Mutter-Kind-Kuren

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Zur Kur in die Alpen

5  07.06.2006 (05.05.2007)

Pro:
Erholung und Regeneration

Kontra:
manchmal läuft es eben schief .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

Mariza

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:6

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 44 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es ist nun 2 Wochen her, als ich von der Mutter-Kind-Kur zurück bin. Und, solange die Erinnerungen noch frisch sind , möchte ich gern meine Erfahrungen niederschreiben und euch über meine Kuraufenthalt berichten.

Meine Kur fand in der Mutter/Vater-Kind-Einrichtung Königshof in Lechbruck am See in Bayern statt.
Sinn einer Kur ist, dass sich die Familien fern von allem Alltäglichem zu entspannen und Kraft zu tanken.
Deswegen habe ich eine Klinik gewählt, die fast auf dem anderen Ende Deutschlands liegt und keinerlei Vergleich zu unserem Heimatort Hamburg bietet: Oberallgäu.
~~~~~~~~~~~Anbindung ~~~~~~
Die Zugfahrt dorthin beträgt fast 7 Stunden, das nimmt man aber gern in Kauf, wenn man eine richtige Abwechslung und Idylle sucht. Von dem Bahnhof wird man mit einem klinikeigenem Minibus abgeholt und bei der Abreise hingebracht.

~~~~~~~~~Organisatorisches und Kosten~~~~~
Die Kur wurde mir von meiner BKK bewilligt und mein Sohn (3,5 Jahre) kam als Begleitung mit.
Eigenanteil beträgt 10 Euro pro Tag, Kinder sind von der Zuzahlung befreit, auch die Fahrt wird von der KK erstattet. Familien mit niedrigem Einkommen können auch von dem Eigenanteil befreit werden, das sollte man aber im voraus klären. Normalerweise bewilligt wird die nächste Kur nach 4 Jahren, in Härtefällen sogar nach 2 Jahren.

~~~~~~~~~~Indikation~~~~~~~~~~
In dieser Klinik behandelt psychovegetativen Funktionsstörungen, Stoffwechsel-, Atem und orthopädischen Erkrankungen.

~~~~~~~~~~~Einrichtung~~~~~~~~~~
Die Klinik wurde im Räumen früheres Hotels errichtet und hat bereits ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert.
Das ist ein 3-stockiges Gebäude, in dem Erdgeschoss sind das Arzt- und Schwesternzimmer, ein Gemeinschaftsraum und Speisesaal.
Im ersten und zweiten Stock befinden sich 53 Zimmer für Patienten.
Im dritten sind Gesprächszimmer der Psychologin, die Büroräume der Heimleitung, Bastelräume und Kindertreff.
Die physiotherapeutische Praxis, Bäderabteilung, Schwimmbad, Sauna/Solarium und Wäscheküche sind im Untergeschoss untergebracht.
Es gibt einen kleinen Innenhof, eine Terrasse und ein klinikeigener Spielplatz.

~~~~~~~~~~~~Zimmer~~~~~~~~~~~~~
Im unserem Zimmer waren ein Bett, Sessel mit einem kleinen Tisch und Sideboard, Sofa, Schänke und einen separaten Abteil mit einem Etagenbett für Kinder, WC mit der Dusche.
Auf dem Gang befindet sich noch eine kleine Teeküche.
Die Rezeption war von 9 bis 17 Uhr besetzt und am Wochenende bis 12 Uhr, die Spielsachen, z.
Bilder von Mutter-Kind-Kuren
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Kur_Bayern1
B. Eimer, Schaufeln, Ball, kann man sich da gegen Kaution ausleihen. Auch die Kinderbücher, Spiele und andere Lektüre. Das ist sehr praktisch, weil wir nicht viel mitnehmen konnten, da wir mit unserem Gepäck reisten. Und wir waren gerettet, als alle Bücher gelesen waren und der Ball des Nachbarnjungen plötzlich zum Problem wurde...

~~~~~~~~~~~~Die Umgebung~~~~~~~~
ist einfach wunderschön und bietet ideale Voraussetzungen für ausgedehnte Spaziergänge und Radtouren. Überall sind die Wiesen, Reh- und Pferdegehege. Der unzähligen Waldwege sind wunderbar auch für Joggen. Die Klinik liegt direkt am Oberen Lechsee, 5 Minuten zu Fuß. 20 Minuten dauert es zu Ortsmitte Lechbruck. Ca. 20 km entfernt liegt Füssen mit historischer Altstadt und guten Einkaufsmöglichkeiten.

~~~~~~~~~~~~~Therapie~~~~~~~
Je anch dem Therapieplan kann man folgende Anwendungen bekommen:
--Massagen mit Fango oder Heißluft.
--Kneipgüsse: HWS, LWS, Beine.
--Krankengymnastik.
--Rückenschule
--Raum-/Einzelinhalationen
-- Bäder Z. B. mit Molke, Heublümen, Eukalyptus, Rosmarin.
Weiterhin werden progressive Muskelentspannung und autogenes Training angeboten.
Auch wurden Gruppen- und Einzelgespräche zu verschiedenen Themen angeboten.
Jeden Morgen steht fast bei jedem in Therapieplan ein Terraintraining, das ist ein mäßiger Spaziergang 4-5 km/Std in freiem, ohne sonderliche Anstrengung, wunderbar bei Sonne und leichtem Wind.
Jeden Tag wird das Wassertretten in der Kneip-Becken empfohlen, tut übrigens sehr gut nach dem Jogging oder Walking.

~~~~~~~~~~~~Zusatzangebote~~~~~~~~~
Fast jeden Abend wird Sport angeboten: Joga, Fitness, Pilates.
Ich habe meine Anwendungen meistens bis spätestens 15 Uhr gehabt, und am Nachmittag konnte in die Sauna/Schwimmbad oder zu den zahlreichen Bastelangeboten mit oder auch ohne Kinder.
Das Abendprogramm war wirklich gut gestaltet und ich habe alle bekannte erfahrene Muttis befragt, die schon mal zur Kur waren und vergleichen konnten, und alle waren begeistert von Königshof besonders im Sinne Freizeitgestaltung.
Die Abendaktivitäten für Muttis waren ab 20 Uhr angeboten und das war meist kein Problem, wenn die kleine Kinder bereits schlafen. Für Sicherheit gibt es Babyphon-Anlage in jedem Zimmer, so dass die Schwester immer die Mutti aufsuchen kann, falls das Kind weint. Mein Kind war 3,5 und vom erreignisvollem Tag und dynamischem Ablauf der Klinik schlief sehr gut ein und durch.
Am Wochenende waren die Ausflüge zu sehenswerten Zielen angeboten: wir waren in Füssen und in einer Käserei mit Verköstigung, haben die Schlösser Neuschwanszein und Lindenhof und die legendäre Wieskirche besucht, mit dem Auto mit einer Kurkollegin waren wir auch privat auf dem Ponyhof und eine kurzen Trip nach Österreich gemacht.

~~~~~~~~~~~Verpflegung ~~~~~~~~
Das Essen in der Klinik ist sehr gut.
Es gab morgens Brötchen, Wurst, Käse, Honig, Marmelade, Müsli, Quark/Joghurt und frisches Obst. Dazu Kaffee, Tee, Milch oder Kakao.
Mittags gab es normale Kost, Reduktionkost oder vegetarische Kost. Einmal pro Woche nach Wunsch gibt es Reistag, da sollte man sich vorher anmelden. Außerdem gab es ein großes Salatbuffet. Und natürlich immer einen Nachtisch. Auch am Mittag war wieder die Ostschüssel vorhanden.
3 mal pro Woche gibt es für den Nachmittag frisch gebackenen Kuchen.
Abends gab es Salatbuffet, und dann verschiedene Brot-, Wurst- und Käsesorten. Und oft noch mal was warmes: z.B. Suppe, Nudeln, Würstchen u.s.w.
Uns hat das reichhaltige Angebot sehr gefallen.

Um den Lärmpegel gering zu halten, werden die Patienten zur Essenseinnahme in 2 Gruppen geteilt mit der 30 Min. Intervale, es war aber trotzdem ziemlich laut und unruhig.
Zu Frühstück und Abendbrot essen Familien zusammen am Tisch und holen ihr Essen selbst vom Buffet. Zu Mittag wurde das Essen immer am Tisch serviert. Die Kinder unter 3 Jahren waren auch beim Mittag mit dabei, alle anderen essen im Kindertreff. Das war etwas entspannter und ruhiger für alle.

~~~~~~~~~~~~~Kinderbetreuung~~~~~~~~~~
Die Kinder wurden in altersgerechte Gruppen eingeteilt: von 2 bis 12 Jahren.
Mein Sohn wurde im Kindertreff vom morgens 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr betreut, außer Wochenende.
Kindertreff war keine Pflicht, so man es sich aussuchen konnte, wenn man in die Zeit keine Anwendungen hatte, ob das Kind abzuholen oder nicht.
Mein Junge geht schon lange zur KiTa, aber im Kindertreff fand er das Hinlegen-und-Ausruhen nicht so toll, es galt nämlich für alle Kinder, deren Mamas von 12.30 bis 14 Uhr doch Anwendungen haben und die Kinder betreuen lassen. Aber ich holte ihn dann meistens ab und somit war Kindertreff kein Problem mehr. Anders aber für die kleinere Kinder oder diejenige, die keine KiTa-Erfahrung hatten.
Jeden Morgen Weinen, manchmal waren Kinder krank und Mütter beschwerten sich, dass die Kinder nicht zum Wassertretten gehen sollen, aber oft waren sie doch dabei...
Ein Mädchen, 2.5 könnte sie sich gar nicht von ihrer Mutter trennen und weinte tagsüber, dann hatte sie noch eine Mandelenntzündung bekommen. Mutter hat dann die Kur abgebrochen.
Also, es lief schon nicht alles glatt, womöglich auch aus Personalmangel, aber die Erzieher haben es schon sonst gut gemacht. Die waren mit den Kinden viel Wandern, Basteln und Rehfüttern.

~~~~~~~~~~~~~Unerwartetes~~~~~~~~~
Ab und zu mal mit jeder Anreisegruppe hatte man die Unglücklichen, die einen Magen-Darm-Virus erwischt haben. Das äußerte sich mit starkem Durchfall und Erbrechen und mindestens 4 Tage Karantene.Schnupfen und manchmal auch husten kriegte man auch oft.
Eine fremde Umgebung ist schlimm genug für ein Kleinkind, die eigene Mama noch auch kurz für die Anwendung aus der Auge zu verlieren führt zu Tränen, Klammern und macht nicht selten die geplante Erholung zu ihrem Gegenteil.
Man sollte auch alle gängige Medikamente lieber gleich von Zuhause aus mitnehmen, da die ärztliche Betreuung in der Kur nur bedingt möglich ist und kostet 10 Euro Praxisgebür.

~~~~~~~~~~~~~~Mutter und Kind~~~~~~~~~~~~~
Da, in der Kur entdeckte und erlebte ich mein Kind neu. Die Ganztagsbetreuung in der KiTa machten ihn zwar selbständiger, jedoch ziemlich fern von mir. Ich hatte unerwartete Probleme im Speisesaal, und sonst da, wo mein Kind in der Gesellschaft plötzlich versucht hatte mein Ausdauer und Geduld auf die Probe zu stellen, bis ich bei der Psychologin ein Rat und ein tolles Buch bekommen habe. Ich habe entdeckt, dass im Grunde alle Eltern die gleichen Fehler machen und ihre Kindern nicht selbst aus den Folgen lernen lassen. Das sollen keine drakonischen Strafen sein, sondern möglichst situationsbezogene Folgen plus Nichteinmischung und Nicht-Eigengenugtuung von der Elternseite. Das war für mich ziemlich nerventötend die guten Ansätze des Buches durchzusetzen, eine kolossale Arbeit an mir selbst, im Endeffekt aber eine einmalige Chance, die Beziehung zu meinem Kind anders aufzubauen. Denn man ja hat DIE Zeit dafür und ist sonst von allen anderen Alltagsverpflichtungen frei gestellt.

*****************************************

Ausgangspunkt für eine Kur ist es, wenn man völlig fertig ist.
Die Kur bietet die Möglichkeit zu Regeneration. Um alles wird gesorgt, man soll allerdings auf manches gefasst sein und einiges gelassen nehmen: wie z.B. Unruhe im Speiseraum oder Krankheiten und man wird reichlich belohnt mit etwas, was oft unbezahlbar ist: frischer Energie, Kraft aus der Natur, Selbsterkennung und innerem Gleichgewicht.
Nur, wie gesagt, ich würde es nicht raten, mit viel zu kleinen Kindern (jünger als 3) zu einer Kur zu fahren, dafür sind die Strapazen viel zu groß und Kurerfolg eher minimal.
Ich habe meine Aufenthalt in der Klinik sogar noch auf eine Woche verlängert (möglich unter Absprache mit der KK bis insgesamt 4 Wochen) und empfehle die Klinik jeder anderen Mutter und/oder Vater.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sunny161

sunny161

11.07.2006 15:45

Kenne auch zwei Leute aus meinem Bekanntenkreis, die so eine Kur bewilligt bekommen haben.. sie waren richtig zufrieden damit. Obwohl man auch die Ratschläge und so weiter auch nach der Kur befolgen muss, da die Wirkung ihre Zeit benötigt.. GLG

sunflower76

sunflower76

08.06.2006 16:12

Sehr guter Bericht, davon habe ich noch nie gehört, ausführlich und informativ, deshalb bh von mir! LG, Dani

jockel2001

jockel2001

07.06.2006 18:41

Hi Mariza! sehr hilfreich, Gruß Kaipie

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