Münchner Verkehrsverbund, MVV

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Das Chaos beim MVV

3  28.05.2001

Pro:
es gibt keine Alternative

Kontra:
oft zu spät und überlastet

Empfehlenswert: Nein 

Wildthing

Über sich:

Mitglied seit:25.07.2000

Erfahrungsberichte:43

Vertrauende:9

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Seit 5 Monaten wohnen ich und meine Frau nun im Einzugsgebiet München und wir müssen regelmäßig zum Arbeiten nach München fahren. Wir haben nur ein Auto und ehrlich gesagt ist es auch nicht erhebend zum Berufsverkehr durch München mit dem Auto zu fahren. Meine Frau ist im Schichtdienst und kann dadurch ab und zu das Auto benutzen, ich armes Wesen bin auf den MVV-München angewiesen und da ist frau manchmal ganz schön verlassen.

Besonders schlimm ist meiner Meinung nach das S-Bahn Netz. Wenn ich richtig gezählt habe gibt es 8 S-Bahnlinien, die meist von Orten im Einzugsgebiet München in die Innenstadt fahren. Leider ist es so, daß die S-Bahnen im 20 min Rhytmus verkehren, was bei den Menschenmengen, die sie täglich befördern meiner Meinung nach nicht ausreicht. Immer zum Berufverkehr sind die S-Bahnen so gerammelt voll, daß man manchmal Mühe hat überhaupt noch reinzukommen. Aber dem nicht genug, auf manchen Strecken setzt man dann nicht mal die Vollzüge ein, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Wenn es schon, aus welchen Gründen auch immer, nicht möglich ist die S-Bahn zum Berufsverkehr öfter fahren zu lassen, könnte man wenigstens die volle Anzahl an Wagen einsetzen. Es ist nicht auf allen Strecken so, aber auf der S 4 nach Geltendorf schon oft genug.

Ein besonders schönes Erlebnis möchte ich als Beispiel schildern. Vor etwa 2 Wochen war ich wieder auf dem Weg zur Arbeit und wartete auf die S-Bahn, die aber nicht kam. Also Warten auf die nächste Bahn. Vom Zugführer der nächsten Bahn wurde uns mitgeteilt, daß eine Störung mit Personenschaden irgendwo vorliege. Leider hatte diese S-Bahn jetzt nur 3 Wagen(Kurzzug), anstatt dann wenigstens einen Vollzug als Ersatz zu schicken. Natürlich passte ich da nicht rein und mußte auf die Nächste warten. Also kam ich insgesamt eine Stunde zu spät zur Arbeit. Diese Ausfälle von S-Bahnen passieren anscheindend öfters, mir ist es zumindest schon 2 mal passiert.
Am gleichen Tag, auf dem Weg nach Hause, fällt tatsächlich wieder die S-Bahn aus, diesmal wegen einem Signalfehler. Die anderen Bahnen fuhren zwar fleißig weiter an mir vorbei, nur auf die S 4 mußte ich 45 min warten. Macht dann 1h 45 min Verlust an einem Tag.

Auch mit der Pünktlichkeit ist es nicht weither. Mindestens einmal in der Woche kann man sich auf 5 bis 10 Minuten Verspätung einstellen. Wenn man nicht auf Anschlußbahnen angewiesen ist, mag das ja nicht so schlimm sein. Aber meine Frau z.B. muß immer sehr früh zur Arbeit (5:30) und da fahren natürlich noch nicht so viele Bahnen. Sie nimmt wirklich die allererste Bahn am Morgen und muß am Bahnhof in die Tram umsteigen und hat 5 min Zeit dazu. An Sonntagen fährt die nächste Tram dann erst 20 min später. Wenn die S-Bahn 5 min verspätet ist, kommt sie 20 min zu spät und der Nachtdienst, der abgelöst werden will ist stinksauer.

Das alles wäre ja noch zu ertragen, wenn man nicht noch Summen an Geld dafür hinlegen müßte. Eine Einzelkarte für eine Zone (Innenraum) kostet 3,80 DM.
Wir wohnen im Außenraum und müßten 2 Tarifzonen bezahlen, macht 7,60 DM. Natürlich gibt es diverse Ermäßigungen. Bei der Streifenkarte kommt man bei der Einzelfahrt schon auf 3,20 DM( für uns 6,40 DM). Und dann gibt es die Wochen und Monatskarten. Dort sind die Tarifzonen nach Ringen eingeteilt. Je weiter man draußen wohnt, um so teurer wird es. 1 bis 2 Ringe kosten 16,50 DM pro Woche. Es gibt 16 Ringe und Ring 1 bis 16 würde dann 68 DM pro Woche ausmachen. Im Monat Ring 1 bis 2 63 DM, Ring 1 bis 16 260 DM. Als Beispiel. Jemand der in Freising wohnt und nach München zur Arbeit fahren muß (etwa 30 bis 40 Km) bezahlt bei einer Monatskarte 203 DM. Ok, es ist immer noch preiswerter als regelmäßig mit dem Auto zu fahren.
Zum Glück wohnen wir noch relativ dicht an München dran und müssen pro Woche 27,50 DM oder pro Monat 105 DM bezahlen. Das klingt ja wieder etwas versöhnlicher. Trotzdem halte ich den Preis für die Leistung, die der MVV erbringt nicht angemessen. Meine Frau hat das S-Bahn fahren fast aufgegeben, weil sie es sich nicht leisten kann im Schichtdienst zu spät zu kommen. Und ich bin genervt, von den Menschenmassen, die sich überall herumdrängeln müssen, weil der MVV nicht genügend Wagen zur Verfügung stellt und nicht in der Lage ist auf Störungen schnell zu reagieren.

Ich hoffe einfach mal, daß ich es mit der Zeit lerne, es zu ertragen.
Noch als kleine Anmekung. Wir haben das Glück, auf einer Linie zufahren, wo neue Wagen zum Einsatz kommen. Der MVV ist gerade dabei, die alten etwa 30 Jahre alten Wagen durch Neue zu ersetzen. Die Neuen haben eine Klimaanlage, so daß es im Sommer hoffentlich erträglich wird S-Bahn zu fahren. Ich stelle mir vor, wie schön es sein muß in einem überfüllten Zug ohne Klimaanlage zu stehen. Oh diese Düfte. Diese durfte ich heute übrigens gleich einmal einatmen, weil die Klimaanlage leider ausgefallen ist. Schöne Aussichten würde ich sagen.

Wer sich genauer über das Verkehrsnetz und die Tarifstruktur informieren möchte, dem kann ich nur die Internetseite des MVV http://www.mvv-muenchen.de empfehlen. Diese ist wirklich gelungen. Dort kann man sich alle Netze ansehen und ausdrucken. Man erhält alle Infos zu den Tarifen und es gibt eine sehr gute elektronische Fahrplanauskunft.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Christoph_aus_bayern

Christoph_aus_bayern

10.02.2002 16:59

...die S-Bahn ist in den Händen der DB, nicht vom MVV.

andreasloy

andreasloy

28.11.2001 12:36

für das Chaos ist nicht nur der MVV verantwortlich... - die DB schon auch

newsboard

newsboard

07.11.2001 20:27

was kann man dagegen tun?

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  1. Christoph_aus_bayern

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