehege empfinde ich meist als zu klein, nicht lebensnah gestaltet und alt (siehe Foto 3). Und es gibt eben keine Themenbereiche für die verschiedenen Tierwelten. Ein Nachgeschmack bleibt, da manches Gehege anders besetzt war und Teile nicht mehr geöffnet sind, wie das Aquarium. Ohne dass dies zuvor irgendwo kenntlich gemacht worden wäre.
Einen Reisetipp vergebe ich daher nicht. Eine Anfahrt würde ich nicht unbedingt in Kauf nehmen und zumindest überregional eher Köln, München, Dresden empfehlen. Als familienfreundliche Alternative für Saarländer kann der Zoo Neunkirchen jedoch insbesondere mit den Huftieren und den neu angelegten Bereichen (Falknerei, Elefantenhaus, Seehundebecken) punkten.~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
[Vielen Dank für aufmerksames Lesen und besondere Kommentare, 06/2010]
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Saandy 26.06.2011 14:23
Manga1234 22.05.2011 11:29
claudii2008 21.10.2010 09:18
duderally 28.09.2010 18:15
Mogli2309 08.09.2010 17:03