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Ein Muss in Hamburg
Pro viele Exponate
Kontra ...
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
|---|---|
| Anbindung | |
| Öffnungszeiten | |
| Spaßfaktor |
Anmerkung: Das Museum für Hamburger Geschichte firmiert seit 2006 auch unter dem Alias Hamburgmuseum, welcher durchaus etwas moderner, werbewirksamer und nicht so verstaubt wie der ursprüngliche Namen klingt. Ich verwende daher in meiner Bewertung den kürzeren der beiden Namen des Museums.
Bei meinen längeren Aufenthalten in Städten besuche ich für gewöhnlich die größeren Museen der jeweiligen Stadt. Da ich wenn ich zu Besuch bei meiner Mutter bin, die seit einigen Jahren vor den Toren von Hamburg wohnt, eigentlich jedes Mal einen Tagesausflug in die Stadt unternehme, wobei ich mir immer wieder ein paar der Highlights, oder was die jeweiligen Betreiber als für ein solches mehr oder weniger gerechtfertigt vermarkten, anschaue, war das Hamburgmuseum quasi ein Muss.Das Hamburgmuseum ist im Übrigen das flächenmäßig größte Museum in Deutschland, welches die Geschichte einer einzelnen Stadt zum Thema hat. Das Gebäude in dem dieses Museums beheimatet ist, ist ein roter Backsteinbau, dessen Fassade mit einigen Bauteilen aus abgerissenen Bürgerhäusern geschmückt ist. Diese Form von Recycling von altem Baumaterial und das in Verbindung mit einem Museumsneubau ist an sich nicht schlecht, da das Museum von außen schon einen historischen Eindruck vermittelt, obwohl es erst 1922 fertig gestellt wurde. Die künstlerischen Bauelemente, die von der Handwerkskunst und Kultur früherer Jahre zeugen, sind so erhalten worden und bekamen mit ihrem Einbau wieder einen Zweck und einen repräsentativen neuen Standort. Auf der Gartenterrasse des Museums kann man auch einige sehr alte Statuen bewundern, die in die Fassade des Hauses integriert wurden.
Der Gebäudekomplex gliedert sich in zwei Gebäude, deren Innenhof seit 1989 mit einem Glasdach überdacht wurde. Die dadurch gewonnenen Räumlichkeiten werden für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Das Museum hat über 11000 Quadratmeter Fläche zu bieten und ein Besuch kann unter Umständen recht lange dauern, wenn man zu den Besuchern gehört, welche sich jedes Exponat anschauen und die dazugehörigen Texte durchlesen müssen. Die Räumlichkeiten im Inneren sind sehr groß und hell und überaus repräsentativ ausgefallen. Da es damals ein Museumsneubau war, konnten die Räume für einige besondere Exponate für diese extra geplant werden.Das Hamburgmuseum erreicht man am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln entweder mit der U-Bahn Linie U3 (Haltestelle St. Pauli) oder der Bus-Linie 112 (Haltestelle Hamburgmuseum). Sollte man wie ich mit der S-Bahn aus dem Umland nach Hamburg hineinfahren, steigt man an der Haltestelle Landungsbrücken aus. Dort steigt man in die U3 um und fährt eine Station weiter. Bei schönem Wetter kann man diese Strecke aber auch zu Fuß gehen, der Weg zum Museum führt durch einen Park und man kann etwas Natur genießen.
===Umgebung==Das Hamburgmuseum ist in unmittelbarer Nähe zur schön gestalteten Gartenanlage Planten un Blomen. Da ich bei meinem Besuch nicht die Öffnungszeiten wusste, war ich zu früh dort und bevor ich die Zeit sinnlos mit Warten vor dem Museumseingang verbrachte, nutzte ich die Zeit für einen Besuch. Es gibt in der Gartenanlage auch Möglichkeiten für Kinder dort zu spielen und zu toben. Die Zeit im Frühling und Sommer ist meiner Meinung die beste Zeit für einen Besuch, der Anlage, da wenn die Natur grünt und blüht Gärten an sich am schönsten sind. In der Nähe des Museums befinden sich auch einige Restaurants.
===Eintrittspreise===Erwachsene:
- 7,50 € für Einzelbesucher
Familienkarte:
- 12 € für 2 Erwachsene mit Kindern (unter 18 Jahren)
Ermäßigungen:
- 4,- € für Gruppenbesucher ab 15 Personen, Schwerbehinderte (Begleitperson frei),
Studenten und Auszubildende, Sozialhilfeempfänger und Erwerbslose
- 5,- € für Inhaber der HamburgCARD/Powerpass
- 6,50 € für Besucherinnen und Besucher der Modelleisenbahn "Miniatur-Wunderland"
Freitag
- 4,- € für einen Erwachsenen
- 6,- € für 2 Erwachsene mit Kindern (unter 18 Jahren)
Freier Eintritt:
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Mitglieder der Freundeskreise des Museums,
- Journalisten, Mitglieder von ICOM, VdR, VDK
50 % Ermäßigung beim Besuch der Ausstellungen im Museum der Arbeit und im Altonaer Museum
Eine andere sehr gute Möglichkeit als Besucher von Hamburg etwas von seinem Geld zu sparen, ist die HamburgCard, durch deren Erwerb schon einmal die Benutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel abgegolten ist und man zusätzlich einige Rabatte in vielen Museen und Ausstellungen bekommt. Wenn man den ganzen Tag unterwegs sein sollte, lohnt sich diese Ausgabe schon, da sich alleine durch die mehrmalige Benutzung von S- und U-Bahnen die Kosten für diese Karte schnell wieder rentieren. Die zusätzlichen Rabatte in den teilnehmenden Museen sind dann ein Bonbon obendrauf. Der Powerpass wiederum richtet sich nur an Jugendliche und die Angebote dieser Karte sind entsprechend auf ihre Interessen ausgerichtet.
Das Erdgeschoß behandelt zum einen die Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert. So wird die Entwicklung der Stadt während des zweiten Weltkrieges anschaulich dargestellt. Die Zeit danach mit dem Hungerwinter, dem Flüchtlingselend und dem grassierenden Schwarzmarkthandel wird mit vielen interessanten Exponaten bezeugt. Ausführlich wird die Zeit der Gründung des Bundeslandes Hamburg und der darauf folgenden Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders mit aussagekräftigen Exponaten den Besuchern nahegelegt. Der Zeitstrahl der Ausstellung endet mit der Ankunft in die heutige Zeit.
Zum anderen präsentiert das Museum im Erdgeschoss die Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt. So stellt man im Museum die Kleidungsstücke aus den Jahren 1750 bis 1920 aus. Das Hamburgische Mäzenatentum wird am Beispiel der Familie Lorenz-Meyer aufgezeigt und in Hamburg wirkende Musiker und ihre Instrumente präsentiert. Mit dem Thema Theater und Wissenschaften in Hamburg beschließt man den Rundgang im Erdgeschoss. Im Erdgeschoss findet man ansonsten die wechselnden Sonderausstellungen, den Museumsshop und ein Cafe.Die erste Etage des Museums behandelt die Geschichte der Stadt von der Gründung der ersten Siedlung bis in die heutige Zeit. Für mich war dieser Abschnitt des Rundganges am interessantesten, weswegen ich auf diesen Abschnitt des Rundganges detaillierter eingehen werde.
- Glanzstücke aus Hamburgs Geschichte- Hamburg im Mittelalter
Man bekommt unter anderem die Entwicklung Hamburgs vom sächsischen Dorf zum befestigten Missions- und Handelsstützpunkt anhand vieler Modelle gezeigt. Die Geschichte der kirchlichen Entwicklung in Hamburg wird durch viele sakrale Fundstücke repräsentiert. Da ich auch aus einer Hansestadt stamme, war die Darstellung von Hamburg als eine der damaligen Hansestädte und damaligen mittelalterlicher Lastenschiffe, die Hansekoggen, ausführlich behandelt.
-Hamburg in der Frühen Neuzeit
Der Teil der Ausstellung befasst sich mit dem Handel und Gewerbe in der Stadt. So gibt es ein Modell einer an der Alster beheimateten Gewerbemühle zu sehen. Desweiten bekommt man einen Überblick über die Wohnbedingungen der Leute in dieser Zeit und viele Exponate, die den Bauschmuck der Häuser zeigen.
-Stadtbild und Verfassung im 17. Jahrhundert
Das Museum präsentiert dort ein großes Modell des Stadtbildes von Hamburg des Jahres 1644, sowie viele Informationen über die Kirchenbauten und Verfassungsauseinandersetzungen, mit der sich die Bewohner der Stadt damals befassen mussten.
-Hamburg im 21.Jh
Da sich Hamburg als moderner Standort präsentieren und entwickeln möchte bekommt man die Zukunft der Stadt in einem Model der Hafencity zu sehen.
Die zweite Etage bietet ein sehr breit gemischtes Angebot an Themen, so gibt es eine Ausstellung über Puppenhäuser und Hamburger Silber zu sehen. Detailliert wird auch das Leben und Wirken der Juden in Hamburg seit der Ankunft in der Stadt im Mittelalter bis in die dreißiger Jahre gezeigt. Einige barocke Wohnräume vermitteln den Besuchern Eindrücke über Leben der reichen Kaufleute während dieser Zeit.
Eine große und sehr ausführliche Präsentation über die verschiedenen Schiffstypen steht für die Entwicklung des Hamburger Hafens. Die Modelle sind sehr detailgetreu gebaut worden und auch recht groß und daher ansehnlich geraten. Ich persönlich fand diesen Teil der Ausstellung an sich zwar interessant, die Entwicklung der modernen Schiffstypen als Hamburger Geschichte auszustellen, ist für mich aber sehr weit geholt, weshalb ich an der Stelle meinen Rundgang beendet habe. Die Modelbahnausstellung mit der Darstellung des Schienenverkehrs zwischen Harburg und dem Hauptbahnhof habe ich mir auch nicht angesehen, da diese nur zu bestimmten Zeiten mit Zügen befahren wird.Das Hamburgmuseum bietet wie jedes große Museum einen Museumsshop. Die in diesem Laden angebotenen Artikel befassen sich zum Großteil mit der Geschichte von Hamburg und der Schifffahrt im Allgemeinen. Hauptsächlich sind Bücher im Angebot, dazu kommen Ansichtskarten und der übliche Nippes.
Das Hamburgmuseum bietet seinen Besuchern ein breitgefächertes Angebot an Themen zur Geschichte Hamburgs. Es gibt viele wertvolle und interessante Exponate zu sehen und man braucht schon eine ganze Weile bis man den Rundgang durch das Museum geschafft hat. Besonders an den Tagen mit nicht so sonnigem Wetter, also quasi denen an den die Hamburger Cabriofahrer mit geschlossenem Verdeck durch die Stadt fahren, ist das Museum als Ausflugsziel geeignet.
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