Miniaturwunderland, Hamburg

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Ich kam wohl mit zu großen Erwartungen

4  19.05.2004 (31.08.2005)

Pro:
große Modellbahnanlage

Kontra:
aber auf engem Raum, wirkt vor vielen Besuchern nicht richtig, es zieht teilweise

Empfehlenswert: Ja 

andreasloy

Über sich: 27.09.2014 Ciao-Stammtisch in Augsburg - Vorprogramm ab 14:00 Uhr, im Gasthof zum Ochsen ab 17:30 Uh...

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Seit 16.08.2001 gibt es in der Hamburger Speicherstadt (Kehrwieder 2, Block D) ein Wunderland - eine große Modellbahnanlage, die wächst und wächst. Allerdings muß ich ehrlich sagen, dass ich mir mehr vom Wunderland erwartet habe. Ich gliedere diesen Bericht wie folgt:

1. Das Wunderland - ein Rückblick
2. Anfahrt und Öffnungszeiten
3. Erlebnisbericht vom 16.05.2004
4. Fazit

***********************************

1. Das Wunderland - ein Rückblick

Im Sommer 2000 reift in einem Züricher Modellbahngeschäft dem Gründer der Wunderland-Anlage, der dort gerade Urlaub macht, die Idee eine riesige Modellbahnanlage zu bauen. Im November 2000 beginnt man mit dem Um- und Ausbau der angemieteten Räume, am 15.12.2000 ist Baubeginn. Die Freischaltung der Homepage www.miniatur-wunderland.de erfolgt am 24.01.2001, am 16.08.2001 wird eröffnet. Der zweite Bauabschnitt (Hamburg) wurde am 27.11.2002 eröffnet, Anfang 2004 wurde der Amerika-Abschnitt fertiggestellt. (Quellenangabe: Die Modellbahn-Kurier Specials Wunderland Teil 1, 2 und 3).

Ab Juni 2004 soll mit dem Skandinavien-Bauabschnitt begonnen werden und der Eingang in den 3. OG verlegt werden.

2. Anfahrt und Öffnungszeiten

Am schnellsten geht es von der U3-Station Baumwall ins Wunderland. Über die Straße, und dann über die Niederbaumbrücke und dann links am Binnenhafen-Fleet entlang. Da kommt man auch an Parkplätzen vorbei, auf einen freien Stellplatz würde ich mich aber nicht verlassen. Kurz vor Hamburg Dungeon gibt es den Eingang, es geht einige Treppen hoch und dann hat man die Wahl ob man einen großen Aufzug benutzt oder - wofür ich mich entschieden habe - die Treppe nimmt. Der Eingangsbereich befindet sich derzeit im 4. OG und wird demnächst im 3. OG zu finden sein. In einigen Jahren wird er wahrscheinlich im 2. OG untergebracht sein, denn die Neubauplanung reicht für mehrere Bauabschnitte bis ins Jahr 2008.

Vor der Kasse befindet sich ein längerer Gang, wo es tagsüber wahrscheinlich zu Stauungen kommt. Wartezeiten von teilweise einer Stunde oder noch länger an Wochenenden sind nicht unbedingt eine Seltenheit, da bekommt man dann aber kostenlose Getränke, Bonbons und Eis angeboten. Das Wunderland rät deswegen, werktags zu Schulzeiten zu kommen

Bilder von Miniaturwunderland, Hamburg
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Grand Canyon
(geöffnet 10-18 Uhr, dienstags bis 21 Uhr) oder am Wochenende gleich um 09:00 Uhr oder ab ca. 17:30 Uhr wieder, wenn das Gebäude immer leerer wird. Der Eintritt beträgt derzeit 9 EUR für Erwachsene, Kinder unter 16 Jahre zahlen 4 EUR, Kinder unter einem Meter sind frei. Die genauen Daten finden sich unter www.miniatur-wunderland.de, wo auch Sonderöffnungszeiten und die zurückliegende und prognostizierte Wartezeit ersichtlich sind, ich zietiere mal eben kurz:

*** Beginn Wunderland-Tipp ***

Am Wochenende ist grundsätzlich mit mittleren bis starken Wartezeiten zu rechnen. Wir geben Ihnen daher folgende Tipps:

Tipp 1: Kommen Sie gleich um 9:00 Uhr. Die Ausstellung ist dann noch ganz leer. Es wird dann von Minute zu Minute voller. Ab ca. 10:15 muss mit Wartezeit gerechnet werden.

Tipp 2: Kommen Sie ab 17:30 Uhr. Die Ausstellung wird dann von Minute zu Minute leerer und dementsprechend wird es immer schöner...

Sollte schönes Wetter sein, verringern sich die Wartezeiten teilweise erheblich!!!

*** Ende Wunderland-Tipp ***

3. Erlebnisbericht vom 16.05.2004

Normalerweise bin ich in einem Museum nach etwa einer Stunde durch, vielleicht auch nach einer halben. Aufgrund der Vorberichte (TV, Videokassette, EK-Specials, Berichte hier in CIAO) hab ich mir gedacht, hier muss ich mir wohl zwei bis drei Stunden Zeit nehmen. Allerdings war das ein Trugschluß - eine halbe Stunde hätte mir gereicht - doch da ich mit Freunden dort war mußte ich dort zweieinhalb Stunden ausharren. Leider sieht man nicht allzu gut auf die Szenen, denn selbst sonntags um 09:30 Uhr war es trotz keiner Wartezeit schon voll. Und ich muß sagen, die Szenen die mir in den Specials des Modellbahn-Kuriers gefallen haben enttäuschten im Wunderland maßlos - denn die meisten wirken besser wenn sie von weiter weg betrachtet werden (z. B. die Wasserfälle in Amerika) und vor lauter Besuchern hat man ja gar keine freie Sicht - hätte ich die Specials erst NACH dem Besuch angesehen, wäre der Eindruck vielleicht anders verlaufen. Die einzelnen Szenen sind außerdem etwas eng aufeinandergebazelt (auf engem Raum). Sehr störend fand ich auch auch die Klimaanlage, an manchen Stellen zieht es wie Hechtsuppe durch (beispielsweise beim Hamburg-Teil und im Gebirge), teilweise war es äußerst stickig.

Die Modellbahnanlagen sind teilweise an ein Car-System angeschlossen, das heißt es gibt auch Autos wo fahren - zum Beispiel Trucks in Amerika oder überwiegend die Feuerwehr. Das Tatü-Tata nervt (vor allem mich, der leider einen Tinnitus mit Hyperakusis im rechtem Ohr hat), es gibt meines Erachtens zuviele Feuerwehreinsätze. Alle 15 Minuten wird es dunkel (dafür gehen in den Modellhäusern und in den Zügen die Lichter an), und zwar ziemlich. Achtet auf eure Taschen! Das blaue UV-Licht, dass die Nacht bzw. die Dämmerung simuliert tut in den Augen weh, in der gut drei Minuten dauernden Dunkelheit (ganz dunkel ist es ca. eine Minute, ich konnte mangels Taschenlampe nicht auf meine Uhr sehen) sieht man die Blitzlichter von Fotoapparaten deutlicher, was auch nicht gerade angenehm ist. An den Modellbahnanlagen gibt es "Trittstufen", Holzbalken über dem Boden, die meines Erachtens für Kinder gedacht sind, aber Erwachsene steigen auch drauf und verdecken so dem Hintermann die Sicht. Der nächste Erwachsene sieht das natürlich und macht den Blödsinn nach ;-)

Im Gelände gibt es noch einen Leitstand der zur Überwachung der Anlage dient (großes Pult, viele Bildschirme) und öffentlich zugänglich ist. Außerdem gibt es einen Münzprägeautomaten wo man sich 2 Cent oder 1 Euro als Wunderlandmünze prägen kann. Über beide Münzeinwurfschlitze war Klebeband angebracht. Die Gaderobe befindet sich äußerst unpassend am Ende der Anlage, das Bistro dafür aber am Beginn. Toiletten wie auch ein Kino für Kinder ist im 3. OG zu finden und über eine Treppe erreichbar. Toiletten gibt es auch im Eingangsbereich des 4. OG. Wer zwischendurch mal kurz raus muss, soll das Personal ansprechen - zum Beispiel wenn einem in der teils stickigen Luft schlecht wird. An einem Bildschirm kann man sich für den Email-Newsletter eintragen, am Ende der Anlage gibt es ein Buch für Lob und Kritik.

Die einzelnen Anlagenteile (Amerika, Norddeutschland, Gebirge) stimmen teilweise mit der Realität überein oder sind zumindest realitätsnah - so gibt es zwar die dargestellte Landschaft im realem Vorbild, nur fährt dort eben normalerweise kein Zug. Manche Kompositionen sind aber Eigenkompositionen des Wunderland-Teams. Der Wiedererkennungswert am Hamburger Hafen war recht detailgetreu, der der U-Bahn nur bedingt. Aber auf engem Raum lässt sich eben nicht alles vorbildgetreu nachbilden - das kennt aber jeder Modellbauer.

Die Eintrittskarte beinhaltet zwei Gutscheine. Einen im Wert von 1 Euro für den "hoffentlich nächsten Besuch" (so was nennt man betteln), gültig bis 31.12.2004 und ebenso einen für 1 Euro Ermäßigung im Museum für hamburgerische Geschichte - allerdings nur 24 Stunden gültig und auch erst nach Abstempeln. Doch wer guckt IM Wunderland seine Eintrittskarte schon genauer an? An der Kasse wird man übrigens gefragt zum wievielten Mal man kommt und aus welchem Bundesland - bei meinen Freunden und mir war das "zum ersten Mal, Bayern". Ob das allerdings jemand notiert, kann ich weder bestätigen noch dementieren.

*** Update vom 31.08.2005 ***

Ich war vor kurzem ein zweites Mal dort - an einem Mittwoch morgen um 8 Uhr. Da war es noch schön leer, man hat wunderbar auf die Details gesehen, ich war trotzdem nur ne halbe Stunde drin - kannte ja das meiste schon. Der Eingang befindet sich nun im 3. OG.

4. Fazit

Obwohl ich Eisenbahnfreund bin, hat es mir nicht besonders gefallen - meinen Freunden dafür um so mehr. Ich persönlich habe dem Wunderland zwar im August 2005 (der erste Besuch war im Mai 2004) eine zweite Chanche gegeben, aber da bin ich allein hin.

Für Kinder und Modellbahnbauer mag das ja interessant sein, für viele andere (auch Frauen, wie man hört und liest sicher auch - dafür sorgen schon die vielen Details wie Häuser und Figuren neben den Gleisen) sicher auch, aber mir hat das kleine Eisenbahnmuseum in Sipplingen (Bodensee) deutlich besser gefallen.

Es werden auch Führungen angeboten (hinter die Kulissen), die Kosten zuzüglich bis zu 15 Euro erscheint mir aber recht hoch. Die Homepage des Wunderlands selbst kann ich nur loben, da gibt es allerhand zu entdecken.

Ich ziehe einen Stern ab, weil empfehlenswert ist ein Besuch schon (einmal sollte man das schon gesehen haben) - nur muss dann jeder für sich entscheiden, ob er nochmal kommen will ;-)

Und ich gebe euch einen Rat: Schaut euch die Modellbahn-Kurier-Specials möglichst erst NACH einem Besuch an, sonst werdet ihr womöglich genauso wie ich enttäuscht. Oder ihr müßt mal unter der Woche kommen, da ist es bestimmt leerer...

© Andreas Loy
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
uteker

uteker

19.01.2005 15:16

:-( Schade, das es dir nicht so gut gefallen hat. Na ja, Geschmäcker sind eben verschieden *g*. Gruß Ute

muscle

muscle

06.07.2004 14:46

Gibt es nicht noch eine andere Modelleisenbahnanlage in Hamburg ? *grübel* Ich meine hier mal etwas gelesen zu haben.

doktorpepper

doktorpepper

24.05.2004 12:14

Ich habe vor mit einem Freund in den nächsten Monaten auch noch hinzufahren. Da hoffe ich nur, dass ich nicht auch enttäuscht bin, aber besser als die Anlagen auf der Modellbahn Süd kanns eigentlich nicht sein. Und gesehen muss man es ja mal haben.

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