Nationalpark Morrocoy, Morrocoy

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Nationalpark de luxe - aber dzt einfach zu riskant...

2  04.12.2010 (24.04.2011)

Pro:
Traumhaft schöne Inseln

Kontra:
Sicherheitssituation in Venezuela, dank Chavez die höchste pro Kopf Mordrate der Welt

Empfehlenswert: Ja 

templerthomas

Über sich: Syrien - eine unendliche Tragödie? Nordkorea - noch ein Diktator der mordet

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Vorwort - aktuelle Lage in Venezuela, sehr bedenklich:

Venezuela ist eine Reise wert, keine Frage. Die aktuelle Sicherheitslage ist aber sehr bedenklich. Wenn ich einen Besuch des Nationalparks empfehle so möchte hier doch auch darauf hinweisen das ein Venezuela Besuch im Jahre 2010 (bald 2011) durchaus auch Risiken beinhaltet. Die Sicherheitslage in Venezuela ist katastrophal.

Dies liegt voll und ganz in der Schuld der Chaotenregierung unter Chavez. Im November vollendeten sie den Niedergang des Staates - der eigentlich ja alles hätte, schöne Landschaften, tatkräftige Menschen, Bodenschätze, Erdöl... - mit der Verstaatlichung von privaten Betrieben. 170 Betriebe wurden 2010 zwangsverstaatlicht und zwar ohne Entschädigung. Obwohl die Verfassung besagt das Enteignungen nur aus Gründen des öffentlichen Nutzens oder gesellschaftlichen Interesses und gegen Entschädigung erfolgen dürfen.

Während Chavez ETA Terroristen und FARC Terroristen in seinem Land duldet, ja sogar unterstützt verkommt die Sicherheit in dem Land. Venezuela gilt seit Chavez wieder als das gefährlichste Land Südamerikas und Caracas führt wieder die Spitzenposition an Morden.

Gemäß einer Studie des Nationalen Instituts für Statistik gab es im Jahr 2009 rund 75 Morde auf 100.000 Einwohner. Das sind mehr als doppelt soviel wie im "Bürgerkriegsland" Kolumbien. (Quelle - Instituto Nacional de Estadística)

Laut “El Nacional” wurden 2009 in Venezuela insgesamt 19.113 Morde verübt. Auf die Einwohnerzahl umgerechnet starben damit 75 von 100.000 Bewohner durch Gewalt. Dies ist die höchste pro Kopf Mordrate der Welt. Chavez kümmert sich null darum. Er nimmt die gewaltigen Probleme einfach nicht wahr und verschlimmert sie noch. Nach Berichten mehrerer NGOS entfallen alleine auf Caracas durchschnittlich 140 Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner. Caracas wird nur noch von der mexikanischen Stadt Juárez übertroffen, die ist aber nur darum no 1 weil es dort zu Massakern durch die Drogenmafia kommt.


Oftmals ermittelt die Polizei nicht einmal mehr bei Morden. Korruption ist so schlimm wie noch nie und Venezuela ist nach wie vor eine Mischung aus Dikatur und Demokratie.

Laut Amnesty International sind in Venezuela „Angriffe, Drangsalierungen und Einschüchterungen von Regierungskritikern, darunter Journalisten und Menschenrechtsverteidiger weit verbreitet.
Bilder von Nationalpark Morrocoy, Morrocoy
Nationalpark Morrocoy, Morrocoy Scannen0015 - Nationalpark Morrocoy, Morrocoy
Nationalpark Morrocoy, Morrocoy
(AI)

Insgesamt würde ich daher jedem Venezuela Interessierten derzeit raten abzuwarten. Es kann nichts passieren, man kann einen unbeschwerten Urlaub in Venezuela verbringen. Die Isla Margarita sehe ich da z.B. als sicherer an.
Wobei auch dort 2010 ein Italiener von 2 Polizisten auf seiner Jacht bei einem Raubüberfall erschossen wurde (!).

Am gefährlichsten ist sicher Caracas - wenn man nach Venezuela geht heißt es da nur noch schnell raus, am besten woanders hinfliegen.
Aber gerade auch ein Urlaub in eher abgelegenen Gegenden wie in Morrocoy birgt im Jahre 2010 nicht akzeptable Risiken in sich. Auch in Chichiriviche und Tucacas - den zwei Orten des Nationalparks - kam es zu Diebstählen, Raubüberfällen und sogar Morden an Touristen.

Dh rate ich derzeit ab.... obwohl ich damals keine Angst haben musste und Venezuela in toller Erinnerung habe (und auch sicher wieder besuche)....falls jemand den Bericht zu einem Zeitpunkt liest in dem sich die Sicherheit verbessert hat oder jemand findet, ich geh trotzdem hin (zu 90% wird ja nichts passieren..)

Generell ist der Nationalpark freilich ein wunderschöner Ort und Venezuela ein Reisetraum.

Der Nationalpark Morrocoy befindet sich im Nordwesten Venezuelas, im Bundeststaat Falcon, zwischen den Siedlungen Tucacas und Chichiriviche.
Der Nationalpark ist nicht nur der schönste von Falcon sondern für mich auch der schönste von ganz Venezuela. Und das heißt schon was da Venezuela sehr viele schöne Landschaften zu bieten hat.

Weniger schön ist Tucacas. Eine der zwei Siedlungen von denen aus man auf die Inseln des Nationalparks kann. Ich wurde in Tucacas ausgeraubt, zudem ist der Ort sehr dreckig, verfügt über nur mittelmässige bis sehr schlechte Restaurants und keine guten Hotels. Mir blieb er auch negativ in Erinnerung da ich dort meiner Geldtasche entledigt wurde.

Morrocoy erkundet man besser von Chichiriviche aus.
Touristisch war der Nationalpark bei meinem ersten Besuch 1995 kaum erschloßen. Chichiriviche galt zwar damals schon als erste Adresse für den Nationalpark, war aber ein sehr verschlafenes Nest.
Es gab zwar schon ein in Ordnung gehendes 3 Sterne Hotel (ohne Klimaanlage) aber dazu nur 2 Restaurants und einen Strandzubehör Shop im Ort. Wenn man auf eine Insel wollte musste man einen Fischer direkt fragen ob er einen auf eine Insel bringt - feste Preise gab es nicht.
Dies änderte sich bei meinen späteren Besuchen. Die Fischer waren allesamt zum Tourismus (vor allem aber innervenezolanischer Tourismus) übergegangen.
Die Preise waren fix und mehrere 4 Sterne Hotels, sogar ein Fünf Sterne Hotel hatten eröffnet. Wie die Zeit vergeht...
Ich war seitdem immer im 5-Sterne Hotel "Coral Siutes ", einwandfreie Sauberkeit, sehr freundliches Personal, ein toller Pool und diesmal eine funktionierende Klimaanlage ;-) überzeugten mich restlos.
Eine Liste mit den Hotels im Ort gibt es übrigens hier:
http://turismodeplaya.com/chichiriviche%20hotel.htm

Es gibt auch nach wie vor (Stand Dezember 2010, Auskunft eines ausgewanderten Freundes in Venezuela) ein sensationelles Meeresfrüchterestaurant (direkt am Strand, eigentlich das einzige am Strand).
Man erreicht Chichiriviche am besten mit einem Leihwagen ansonsten auch mit einem Bus von Valencia - einer Stadt die ich aufgrund ihres sensationellen Nachtlebens auch jedem empfehlen kann. Chichiriviche ist im Westen Venezuelas, zwischen Coro und Valencia. Ich fühlte mich eigentlich immer sicher in Chichiriviche. Derzeit kann dies aber anders sein. Venezuela ist nicht mehr als friedlich zu bezeichnen. Ich würde daher das Außenamt bzw. die Botschaft in Caracas für aktuelle Informationen zu Rate ziehen.
http://www.caracas.diplo.de/Vertretung/caracas/de/Startseite.html

Der Ort hat leider auch schlechte Seiten. Gut es gibt einige Hotels, aber schon bei der Anfahrt 2,3 Km vor dem Ort sieht man die hässliche Seite der Gegend.
Kleine Seen in denen überall Müll schwimmt - dazu wunderschöne Flamingos.
Der Ort selber - unattraktiv, hässliche Häuser, staubige Strassen - keinerlei Attraktionen.

Bei meinem ersten Ausflug nach Chichiriviche blieb mein Freund im Hotel und ich fuhr alleine auf eine Insel. Der Fischer ließ mich aussteigen und fuhr zurück... und ich war alleine auf der ganzen Insel. Weißer Sandstrand, kristallklares Wasser, Palmen, ein angenehmer Wind der mir die Temperaturen sehr angenehm machte... herrlich. Allerdings auch ein ungutes Bauchgefühl ob denn der Fischer wiederkommen würde. Das konnte einem natürlich nur in den 90er Jahren und nur außerhalb der venezolanischen Ferien passieren.
Selbst die Hauptinsel Isla Sombrero war damals relativ menschenleer.

Mittlerweile sind die Inseln sehr touristisch und ich empfehle unbedingt außerhalb der venezolanischen Ferien die Inseln zu bereisen. Obwohl dies natürlich auch seinen Reiz hat - Venezolaner im Urlaub sind noch kontaktfreudiger als sonst.
Die Venezolaner gehen gerne auf die erste Insel nach Chichiriviche, Cayo Pelón (Kahle Felseninsel) eine Mini-Insel. Weißer Sandstrand, umringt von Korallen, kein Service, eigentlich nichts weiter als ein Sandhaufen im Meer und dort legen sie sich zumeist ohne Sonnenschirm in die pralle Sonne. Ein Europäer würde sich den Sonnenbrand seines Lebens holen - aber auch so mancher Venezolaner bekommt eine Überdosis Sonne ab.
La piscina (das Schwimmbecken) bzw. Los Juanes hat keinen eigenen Strand - dennoch viele Boote mit Venezolanern die (viel, sehr viel) Bier trinken und feiern. Mehr was für Partytiger.
Ebenfalls sehr schön sind Boca Seca und Cayo Peraza (die Paradies-Insel, ist recht klein aber wunderschön)
Mein Tipp ist aber Mero - kaum besucht aber ebenfalls mit glasklarem Wasser, Palmen - allerdings ohne Service. Wer Robinson Crusoe spielen will sollte auf diese Insel gehen!

Die Hauptattraktion ist aber die Isla bzw. Cayo Sombrero.
Sie ist wie sich jeder Europäer die Karibik vorstellt.

Wie im Klischee - weißer Sandstrand, glasklares Wasser - davor ein Korallenriff in dem man perfekt schnorcheln kann (ich habe ca. 30 verschiedene Fischarten u.a. eine Muräne und Barrakudas sowie eine Schildkröte gesichtet) oder etwas weiter draußen tauchen kann, Palmen und - im Gegensatz zu den anderen Inseln- 2 Restaurants, umherlaufende Händler die leckeres Eis und Getränke anbieten sowie die Möglichkeit Sonnendächer und Liegen auszuleihen. Am Wochenende und in den Ferien tlw recht überlaufen ist die Insel außerhalb dieser Zeiten weiterhin recht spärlich besucht.
Cayo Sombrero hat 2 Strände. Einen Nachteil hat aber auch diese Trauminsel - es gibt Sandflöhe auf der Insel, von einer Übernachtung (zelten) wie sie vielen Rucksacktouristen aufgeschwatzt wird würde ich daher abraten. Von den Venezolanern die ich in Chichiriviche traf hat jeder gemeint das würden nur die Ausländer machen.
Ich bekam auch einmal eine Runde Sandflöhe - wurde die aber mit einem Sprung ins Wasser wieder los. Am Hauptstrand sind sie nicht vertreten.
Tipp: sich einer Gruppe anschließen die ein Boot nimmt - dadurch wird die Fahrt natürlich weitaus billiger.

Die Sicherheitslage in Venezuela gilt es 2010 natürlich genau im Auge zu behalten.
Eigentlich 5 Sterne für den Nationalpark aber eben ein großer Abzug für die Sicherheit made by Chavez.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
AnnaHaeberle

AnnaHaeberle

27.03.2011 06:45

Diese Bilder-traumhaft.

gudy2

gudy2

13.03.2011 01:57

Das klingt erschreckend. Schon vor 10 Jahren war Venezuela ein Land, in dem man sich, nach Einbruch der Dunkelheit, vorsichtig bewegen musste. Unter der momentanen Regierung scheint es wohl noch einen Zahn schärfer geworden zu sein. Eine echte Schande, denn Venezuela hat landschaftlich sehr viel zu bieten. Es gefällt mir, dass du mit offenen Augen reist:-) LG Gudrun

celles

celles

11.03.2011 18:50

ein 1A Reisebericht, in Vene war ich noch nicht :(

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