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Erfahrungsbericht

für Neukaledonien, Allgemeines
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Empfehlenswert: Ja

Pro Natur, Menschen, Lebenfreude

Kontra Politische Instabilität

Der Autor

Geldsurfer

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Neukaledonien ein verlorenes Paradies

Ich habe die Meinung von Hotsoup gelesen – und ich muss sagen, er hat sich wirklich sehr kurz gehalten. Ich war auch dort am anderen Ende der Welt, wie der Reisebüromitarbeiter zu sagen pflegte und ich denke so einfach und so kurz kann man Neukaledonien nicht charakterisieren nur um so mal schnell ein paar Pfennige für seine Meinung zu kassieren. Ich schreibe dies hier im Interesse dieses wunderschönen Landes.
Ich war dort mit meiner Freundin von Ende Dez. 1995 bis Februar 1996.
Eigentlich sollte es nur mal was Besonders, etwas anderes sein. Wir sind sehr reisefreudig und wollten einfach mal ganz woanders hin, es war das typische Zeigefinger auf dem Globus Syndrom und es sollte ja auch warm und heiss sein – und um diese Jahreszeit (wir waren mit dem Finger auf Neu-Guinea-dort war aber Regenzeit) ist noch weiter südlich des Tropic of Capricorn einfach am Schönsten. Dann war es wirklich schwierig überhaupt Reiseinfos oder Kataloge zu bekommen – in den meisten Reisebüros nur ein Schulterzucken – darüber wissen wir nichts.
Aber schließlich fand sich der Spezial-Reiseveranstalter Dr.Düdder, dort konnte man Hotels von Deutschland aus buchen,also nur nicht aufgeben wenn Sie dort hinmöchten.
Ja – es ist ein sog. Überseeterritorium Frankreichs, daher am einfachsten mit Air France zu erreichen: Über Paris, Tokio, Noumea (die Hauptstadt) sind wir geflogen. Gesamtflugzeit: ca. 22 Stunden !!
Die Hauptstadt erinnerte uns mehr an eine Stadt irgendwo in Frankreich, nur das hier alles 3 mal so teuer ist wie in unseren Breitengraden.
O.k., es gibt ein landeskundliches Museum, eine Bibliothek etc.. für Kulturinteressierte ein Muss.
Aber wir haben es nur 5 Tage in Noumea ausgehalten, danach sind wir ganz volkstümlich 14 Stunden mit der sehr schwankenden Fähre auf die vorgelagerte Insel LIFOU geschippert.
Was uns dort erwartete, war wirklich wie ein Traum vom Paradies.
Eine fast völlig unberührte Natur, Stammesleben teilweise wie im Film (dazu gleich mehr) und wünderschöne, einsame Buchten und klares, türkisblaues Wasser. Ein FranzösischCrack bin ich
auch nicht, aber durchgekommen sind wir auch. Aber hören Sie erst mal DREHU – die Einheimischen-Sprache, sie besteht nur aus einer kleinen Anzahl von immer wiederkehrenden Lauten – je nach Zusammenhang bedeuten diese Formationen immer andere Dinge – nein, da probier ich doch lieber mein Schulfranzösisch.
Ja , jedenfalls um keinen ganzen Roman daraus zu schreiben – man könnte es in etwa so beschreiben:
Ein einfaches, absolut nicht luxuriöses Land mit freundlichen, teilweise strebsamen und teilweise faulen Menschen, wunderschöne Natur die für alles entschädigt und einer schwierigen politischen Lage:
Die Franzosen zahlen mehr oder weniger fürs Nichtstun der Insulaner, so eine Art Sozialunterstützung. Das tun sie deshalb, damit nicht wieder wie schon mehrere Male geschehen – blutige Aufstände das Land überziehen. Keine Sorge – die Menschen sind von Natur aus friedlebend, aber sie wehren sich wehement gegen die Zivilisation. Frankreich hat es bisher nicht geschafft die Insulaner (natürlich bis auf Ausnahmen) zu Anzugtragenden oder im Schweiße Ihres Angesichts Arbeitenden Menschen im Sinne der Steigerung des Bruttosozialproduktes zu bewegen.
Die Menschen glauben an Ihre traditionelle Lebensweise. Der Stammesälteste in der Dorfmitte hat das Sagen !
Wir haben über eine dort für 8 Jahre lebende Familie aus dem Elsaß (befristete Lehrerstelle) viel Kontakt mit Einheimischen bekommen können und natürlich gibt es dort wie hier Probleme mit Arbeitslosigkeit, Kriminalität oder Armut. Aber die meisten Einheimischen fühlen sich in Ihrer traditionellen Rolle im Leben von und mit der Natur am wohlsten.
So z.B. war Recycling in 1996 ein absolutes Fremdwort für die meisten Einheimischen – der neumodische Müll wie Plastikdosen etc.. kam ja auch erst mit der sog. Zivilisation aus Frankreich,
sie wissen eben nicht – wie sie mit diesen Dingen umgehen müssen.
Und Frankreich wird es wahrscheinlich auch nicht schaffen seine wirtschaftlichen Interessen dort durchzusetzen, jedenfalls nicht solange es dort noch Einheimische gibt.
Deshalb behalten sie es eben als Territorium in einer strategisch vielleicht einmal nützlichen Position aber von einem Klein-Frankreich sind diese Völker weit entfernt.
Nach der Insel Lifou haben wir dann (diesmal aber per kleinem Inlandsflieger) einen Trip an die Ostküste der Hauptinsel (worauf sich auch Noumea befindet) unternommen. Genauso schön und natürlich wie auf der vorgelagerten Insel. Ein kleines Hotel mit ich glaube es waren 12 Zimmer – und sogar einem Tennisplatz. Natürlich nicht zu vergleichen mit den luxuriösen Unterkünften mit Flutlichtplatz in Deutschland. Dafür schaute uns der Dorfhund bei unseren Matches zu und schlappte das Wasser, das eigentlich für uns bestimmt war.
Jetzt tun mir langsam die Finger weh vom vielen Schreiben. Ich komme zum Fazit (auch wenn das längst nicht alles umfassen kann, was einen dort erwartet):
Sie müssen einen langen, strapaziösen Flug auf sich nehmen – Sie müssen, wenn Sie ein guter Esser sind, viel Geld (alles etwa 3x so teuer !!) mitnehmen und dürfen noch nicht mal Luxus dafür erwarten, ein politisch nicht geordnetes und instabiles System erwartet Sie, Sie werden direkt konfrontiert werden mit den Problemen der Einheimischen (kulturell sicherlich ein Reiz, aber entlohnen tut Sie ein noch nicht mit Stahlbeton und Abgasen zugepflastertes Naturparadies mit wunderschönen Stränden und einfachen Menschen, wo ein Leben noch ein Leben ist und nicht eine Nummer in unendlichen Datenautobahnen. Hoffentlich bleibt dies noch lange so – um bei den Worten der Einheimischen zu bleiben : FUCK CHIRAC !

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Kommentare

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  • cathana 18.07.2007 13:22
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • mjk25 14.04.2004 10:34
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    sehr nett und schön beschrieben von dir.grüße aus dresden mario

  • Spaete 14.04.2004 00:39
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Kuschelwuschel 09.12.2002 13:41
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • PanchoEnterprises 16.11.2002 23:26
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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