Home > Reisen > Europa > Ungarn > weitere Städte in Ungarn > weitere Hotels in Ungarn > Mittelklassehotel weitere Hotels in Ungarn > Naturmed Hotel Carbona, Hévíz > Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht

für Naturmed Hotel Carbona, Hévíz
1 Stern Nix mit Kuscheln Bericht mit Bildern
79 von 79 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Nein

Pro hoteleigenes Thermalbad, zentrale Lage, großes Hotel mit Shops

Kontra Statt erholsamer Urlaub viel Ärger, Misstände, Unhöflichkeit, Ignoranz und Arroganz

Der Autor

pinkdawn Seit 26 Mai 2008

"Ciao? Das ist eine ziemlich üble Seite - ein Zeitdieb der bösesten Art." (Tam Hanna) Freue mich... mehr

101 Mitglieder vertrauen mir

Wenn man von einer Urlaubsreise in die Heimat und den Alltag zurückkommt, hat man nach ein, zwei Tagen das Gefühl, als ob man nie weggewesen wäre. Bestenfalls bleiben schöne Erinnerungen, kleine Souvenirs, die einem ein Lächeln entlocken, wenn man sie nach einiger Zeit plötzlich wieder entdeckt und einige gute Fotos von fremden Orten und lustigen Zeiten. Wenn man Pech hat, sind die Erinnerungen an die "schönsten Tage im Jahr" allerdings nicht so erfreulich… Wie es diesmal bei uns lief? Darüber macht ihr euch am besten selbst ein Bild.

Am 24.12. brachen wir in unseren - wohlverdienten - Weihnachtsurlaub auf. Wir wollten über Weihnachten und Silvester in ein gutes Thermalhotel fahren, um dort ein paar Tage lang zu relaxen und uns vom beruflichen und vorweihnachtlichen Stress zu erholen. Unsere Wahl war auf das Vierstern-superior-Hotel NaturMed Carbona in Bad Héviz, Ungarn, gefallen, das im Internet sehr gute Bewertungen hatte und mit seiner großen Wasserfläche an Pools in der Badelandschaft als bestes Hotel am Ort gilt.
Auf nach Ungarn!

Da wir kein Auto haben, nahmen wir "Bus Express" in Anspruch, einen ungarischen Taxi- und Busdienst, der uns direkt zu der von uns gewünschten Zeit von unserem Wohnhaus abgeholt hat und zum Hotel brachte. Pro Fahrt (einfach) bezahlten wir dafür 104 Euro für zwei Personen. Mit der Bahn wär's teurer gewesen und vor allem länger und umständlicher. Die Bahn hätte uns nämlich mit zweimal Umsteigen durch ganz Ungarn gekarrt und für die ca. 170 km von Wien nach Héviz hätten wir sagenhafte 6 Stunden (kein Tippfehler!) gebraucht.

Mit dem Taxi-Service, einem Pkw, schafften wir die Fahrt in knapp drei Stunden.

Gleich beim Einchecken gab's aber schon die ersten Probleme. Das Hotel hatte uns nur eine Aufenthaltsdauer bis 3.1. verbucht, obwohl wir im Internet bereits mit Kreditkarte bis zum 4.1. bezahlt hatten…! Zum Glück hatte mein Freund Tam sein Notebook mit und dort den Hotel-Voucher gespeichert, den uns der Reisevermittler gemailt hatte.

Bald scharten sich nicht weniger als 5 Leutchen um diesen Voucher - beratschlagten sich auf Ungarisch… Ich denke, sie hatten so ein Ding - also eine ganz normale Internetbuchung - in diesem Hotel noch nie gesehn. Die ganze Zeremonie ging so an die 20 Minuten lang und bis hinauf zu irgendeinem oberen Manager, der dann entschied: Ja, die Buchung hat schon ihre Richtigkeit - und wir sind tatsächlich bis 4.1. einquartiert…

Kopfschüttelnd, seufzend und gestresst konnten wir nun endlich unser Zimmer aufsuchen. Auf unseren Wunsch wurde uns unser relativ schweres Gepäck von einem Hotelbediensteten - natürlich gegen angemessenes Trinkgeld - nachgebracht.

Der erste Eindruck von unserem Zimmer

Der erste Eindruck von unserem Zimmer war schon eine leichte Enttäuschung. Da uns der Reisevermittler Hotedis bei der Buchung im Internet keine Möglichkeit gab, einen Kundenwunsch bezüglich des Zimmers zu äußern, hatten wir nehmen müssen, was kommt. Normalerweise ersuche ich um ein Hotelzimmer in einem höheren Stockwerk, das parkseitig liegt und ein Nichtraucherzimmer ist. Und meistens bekomme ich das dann auch.

Unser Zimmer lag im dritten Stock, straßenseitig und war ein Raucherzimmer… Das zeigte sich nicht zuletzt an den kleinen Brandflecken im Vorhang…

Aber ok - das alles sollte unsere Freude auf den Weihnachtsurlaub nicht trüben… Es gibt Ärgeres…

Das Zimmer war für ein Vierstern-superior-Hotel erstaunlich klein und eng. So eng, dass ich mich immer wieder an den Möbelstücken stieß und dann fluchend meine angeschlagenen Zehen rieb - hoffend, dass sie nicht gebrochen waren. Umso mehr hat es mich geärgert, dass im aktuellen Hotelprospekt, der überall aufliegt, ein junges Pärchen Sekt trinkend in einem auffallend großen Zimmer für das Hotel warb. Dass es sich hierbei offenbar um die teure Präsidentensuite handelte, wurde natürlich diskretest verschwiegen…

Auch die "Sanitärzelle" war "Minimundus": WC und Duschkabine in einem Winzigraum. Zum Glück sind der Tam und ich schlank - ein etwas "umfangreicherer" Hotelgast hätte Probleme mit seiner Säuberung gehabt.

Statt der ansonsten üblichen kleinen Proben von Shampoo, Duschgel, Seife und Körperlotion fanden sich nur zwei fix montierte Metallbehälter, die bei starkem Drücken ein paar Tropfen einer flüssigen Seife minderer Qualität ausspuckten. Zum Glück hatten wir unsere eigenen Produkte an Duschgel, Seife und Shampoo mit.

Was mich besonders störte, war ein sehr starker Küchen- bzw. Kochgeruch im Zimmer nach Gebratenem. Ich nehme an, dass dieser "Duft" durch die Klima- bzw. Heizanlage in unser Zimmer strömte. Jedenfalls war er sehr unangenehm. Zum Glück haben wir diese unbestellte "Beduftung" nur an diesem einzigen Tag bei uns im Zimmer gehabt.

Im Zimmer war es warm - die Temperatur ließ sich mittels Thermostat regeln, aber die Heizanlage, die sich von Zeit zu Zeit einschaltete, war leider relativ laut, was besonders nachts beim Schlafen störte.

Ein gutes Hotel erkennt man meiner Meinung nach an drei Dingen: genügend Kleiderhaken, mehrere Haken im Bad und täglichem Handtuchwechsel. Vergaß man im Carbona, die Handtücher auf den Boden zu werfen, wurden sie nicht gewechselt. Das ist uns leider anfangs passiert. Dabei braucht man gerade in einem Thermalhotel mehr Handtücher. Tam gab daher einem Stubenmädchen ein Trinkgeld und bat um zwei Extrahandtücher für unser Zimmer. Die Frau nickte freundlich lächelnd, bedankte sich fürs Trinkgeld - auf die Handtücher warten wir aber bis heute…
Die Weihnachtsfeier im Hotel

Die nächste Enttäuschung wartete bei der Weihnachtsfeier auf uns. Es wurde uns ein sehr schlechter, kleiner Tisch zugewiesen - sicher der schlechteste im ganzen Saal. Wir saßen direkt beim Eingang. Das heißt, es gingen dauernd Leute an uns vorbei. Auch jeder, der zum Buffet wollte, musste man an unserem Tisch vorbei… Das führte natürlich zu einem Geschiebe und Gestoße im Rücken… Wir fühlten uns daher dort gar nicht wohl. Trotz der Harfenklänge, die eine etwas mürrisch dreinblickende Harfenspielerin ihrem Instrument entlockte, die das Weihnachtsessen untermalten.

Dazu kam, dass das Buffet so chaotisch aufgebaut war, dass man sich schwer zurechtfand. Normalerweise finden sich Vorspeisen, Hauptspeisen und Desserts in eigenen Bereichen - nicht so hier. Da war alles verstreut und musste erst mühsam "zusammengesucht" werden.

Aber wenigstens waren die Speisen recht gut, auch der trockene Rotwein mundete. Neben der Harfenspielerin sorgte ein Christbaum für feierliche Weihnachtsstimmung. Die Tische waren festlich gedeckt mit Kerzen und weihnachtlichen Dekorationen.

Nix mit Kuscheln

Nachts kuschelt man sich besonders im Winter gern zusammen beim Schlafen. Unser Doppelbett bestand aber aus zwei zusammengeschobenen Einzelbetten (mit Federkernmatratzen), die die Tendenz hatten, ständig auseinanderzudriften. Also nix mit Kuscheln, und ich rede jetzt wirklich nur von Kuscheln und nicht von wilden Sexorgien (oh Gott, mit diesem Reizwort hab ich jetzt sicher wohl die Münchner ciao-Zensoren alarmiert. Sorry folks, ihr kommt hier leider nicht auf eure Rechnung… *ggg*) - einer verschwand dabei immer in der "Versenkung" und wir erinnerten uns dabei des Öfteren an den berühmten Londoner U-Bahn-Spruch: "Mind the gaps!"

Apropos Weihnachten: Es war diesmal das erste Mal, dass ich in einem Hotel kein kleines Präsent zu Weihnachten vom Hotel bekam. Und ich war schon oft über Weihnachten in Hotels. Selbst in schlechteren Hotels hat es stets eine kleine Aufmerksamkeit gegeben - etwa eine Duftkerze, ein Windlicht, eine Porzellanfigur, eine dekorative Duftmischung oder eine Türdekoration. Hier - nichts von allem.

Das Frühstück - oder wie ein Urlaubstag schon einmal schlecht beginnt

Frühstück gab's von 7 bis 10 Uhr. Als wir kurz nach 9 im Speisesaal erschienen, waren fast alle Plätze bereits besetzt. Vor dem Buffet kam es immer wieder zu tumultartigen Szenen, es bildeten sich Menschenschlangen. Oft dauerte es lang, bis Speisen, die ausgegangen waren, nachgebracht wurden. Ein Kellner, den wir baten, uns einen freien Tisch zu organisieren, riet uns, eben früher zum Frühstück zu kommen. Aber schließlich haben wir Urlaub und wollen in den Ferien nicht schon um 7 aufstehn müssen, um noch einen freien Platz beim Frühstück zu bekommen. Die Zustände beim Frühstück haben sich während des ganzen Aufenthalts nicht gebessert - eher noch verschlimmert. An einem Tag mussten wir sogar an einem Tisch am Gang vor dem Speisesaal, gegenüber der WCs frühstücken. Dort mussten alle Frühstücksgäste vorbeigehn und haben uns natürlich komisch angeschaut, weil wir hier an diesem "Katzentisch" aßen. Bis zum Buffet war es natürlich auch relativ weit von dort… Dabei waren wir an diesem Tag sogar relativ früh beim Frühstück gewesen…

Um der Menschenmassen Herr zu werden, hatte man längst auch zwei kleinere Extrazimmer geöffnet, in denen es jedoch eiskalt war. Trotzdem waren sie freilich im Nu voll besetzt.

Dass die Tischtücher nach kürzester Zeit schmutzig waren, versteht sich bei diesem Menschenandrang von selbst. Auch die Abfallbehälter auf den Tischen wurden nicht ausgeleert. Wir fanden es jedenfalls nicht angenehm, auf einem Tischtuch frühstücken zu müssen, wo die Vorgänger an diesem Tisch schon ihre Kaffee-, Ei-, Ketchup-, Fett-, Orangensaft- und Marmeladespuren hinterlassen hatten und uns übervolle Abfallbehälter "begrüßten".

Umso verärgerter waren wir auch darüber, dass es immer 2 Tische im Restaurant gab, die reserviert waren und mit blitzblankem Gedeck und blütenweißem Tischtuch auf ihre privilegierten Gäste warteten. Warum z. B. eine russische Familie dieses Privileg genoss - auch noch mit einer kleinen russischen Flagge auf dem stets fix für sie reservierten Tisch - begrüßt zu werden, haben wir nie in Erfahrung gebracht. Offenbar sind halt manche Hotelgäste "gleicher" oder besser als andere. Wenn man jedenfalls sein Frühstück im teuer bezahlten Weihnachtsurlaub nächst der Toilette am Gang "genießen" muss und andere einfach arrogant ihren "Stammtisch" haben, fühlt man sich wirklich als Gast zweiter oder dritter Ordnung und kränkt und ärgert sich sehr.

Unter den Hotelgästen waren zahlreiche Familien mit kleinen Kindern, die natürlich Stress verursachten - nicht nur durch Herumlaufen und Geschrei, sondern auch dadurch, dass z. B. sämtliche Marmelade- und Müsli- oder Cornflakeslöffel klebrig waren. Die Kinder langten nicht selten auch mit ihren Händen in die Speisen. Beim Juice-Automaten bildeten sich lange Menschenschlangen, weil die Kinder dort das Abzapfen der Fruchtsäfte lernten, was natürlich immer viel Zeit in Anspruch nahm.

Das Hotel führt einen so genannten "Zwerg'l Club", bietet also Kleinkinderbetreuung an. Damit positioniert es sich als Familien- und Kinderhotel, was klarerweise ständig für Unruhe und Lärm sorgt. Nur im Thermalbad und der Sauna war Kindern der Zutritt verboten. Wir sind leider nirgends darauf hingewiesen worden, dass sich in diesem Hotel so viele Kleinkinder befinden würden. Fairerweise sollte einem so etwas schon klar gemacht werden, finde ich.

Auch beim Frühstück regierte vielfach das Chaos. Die Marmeladebehälter waren nicht angeschrieben - es blieb also immer spannend, welche Sorte man da jetzt zufällig gerade erwischt hatte.

Die Anordnung der einzelnen Speisen war ebenfalls nicht optimal: 3 fix im Buffet verankerte Marmeladebehälter hintereinander erforderten schon fast affenartig lange Arme… was dazu führte, dass eigentlich immer nur die vordersten Marmeladen genommen wurden.

Ähnlich verhielt es sich bei den hartgekochten Eiern. Sie warteten in einem gleichfalls fix im Buffet montierten Warmhaltebehälter auf ihre Fans. Vor ihnen war der Behälter mit dem Rührei mit Speck platziert. Beim Versuch, sich eines der harten Eier zu angeln - im wahren Sinn des Wortes -, musste man unter einer Kunststoffabdeckung durchgreifen und über den Behälter mit dem Rührei balancieren, was natürlich auch nicht sehr hygienisch war… Außerdem musste man höllisch aufpassen, sich nicht am heißen Rand der Metallwarmhaltebehälter zu verbrennen. Mir ist das leider immer wieder passiert, weil beim Frühstück so ein Gedränge herrschte, dass man ständig geschubst und gestoßen wurde, egal, wo man stand.

Die Eier waren übrigens allesamt beschädigt, also die Schalen waren eingedrückt.

Die gläsernen Schüsseln für Müsli oder Joghurt waren ärgerlicherweise oft nicht sauber (siehe Foto). Das Gleiche galt für Gläser. Wir waren nicht die Einzigen, die das störte. Ein deutscher Urlaubsgast nickte verständnisvoll, als wir wieder einmal drei Schüsseln zur Seite legen mussten, bis wir eine saubere fanden: "Jaja, die haben hier im Carbona ein Problem mit der Geschirrreinigung…"

Als wir unseren Tisch für die Silvestergala beim Restaurantchef vorbestellten, brachten wir das Thema, dass sich immer wieder unsaubere Gläser und Schüsseln am Buffet fanden, zur Sprache. Der Restaurantchef sagte dazu: "Das kommt, weil wir hier sehr kalkhaltiges Wasser haben…" Tam raunte mir zu: "Das Calgon ist erfunden." Ich war schon öfter in Héviz, die auffallend vielen Schlieren auf Glas waren mir aber nirgendwo sonst so aufgefallen.

Dass wir Besteck vom Kellner austauschen lassen mussten, weil es wirklich stark fleckig oder sogar klebrig war, gehörte fast schon zur Routine hier. Gelegentlich fanden sich auch löchrige Tischtücher. Man erinnere sich: Wir befinden uns in einem - angeblichen - Vierstern-superior-Hotel…!
Stress pur - nach dem Frühstück sind wir geschafft…

Die Zustände beim Frühstück waren wirklich unbeschreiblich. Einmal hat ein Kind ein Stück Gebäck in einen Toaster gesteckt. Das viel zu große Gebäck ist natürlich steckengeblieben und bald war der ganze Saal mit einem beißenden Rauch- und Brandgeruch erfüllt.

Wir waren nach so einem Frühstück immer ganz geschafft. Das war Stress pur. So stellt man sich den Beginn eines Urlaubstages in einem fast Fünfsternhotel wirklich nicht vor…

Die Zusammensetzung des Frühstücksbuffets war an sich nicht schlecht. Oft gab es aber "Überbleibsel" vom Abendessen in Form von Kuchen oder Aufschnitt. Einmal vermisste ich weißes Gebäck bzw. Brot - sonst Standard bei jedem Frühstück. Ansonsten fand man das Übliche: Aufschnitt, Rührei mit Speck, Spiegelei, harte Eier, frisches Gemüse, Essiggemüse, Müsli, Cornflakes, kleine Mehlspeisen wie Mohnstrudel oder Croissants und Obst, das aber meist von einer schlechten Qualität, sprich unansehnlich, war. Es gab Zerealien, gebratene Würstchen, Joghurt, Kefir, Kompott, Kaffee, Tee, Käse, Wurst, manchmal sauren Hering und verschiedene Fruchtsäfte.

Apropos Recyceln: Der Küchenchef war offenbar Meister darin! Nicht selten fanden wir "gute alte Bekannte" vom Vortag in veränderter Form. So wurde etwa aus dem Linsengemüse des Abends am nächsten Tag Linsensuppe, aus dem Krautfleisch eine Krautsuppe usw. Besonders arg war es zu Silvester. Der kalte Aufschnitt - Rohschinken und Roastbeef - fand sich, nachdem er bereits stundenlang den ganzen Silvesterabend am Buffet offen herumstand, nicht nur beim Frühstück wieder, sondern auch beim nächsten Abendessen. Da war der Aufschnitt schon ziemlich ausgetrocknet und unansehnlich…

Angenehm war, dass die Stubenmädchen unser Zimmer fast immer machten, während wir beim Frühstück waren. Trinkgeld bewährt sich hier sehr! Überhaupt kann man damit in Ungarn sehr viel erreichen und sich Stress ersparen. Wir haben von anderen Gästen gehört, dass die Zimmer bei ihnen oft um 14 Uhr noch ungemacht waren. Dass es mit der Sauberkeit allerdings ohnehin nicht sehr ernst genommen wurde, ist eine andere Geschichte. Staub wurde so gut wie nie gewischt und tagelang begrüßten uns dieselben Korkstückchen und Fäden auf dem Spannteppich. Die Korkstückchen waren übrigens Relikte unseres Versuchs, eine Flasche Tokajer mit dem Korkenzieher der Minibar zu öffnen. Das war ein überaus schwieriges Unterfangen - mit dieser einfachen Art von Korkenzieher kommen vermutlich überhaupt nur gelernte Kellner zurecht.

Im "Erlebnisbad" wird's gefährlich

Nächste Enttäuschung: Das sogenannte "Erlebnis-Freibad", das auf den Fotos (eines davon, offenbar vom Hotel geschickt, ist oben bei diesem Bericht zu sehen, wie ich gerade bemerkt habe) - mit Palmen, Brückchen und azurblauem Pool - besonders attraktiv ausgesehn hatte, war über den Winter in eine düstere, fast lichtlose, kühle Zelthalle verfrachtet worden, vermutlich um Energie zu sparen. Es war ein ungemütlicher, dunkler Ort, ohne Dusche und Umkleidekabine. Das Wasser war zwar relativ warm, aber eine fünfköpfige Familie spielte dort buchstäblich den ganzen Tag Wasserball - die Bälle fetzten nur so über die Wasseroberfläche. Wer nicht ein blaues Auge oder eine gebrochene Nase riskieren wollte, musste sich fern halten. Der Familienvater sah nicht gerade vertrauenserweckend aus - ein "wilder Typ" mit langen Haaren wie ein Indianer… Mit so einem wollten wir uns lieber nicht anlegen. Wir fragten also den Badewärter, ob es nicht möglich sei, hier einzuschreiten, weil es ja nicht angehen könnte, dass eine einzige Familie den ganzen Outdoor-Pool für sich so rücksichtslos in Anspruch nehme… Der Badewärter belehrte uns, dass die Schwimmhalle zum Schwimmen da sei, der Outdoor-Pool zum Spielen. Er würde nur einschreiten, "wenn es gefährlich wird". Das ist natürlich ein relativer Begriff. Ich trage Kontaktlinsen. Wenn ich einen scharf geschossenen Ball aufs Aug krieg, kann das nicht nur fatale Folgen haben, sondern auch sehr teuer werden… Aber selbst als Tam den guten Mann darauf hinwies, dass es gerade für mich als Kontaktlinsenträgerin unzumutbar sei, sich dem scharfen Wasserballduell auszusetzen, reagierte dieser nicht.

Der Ausdruck "Erlebnisbad" bekommt hier eine ganz neue Bedeutung…

Wir wechselten also zur Schwimmhalle. Die war groß und vom modernen Design her sehr ansprechend. Sie sah aus wie ein riesiges Segelschiff. Einige Bahnen waren abgesteckt, wo Schwimmer ihre Runden ziehen konnten. Nur: Das Wasser war dort leider so kalt, dass wir hier nur ein einziges Mal schwimmen waren. Brrrrr…
Nackt ist obligat

Ein Aufwärmen in der Sauna oder im Tepidarium hätte sich nachher angeboten. Aber dort war - laut Aushang - nackte Haut obligat. Ich bin an sich nicht prüde. Aber ich muss gestehn, dass es mir unangenehm war, den älteren Herren, die diesen Bereich vor allem frequentierten, eine Peepshow zu bieten. Ich hab noch nie in einem Hotel erlebt, dass man/frau im Sauna- bzw. Tepidariumbereich zu FKK gezwungen wurde… Allerdings hab ich in anderen Hotels schon als Lösung für dieses Problem die Einführung bestimmter Sauna-Zeiten für Männer und solcher für Frauen gefunden.

Also suchten wir zum Aufwärmen lieber das kleine Wellnessbecken mit Düsenmassage und Thermalwasser neben der Schwimmhalle auf. So leer das kalte Schwimmbecken war, so vollgestopft war dieser wohltemperierte Relax-Pool. Daher musste man oft warten, bis der Düsen-Parcours frei wurde, auf dem starke Wasserstrahlen in verschiedenen Höhen die Muskeln massieren. Nach einem Tonsignal wird zur jeweils nächsten Düse weitergewechselt.
Das Thermalbad - Kitsch as Kitsch can…

Die eigentliche Thermalbadelandschaft war leider getrennt vom übrigen Bad, und zwar sogar über ein ganzes Stockwerk. Man musste daher umständlich aus- und wieder einchecken mit seiner Keycard, wenn man vom Schwimm- ins Thermalbad wollte - oder umgekehrt.

Im Thermalbad, wo einem im warmen Wasser rasch heiß wird, gab's leider kein Buffet, wo man sich einen kühlen Drink kaufen hätte können. Das haben wir oft bedauert.

Das Thermalbad war im römischen Stil eingerichtet, mit Mosaiken, kitschigen Statuen - Nachbildungen von antiken Schönheiten -, künstlichen Pflanzen und Nostalgiestraßenlampen im Stil von anno 1900. Es gab dort zwei Whirlpools, einen Umkleideraum für Frauen und einen für Männer und einige Duschen. Allerdings wies das Bad an mehreren Stellen Mängel auf - da und dort waren Mosaiksteinchen aus der Wand herausgebrochen und die Armaturen waren teilweise stark rostig bzw. korrodiert.

Das Hotel ist stolz darauf, über eine eigene Thermalquelle, die dem St. Christophorus geweiht ist, zu verfügen.

Neben dem Thermalbad fanden sich einige Pritschen, die aber so gut wie immer von Handtüchern besetzt waren - obwohl das Belegen dieser Liegen an sich verboten war.
Ähnliche Stilbrüche wie im Römerbad gab's übrigens im sogenannten Feng-Shui-Garten im Innenhof des Hotels, der auch auf dem Prospekt sehr idyllisch ausgesehen hatte, in realitas aber durch ein hässliches Bodenschach und kitschig verschnörkelte Schmiedeeisen-Laternen und Sitzgruppen völlig verschandelt war.

Das Abendessen - reichlich, aber eintönig

Das Abendessen fand von 17 bis 21 Uhr statt. Wir hatten Halbpension, die wir abends konsumierten. Das Essen wurde als Buffet offeriert. Die Speisenauswahl war groß - von kalten Vorspeisen in Form von Aufschnitt aller Art über Salate, Kindergerichte und vegetarische Menüs bis hin zu Geflügel, Fisch und verschiedenen Fleischsorten war alles vertreten. Manches wurde direkt am Buffet gegrillt - allerdings sehr eilig. Wir sahen, dass die Fleischstücke meist nicht richtig durchgegart waren und ließen lieber die Finger davon. Auch an Beilagen fand sich eine relativ große Vielfalt - Teigwaren, Kartoffeln, Knödeln, auch ausgefallenere Beilagengerichte. Täglich wurde eine warme Süßspeise angeboten - etwa Cognacnudeln oder Scheiterhaufen. Die Qualität der Mehlspeisen und Desserts überzeugt mich allerdings nicht. Als Nachspeise gab es täglich kleine Kuchenschnitten, die ich etwas einfallslos fand, und einen Obstsalat mit offensichtlich frischen exotischen Früchten wie Papayas, Ananas usw., der zwar nicht schlecht war, aber mit der Zeit doch ziemlich eintönig anmutete. Hin und wieder wurden auch Puddingcremes oder die Somlauer Nockerln gereicht, ein typisch ungarisches Gericht, das meiner Meinung nach zu Unrecht berühmt ist. Es besteht hauptsächlich aus einer geilen Sahnecreme und Bisquitteig.

Das frische Obst entsprach sicher nicht immer den strengen EU-Kriterien. Ich wunderte mich oft über fleckige oder sogar angestochene Äpfel und unansehnliche Birnen oder Orangen, die bei uns wohl kaum jemand gekauft hätte.

Dafür war die Qualität der Tischweine recht gut. Ich trank fast immer Cabernet Sauvignon und dazu Mineralwasser. Die Preise für die Getränke waren allerdings sehr hoch in diesem Hotel. Wir haben einige gute Czardas (Weinlokale bzw. Restaurants) besucht in der näheren Umgebung. Überall waren die Drinks wesentlich preisgünstiger.

Bezahlen konnte man im Hotel bar oder mit der Keycard und Unterschrift zur Gesamtverrechnung, die dann beim Auschecken beglichen wird.

==="La paloma, ohe…" & Co.

Die Abendunterhaltung war alles andere als "berühmt". Es gab zwar oft Livemusik im Ballsaal, zu der auch getanzt wurde. Doch die Art der Musik wendete sich mehr an ältere und/oder ländliche Hotelgäste. Die zwei Bars konnten mich ebenfalls nicht überzeugen. Sie wirkten ungemütlich, das Angebot war gering und überteuert, das Publikum nicht gerade das niveauvollste… Die eine Bar - mitten im Foyer - schloß allerspätestens um 22 Uhr, die andere hätte laut Hotelbeschreibung bis 24 Uhr offen haben sollen. Um 23 Uhr war aber bereits fast immer "tote Hose" in Hotel und Umgebung. Zum Glück konnten wir in unserem Zimmer wenigstens gratis aufs WLAN zugreifen. Daher mussten wir den Internetcorner mit seinen 2 PC-Plätzen auch nicht in Anspruch nehmen. Unser Notebook verwendeten wir übrigens illegal. Laut Hausordnung ist es nämlich ausnahmslos verboten, elektrische Geräte im Zimmer zu verwenden. Demnach dürfte man nicht einmal sein Handy oder den Akku seiner Kamera aufladen.

An Attraktionen bzw. Veranstaltungen gab's eine Vorsilvesterparty am 30.12., bei der aber fast nur Ungarn anwesend waren, die zu Abba-Songs einer Live-Band das Tanzbein schwangen. Eine äußerst mittelmäßige Sambatänzergruppe bot eine Stunde verspätet eine Tanzdarbietung an diesem Abend, bei der auch Leute aus dem Publikum zum Mittanzen animiert wurden. So etwas ist natürlich immer Geschmacksache. Manche mögen das. Ich persönlich kann diese aufgezwungene Animation überhaupt nicht leiden.

Außerdem gab's einige kleine Konzerte wie das von einigen Musica-antiqua-Instrumentalisten, das aber, wenn ich mich recht erinnere, um 16 Uhr am Nachmittag war, also zu einer so ungünstigen Zeit, dass wir es nicht besucht haben.

Einmal spielte eine Zimbal-Gruppe zum Abendessen auf, ein anderes Mal verwöhnte ein Flamencogitarrist die Gäste im Thermalbad zwei Stunden lang mit wirklich guten Improvisationen, die er seiner offenbar uralten Gitarre entlockte. Diese Performance hat mir eigentlich von allen am besten gefallen. Die Musik war wirklich bezaubernd und romantisch. Wenn man die Augen schloss, fühlte man sich ins mittelalterliche Spanien versetzt.

Positiv empfanden wir auch die "Nacht der Bäder" - an diesem Abend hatten das Thermalbad und das Schwimmbad bis 24 Uhr geöffnet. Das hätte es öfter geben sollen.

Die Hotelgäste - meist Deutsche, Österreicher, auffallend viele Russen und Ungarn - setzten sich wie gesagt aus jungen Familien mit kleinen Kindern zusammen und älteren Menschen, die hier Heilkuren machten. Die Altersgruppe zwischen etwa 35 und 60 war zumindest während unseres Aufenthalts kaum vertreten.

Das Therapieangebot reichte von Massagen über Packungen und alle möglichen Behandlungen. Ich hab nichts davon in Anspruch genommen, kann daher nicht über die Qualität dieser Leistungen urteilen. Es gab auch die Möglichkeit zu kosmetischen Behandlungen und Zahnbehandlungen. Auch darüber kann ich nichts berichten. Ansonsten gab's das übliche Angebot an Morgengymnastik, Aquagymnastik, Nordic Walking und Entspannungsübungen. Den Fitnessraum, der nur bis 14 Uhr geöffnet hatte, hab ich nirgends gefunden.

===Die Silvesterfeier im Hotel===

Am 31.12. konnten wir die Halbpension als Mittagessen einnehmen. Die Silvestergala musste ja separat bezahlt werden. Da alle Gäste Eintrittskarten für die Gala erwerben mussten, war das Restaurant zu Mittag natürlich überfüllt. Trotzdem fand ich das ok. Vor allem, weil das Hotel sogar extra darauf hinwies. Ich habe es nämlich auch schon erlebt, dass Silvesterfeiern - so teuer sie auch sein mögen - in anderen Hotels expressis verbis "im Rahmen der Halbpension" stattfinden.

Da wir bei der Weihnachtsfeier einen sehr schlechten Tisch hatten, kümmerten wir uns sicherheitshalber rechtzeitig darum, wenigstens zu Silvester einen besseren Tisch zu erhalten. Der Restaurantchef, der die Tische einteilte, wies uns auch wirklich einen sehr guten Tisch zu, von dem wir die Tanzfläche, die auftretenden Künstler und die Band aus nächster Nähe sehen und fotografieren konnten. Dass unsere Tischnachbarn, die uns an diesem 4-Personen-Tisch wegen der großen Anzahl von Gästen zugewiesen wurden, wenig sympathisch waren, dafür konnte er ja nichts. Zum Glück verschwand das mittelalterliche Wiener Ehepaar sehr bald aus dem Saal und der Abend wurde dann gleich viel fröhlicher für uns. Normalerweise wünschen wir uns bei solchen Gelegenheiten meistens ungarische Tischnachbarn (mit möglichst geringen Deutschkenntnissen), da mit deutschsprachigen höflichkeitshalber immer konversiert werden muss und wir eigentlich den dann unumgänglichen Smalltalk hassen.

Silvester wurde groß gefeiert. Aber für den enormen - und für alle Hotelgäste obligat zu entrichtenden - Eintrittspreis (Für das Weihnachtsessen und die Silvestergala wurden - obligat - zusammen ca. 350,- Euro pro Person verlangt, ein horrender Preis für ungarische Verhältnisse) hätte ich mir mehr erwartet als ein Buffet, das sich kaum vom sonstigen unterschied, eine durchschnittliche Live-Band, ein mittelmäßiges Operettenduo, dessen seichte, altmodischen Couplets (z. B. "Die Julischka, die Julischka aus Buda-Buda-pest", "Joj Maman Bruderherz, ich kauf mir die Welt" usw.) besser in ein Altersheim gepasst hätten und eine etwas amateurhaft wirkende Tanzgruppe und eine Tombola mit wenigen Preisen. Zum Feuerwerk nach Mitternacht mussten wir zum Schwesternhotel "Europa fit" hinüberpilgern. Die laut Programm angekündigte Lasershow fand nicht statt. Als wir uns an der Rezeption erkundigten, warum sie denn abgesagt wurde, hieß es, die Technik sei aufgrund der Kälte defekt - eine glatte Ausrede…

Zu Mitternacht spendierte das Hotel allen Gästen pünktlich ein Glas Sekt. Das fand ich ausnahmsweise einmal wirklich gut in diesem Hotel. Denn wer will nicht mit einem Schluck Sekt aufs neue Jahr anstoßen? Normalerweise ist dies DIE Gelegenheit für Gastronomen, kräftig abzucashen, da in guten Restaurants und Hotels Sekt - überhaupt zu Silvester - meist nur flaschenweise erhältlich ist. Wenn man aber zu zweit ist und schon den ganzen Abend lang Wein getrunken hat, erscheint eine ganze Flasche Sekt sicher zu viel des Guten.

Die Preise der Weine auf der Silvester-Getränkekarte kamen uns überhaupt erstaunlich moderat vor. Dafür war aber ja der Eintritt zu dieser Silvestergala mehr als "geschmalzen" - verglichen mit den eher bescheidenen Leistungen, die dort geboten wurden. Man denke nur an die Kurzperformances mittelmäßiger Interpreten, die dort auftraten - gehetzt, weil die Silvesterparty sowohl im Restaurant als auch im Ballsaal, also in getrennten Räumen, stattfand, um die vielen Leute unterzubringen, und die Künstler (si veniat verbo) wechselweise sozusagen auf zwei Hochzeiten tanzen mussten - und an diesem Abend sicher auch noch durch andere Hotels oder Restaurants tingelten… Außerdem gab es ja kein eigenes Feuerwerk, wie sonst in guten Hotels überall üblich und die groß angekündigte Lasershow im Innenhof des "Carbonas" war abgesagt worden.

Nach Mitternacht gab's noch ein Buffet mit Spanferkel, Linsen, heißen Würsten und Krautsuppe. Um 2 hörte die Band zu spielen auf - das Fest war zu Ende.
Das neue Jahr beginnt mit Ärger

Da mir aus früheren Hotelaufenthalten bekannt war, dass das Frühstück am 1. Jänner meistens verlängert wird, fragten wir am 31. an der Rezeption nach, ob es am nächsten Tag verlängerte Frühstückszeiten geben würde. Der Mitarbeiter rief eigens im Restaurant an und teilte uns dann mit, ja, das Frühstück könne bis um 12 Uhr mittags eingenommen werden. Wir freuten uns sehr, am Neujahrstag länger schlafen zu können. Doch als wir kurz nach 11 Uhr zum Frühstück erschienen, stellte sich heraus, dass kaum noch etwas vom Frühstücksbuffet vorhanden war und die Kellner gerade dabei waren, auch diese letzten Reste wegzuräumen. Ich hätte ganz gern zumindest eine Tasse Kaffee gehabt. Tam wandte sich deswegen an eine Kellnerin. Die erwiderte schroff: "Sie sehen ja, alle andern haben schon gegessen!" Tam bat nun den Oberkellner um Hilfe. Vergeblich. Dieser "nette" Herr fertigte uns ebenfalls kurz ab: "Ich bin hier der Saalchef. Wenn ich sage, es gibt nichts mehr, gibt's nichts mehr…" Unser Hinweis, dass wir von der Rezeption die Info bekommen hätten, es würde bis 12 Frühstück geben, quittierte er: "Nein, bis um 11."

Tam wandte sich nun an einen Manager, bei dem er sich über die falsche Auskunft und die Unfreundlichkeit des Restaurantpersonals beschwerte. Der Manager entschuldigte sich und bot an, uns am Zimmer ein Frühstück servieren zu lassen und fragte, was wir gern hätten. Tam wünschte sich Lachs, Spargel und Sekt. Ich hätte mich schon mit einer Tasse Kaffee und einem Croissant zufrieden gegeben. Wir gingen dann in ein nahes Café, wo es zumindest einen Milchkaffee gab - allerdings nichts zu essen, weil das Lokal gerade erst aufgesperrt hatte. Bei unserer Rückkehr warteten aber wirklich 2 Portionen Lachs, Spargel, Sahnemeerrettich-Sauce, ein Berg Toasts und eine Flasche -relativ teurer - Sekt im Zimmer auf uns. Diese freundliche Geste hat und wieder etwas mit dem Hotel versöhnt. Aber leider nicht für lang.
Ärger bis zuletzt

Ich hab bereits erwähnt, dass es beim Einchecken gewisse Probleme mit unserer Aufenthaltsdauer gab. An der Rezeption hatten sie unseren Aufenthalt irrtümlich anfangs aus unerklärlichen Gründen nur bis 3.1. verbucht - tatsächlich hatten wir aber (zum Glück nachweislich) bis zum 4.1. gebucht und es dauerte wie gesagt lange, bis unser Voucher, den wir glücklicherweise mit hatten, mit der korrekten Aufenthaltsdauer endlich akzeptiert wurde.

Unglücklicherweise hatten sie jedoch unsere sogenannte Pensionskarte, die man zu jedem Essen im Rahmen der Halbpension mitnehmen musste, nicht korrigiert. Daher gab's am 3.1. Schwierigkeiten, als wir zum Abendessen einchecken wollten. Die Mitarbeiterin, die wie ein Cerberus an der Türe akribisch alle kontrollierte und die Essenskarten für den jeweiligen Tag mit ihrer Unterschrift versah, fragte zuckersüß - man könnte auch sagen zynisch: "Wollen Sie verlängern?" Wir wiesen auf den Irrtum beim Einchecken hin. Daraufhin tat die Dame so, als würde sie "Gnade vor Recht" walten lassen und sagte, sie würde uns schon glauben und wir dürfen passieren… Dass man uns für Zechpreller hielt, denen man halt aus good will ein Abendessen schenkt, wollten wir nun aber schon gar nicht auf uns sitzen lassen. Tam ließ den Restaurantchef kommen, der meinte, die an der Rezeption müssten uns eine neue Essenskarte ausstellen. Wir begaben uns also an die Rezeption und baten um eine neue Essenskarte. "Ach so", sagte die Mitarbeiterin, nahm einen Kugelschreiber und ringelte einfach den nächsten (richtigen) Tag als Abreisetag ein. Wären wir wirklich Betrüger gewesen, hätten wir dies natürlich auch selbst tun können… Aber die Rezeptionistin war offenbar einfach zu faul, um uns eine neue, korrekte Essenskarte auszustellen.
Ein total missglücktes Abschiedsdinner

Das letzte Abendessen im Hotel, das besonders schön sein hätte sollen - wir planten sogar, unsere letzten Forinth in eine Flasche Sekt zu investieren -, war uns natürlich total verdorben und die Lust auf Sekt gründlich vergangen. Das ungute Gefühl, womöglich immer noch als Zechpreller angesehen zu werden, belastete uns. Außerdem hatte der Konflikt natürlich allgemeine Aufmerksamkeit erregt und wir waren den neugierigen, fragenden Blicken vieler Hotelgäste ausgesetzt, was ebenfalls alles andere als angenehm für uns war. Last not least hatte der ganze äußerst unangenehme Auftritt dazu geführt, dass wir 20 Minuten Zeit verloren hatten und daher das Buffet nicht mehr so reichlich gedeckt war wie zuvor. Die Vanilledessertcreme, auf die ich mich schon so gefreut hatte, war z. B. inzwischen verschwunden und wurde auch nicht mehr nachgebracht. Dass unsere Stimmung am Tiefpunkt war an diesem Abschiedsabend, muss ich, glaub ich, nicht erwähnen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war uns klar: nie wieder Hotel Carbona! So viel Ärger und Stress und Enttäuschungen habe ich noch nie irgendwo erlebt. Wir waren übrigens nicht die Einzigen, die zu dieser Erkenntnis kamen. Eine sichtlich wohlhabende Russin, mit der wir hin und wieder plauderten, teilte unsere Meinung total. "Carbona? Never again…", sagte sie und äußerte den Verdacht, dass die meisten Gäste nur ein einziges Mal und nie mehr wieder hierher kommen würden.
Nie wieder Carbona!

Die größte Schwachstelle ist meiner Meinung nach die Unzulänglichkeit des Rezeptionspersonals, das uns nur ein einziges Mal positiv auffiel, als wir unsere Keycard verlegt hatten und sofort kostenlos eine neue bekamen.

Insgesamt gewannen wir den Eindruck, dass das gesamte Personal im Allgemeinen zwar bemüht, aber meist total überfordert ist. Für ein Vierstern-superior-Hotel jedenfalls ein untragbarer Zustand! Ungarn ist schließlich bei der EU, das müsste ein gewisses Qualitätsmanagement voraussetzen - z. B. auch in Hinblick auf Lösungsorientiertheit und Schnelligkeit. Uns schien es jedenfalls oft, dass das Personal in diesem Hotel erstaunlich langsam arbeitete - etwa als es beim Einchecken mit unseren Voucher Schwierigkeiten gab und bis zu 5 Mitarbeiter an die 20 Minuten lang und breit beratschlagten, was zu tun sei… Dieser für Westeuropäer längst völlig ungewohnte Umgang mit Zeit- und Personalressourcen ist uns immer wieder aufgefallen. Stress scheint hier - zumindest für das Personal - noch ein Fremdwort zu sein. Dafür umso mehr für die Gäste…

Hast bemerkten wir nur im Schwimmbad, das normalerweise bis 21 Uhr offen hatte (Thermalbad leider nur bis 18 Uhr), wo man bereits ab 20 Uhr 30 durch laute Reinigungsmaschinen, Licht- Musik- und Massagedüsenabschalten sowie sichtlich ungeduldige Badewärter die Gäste mehr oder minder freundlich hinauskomplimentiert…

Dass sich ein besonders freundlicher Kellner einmal "zufällig" (?) um 200 Forint zu seinen Gunsten bei der Rechnung "irrte", mag woanders ähnlich auch passieren. Uns ist der kleine Rechenfehler aufgefallen - es war zwar kein hoher Betrag (260 Forint sind etwa 1 Euro), aber keiner lässt sich gern für dumm verkaufen und übervorteilen. Wir haben reklamiert, das Geld zurückerhalten, der Kellner hat sich entschuldigt. Wir haben auch gesagt, es ginge uns nicht ums Geld, wir hätten nur etwas dagegen, für blöd gehalten zu werden. Für mich war dieser Vorfall vor allem deshalb irgendwie schmerzlich, weil gerade dieser junge Kellner sehr sympathisch und bemüht gewirkt hat. Wir hatten einen guten Kontakt zu ihm - und dann das... Natürlich macht man sich dann seine Gedanken. Etwa: Kann es sein, dass einige Ungarn aufgrund alter historischer Gegebenheiten etwa immer noch Vorurteile gegen Österreicher und insbesondere Wiener haben?

Das Hotel scheint gut besucht zu sein. Selbst wenn die meisten Gäste tatsächlich nur ein einziges Mal kommen sollten, floriert der Betrieb offenbar und seitens des Hotels denkt man daher vermutlich, man kann sich ohnehin jede Menge Missstände, Nachlässigkeiten, Fehlinformationen, Ignoranz und Arroganz erlauben.

Ich kann in diesem Sinne das Hotel Carbona beim besten Willen nicht empfehlen. Auch wir werden sicher nicht mehr dorthin zurückkehren.
Wir überlegen uns sogar ernsthaft eine Regressforderung für die entgangene Urlaubsfreude aufgrund der vielen Ärgernisse, Mängel und Missstände.

(Einen weiteren interessanten Bericht über das Hotel NaturMed Carbona von Tam findet ihr übrigens bei tripadvisor.com unter dem - vielsagenden - Titel: "Hell hole - stay out at alll expense!" von "tamhan".)

Zuletzt noch einige Facts:

Wir haben für 11 Tage Halbpension mit Weihnachts- und Silvesterfeier 1650,- Euro bezahlt (für 2 Personen im Doppelzimmer).

Einige Eckdaten des Hotels laut Prospekt:
"Kur- und Wellnesshotel", 4 ha großer Park, 261 klimatisierte Zimmer (mit Balkon, Dusche/Bad, Fön, Direktwahltelefon, Sat-TV, Radiowecker, Minibar, Zimmersafe), Feng-Shui-Garten, bewachter Parkplatz, Nichtraucher-, Behinderten- und Allergikerzimmer, Erlebnisbad, Kinderbecken mit Rutsche, Thermalhallenbad (35-37° C), Whirlpool, Hallenbad (25x12,5 m), Wellnessbecken, Sauna, Dampfbad, Tepidarium, Ruheraum, diverse Gesundheits-, Wellness-, Sport- und Relaxangebote - einige davon kostenlos, 2 Bars (im Sommer auch noch Pool- und Terrassenbar)

© DMK 1/09

Bilder

für Naturmed Hotel Carbona, Hévíz
Hotel Carbona
Nicht gerade berauschend - der Blick von unserem Zimmer im 3. Stock auf ein Vordach und den Parkplatz...
von pinkdawn pinkdawn
Hotel Carbona

Bewerten Sie diesen Erfahrungsbericht

Wie hilfreich ist dieser Bericht für Sie? Leitfaden zum Bewerten

Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors

Anstatt dem Mitglied eine negative Bewertung zu geben, bitte daran denken:

  • Helfe diesem Mitglied durch nützliche Tipps

  • Melde einen Missbrauch wegen unerlaubter Kopie oder anderer Gründe an das Ciao Support Team.

Aktiviere die Funktion für negative Bewertungen

Kommentar schreiben

 Kommentar abgeben  Kommentar abgeben

JavaScript sollte aktiviert sein, um eine Bewertung oder einen Kommentar abgeben zu können.

Kommentare

Haben Sie eine Frage zu Naturmed Hotel Carbona, Hévíz? Frage stellen
Vorherige Seite Nächste Seite Seite 1 von 16 | 1 - 5 von 80 Kommentaren
  • jockel2001 01.07.2011 00:45
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • lafferlarry 24.05.2011 21:02
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Tut mir leid, dass Du da so einen Reinfall erlebt hast. In Rhodos wurden die Handtücher auch nicht gewechselt, wenn sie nicht am Boden lagen. Das gibt es öfter. Ich bin auch nicht prüde - habe für FKK (auch in der Sauna) aber keinen Sinn.Dass die Leute dazu gezwungen werden, habe ich aber von einer Hotelsauna noch nie gehört. Am extra ausgewiesenen "FKK" Strand ist das natürlich was anderes. Da gehe ich dann aber auch nicht hin! Ich würde das Hotel aber schon deshalb meiden, weil das Frühstück so ein "Krampf" ist. Denn für mich ist es die wichtigste Mahlzeit im Urlaub, weil ich mir meist das Mittagessen schenke. Zumindest in warmem Ländern kann ich nämlich mittags meistens nicht zu mir nehmen.Gruß laff

  • noname_6032 10.08.2009 22:38
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Tischtennis 17.06.2009 12:17
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Wieder toll ausführlicher Bericht! dazu nur 1 Frage + 1 Kritik: 1. a) Du schribest im Heviz-Bericht vom "Bäderexpress", hier vom "Bus Express". Verschreiber, oder hat sich der Name der Busfirma geändert, oder gibt es 2 (/mehrere)? b) Ob man die auch direkt vom Flughafen aus nehmen kann? c) Wieviele Stellen/Hotels die wohl in Heviz anfahren? (Falls Du noch Infos dazu hast, wär GäBu-Eintrag toll!) 2. a) Dein "gutes Hotel erkennt man..an..genügend Kleiderhaken, mehrere Haken im Bad und täglichem Handtuchwechsel" kann ja wohl nicht Dein Ernst sein, oder!? Da gibt es ja wohl noch einige weitere (wichtigere!) Kriterien! b) Vor allem Deine Einstellung zum Handtuchwechsel gefällt mir gar nicht - und vor allem nicht, es so wie selbstverständlich/allgemeingültig zu schreiben (und damit zu verbreiten). Täglich ist so unglaublich b1) unnötig (da nicht schmutzig), b2) verschwenderisch (Zeit+Geld) und b3) umweltunfreundlich, dass GENAU DAS NICHT-automatische tägliche Wechseln (sondern eben nur auf Wunsch) heutzutage zurecht als Qualitätsmerkmal gilt! Schade - Alle anderen Beschwerden kann ich nachvollziehen. Ciao! Marcus

  • Fifima 05.02.2009 18:28
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Schade, dass Ihr Euren Aufenthalt nicht uneingeschränkt geniessen konntet! Ich hätte Euch einen schöneren Start in 2009 gegönnt! LG Maike

Vorherige Seite Nächste Seite Seite 1 von 16 | 1 - 5 von 80 Kommentaren

Preise vergleichen

für Naturmed Hotel Carbona, Hévíz
  • AUSGEWÄHLTER PARTNER AUSGEWÄHLTER PARTNER
    Naturmed Hotel Carbona, Heviz

    Naturmed Hotel Carbona, Heviz

    Das 4-Sterne-Hotel NaturMed Hotel Carbona in Hévíz heißt Gäste das ganze Jahr über in mediterraner Atmosphäre und in der schönen Umgebung des...

    68,00 € *

     zum Shop  >

    Händler kann Preis erhöht haben

    Booking.com

    Booking.com Händlerbewertung

    61 Bewertungen

    Versandkosten: keine Angabe

    Verfügbarkeit: Preis für DZ pro Nacht / Angebot kann je nach Buchungsdatum abweichen

* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.