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O'gschaut is!

5  18.04.2011

Pro:
Sehr schöne Altstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, Parks, Ausgehmöglichkeiten, Veranstaltungen

Kontra:
Sehr hohes Preisniveau

Empfehlenswert: Ja 

Schlucke

Über sich: für einige Tage außer Betrieb.

Mitglied seit:10.05.2007

Erfahrungsberichte:388

Vertrauende:34

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 48 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet

Saggramend!

Wer meinen letzten Bericht gelesen hat, der weiß, dass ich das letzte Wochenende in München verbracht habe. Nicht zum ersten Mal; im Gegenteil: Erst Anfang März habe ich bereits einige Tage in der Hauptstadt Bayerns zugebracht. Es ist zwar beileibe noch nicht so, dass ich hier mit Lederhose herumlaufe, täglich Brezn oder Hendln vertilge oder den eingangs erwähnten Fluch im alltäglichen Sprachgebrauch benutze, doch die Stadt ist mir in den letzten Jahren immer mehr ans Herz gewachsen. Was läge angesichts dieser Tatsache also näher, als einen Erfahrungsbericht aus Sicht eines Touris zu schreiben?

Allgemeines


Keine Sorge: Ich langweile euch jetzt nicht mit zusammenkopierten Wikipedia-Artikeln und mute euch auch keine langen Zahlenkolonnen zu.
Was man vielleicht wissen sollte, ist, dass München mit gut 1,3 Millionen Einwohnern hinter Berlin und Hamburg den dritten Platz der einwohnerreichsten Städte Deutschlands einnimmt.

Durch die Nähe zu den Alpen herrscht in München ein Klima, das insgesamt relativ feucht ist. In keiner anderen deutschen Großstadt fällt so viel Schnee; darüber hinaus bewirken auch die Föhnwinde eine relative Einzigartigkeit im Klima: Wann immer diese Winde von den Alpen durch München wehen, herrscht eine wunderbare Weitsicht.

Ankommen & rumkommen


München besitzt ein hervorragend ausgebautes Verkehrssystem. Über den Franz Josef Strauß-Flughafen erreicht man die Stadt aus der ganzen Welt. Innereuropäisch fahren viele Fernzüge den (wenig hübschen) Münchner Hauptbahnhof an. Weitere Fernzughalte sind München-Pasing und der Ostbahnhof.

Zahlreiche Autobahnen enden in München oder führen nahe an der Stadt vorbei, so dass man auch mit dem Auto schnell und bequem die bayrische Metropole erreichen kann. In der Innenstadt selbst herrscht selbstredend viel Verkehr, zudem kann man nirgendwo kostenlos parken, sofern man nicht einen Parkplatz bei der Unterkunft besitzt. Da die Politessen gerne Falschparker aufschreiben, kann es also durchaus passieren, dass ein weniger schönes Zettelchen an der Windschutzscheibe klebt - das war bei uns einmal der Fall, obwohl wir die zulässige Höchstparkdauer nur um ca. 30 Minuten überschritten hatten.

Da man aber auch aus Umweltgründen sowieso auf das Auto verzichten sollte, wann immer das möglich ist, bieten sich die zahlreichen Verkehrsmittel der MVG an. Im Stadtkern bringen sechs U-Bahnlinien, mehr als zehn Tramlinien und Dutzende von Buslinien die Bürger und Besucher von A nach B. Zudem existieren einige S-Bahnstrecken, die im (Innen-)Stadtgebiet alle auf der sogenannten Stammstrecke gebündelt sind. Die Taktung aller Verkehrsmittel ist eine Weltstadt angemessen; tagsüber muss man nur äußerst selten längere Wartezeiten einplanen, die U-Bahnen fahren in der Regel im 10-Minuten-Takt. Für die Nachtschwärmer existieren zahlreiche Nachtbuslinien, dank derer Hilfe man auch unabhängig von Taxis bis nach Betriebsschluss der U-Bahnen unterwegs sein kann. Das stellt sich auch schnell als Vorteil heraus, da das Taxifahren in München schnell ein größeres Loch ins Reisebudget reißt.

Ihr seht: In München kommt man recht komfortabel von einem Ort der Stadt zum anderen. Und das kostet gar nicht mal so viel Geld. Da ich in der Regel immer ein Wochenende in der Stadt verbringe, nutze ich die Drei-Tages-Karte; diese gilt für alle Verkehrsmittel im Stadtbereich und kostet 13,30 €.

Sehen & erleben


Natürlich ist die folgende Auflistung weit davon entfernt, vollständig zu sein. Bisher kenne ich auch fast nur die touristisch geprägten Ziele und hatte noch kaum Gelegenheit, Geheimtipps und weniger von Touristen überlaufene Lokalitäten kennen zu lernen.

Marienplatz
Keine Stadtführung durch München ist vollständig ohne einen Halt am Marienplatz, dem Herzen der Stadt. Besonders bei gutem Wetter wird der weitläufige Platz von riesigen Menschenmassen bevölkert, so dass man sich eigentlich kaum wohlfühlt. Immerhin wird hier ständig etwas geboten. Seien es spontane Kundgebungen, musikalische Darbietungen oder Festivitäten jeglicher Art. Auf dem Marienplatz tobt stets das Leben.

Natürlich ist der Platz vor allem deshalb beliebt, weil es hier beeindruckende Architektur zu sehen gibt. Touristenmagnet und Fotomotiv Nr. 1 am Marienplatz ist ganz sicher der beeindruckende, wunderschöne Bau des Neuen Rathauses, in dem die münchner Stadtverwaltung arbeitet. Auch der FC Bayern feiert auf dem Balkon gerne seine Meisterschaften und Titel....wobei man auf dieses Ereignis noch mindestens 13 Monate warten muss, hehe.
Das Rathaus wurde im neugotischen Stil erbaut; es fasziniert allein schon durch seine unzähligen Schnörkel und Verzierungen, wobei die auf der Rückseite des Gebäudes kaum mehr zu sehen sind. Im Rathausturm, der mit gut 80 Metern Höhe die umliegenden Gebäude überragt, befindet sich eines der größten Glockenspiele Europas.

Im Osten wird der Marienplatz vom Alten Rathaus abgeschlossen, das im Gegensatz zu seinem "neuen" Kollegen fast schon unscheinbar wirkt. Wer sich bei den entsprechenden Seiten umschaut, erfährt viele wissenswerte Informationen zur bewegten Geschichte des Baus.


Frauenkirche
Ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie so wirklich verstanden habe, warum ausgerechnet dieses Kirchengebäude in der ganzen Welt eine so große Berühmtheit erlangen konnte. Unweit des Marienplatzes befindet sich dieser protzige Kirchenbau, der sich mit seiner Backsteinfassade relativ deutlich von vielen anderen Gebäuden der Stadt und anderen bekannten Kirchenbauten abhebt. Charakteristisch sind die zwei Türme mit ihren zwiebelförmigen Dächern.

Mag sein, dass vielen Menschen dieser Anblick gut gefällt, mir persönlich sagt das Gebäude kaum zu, ich finde es eher unspektakulär und bin der Meinung, dass es deutlich schönere Kirchen im Altstadtgebiet gibt. Aber gut. Ihre inneren Werte können mich übrigens mehr überzeugen. Zwar bin ich kein bisschen gläubig und kann daher wenig mit all den dargestellten biblischen und religiösen Personen und Ereignissen anfangen, doch die Kunstfertigkeit beeindruckt auch mich. Im Innenraum der Kirche gibt es viel zu entdecken, der Eintritt ist - was keine Selbstverständlichkeit ist - frei.


Kaufingerstraße
Bummeln und einkaufen gehören beim Besuch einer fremden Großstadt doch irgendwie immer dazu, oder? Wer das in München tun will, sollte sich zunächst die Kaufingerstraße vornehmen. Diese beginnt am Marienplatz und führt dann in Richtung Karlsplatz als Fußgängerzone an zahlreichen Geschäften vorbei. Natürlich gehören die meisten dieser Geschäfte zu den großen Ketten, doch das tut der Freude am Einkaufen keinen Abbruch. Wenn ihr mich dort treffen wollt, so solltet ihr im s.oliver-Laden bzw. der Saturn-Filiale nachschauen ;-)

Abgesehen von all dem Trubel und all den Geschäften bietet die Straße zahlreiche schöne Altstadthäuser, so dass man auch in einer sehr hübschen Gegend sein Geld ausgibt.


Karlsplatz
Mit dem Karlsplatz endet die Fußgängerzone. Dieser halbkreisförmig angelegte Platz wird von sehr hübschen Altbauten umrahmt; in der Mitte des Platzes befindet sich ein großer Brunnen. Da auch hier immer sehr reges und hektisches Treiben herrscht, macht es irgendwie gar nicht so viel Spaß, hier zu verweilen. Überquert man am Karlsplatz
Bilder von München
  • München Frauenkirche vom Alten Peter aus
  • München Neues Rathaus vom Alten Peter aus
  • München Wiesn
  • München Allianz Arena
München Frauenkirche vom Alten Peter aus
Frauenkirche vom Alten Peter aus
(oder dem "Stachus", wie er umgangssprachlich genannt wird ... wobei ich keine Ahnung habe, worauf sich das bezieht. Vielleicht kann mir da jemand helfen ... wobei: die meisten lesen das eh nicht, daher erwarte ich mal nicht zu viel Hilfe.) die Hauptverkehrsstraße, so steht man direkt vor dem eindrucksvollen Prachtbau des Justizpalastes.

Seit kurzem kann man sogar unter dem Karlsplatz einkaufen. In die modern und trotz der unterirdischen Lage sehr hell wirkende Stachus-Passage sind zahlreiche Geschäfte eingezogen; außerdem kann man so problemlos und ohne Wartezeiten an den Ampeln die Straße unterqueren.


Odeonsplatz
Steht man vor dem Neuen Rathaus und geht links daran vorbei, dann gelangt man zu einem der schönsten Plätze Münchens - meiner Meinung nach. "Oooooh" und "Aaaaaah" mag man da sagen, wenn man diesen Platz zum ersten Mal betritt. An der Stirnseite befindet sich die Feldherrnhalle, ein Gebäude mit drei riesigen Säulenbögen. Es handelt sich hierbei um eine Loggia nach italienischem Vorbild, in der verschiedene Statuen und Denkmäler stehen. Zwei große Steinlöwen nach Art des Trafalgar Squares in London zieren die Vorderfront des eindrucksvollen Gebäudes. Steht man vor der Feldherrnhalle und schaut nach rechts, dann erblickt man ein Kirchengebäude, das meiner Meinung nach die Frauenkirche locker in die Tasche bzw. den Klingelbeutel steckt: Die Theatinerkirche sticht mit ihrer gelben Fassade deutlich hervor. Ein prächtiger Bau mit unzähligen Verzierungen, der nach Art des italienischen Spätbarock gestaltet wurde.

Direkt gegenüber beginnt der weitläufige Komplex der Residenz, in der einst die bayerischen Könige und Herzöge ... nun ja, eben residierten. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die Residenz in ihrer ganzen Größe noch gar nicht kenne. Glaubt man den Ausführungen der Reiseführer, so besteht die Residenz aus verschiedenen Gebäuden mit insgesamt zehn Höfen; ein guter Teil der Residenz wird heute als Museum genutzt bzw. es wird den Gästen die Möglichkeit gegeben, in die Zeit der Könige und Herzöge einzutauchen.

An die Residenz grenzt der Hofgarten an - ein Ort der Stille ... kaum zu glauben, dass man sich nur wenige Minuten Fußweg vom Marienplatz entfernt befindet. Zahlreiche Bänke laden zum Verweilen ein.


St. Peter
Ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Marienplatzes befindet sich eine weitere Sensation, yeah: Der St. Peter, im allgemeinen Sprachgebrauch nur "Alter Peter" genannt. Eine Kirche, die letztlich von außen gar nicht so spektakulär daherkommt, dafür aber den schönsten Blick über München bietet.

Gegen einen geringen Beitrag (ich glaube 1,50 €, kann mich da aber auch täuschen) kann man nämlich den Kirchturm erklimmen (im wahrsten Wortsinn). Da die Kirchenbauer damals leider den Fahrstuhl vergessen haben, führen nur zahllose Treppenstufen zur Aussichtsplattform, die sich knapp 60 Meter über dem Boden befindet. Der Aufgang ist sehr mühselig, da die Treppen sehr eng sind und viele Menschen den Auf- und Abstieg wagen, doch wenn man die ebenfalls sehr enge Plattform erreicht hat, wird man mit einer wunderschönen Aussicht belohnt, die bei geeigneten Wetter- und Sichtverhältnissen Dutzende Kilometer weit reicht.


Viktualienmarkt
Gut schlemmen kann man praktisch in ganz München. Nur wenige Plätze allerdings versprühen dabei einen solchen Charme wie der Viktualienmarkt, der sich nur wenige Gehminuten vom Marienplatz und praktisch direkt neben dem Alten Peter befindet.
Beim Viktualienmarkt handelt es sich um einen praktisch täglich stattfindenden Lebensmittelmarkt, wo man allerhand frische Leckereien bekommen kann. Das Angebot fächert sich in verschiedene Speisen auf, vor allem aber Liebhaber von frischem Obst und Gemüse sowie frischem Fleisch kommen auf ihre Kosten.
Natürlich darf ein großer Biergarten nicht fehlen - wenn das Wetter stimmt, dann wird dieser auch immer sehr rege besucht.


Maximilianstraße
Als ich zum ersten Mal die Maximilianstraße entlanggelaufen bin, war ich wirklich schon ein wenig neidisch ob ihrer großen Pracht. Auf beiden Seiten reiht sich ein sehenswerter Bau an den nächsten; die Straße beginnt an der Residenz und führt dann in Richtung Isar. Diese wird über die Maximilianbrücke überquert und dann endet die Straße vor dem Maximilaneum, dem Bayerischen Landtag, der majestätisch auf einer Insel thront. Ebenfalls sehenswert sind das Maxmonument, ein riesiges Denkmal sowie das Völkerkundemuseum.

Neben all den schönen Gebäuden hat die Straße aber vor allem deshalb eine gewisse Gerühmtheit erlangt, weil sich hier zahlreiche Edeldesigner niedergelassen haben. Sündhaft teure, größtenteils absolut nichtfunktionale und vor allem potthässliche Mode gibt es in den Schaufenstern der Läden zu "bestaunen"; da die Kund(inn)en dieser Läden zu einem großen Teil des gut betucht sind, verwundert es nicht, wenn zu beiden Seiten der Straße sehr teure Fahrzeuge stehen. Vielleicht hat man sogar das Glück, eine Berühmtheit zu sehen.


Friedensengel
Eine weitere beeindruckende Statue, die sich am Rande der Isar befindet und über die Prinzregentenstraße zu erreichen ist. Am Fuß der knapp 40 Meter hohen Statue befindet sich eine über Treppen erreichbare Aussichtsplattform. Von hier kann man den Blick schweifen lassen.
Insgesamt ein Bauwerk, das man bei einer Tour durch München mal gesehen haben sollte.


Deutsches Museum
Wer sich für Technik interessiert, sollte bei einem Besuch in München auf jeden Fall eine Karte für das Deutsche Museum lösen. Dieses befindet sich in einem riesigen Bau auf der Museumsinsel inmitten der Isar.
Laut Aussagen der Betreiber hat sich das Museum auf die Fahnen geschrieben, sowohl für Experten als auch für Laien technische und naturwissenschaftliche Vorgänger näherzubringen. Ob das gelingt, kann ich leider nicht beurteilen, da ich selbst noch nie im Museum war. Bisher hatte ich in München immer so viel Glück mit dem Wetter, dass ich meine begrenzte Zeit lieber unter freiem Himmel verbracht habe. Irgendwann aber werde ich das Museum auch besuchen, das habe ich mir fest vorgenommen. Schschwör!


Hofbräuhaus
Fragt man einmal Touristen auf der Welt, was sie mit München verbinden, dann wird ein nicht unbedeutender Prozentsatz sicherlich das Hofbräuhaus erwähnen. Kein Wunder, schließlich gilt es weltweit als Symbol für Einrichtungen dieser Art.
Das HBH in München befindet sich in der Altstadt am Platzl und ist leicht per pedes vom Stadtzentrum zu erreichen. Doch warum eigentlich will man da unbedingt hin?
Ein einziges Mal war ich da, nur um mir danach zu sagen, dass ich kein Bedürfnis danach verspüre, mir das noch einmal anzutun. Im Kern ist das HBH eine völlig überfüllte, viel zu laute und vor allem extrem teure Touristenhochburg.
Bequemlich- und Gemütlichkeit sehen wahrlich anders aus. Natürlich schmecken die Speisen und Getränke gut, doch wer ein bisschen die Augen offenhält oder sich vorher im Internet umschaut, findet in München viel schönere, ruhigere und angenehmere Biergärten und Brauhäuser.


Allianz Arena
"Geh doch zurück in deine Arrogaaanz-Arena!!"
Dieser nette Satz, gehört während des Confed-Cup-Spiels zwischen Deutschland und Australien in Frankfurt 2005 in Richtung Oli Kahn, geistert mir immer wieder im Kopf herum, wenn ich die Allianz Arena sehe. Für mich als Fußballfan stand es natürlich außer Frage, sofort bei meinem ersten Besuch in München den relativ weiten Weg von der Innenstadt bis nach Fröttmanning in Angriff zu nehmen, um die Allianz Arena zumindest einmal aus der Nähe gesehen zu haben.

Selbst drin war ich zwar noch nicht, aber allein schon der Anblick des äußerst auffälligen Stadionbaus beeindruckt durchaus. Nicht umsonst hat das Bauwerk relativ schnell den Spitznamen "Schlauchboot" erhalten, lässt sich die Ähnlichkeit mit einem ebensolchen doch kaum von der Hand weisen.
Besonders eindrucksvoll ist es übrigens, wenn das Stadion in der Dunkelheit in verschiedenen Farben erstrahlt.


Noch viele andere Dinge
München bietet weit mehr Sehenswürdigkeiten, als diese kurze Liste erahnen lässt. Die verschiedenen Tore wie das Isartor oder das Sendlinger Tor habe ich ebenso ausgespart wie viele Kirchen, das Schloss Nymphenburg oder den Königsplatz...es gibt extrem viel zu entdecken und die Schönheit der Stadt mit all ihren alten Gebäuden erschlägt mich jedes Mal wieder.

Es hat übrigens lange gedauert, bis ich herausgefunden habe, dass viele der Altbauten in München nicht original sind. Zwar wurden sie den ursprünglichen Gebäuden nachempfunden, doch im 2. Weltkrieg wurden ca. 90% (!) aller Gebäude in der Altstadt von Luftangriffen schwer beschädigt oder zerstört. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Großstädten jedoch wurde die Altstadt möglichst weitgehend rekonstruiert, was sich natürlich sehr positiv auf das Stadtbild auswirkt.

Erholung


Wer an Erholung in München denkt, wird sicherlich sofort an die Biergärten denken. Natürlich gehören die auch dazu, doch noch wichtiger finde ich die vielen schönen und gepflegten Grünanlagen. An erster Stelle ist hier selbstredend der

Englische Garten
zu nennen. Der gehört zu den größten Parkanlagen der Welt und meiner bescheidenen Meinung nach auch zu den schönsten. Auf Grund seiner schieren Größe dauert es einige Zeit, bis man ihn in Gänze durchquert hat. Der Park wird in der Mitte vom Isarring geteilt und gliedert sich somit in einen Nord- und einen Südteil. Die wohl bekanntesten Flecken des Parks befinden sich ausnahmslos im Südteil. An erster Stelle wäre hier wohl der Chinesische Turm zu nennen, ein gut 20 Meter hoher Holzturm, der nach dem Vorbild von Pagoden in London und Peking errichtet wurde.
Um den Turm herum befindet sich einer der größten Biergärten Münchens, der mit gesalzenen Preisen aufwartet. Im Sommer kann man zur Mittagszeit hier vor allem am Wochenende nur schwer einen Platz finden.

Schöner ist es aber sowieso, wenn man sich auf einer der weitläufigen Grünflächen niederlässt und erholt. Besonders gut gefällt mir das in der Nähe des Menopteros, einem kleinen Rundtempel, der auf einer kleinen Anhöhe über den Rasenflächen thront. Auch hier tummeln sich bei entsprechenden Witterungsverhältnissen unzählige Menschen, was das Ganze aber auch sehr interessant macht, da man immer wieder Gruppen trifft, die ungewöhnliche Sportarten ausüben oder musizieren.

Ebenfalls erwähnt werden sollte der Eisbach. Wer dem Gewässer folgt, trifft an der Prinzregentenbrücke in der Nähe des Hauses der Kunst auf Vertreter einer Sportart, die man wohl im Herzen von München kaum erwarten würde: auf einer künstlichen Stromschnelle lassen sich dort nämlich zahlreiche Surfer dabei beobachten, wie sie immer wieder versuchen, sich auf ihrem Board durch das tosende Wasser zu bewegen. Interessant und, wie ich finde, wirklich sehenswert.


Olympiapark
Auch im Olympiapark im Oberwiesenfeld lässt es sich herrlich verweilen. Das Areal mit dem Olympiasee und -berg ist aber vor allem auch aus architektonischer Hinsicht sehr interessant, schließlich befinden sich hier zahlreiche Sportstätten, die bei den Olympischen Sommerspielen 1972 Austragungsort waren. An erster Stelle ist hier natürlich das Olmpiastadion zu nennen, in dem der FC Bayern München bis ins Jahr 2005 hinein seine Heimspiele ausgetragen hat. Heute wird das Stadion nur noch für kulturelle Zwecke oder für Führungen genutzt. Besonders auffällig am Stadion ist seine zeltähnliche Dachkonstruktion, die man im Rahmen einer Führung auch kletternd begehen kann.

Neben dem Stadion sollte man auch der Olympiahalle mehr als nur einen Blick würdigen. Im Zentrum des Areals befindet sich der Olympiaturm, der auch als Fernsehturm dient und mit knapp 300 Metern Höhe alle anderen Gebäude der Stadt überragt. Natürlich befinden sich im Inneren des Turms Aussichtsplattformen, die man gegen einen geringen Betrag betreten kann. Von dort oben hat man - wie schon vom Alten Peter - eine wunderschöne Aussicht über München und vor allem bis zu den Alpen.


Tollwood
Wer mich kennt, der weiß, dass ich auf alternative Musik stehe und auch sonst nicht immer das gut finde, was alle anderen präferieren. Daher finde ich das Tollwood-Festival auch so reizvoll. Hierbei handelt es sich um ein relativ alternativ anmutendes Fest, das halbjährlich stattfindet. Die Winterausgabe wird auf der Theresienwiese, die Sommerausgabe im Olympiapark ausgetragen. Ich habe bisher nur das Tollwood im Sommer kennengelernt und fand es dem Namen entsprechend sehr toll :-)
Neben zahlreichen Konzerten von unbekannten Künstlern und weiteren kulturellen und künstlerischen Darbietungen gibt es auch einen Markt mit allerlei Krimskrams, bei dem man ausgiebig stöbern kann, sowie eine Festivalgastronomie, bei der immer darauf geachtet wird, dass die angebotenen Waren der "Bio"-Verordnung entsprechen. Überhaupt gibt es viele Leckereien, die man so nicht überall bekommt; viele ausländische Speisen, unter anderem aus afrikanischen Ländern, werden auf dem Tollwood angeboten und sorgen so für ein unkonventionelles Gaumenvergnügen.


Isar
Der eigentlich relativ schmale Fluss, der sich durch München schlängelt, bietet zu beiden Uferseiten oftmals sehr schöne Grünanlagen, an denen man verweilen und die Seele baumeln lassen kann. Spaziergänge an der Isar lohnen sich auf alle Fälle!
In den letzten Jahren hat sich die Stadt sehr viel Mühe gegeben, die Isar zu renaturieren. Natürlichere Flussläufe, mehr Hochwasserschutz sowie eine erhöhte Freizeitnutzung waren die Ziele dieses ehrgeizigen Projekts, das mittlerweile fast abgeschlossen ist. Besonders auffällig hierbei sind die zahlreichen Kiesinseln, die zu diesem Zweck aufgeschüttet wurden. Heute sieht man auf ihnen oftmals Angler, Sonnenbader oder auch Gruppen, die auf einer dieser Inseln grillen und feiern.

O'zapft is!


Was wäre München ohne die Wiesn? Sicherlich um eine große Attraktion ärmer! Man kann vom Oktoberfest halten, was man will.: Man sollte das Volksfest einmal selbst erlebt haben, um sich ein eigenes Bild machen zu können.

2009 habe ich München zum ersten Mal während der Wiesn-Zeit besucht; selbst wenn man das Festgelände auf der Theresienwiese gar nicht betritt, fällt dem Besucher der Stadt auf, dass in diesen gut zwei Wochen andere Gesetze in München herrschen.

Während der Wiesn quillt München beinahe über, weil sich noch viel mehr Gäste aus aller Welt in der Stadt aufhalten als an allen anderen Tagen. Kneipen sind schon am frühen Abend hoffnungslos überfüllt, in den U-Bahnen drängen sich die Leute (vor allem auf den Linien 4 und 5, die die Theresienwiese bedienen) und überall sieht man Menschen in Lederhosen und Dirndln. Will man selbst die Wiesn unsicher machen, so braucht man entweder Glück oder muss ganz früh da sein, um sicher einen der begehrten Plätze in den Festzelten zu ergattern. Schon am Morgen öffnen diese ihre Pforten, um den ganzen Tag über unzählige Maßkrüge, Hendl und viele andere Leckereien unters Volk zu bringen. Die armen Bedienungen sind definitiv nicht zu beneiden, weil sie nach den zwei Wochen Wiesn sicherlich Schmerzen in allen Körperregionen verspüren. Dafür erhalten sie immer jede Menge Trinkgeld, da es scheinbar zum guten Ton gehört, pro Maß 10 Euro zu bezahlen - obwohl diese "nur" ca. 8,50 Euro kosten.

Davon abgesehen: Die Wiesn machen riesigen Spaß! Natürlich eignen sie sich nicht für Leute, die große Menschenmassen meiden, den Geruch von Bier nicht leiden können und die allgemein ziemlich verschlossen sind. Spätestens, wenn die Kapellen ihre Bühnen betreten und die Musik beginnt, verwandeln sich die Festzelte in relativ kurzer Zeit in ultimative Partyzentralen. Ob man will oder nicht steht man irgendwann selbst auf seiner Bierbank und schunkelt mit Freunden und Nachbarn um die Wette und lässt bei jedem "Prosit auf die Gemütlichkeit" das eigene Glas (so vorhanden) mit denen im Umkreis aneinanderklirren.
Natürlich muss ich zugeben, dass ich nach diesem Wiesn-Erlebnis das ganze nicht jedes Jahr aufs Neue wieder erleben muss. Dennoch weiß ich, dass ich irgendwann auf jeden Fall wieder die Wiesn unsicher machen muss - schließlich muss man sich manchmal auch solche anarchistische Tage gönnen :-)

Shoppen & schlemmen


Wie man es auch dreht und wendet: Echte Schnäppchen kann man in München eher selten machen. Das Preisniveau bewegt sich in luftigen Höhen, die Stadt gehört zu den wohlhabendsten Großstädten des Landes, was man auch definitiv merkt. Irgendwie ist hier alles ziemlich teuer.

Wen das nicht schockt, der darf sich über beinahe unbegrenzte Einkaufsmöglichkeiten freuen. Große Filialen berühmter Ketten finden sich in München ebenso wie kleine, feine Länden, die durchaus auch ausgefallene Waren anbieten. Wer ein bisschen stöbert, entdeckt schnell Läden, die man sonst eher nirgendwo findet. Eine relativ prominentes Beispiel hierfür stellt sicherlich das Kaufhaus Ludwig Beck am Marienplatz dar, das als "Kaufhaus der Sinne" Waren anbietet, die so nicht in jedem Kaufhaus zu finden sind. Mir ist das vor allem im Bereich Musik aufgefallen: Popmusik sucht man hier beinahe vergebens. Vielmehr hat sich das edle Kaufhaus auf wenige Genres spezialisiert und bietet vor allem in den Bereichen Klassik und Jazz eine Auswahl, die ich so noch nirgendwo anders gesehen habe.

Für das leibliche Wohl kann in München zur Genüge gesorgt werden. Teure Restaurants stehen in Hülle und Hülle zur Verfügung; doch auch für den kleineren Geldbeutel ist gesorgt. Restaurants, die Speisen verschiedenster Länder anbieten, findet man an jeder Ecke, ebenso wie Stände und Buden, die auch bayerische Speisen verkaufen. Eine Fleischpflanzerl- oder Leberkässemmel schmecken hervorragend, auch die halben Hähnchen erfreuen den Gaumen. Weißwurst und Sauerkraut bekommt man auch in rauen Mengen; zu einer typischen bayerischen Brotzeit sollte man auch nicht nein sagen! Über allem thront natürlich das Bier. Wer nach München kommt, merkt schnell, warum Bier in Bayern als Grundnahrungsmittel gilt. In keiner anderen Stadt sehe ich so viele Menschen tagsüber und in aller Öffentlichkeit Bier trinken wie in München. Und das bayerische Bier schmeckt nunmal auch lecker, verdammt!

Am standesgemäßesten sollte man das Ganze natürlich in einem typischen Biergarten einnehmen. Biergärten, meine Freunde, sind eine wunderbare Erfindung und im Sommer einfach herrlich. Allerdings sollte man schon ein wenig schauen, wo man hingehen will. Wie ich weiter oben schon erwähnt habe, ist beispielsweise der Biergarten am Chinesischen Turm nur bedingt empfehlenswert, einfach weil sich dort immer riesige Menschenmassen aufhalten, so dass das Ganze viel von seiner Gemütlichkeit verliert. Wer sich ein bisschen umschaut, findet schnell schönere, kleinere und vor allem nicht so überlaufene Biergärten. Beim letzten München-Besuch habe ich beispielsweise den Hofbräukeller am Wiener Platz kennengelernt, der mir deutlich besser gefallen hat als der schon erwähnte Biergarten im Englischen Garten.

Ausgehen


Wie es sich für eine Weltstadt gehört, bieten sich in München unzählige Möglichkeiten, wie man die Abende gestalten kann. Ein unüberschaubares Angebot an Kneipen, Cafés und Restaurant sorgt für das leibliche Wohl, während man in den Clubs und Discos der Stadt die angefutterten Kalorien wegtanzen kann. Zahlreiche Bühnen, Kinos und weitere Veranstaltungsorte bedienen die kulturelle Ader.

Auf Grund dieser mannigfaltigen Möglichkeiten fällt es natürlich sehr leicht, eine abwechslungsreiche Abendgestlatung umzusetzen. So habe ich bei meinen letzten Besuchen in München leckeres Essen im Café Mozart genossen, habe in den sehr alternativen Kneipen Schwabinger 7 und dem Flex meine Hellen getrunken, habe am Kulturstrand in Liegestühlen den lauen Sommerabend genossen, habe im Veranstaltungszentrum Backstage zu feiner Indiemusik getanzt, habe mich im 59:1 von Jupiter Jones verzaubern lassen und war schließlich im Gasteig bei der Eröffnung der 22. Türkischen Filmtage anwesend und habe mich dabei am Film Almanya erfreut. Ihr seht: Möglich ist Vieles!

Meine Meinung zu Muc


Fassen wir die vorhergehenden Worte nun einmal zusammen: In den letzten drei Jahren war ich nun immerhin 5x in München und habe die Stadt in dieser Zeit wirklich zu schätzen gelernt. Natürlich wirken die insgesamt immer noch sehr hohen Preise etwas abschreckend, doch dafür wird man mit einer Stadt belohnt, in der die Geschichte mit jedem Schritt präsent ist.

Da München nach den schweren Zerstörungen im 2. Weltkrieg fast originalgetreu rekonstruiert wurde, darf man sich über eine wunderschöne, weitläufige Altstadt freuen, in der man praktisch an jeder Straßenecke eine neue Sehenswürdigkeit erblickt. Es macht Spaß, die Stadt zu erkunden - und da die Stadt trotz ihres Status der Millionenstadt irgendwie relativ "kompakt" wirkt, kann man viele Sehenswürdigkeiten auch zu Fuß erlaufen.

Tolle Veranstaltungen, leckeres Essen und Trinken und ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz runden mein positives Gesamtbild ab. Positiv erwähnt werden sollte ebenfalls, dass man sich in München immer sehr sicher fühlt. Zwar hat man nicht den Eindruck, als ob die Polizei hier überrepräsentierter sein würde als in anderen Großstädten, dennoch muss man in München irgendwie niemals Angst vor Taschendieben oder sonsten Gesellen haben. Ich klopfe gleich 3x auf Holz, dass ich diesen Satz niemals bereuen werde :-)

Soll also insgesamt heißen: Ich halte mich gern in München, der Weltstadt mit Herz, auf und bin sehr froh, dass ich mehrere Freunde in der Stadt habe, so dass ich immer wieder dorthin zurückkehren kann, ohne für die Übernachtungen bezahlen zu müssen. Das bedeutet, dass man grade erst eine gute Woche vergangener München-Besuch sicher nicht der letzte gewesen ist.
Damit habe ich auch ein passendes Schlusswort gefunden; ich vergebe abschließend fünf Sterne für die bayerische Metropole; Abzüge erzählt sie nur wegen des hohen Preisniveaus. Falls ihr noch nie die Gelegenheit hattet, München zu erleben, dann kann ich euch nur ans Herz legen, das irgendwann nachzuholen. Es lohnt sich!

...
Anmerkung in eigener Sache
Ja, ich weiß, dass dieser Bericht lang ist und dass es viel Mühe gemacht hat, ihn zu schreiben. Ihr müsst also keine Kommentare verfassen, in denen diese offensichtlichen Eigenschaften angesprochen werden. Ebenso wenig Wert lege ich auf belanglose Einzeiler wie "Ja, München ist wirklich schön" oder "Schade, ich war noch nie in München"; noch weniger mag ich belanglosen Kram wie "BH & LG" oder "schöner Bericht" ... soll heißen: Wenn ihr nichts Konstruktives und/oder Sinnvolles zu diesem Bericht zu sagen habt, dann seht von einer Bewertung ab. Ich habe keine Lust, hier meine Texte beliebig abklicken und mit dämlichen Kommentaren versehen zu lassen. Danke!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ltblueberry

ltblueberry

02.04.2014 19:12

ein Bh von einen Bayernfan bekommste trotzdem.

Manu1812

Manu1812

01.04.2012 22:48

München = Traumstadt! bh!

hubbie

hubbie

13.11.2011 17:27

Mincha - imma wieda gern, schließlich gibt es da nicht nur Weißwürscht sondern auch hohe Küche (Aubergine, Tantris)....wenn die nur endlich eine Südumfahrung bauen täten

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